{"id":1181754,"date":"2026-07-21T05:41:17","date_gmt":"2026-07-21T05:41:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1181754\/"},"modified":"2026-07-21T05:41:17","modified_gmt":"2026-07-21T05:41:17","slug":"erste-atmosphaere-auf-erdaehnlichem-exoplaneten-in-bewohnbarer-zone-nachgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1181754\/","title":{"rendered":"Erste Atmosph\u00e4re auf erd\u00e4hnlichem Exoplaneten in bewohnbarer Zone nachgewiesen"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Artist___s_impression_of_the_super-Earth_exoplanet_LHS_1140b-beb1dc14d39b9f23.jpeg\"  width=\"3840\" height=\"2158\"  alt=\"Ein Planet von rotem Licht beschienen\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">K\u00fcnstlerische Darstellung von LHS 1140b<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0ESO\/spaceengine.org\/<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Artist%E2%80%99s_impression_of_the_super-Earth_exoplanet_LHS_1140b.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Commons<\/a>\/<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">CC-4.0<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Forscher haben erstmals eine Atmosph\u00e4re auf einem felsigen Exoplaneten in der bewohnbaren Zone nachgewiesen. Damit sind jedoch l\u00e4ngst nicht alle Fragen gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Harvard University hat erstmals eine Atmosph\u00e4re um den Exoplaneten LHS 1140 b nachgewiesen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der Himmelsk\u00f6rper hat eine felsige Oberfl\u00e4che und gilt als erd\u00e4hnliches Planet,der sich in der sogenannten habitablen Zone seines Sterns befindet. Das ist jener Bereich, in dem auf der Planetenoberfl\u00e4che fl\u00fcssiges Wasser existieren k\u00f6nnte. Die Studie wurde im Fachjournal Science <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.aea9708\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/p>\n<p>LHS 1140 b liegt rund 48 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist einen roten Zwergstern im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walfisch_(Sternbild)\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Sternbild Cetus<\/a> (Walfisch). Dieser Stern ist kleiner und k\u00fchler als unsere Sonne, gibt aber einen gr\u00f6\u00dferen Anteil seiner Energie als ionisierende Strahlung ab. Der Planet selbst hat eine Masse, die 5,6-mal gr\u00f6\u00dfer ist als die der Erde, und sein Radius \u00fcbertrifft den unserer Erde um 70 Prozent. Er wurde bereits 2017 entdeckt.<\/p>\n<p>Helium entweicht in den Weltraum<\/p>\n<p>Der Nachweis der Atmosph\u00e4re gelang dem Team mithilfe des <a href=\"https:\/\/wasatchphotonics.com\/applications\/winered-astronomy-spectrograph\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Warm Infrared Echelle (Winered)<\/a> Spektrografen am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Magellan_(Teleskope)\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Magellan-Clay-Teleskop<\/a> des Las-Campanas-Observatoriums in Chile.<\/p>\n<p>Bei einem Transit \u2013 also dem Vor\u00fcberziehen des Planeten vor seinem Stern \u2013 registrierten die Forscher im Jahr 2024 Helium, das aus der oberen Atmosph\u00e4re des Planeten in den Weltraum entweicht. Dieser Vorgang, den Astrophysiker als atmosph\u00e4rische Entgasung bezeichnen, best\u00e4tigte, dass LHS 1140 b tats\u00e4chlich eine Atmosph\u00e4re besitzt und diese aktiv aufrechterh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Dem Erstautor der Studie, Dr. Collin Cherubim, der k\u00fcrzlich seinen Doktortitel in Erd- und Planetenwissenschaften an der Harvard University erworben hat, zufolge war der Fund eindeutig: &#8222;Dies ist das erste Mal, dass jemand eine Atmosph\u00e4re auf einem felsigen Planeten in der habitablen Zone eines anderen Sterns gefunden hat&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/cy4kdd1e0ejo\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagte<\/a> er gegen\u00fcber der BBC.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Ausgangspunkt der Beobachtungen waren Computermodelle, die das Team zuvor entwickelt hatte und die eine heliumreiche obere Atmosph\u00e4re f\u00fcr LHS 1140 b vorhergesagt hatten. &#8222;Collin hat die bekannten Planeten analysiert und vorhergesagt, dass dieser eine Heliumatmosph\u00e4re haben w\u00fcrde. Dann hat er Teleskopzeit organisiert, die Daten beschafft, und der Nachweis war statistisch absolut solide&#8220;, erkl\u00e4rte David Charbonneau, Leiter des Astronomie-Departments der Harvard University und Co-Betreuer von Cherubim.