{"id":1183069,"date":"2026-07-21T18:26:19","date_gmt":"2026-07-21T18:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1183069\/"},"modified":"2026-07-21T18:26:19","modified_gmt":"2026-07-21T18:26:19","slug":"ebola-quarantaenelager-in-betrieb-kenia-ignoriert-eigene-justiz-und-beugt-sich-washingtons-wuenschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1183069\/","title":{"rendered":"Ebola-Quarant\u00e4nelager in Betrieb: Kenia ignoriert eigene Justiz und beugt sich Washingtons W\u00fcnschen"},"content":{"rendered":"<p>Ebola-Quarant\u00e4nelager in BetriebKenia ignoriert eigene Justiz und beugt sich Washingtons W\u00fcnschen21.07.2026, 19:13 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Simone-Schlindwein-article24532472.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Sim-IZO7016-2.webp\" alt=\"Sim-IZO7016-2\"\/>Von Simone Schlindwein<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:31 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/A-satellite-image-shows-tents-erected-at-the-U-S-backed-Ebola-quarantine-facility-at-Laikipia-Air-Ba.webp\" alt=\"A-satellite-image-shows-tents-erected-at-the-U-S-backed-Ebola-quarantine-facility-at-Laikipia-Air-Base-in-Laikipia-County-Kenya-June-22-2026-Pleiades-CNES-2026-Distribution-Airbus-DS-Handout-via-REUTERS-THIS-IMAGE-HAS-BEEN-SUPPLIED-BY-A-THIRD-PARTY-NO-RESALES-NO-ARCHIVES-MANDATORY-CREDIT\"\/>Einfach weitergebaut: der Luftwaffenst\u00fctzpunkt in Laikipia. (Foto: via REUTERS)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Um die US-Bev\u00f6lkerung vor Ebola zu sch\u00fctzen, sollen US-B\u00fcrger in Kenia behandelt oder isoliert werden, bevor sie nach Hause d\u00fcrfen. Dagegen gingen die Kenianer auf die Stra\u00dfe und vor Gericht. Die US-Regierung widersetzt sich den Anweisungen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">17 gro\u00dfe, wei\u00dfe Zelte und drei Fahrzeuge sind auf den Satellitenbildern zu erkennen. Sie stehen in Reih und Glied auf einem abgegrenzten Areal innerhalb des abgesicherten Bereichs von Kenias Luftwaffenst\u00fctzpunkt in Laikipia, rund 200 Kilometer n\u00f6rdlich von Kenias Hauptstadt Nairobi.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Seit vergangenem Freitag sind in diesen Zelten sieben US-amerikanische \u00c4rzte untergebracht, die zuvor im Ebola-Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz waren. &#8222;Sieben Mitarbeiter des amerikanischen Katastrophenhilfeteams von Samaritan&#8217;s Purse befinden sich im Isolationszentrum in Kenia&#8220;, best\u00e4tigt das am Sonntag Franklin Graham, Vorsitzender des US-amerikanischen Hilfswerks, in einer E-Mail an ntv.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">\u00dcber 700 US-B\u00fcrger sind derzeit in verschiedenen Funktionen im Kongo im Einsatz, um den dortigen Ebola-Ausbruch einzud\u00e4mmen, der mittlerweile fast 1000 Todesopfer gefordert hat. \u00dcber 2000 Menschen sind laut offiziellen Angaben positiv auf die t\u00f6dliche Fieberkrankheit getestet worden. Die Dunkelziffer ist wom\u00f6glich doppelt oder dreifach so hoch, hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO j\u00fcngst erkl\u00e4rt, denn einige D\u00f6rfer im Dschungel inmitten des Kriegsgebiets seien nach wie vor nicht zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Vergangene Woche verk\u00fcndete die US-Regierung neue Reise-Restriktionen f\u00fcr US-Staatsb\u00fcrger, welche die DR Kongo, Uganda oder S\u00fcdsudan bereist haben &#8211; also jene L\u00e4nder, in welchen Ebola best\u00e4tigt oder vermutet wird. Laut diesen m\u00fcssen sich alle US-B\u00fcrger zun\u00e4chst 21 Tage in einem anderen Land au\u00dferhalb des Ebola-Gebietes in Quarant\u00e4ne begeben, bevor sie ein Flugzeug in die USA besteigen d\u00fcrfen. &#8222;Wir k\u00f6nnen und werden es nicht zulassen, dass F\u00e4lle von Ebola in die Vereinigten Staaten gelangen&#8220;, hatte US-Au\u00dfenminister Marco Rubio diese Ma\u00dfnahmen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Im Mai war ein US-amerikanischer Arzt, der im Kongo in einem Krankenhaus arbeitete und sich dort mit Ebola ansteckte, mit einem US-Milit\u00e4rflug nach Berlin in die Charit\u00e9 gebracht worden, um ihn dort zu behandeln. Ein weiterer infizierter US-B\u00fcrger wurde vergangene Woche nach Frankfurt ausgeflogen, um ihn zu versorgen. Die USA hatten Deutschland darum gebeten. Jetzt soll Kenia das Aufnahmeland werden, so die Idee von US-Pr\u00e4sident Donald Trump.