{"id":1180311,"date":"2026-07-20T14:27:17","date_gmt":"2026-07-20T14:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1180311\/"},"modified":"2026-07-20T14:27:17","modified_gmt":"2026-07-20T14:27:17","slug":"ipfire-knot-resolver-ersetzt-unbound","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1180311\/","title":{"rendered":"IPFire: Knot Resolver ersetzt Unbound"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              IPFire: Knot Resolver ersetzt Unbound<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit dem Core Update 203 baut IPFire die DNS-Infrastruktur grundlegend um: Statt Unbound kommt k\u00fcnftig Knot Resolver zum Einsatz. Die Umstellung soll unter anderem verschl\u00fcsselte Weiterleitung per DNS over TLS, DNS-basierte Filterregeln und einen persistenten Cache erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem unterst\u00fctzt der integrierte WLAN-Access-Point nun das 6-GHz-Band von Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>IPFire ist eine auf Sicherheit und Netzwerkgateways ausgerichtete Linux-Distribution. Sie wird typischerweise als Firewall und VPN-Gateway mit Intrusion-Prevention-Funktion eingesetzt.<\/p>\n<p>Knot Resolver wird neue DNS-Basis<\/p>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.ipfire.org\/blog\/ipfire-2-29-core-update-203-released\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Release Notes<\/a> ersetzen die IPFire-Entwickler mit dem Update den bisher verwendeten Resolver Unbound durch Knot Resolver. Der Wechsel betrifft eine Kernfunktion des Systems: DNS l\u00f6st nicht nur Hostnamen in IP-Adressen auf, sondern liefert inzwischen auch Informationen f\u00fcr verschl\u00fcsselte Verbindungen und moderne Transportprotokolle.<\/p>\n<p>Knot Resolver soll IPFire daf\u00fcr eine besser erweiterbare Architektur bieten. Der Resolver arbeitet modular und l\u00e4sst sich skripten. IPFire nutzt dies f\u00fcr eigene Erweiterungen, etwa f\u00fcr die Anbindung von DHCP-Leases und DNS-Filterlisten.<\/p>\n<p>Neu ist unter anderem die M\u00f6glichkeit, DNS-Anfragen an externe Resolver verschl\u00fcsselt \u00fcber DNS over TLS weiterzuleiten. Damit lassen sich Anfragen auf dem Weg zum gew\u00e4hlten Upstream-Resolver vor Mitlesern und Manipulation sch\u00fctzen. Administratoren k\u00f6nnen damit beispielsweise einen externen Resolver einsetzen, ohne DNS-Abfragen unverschl\u00fcsselt \u00fcber den \u00f6ffentlichen Internetzugang zu schicken.<\/p>\n<p>DNS-Firewall, SafeSearch und gemeinsamer Cache<\/p>\n<p>Mit der neuen DNS-Basis f\u00fchrt IPFire eine DNS-Firewall ein. Sie kann Domains f\u00fcr Malware, Werbung oder andere Kategorien bereits bei der Namensaufl\u00f6sung blockieren. Die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Zonen und Filterdaten l\u00e4dt das neue Werkzeug zone-sync verschl\u00fcsselt herunter. Es aktualisiert die Daten inkrementell, statt stets vollst\u00e4ndige Listen zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Auch der Filtermechanismus SafeSearch l\u00e4sst sich netzwerkweit erzwingen: IPFire leitet Suchanfragen dann zu den SafeSearch-Varianten unterst\u00fctzter Suchmaschinen und von YouTube um. Zus\u00e4tzlich bleiben lokale DNS-Eintr\u00e4ge und bedingte Weiterleitungen verf\u00fcgbar. Letztere schicken Anfragen f\u00fcr definierte Zonen gezielt an bestimmte DNS-Server, etwa f\u00fcr ein internes Firmennetz oder eine per VPN erreichbare Domain.<\/p>\n<p>Der Resolver-Cache \u00fcbersteht k\u00fcnftig Neustarts. Das soll die Namensaufl\u00f6sung nach einem Reboot beschleunigen und die Last auf \u00fcbergeordneten DNS-Servern senken. Knot Resolver nutzt zudem mehrere Worker-Prozesse, die sich Cache und Status teilen. Dadurch kann IPFire mehrere CPU-Kerne einsetzen, ohne dass jeder Prozess einen eigenen, isolierten Cache pflegt.<\/p>\n<p>Administratoren m\u00fcssen bei bestehenden DNS-Weiterleitungen allerdings nacharbeiten: Als Forward-Zones konfigurierte vollst\u00e4ndig qualifizierte Domainnamen (FQDN) akzeptiert IPFire nicht mehr. Solche Eintr\u00e4ge auf der Seite f\u00fcr DNS-Forwarding m\u00fcssen durch IP-Adressen ersetzt werden.<\/p>\n<p>WLAN im 6-GHz-Band und AWS-Verbesserungen<\/p>\n<p>Der WLAN-Access-Point von IPFire unterst\u00fctzt nun das 6-GHz-Band. Damit kann die Distribution das zus\u00e4tzliche Spektrum von Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 nutzen. Gerade in dicht belegten Umgebungen verspricht das weniger St\u00f6rungen durch Altger\u00e4te und mehr Platz f\u00fcr breite Kan\u00e4le mit 80 oder 160 MHz.<\/p>\n<p>Anders als in Teilen des 5-GHz-Bands ist im 6-GHz-Spektrum keine Radarerkennung per DFS erforderlich. Access Points m\u00fcssen daher vor dem Start keinen freien Kanal suchen und bei erkannten Radarsignalen nicht zwangsweise den Kanal wechseln. Das soll Verbindungsabbr\u00fcche durch solche Wechsel vermeiden. Zudem behebt das Update einen Fehler, der den Start des Access Points bei manuell gew\u00e4hltem Kanal und 40 MHz Kanalbreite verhindern konnte.<\/p>\n<p>F\u00fcr IPFire-Instanzen auf AWS erg\u00e4nzt das Release die Unterst\u00fctzung f\u00fcr IMDSv2. Der tokenbasierte Metadatenservice von EC2 gilt gegen\u00fcber der ersten Version als sicherer und kann bei neueren Konfigurationen verpflichtend sein. Bestehende Installationen mit IMDSv1 sollen weiterhin funktionieren.<\/p>\n<p>Sicherheitsupdates und aktualisierte Komponenten<\/p>\n<p>Core Update 203 aktualisiert au\u00dferdem Intel-Microcode f\u00fcr bestimmte Prozessoren. Dieser soll eine unter INTEL-SA-01420 gef\u00fchrte Sicherheitsl\u00fccke adressieren. Ein Fehler bei der UTF-8-Verarbeitung in Perl wurde ebenfalls korrigiert; dadurch sollen \u00dcbersetzungen mit Nicht-ASCII-Zeichen wieder korrekt in der Weboberfl\u00e4che erscheinen.<\/p>\n<p>Daneben aktualisiert IPFire zahlreiche Basis- und Zusatzpakete, darunter BIND, OpenVPN, Suricata, strongSwan, Samba, Postfix und Zabbix Agent. Bei OpenVPN wurden unter anderem die Konfigurations-Download-Schaltfl\u00e4che \u00fcberarbeitet und zus\u00e4tzliche Angaben f\u00fcr Roadwarrior-Verbindungen mit statischer IP-Zuweisung erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Siehe auch:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/download\/product\/ipfire-47736?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">IPFire<\/a>: Download schnell und sicher von heise.de<\/li>\n<\/ul>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:fo@ix.de\" title=\"Moritz F\u00f6rster\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">fo<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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