{"id":1179968,"date":"2026-07-20T10:51:16","date_gmt":"2026-07-20T10:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1179968\/"},"modified":"2026-07-20T10:51:16","modified_gmt":"2026-07-20T10:51:16","slug":"transformationsspuren-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1179968\/","title":{"rendered":"Transformationsspuren \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Jungen stehen in Trainingsanz\u00fcgen und einfachen DDR-Turnschuhen in Linie aufgereiht vor einem Mann auf einer Terrasse. Als die Fotografin Silke Geister die schwarz-wei\u00dfen Fotografien im Spezialkinderheim \u00bbWeg ins Leben\u00ab am Rande des Waldstra\u00dfenviertels 1990 aufnahm, finden sich kaum Ver\u00e4nderungen, die im Zusammenhang mit dem Mauerfall stehen k\u00f6nnten. Hier \u2013 am Z\u00f6llnerweg, im 1939 errichteten Heim \u2013 bestehend aus Haupthaus, Aufenthalts- und Schlafr\u00e4umen sowie einem K\u00fcchentrakt \u2013 entstand zuerst nach1945 ein Heim f\u00fcr schwer erziehbare Kinder, ab den 1960er Jahren das Spezialkinderheim f\u00fcr geistig behinderte Kinder mit direktem Anschluss an eine F\u00f6rdergrundschule im Haus. Nach 1990 nutzt die Jugendhilfe den Ort f\u00fcr Tagesgruppen. Sp\u00e4ter verkauft die Stadt das Areal und heute finden sich dort Wohnungen. Geister zeigte einen bis dahin kaum \u00f6ffentlich gezeigten und bekannten Alltag und sie arbeitete f\u00fcr die Anfang 1990 in Leipzig gegr\u00fcndete Fotoagentur Transit. <\/p>\n<p>Die Fotoagentur Transit \u2013 das sind Anfang der 1990er Jahre: Christiane Eisler, Silke Geister, Thomas H\u00e4rtrich, Peter Hirth und Martin Jehnichen.<\/p>\n<p>Christiane Eisler (* 1958 in Berlin\/ DDR) studierte an der Hochschule f\u00fcr Grafik und Buchkunst (HGB) Fotografie bei Harald Kirschner und Evelyn Richter. Mit Serien zu M\u00e4dchen und Frauen im Jugendwerkhof Crimmitschau sowie zu Berliner und Leipziger Punks schloss sie ihr Studium ab. Eisler ist bis heute Gesellschafterin der Agentur gemeinsam mit Paula Eisler. Martin Jehnichen (*1962 in Karlsruhe) studierte Fotodesign und Visuelle Kommunikation in Bielefeld und 1988\/89 in Leipzig per DAAD-Auslandsstipendium. Sein Diplom legte er mit einer Fotoreportage zu einer Zugreise in die Sowjetunion ab. Thomas H\u00e4rtrich (*1955 in Meinigen) studierte Fotografie bei Helfried Strau\u00df und arbeitete danach vor allem auf dem Feld der Sportfotografie. In der Agentur, die er 2012 verlie\u00df, spezialisierte er sich auf das Politikfeld. In Bielefeld studierte Silke Geister Foto- und Film-Design. In ihrer Diplomarbeit besch\u00e4ftigte sie sich mit Grenzt\u00fcrmen an der innerdeutschen Grenze. 1993 beendete sie ihre Mitarbeit in der Agentur. Peter Hirth (*1960 in Stade) studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule f\u00fcr Gestaltung Hamburg und arbeitet w\u00e4hrend des Studiums bereits als Bildjournalist. 1991 kam er nach Leipzig, um das Au\u00dfenb\u00fcro der Neuen Revue aufzubauen, gr\u00fcndete ein Jahr sp\u00e4ter mit Michael R\u00fccker die Fotoagentur Die Sektion, die 1993 mit Transit fusionierte. 2015 verl\u00e4sst er die Agentur.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Agentur stand das kollektive Arbeiten sowie die organisatorische Bew\u00e4ltigung der Auftr\u00e4ge, und Verwaltung wie die ausgestellten Dokumente und Fotografien in den Vitrinen zeigen und gleichzeitig auch die damalige Situation erkl\u00e4ren. Zu sehen sind Fotografien vom B\u00fcroalltag, die Menschen dahinter. Eine Abbildung zeigt das volumin\u00f6se Funktelephon Mobiltelefon C2 portable, das 1990 ben\u00f6tigt wurde, um jederzeit erreichbar zu sein bei damals noch sehr raren Telefonleitungen in Leipzig. Die Auftr\u00e4ge f\u00fcr die Fotografinnen und Fotografen kamen vom Spiegel und Stern, der S\u00e4chsischen Staatskanzlei, Verlagen, Greenpeace, Magazinen wie kreuzer neben vielen anderen nationalen und internationalen Medien. Neben ausgew\u00e4hlten Serien wie etwa die zum Roma und Sinti Lager in Leipzig Taucha von Christine Eisler (1991\/92) oder einer Vitrine zum Buch- und Ausstellungsprojekt \u00bbLuxus Arbeit\u00ab \u00fcber weibliche Erwerbst\u00e4tigkeit nach 1990 findet sich im Ausstellungsraum eine Strecke mit Monitoren, die jeweils wichtige Arbeiten der einzelnen Mitglieder \u00fcber die Jahre hinweg zeigen. <\/p>\n<p>Die vom Zentrum f\u00fcr optimistische Bergbauforschung organisierte sehr interessante wie informative Ausstellung bietet zudem ein Veranstaltungsprogramm. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise am Donnerstag, 23. Juli, um 17 Uhr die F\u00fchrung zu \u00bbWelche pers\u00f6nliche Beziehung kann ich zu Bildern aufbauen, die vor meiner Geburt entstanden sind?\u00ab, ein Fotoworkshop mit Christiane Eisler und Ramona Schacht am 29. Juli von 14 bis 18 Uhr sowie am 30. Juli um 17 Uhr F\u00fchrung durch die Ausstellung mit Louisa Fischer und Luca Bublik.<\/p>\n<p>&gt; \u00bbTransit. Gesellschaftliche Transformation beschreiben\u00ab: bis 12.9., Halle 14, ge\u00f6ffnet Do-Sa von 14-18 Uhr, Sommerpause vom 8.8.-20.8.<\/p>\n<p>&gt; zfob.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jungen stehen in Trainingsanz\u00fcgen und einfachen DDR-Turnschuhen in Linie aufgereiht vor einem Mann auf einer Terrasse. 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