{"id":1178899,"date":"2026-07-19T23:12:28","date_gmt":"2026-07-19T23:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1178899\/"},"modified":"2026-07-19T23:12:28","modified_gmt":"2026-07-19T23:12:28","slug":"bahn-boom-wie-der-wettbewerb-in-italien-den-fernverkehr-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1178899\/","title":{"rendered":"Bahn-Boom: Wie der Wettbewerb in Italien den Fernverkehr ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/italo-zug-108.jpg\" alt=\"Ein Italo Hochgeschwindigkeitszug im Bahnhof Venezia Santa Lucia in Venedig, Italien.\" title=\"Ein Italo Hochgeschwindigkeitszug im Bahnhof Venezia Santa Lucia in Venedig, Italien. | picture alliance \/ NurPhoto\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 19.07.2026 \u2022 18:10 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Von 2028 an sollen in Deutschland die roten Schnellz\u00fcge des Anbieters Italo fahren. In Italien hat der private Konkurrent den Markt belebt. Davon profitieren auch die Bahnreisenden &#8211; allerdings nicht \u00fcberall.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/verena-schaelter-106.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Verena Sch\u00e4lter\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/verena-schaelter-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Montagvormittag am r\u00f6mischen Hauptbahnhof Termini. Es ist der gr\u00f6\u00dfte Bahnhof Italiens und ein Symbol f\u00fcr den Bahn-Boom im Land. Pendler, Gesch\u00e4ftsreisende, aber auch immer mehr Touristen sind auf der Schiene unterwegs.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Eindruck vieler Reisender ist positiv. &#8222;Der Zugverkehr war ziemlich gut. Wir hatten kaum Versp\u00e4tung, das hat alles super geklappt. Ich bin sehr, sehr positiv \u00fcberrascht&#8220;, sagt Tourist Christian aus Gie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wer mit dem Schnellzug reisen will, hat die Wahl: Trenitalia von der staatlichen Eisenbahngesellschaft oder Italo, den privaten Konkurrenten. Seit Italo 2012 in den italienischen Hochgeschwindigkeitsverkehr eingestiegen ist, hat sich der Markt deutlich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>    Konkurrenz belebt den Markt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">10:40 Uhr, der Italo-Zug 9924 f\u00e4hrt in Rom Richtung Mailand ab. Mit an Bord ist Vincenzo Ioia, der bereits in Neapel zugestiegen ist. Der Logistikmanager ist regelm\u00e4\u00dfig zwischen den Standorten seines Unternehmens unterwegs. &#8222;Wir haben Niederlassungen in Rom, Florenz, Bologna und Mailand &#8211; ich bin also viel unterwegs&#8220;, sagt er. Das Auto k\u00e4me f\u00fcr ihn nicht infrage, allein wegen der viel l\u00e4ngeren Fahrtzeit. Die 600 Kilometer zwischen Rom und Mailand schafft der Zug in unter drei Stunden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Boom der Schnellz\u00fcge begann bereits 2008. Italien investierte massiv in den Ausbau seines Hochgeschwindigkeitsnetzes, die Grundvoraussetzung f\u00fcr Wettbewerb im Fernverkehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vier Jahre sp\u00e4ter stieg Italo zun\u00e4chst auf einer einzigen Strecke ein: der wichtigsten Nord-S\u00fcd-Achse zwischen Mailand, Rom und Neapel. Der Start sei allerdings schwierig gewesen, erinnert sich Italo-Chef Gianbattista La Rocca: &#8222;In den ersten Jahren war es hart, wir mussten uns den n\u00f6tigen Platz auf den Gleisen erk\u00e4mpfen, damit die Z\u00fcge fahren konnten, aber auch in den Bahnh\u00f6fen.&#8220;<\/p>\n<p>    Mehr Verbindungen, bessere Qualit\u00e4t, niedrigere Preise<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Heute bieten Italo und Trenitalia allein zwischen Rom und Mailand t\u00e4glich mehr als 90 Verbindungen an. Italo hat dem ehemaligen Monopolisten Trenitalia nicht einfach Fahrg\u00e4ste weggenommen. Stattdessen ist der gesamte Markt gewachsen. Eine OECD-Studie spricht im Fall von Italien sogar von einer Win-Win-Situation f\u00fcr Unternehmen und Reisende.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00c4hnlich sieht es auch Paolo Beria von der Technischen Hochschule in Mailand: &#8222;In Italien war der Angebotszuwachs enorm. Im Jahr 2012 hat er sich fast verdoppelt, und das kann auf den Wettbewerb zur\u00fcckgef\u00fchrt werden.&#8220; Die Qualit\u00e4t lasse sich zwar schwerer messen, &#8222;doch auch in diesem Fall ist es ziemlich offensichtlich, dass es einen qualitativen Vorteil mit sich bringt, wenn zwei Anbieter auf \u00e4hnlichen M\u00e4rkten t\u00e4tig sind&#8220;, sagt Beria. Zudem habe man einen Preisr\u00fcckgang zwischen 15 und 25 Prozent nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    Nicht alle Regionen profitieren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehr Zugverbindungen, besserer Service und g\u00fcnstigere Preise &#8211; Wettbewerb gilt damit als Erfolgsmodell. Doch der Erfolg hat Grenzen. Abseits der Magistralen zwischen Mailand, Rom und Neapel pr\u00e4gen Regionalz\u00fcge auf eingleisigen Strecken vielerorts das Bild. Je weiter man in den S\u00fcden kommt, desto schlechter ist h\u00e4ufig die Infrastruktur. Viele Regionen S\u00fcditaliens sind bis heute nicht an das Hochgeschwindigkeitsnetz angebunden. Auch bei den Ost-West-Verbindungen gibt es weiterhin Defizite.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Italo-Chef La Rocca verweist jedoch auf laufende Ausbauprojekte. &#8222;Der Erfolg der Hochgeschwindigkeitsstrecken hat dazu gef\u00fchrt, dass weiterhin investiert wird und Projekte fertiggestellt werden&#8220;, erkl\u00e4rt er. &#8222;Die Strecke Mailand &#8211; Genua wird gerade fertiggestellt, ebenso wie die Strecke Rom &#8211; Bari. Es braucht Zeit. Im Eisenbahnwesen dauert alles Jahre.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zur\u00fcck im Zug nach Mailand: In wenigen Minuten endet die rund 600 Kilometer lange Fahrt. Vincenzo Ioia wird es trotz einer kleinen Versp\u00e4tung von sechs Minuten p\u00fcnktlich zu seinen Terminen schaffen. Ob Pendler, Gesch\u00e4ftsreisende oder Touristen &#8211; f\u00fcr viele Menschen in Italien ist der Zug l\u00e4ngst zu einer verl\u00e4sslichen Alternative zu Auto und Flugzeug geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 19.07.2026 \u2022 18:10 Uhr Von 2028 an sollen in Deutschland die roten Schnellz\u00fcge des Anbieters Italo fahren.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1178900,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[1739,62352,29,30,13,355,14,15,12,10,8,9,11],"class_list":["post-1178899","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-bahn","tag-bahnfahren","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-italien","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116949180670845553","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1178899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1178899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1178899\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1178900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1178899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1178899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1178899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}