{"id":1182226,"date":"2026-07-21T10:31:18","date_gmt":"2026-07-21T10:31:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1182226\/"},"modified":"2026-07-21T10:31:18","modified_gmt":"2026-07-21T10:31:18","slug":"drei-wege-griechenlands-veto-gegen-neue-russland-sanktionen-zu-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1182226\/","title":{"rendered":"Drei Wege, Griechenlands Veto gegen neue Russland-Sanktionen zu beenden"},"content":{"rendered":"<p>Griechenland blockiert das neue Paket von EU-Sanktionen gegen Russland. Streitpunkt ist ein Verbot f\u00fcr Fl\u00fcssigerdgas (LNG), das ab 2027 vollst\u00e4ndig gelten soll.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Das im vergangenen Jahr vereinbarte Verbot untersagt den &#8222;Kauf, die Einfuhr oder die direkte oder indirekte \u00dcbertragung\u201c von LNG, das &#8222;aus Russland stammt oder aus Russland ausgef\u00fchrt wird\u201c. Griechenland, mit Sitz der gr\u00f6\u00dften Handelsflotte der Welt, <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/17\/sanktionspaket-russland-griechenland-lng\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>will den Sanktionstext \u00e4ndern lassen<\/strong><\/a>, damit der Transport von russischem LNG auch nach dem Inkrafttreten neuer Strafen gegen den Kreml weiterlaufen kann.<\/p>\n<p>Die wichtigste Nutznie\u00dferin w\u00e4re Dynagas, ein auf Transporte bei Minusgraden spezialisiertes Unternehmen im Besitz des griechischen Milliard\u00e4rs George Prokopiou. Dynagas und eine Tochterfirma haben elf Schiffe, darunter sieben arktistaugliche Eisbrecher, f\u00fcr Russlands gr\u00f6\u00dftes Gasprojekt Yamal LNG gechartert.<\/p>\n<p>Die griechische Regierung und Dynagas warnen, ein Transport-Verbot f\u00fcr russisches LNG schade der europ\u00e4ischen Schifffahrts- und Dienstleistungsbranche, koste Jobs, st\u00e4rke ausl\u00e4ndische Konkurrenten und schw\u00e4che am Ende Moskaus Kriegskasse nicht ausreichend.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Streit anh\u00e4lt, zeigt Euronews drei m\u00f6gliche Wege aus der Blockade.<\/p>\n<p>Option 1: Druck erh\u00f6hen, bis das Veto f\u00e4llt<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4rgerung der \u00fcbrigen EU-Staaten \u00fcber Griechenland ist deutlich sp\u00fcrbar. Viele sind fassungslos, dass Athen pl\u00f6tzlich einen Beschluss wieder aufrollen will, der im Oktober einstimmig gebilligt wurde und mit dem aktuellen Sanktionspaket nichts zu tun hat.<\/p>\n<p>Diplomaten f\u00fcrchten, eine erneute \u00c4nderung des Textes k\u00f6nnte einen gef\u00e4hrlichen Pr\u00e4zedenzfall schaffen. Weitere Sonderw\u00fcnsche w\u00e4ren dann kaum zu verhindern, die Sanktionen w\u00fcrden von innen heraus ausgeh\u00f6hlt.<\/p>\n<p>Auch die EU-Kommission, die das LNG-Verbot vergangenes Jahr als <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/09\/19\/wir-mussen-wirklich-handeln-eu-bricht-tabu-mit-ersten-sanktionen-gegen-russisches-lng\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>wichtigen Schritt<\/strong><\/a> im Druck auf Moskau gefeiert hatte, bleibt hart.<\/p>\n<p>&#8222;Das Verbot gilt und bleibt in Kraft\u201c, sagte ein Kommissionssprecher am Montag.<\/p>\n<p>Die von der EU bevorzugte Linie lautet daher: standhalten, bis Athen nachgibt und sein Veto zur\u00fcckzieht. Es w\u00e4re nicht das erste Mal, dass ein Mitgliedstaat sich zunehmend isoliert f\u00fchlt und schlie\u00dflich <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/03\/14\/ungarn-lasst-veto-fallen-ja-zur-verlangerung-der-eu-sanktionen-gegen-russische-unternehmen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>einsieht<\/strong><\/a>, dass sich ein Alleingang nicht lohnt.<\/p>\n<p>Um den Weg f\u00fcr einen Ausweg zu ebnen, bereitet die Kommission eine wirtschaftliche Analyse vor. Sie soll die Argumente aus Griechenland entkr\u00e4ften und belegen, dass ein Verbot des LNG-Transports Russlands Kriegswirtschaft tats\u00e4chlich schw\u00e4cht.