<\/p>\n<p>Massenproteste und Gerichtsverfahren<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr diesen Zweck hatte die US-Regierung geplant, in Kenia f\u00fcr 13 Millionen US-Dollar ein Quarant\u00e4ne-Zentrum mit 50 Betten und ein hochmodernes Ebola-Behandlungszentrum zu errichten. Dort sollen exklusiv US-amerikanische Staatsb\u00fcrger behandelt werden, falls sie sich anstecken sollten. Ebenso sollen sich dort US-B\u00fcrger in Quarant\u00e4ne begeben, bevor sie ihre Heimreise in die Vereinigten Staaten antreten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dagegen gingen im Juni die Kenianer massenweise auf die Stra\u00dfen. Die tagelangen Proteste in Laikipia und Nairobi wurden brutal niedergeschlagen. Zwei junge M\u00e4nner wurden erschossen. Das kenianische Menschenrechtsinstitut Katiba hat daraufhin gegen die US-Einrichtung ein Eilverfahren angestrengt. &#8222;Das Gericht wird entscheiden, ob die Exekutive die \u00d6ffentlichkeit derart erheblichen Risiken aussetzen darf, ohne verfassungsrechtliche Schutzvorkehrungen einzuhalten&#8220;, so Katiba-Direktorin Nora Mbagathi.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Demonstrators-gather-along-a-street-in-a-protest-against-a-U-S-backed-Ebola-quarantine-plan-to-establish-a-50-bed-facility-at-a-Kenyan-air-force-base-intended-to-host-Americans-exposed-to-Ebola-in-Nanyuki-town-Laikipia-County-Kenya-June-9-2026\"\/>Wegen der Einrichtung mit rund 50 Betten kam es Anfang Juni zu Ausschreitungen. (Foto: REUTERS)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Kenias \u00c4rzteverband schloss sich der Klage an. Kenia liegt mehr als 1.200 Kilometer vom Epizentrum im Kongo entfernt, das Risiko f\u00fcr Kenia wird von der WHO dennoch als &#8222;hoch&#8220; eingestuft. Bislang werden noch keine F\u00e4lle gemeldet. Das soll auch so bleiben: &#8222;Wenn es f\u00fcr Amerika zu gef\u00e4hrlich ist, ist es auch f\u00fcr Kenia zu gef\u00e4hrlich&#8220;, so Davji Bhimji Atellah, Generalsekret\u00e4r der Gewerkschaft der kenianischen \u00c4rzte, Apotheker und Zahn\u00e4rzte (KMPDU).<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Kenias Verfassungsgericht gab dieser Klage statt und stoppte unverz\u00fcglich den Bau der Einrichtung. Das Gericht hat Ende Juni sogar Gesundheitsminister Aden Bare Duale einbestellt und ihn ausdr\u00fccklich davor gewarnt, den Bau der Einrichtung weiter voranzutreiben. Dennoch landeten auf dem Luftwaffenst\u00fctzpunkt in den vergangenen Wochen weiter US-Maschinen, um Material auszuladen. Auf Satellitenbildern ist klar zu erkennen: Es wird einfach weitergebaut.<\/p>\n<p>Missachtete Anordnung<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Ich habe das Okay gegeben&#8220;, erkl\u00e4rte Kenias Pr\u00e4sident William Ruto und missachtet demnach die Anordnungen seines eigenen Verfassungsgerichts. Ganz offiziell best\u00e4tigt zudem die US-amerikanische Hilfsorganisation, dass ihre Mitarbeiter nun dort in den wei\u00dfen Zelten untergebracht sind. &#8222;Keiner von ihnen zeigt Symptome, dennoch wurden sie von der kenianischen Regierung f\u00fcr 21 Tage unter Quarant\u00e4ne gestellt&#8220;, so Graham von Samaritan&#8217;s Purse in seiner E-Mail: Sie w\u00fcrden auf Feldbetten schlafen und vom US-Milit\u00e4r verpflegt, best\u00e4tigt er.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Als &#8222;absoluten Skandal&#8220; bezeichnet das Katiba-Institut die Unterbringung der amerikanischen \u00c4rzte. Diese stelle eine &#8222;eklatante und gef\u00e4hrliche Missachtung der geltenden Anordnungen des Obersten Gerichtshofs dar.&#8220; Katiba stellt in seiner Erkl\u00e4rung zudem klar: &#8222;Jeder kenianische Regierungsbeamte, der diesen eklatanten Versto\u00df gegen die gerichtlichen Anordnungen genehmigt, erm\u00f6glicht oder ignoriert hat, hat seinen Amtseid gebrochen und das Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit zutiefst missbraucht.&#8220; <\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ebola-Quarant\u00e4nelager in BetriebKenia ignoriert eigene Justiz und beugt sich Washingtons W\u00fcnschen21.07.2026, 19:13 Uhr Von Simone Schlindwein Artikel anh\u00f6ren(06:31&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1183070,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[71799,106243,13,23158,14,15,16,12,10,8,9,11,50580,64,103,104],"class_list":["post-1183069","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-demokratische-republik-kongo","tag-ebola","tag-headlines","tag-kenia","tag-nachrichten","tag-news","tag-politik","tag-schlagzeilen","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-uganda","tag-usa","tag-welt","tag-world"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116959379284644932","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1183069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1183069"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1183069\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1183070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1183069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1183069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1183069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}