<\/p>\n<p>Allerdings blieb eine Beobachtung zun\u00e4chst r\u00e4tselhaft: Bei Folgebeobachtungen im Jahr 2025 lie\u00df sich das Heliumsignal nicht reproduzieren. Cherubim bezeichnete dies als einen Schock, der ihn und sein Team dazu veranlasste, die urspr\u00fcnglichen Daten erneut zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>&#8222;Jeden falschen positiven Befund, den wir uns vorstellen konnten, haben wir sicher ausgeschlossen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/science\/2026\/jul\/16\/atmosphere-lhs-1140b-exoplanet-could-water-scientists\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagte<\/a> er gegen\u00fcber dem Guardian. Das variierende Signal k\u00f6nnte nach Einsch\u00e4tzung von Forschern damit zusammenh\u00e4ngen, wie die Atmosph\u00e4re des Planeten auf die extreme ultraviolette Strahlung seines Sterns reagiert.<\/p>\n<p>Zutaten f\u00fcr Bewohnbarkeit vorhanden<\/p>\n<p>Cherubim betonte, dass LHS 1140 b nun alle wesentlichen Voraussetzungen f\u00fcr eine potenziell bewohnbare Umgebung erf\u00fclle: ein felsiger Planet, Temperaturen, die fl\u00fcssiges Wasser erm\u00f6glichen, und eine Atmosph\u00e4re, die verhindert, dass dieses Wasser entweicht, und die gleichzeitig die Oberfl\u00e4che vor sch\u00e4dlicher Strahlung sch\u00fctzt. Hinzu komme, dass der Stern selbst vergleichsweise ruhig sei und selten Strahlungsausbr\u00fcche produziere.<\/p>\n<p>Robin Wordsworth, Professor f\u00fcr Erd- und Planetenwissenschaften an der Harvard University, ordnete den Fund historisch ein: Noch vor zwanzig Jahren wussten Astronomen nicht einmal, ob erd\u00e4hnliche Planeten \u00fcberhaupt existierten. Schnell stellte sich heraus, dass solche Planeten h\u00e4ufig vorkommen \u2013 auch in habitablen Zonen. &#8222;Die n\u00e4chste Frage war, ob es irgendeinem von ihnen gelungen ist, eine Atmosph\u00e4re zu behalten&#8220;, sagte Wordsworth. &#8222;Jetzt wissen wir, dass mindestens einem das gelungen ist.&#8220;<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Gleichwohl mahnen Forscher zur Vorsicht. Das bislang einzige nachgewiesene Gas ist Helium \u2013 und zwar in der oberen Atmosph\u00e4re. Helium allein kann kein Leben unterst\u00fctzen. Dr. Yamila Miguel vom Leidener Observatorium in den Niederlanden wies darauf hin, dass die Beobachtungen die obere Atmosph\u00e4re betreffen und nicht die bodennahen Schichten, in denen Leben entstehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&#8222;Daher glaube ich nicht, dass diese Ergebnisse direkte Implikationen f\u00fcr den Nachweis von Leben auf anderen Planeten haben&#8220;, sagte sie gegen\u00fcber dem Guardian. Ob weitere, lebensfreundlichere Gase in tieferen Atmosph\u00e4renschichten vorhanden sind, bleibt vorerst offen.<\/p>\n<p>Seit 1995 wurden mehr als 6.000 Exoplaneten best\u00e4tigt. Atmosph\u00e4ren wurden bislang um Gasriesen und sogenannte Sub-Neptune gefunden \u2013 also Planeten, die gr\u00f6\u00dfer als die Erde, aber kleiner als Neptun sind. Auch um felsige Exoplaneten au\u00dferhalb der habitablen Zone gab es bereits Hinweise auf Atmosph\u00e4ren. Der Nachweis einer Atmosph\u00e4re um einen felsigen Planeten innerhalb der habitablen Zone ist jedoch ein Novum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00fcnstlerische Darstellung von LHS 1140b (Bild:\u00a0ESO\/spaceengine.org\/Commons\/CC-4.0) Forscher haben erstmals eine Atmosph\u00e4re auf einem felsigen Exoplaneten in der bewohnbaren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1181755,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[135],"tags":[3251,29,25079,30,247092,190,189,194,191,193,192],"class_list":["post-1181754","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-astronomie","tag-deutschland","tag-exoplaneten","tag-germany","tag-habitable-zone","tag-science","tag-science-technology","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116956372560661341","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1181754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1181754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1181754\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1181755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1181754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1181754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1181754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}