<\/p>\n<p>Option 2: LNG-Verbot kurz verschieben<\/p>\n<p>H\u00e4lt Griechenland dennoch an seiner Position fest, d\u00fcrften die Mitgliedstaaten einen Kompromiss anbieten \u2013 so wie in fr\u00fcheren F\u00e4llen, in denen sich Blockaden als un\u00fcberwindbar erwiesen.<\/p>\n<p>Nach derzeitiger Lage soll das Verbot f\u00fcr Einfuhren und Transporte von russischem LNG am 1. Januar 2027 voll greifen. Als Mittelweg k\u00f6nnten die L\u00e4nder vereinbaren, den Start des Transportverbots kurz hinauszuschieben, das Einfuhrverbot aber unangetastet zu lassen.<\/p>\n<p>Die Einfuhr ist der Kernpunkt, denn sie bringt Moskau direkt Geld ein: EU-K\u00e4ufe aus Yamal beliefen sich im ersten Halbjahr dieses Jahres auf fast sechs Milliarden Euro. Die 136 Lieferungen und 9,97 Millionen Tonnen waren ein Rekordwert f\u00fcr diesen Zeitraum.<\/p>\n<p>Eine kurze Verz\u00f6gerung g\u00e4be Dynagas mehr Zeit, sich auf den Ausstieg vorzubereiten. Griechenland k\u00f6nnte zugleich sein Gesicht wahren, das Veto zur\u00fcckziehen und das neue Sanktionspaket mittragen.<\/p>\n<p>In der Praxis w\u00fcrde diese L\u00f6sung das Problem allerdings nur vertagen. Br\u00fcssel k\u00f6nnte bald wieder vor demselben Dilemma stehen.<\/p>\n<p>&#8222;Viele Sympathiepunkte sammelt Griechenland derzeit nicht&#8220;, sagte ein ranghoher Diplomat in Br\u00fcssel.<\/p>\n<p>Option 3: Ausnahme f\u00fcr den Transport<\/p>\n<p>Am umstrittensten w\u00e4re es, den Sanktionsstext zu \u00e4ndern und die Passage zu streichen, die den Transport von russischem LNG untersagt.<\/p>\n<p>Genau das w\u00fcrde Athen bevorzugen: eine ma\u00dfgeschneiderte Ausnahme, die den Transport f\u00fcr Nicht-EU-Kunden dauerhaft zul\u00e4sst. Wahrscheinlichste Zielregion w\u00e4re Asien.<\/p>\n<p>Nach eigenen Angaben stellt Dyangas LNG-Tanker bereit, die die <a href=\"http:\/\/www.dynagas.com\/?page=north\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"><strong>N\u00f6rdliche Seeroute<\/strong> <\/a> befahren k\u00f6nnen. Sie f\u00fchrt \u00fcber die Arktis und durch die Beringstra\u00dfe nach Japan und China. Diese Route ist deutlich k\u00fcrzer als die sichere Verbindung \u00fcber Mittelmeer, Suezkanal und Indischen Ozean.<\/p>\n<p>Doch Ausnahmen haben Br\u00fcssel bereits mehrfach Probleme bereitet.<\/p>\n<p>2022 erhielten Ungarn und die Slowakei eine zeitlich offene Klausel, mit der sie weiterhin russisches Roh\u00f6l \u00fcber die Druschba-Pipeline kaufen d\u00fcrfen. Damit entstand ein gro\u00dfes Schlupfloch in einem ansonsten strengen \u00d6l-Embargo. Die Regelung gilt noch heute und stand <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/04\/21\/druschba-pipeline-ungarn-orban-ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>im Zentrum<\/strong><\/a> eines umstrittenen Vetos zu Beginn dieses Jahres.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist der Preisdeckel f\u00fcr russisches \u00d6l auf dem Seeweg. Er erlaubt EU-Staaten wie Griechenland, Tankschiffe zu versichern und zu betreuen, solange sie die Preisgrenze einhalten. Ein Preisdeckel f\u00fcr russisches LNG gilt dagegen als kaum praktikabel, weil der EU daf\u00fcr die weltweite Marktmacht fehlt.<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt, warum Mitgliedstaaten und Kommission den Text \u00e4u\u00dferst ungern \u00e4ndern wollen und damit ein weiteres Energiesanktionsinstrument schw\u00e4chen w\u00fcrden. Auch die Ukraine ist besorgt, welches Signal eine solche Ausnahme senden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&#8222;Manchmal vergessen Menschen auf der Suche nach Profit den Preis, den das ukrainische Volk jeden Tag zahlt\u201c, sagte Vladyslav Vlasiuk, der Sanktionsbeauftragte des ukrainischen Pr\u00e4sidenten. &#8222;Eine Erinnerung, w\u00e4hrend die Beratungen \u00fcber das 21. Sanktionspaket der EU weitergehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Griechenland blockiert das neue Paket von EU-Sanktionen gegen Russland. 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