{"id":1183188,"date":"2026-07-21T19:39:18","date_gmt":"2026-07-21T19:39:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1183188\/"},"modified":"2026-07-21T19:39:18","modified_gmt":"2026-07-21T19:39:18","slug":"aliyev-in-berlin-energie-und-handelsbeziehungen-mit-deutschland-vertiefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1183188\/","title":{"rendered":"Aliyev in Berlin: Energie- und Handelsbeziehungen mit Deutschland vertiefen"},"content":{"rendered":"<p>Aserbaidschans Pr\u00e4sident Ilham Aliyev ist am Dienstag zu seinem ersten Staatsbesuch in Deutschland in Berlin eingetroffen. Im Mittelpunkt stehen die Energiesicherheit und die Handelsroute des Mittleren Korridors. Europa will seine Abh\u00e4ngigkeit von russischen fossilen Brennstoffen weiter verringern.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Aliyev traf Bundeskanzler Friedrich Merz zu bilateralen Gespr\u00e4chen. Anschlie\u00dfend kam es zu einem gr\u00f6\u00dferen Treffen mit Kabinettsmitgliedern.<\/p>\n<p>Beide Seiten unterzeichneten eine gemeinsame Erkl\u00e4rung zu einer strategischen Partnerschaft sowie mehrere Abkommen zu Energie, Verkehr, Infrastruktur, Handel und Investitionen sowie Wissenschaft und Technologie. Deutschland ist nach Italien das zweite europ\u00e4ische Land, das ein solches Abkommen mit Aserbaidschan schlie\u00dft. Parallel zu den Gespr\u00e4chen tagte ein gemeinsames Wirtschaftsforum.<\/p>\n<p>\u201eIch m\u00f6chte Pr\u00e4sident Ilham Aliyev meinen Dank aussprechen\u201c, sagte Merz. \u201eSie er\u00f6ffnen uns die M\u00f6glichkeit, gr\u00f6\u00dfere Gasmengen aus Aserbaidschan zu beziehen. Dieses Thema findet sich auch in der Gemeinsamen Erkl\u00e4rung wieder, die wir heute unterzeichnet haben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAserbaidschan kann das ben\u00f6tigte \u00d6lvolumen liefern\u201c, sagte Aliyev. \u201eDas l\u00e4sst sich sowohl \u00fcber heimische Quellen als auch \u00fcber die Handelsabteilung von SOCAR abdecken.\u201c<\/p>\n<p>Deutschland geh\u00f6rt inzwischen zu den neuen Gaskunden Bakus. Seit 2024 flie\u00dft aserbaidschanisches Gas \u00fcber den S\u00fcdlichen Gaskorridor und weitere Leitungen nach Deutschland. Aliyev erwartet, dass die j\u00e4hrlichen Lieferungen bis zum kommenden Jahr auf etwa zwei Milliarden Kubikmeter steigen.<\/p>\n<p>Merz bezeichnete den S\u00fcdlichen Gaskorridor als verl\u00e4ssliche Versorgungsroute. Deutschland wolle mit Aserbaidschan eine langfristige Partnerschaft aufbauen.<\/p>\n<p>Aserbaidschan liefert derzeit rund zw\u00f6lf Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Europa. Zu den wichtigsten Abnehmern z\u00e4hlen Italien, Griechenland, Bulgarien und Ungarn.<\/p>\n<p>\u201eAserbaidschan ist bereit, die Energieexporte nach Deutschland und andere EU-Staaten zu erh\u00f6hen, da die russische Energieinfrastruktur durch den Krieg in der Ukraine weiter Schaden nimmt\u201c, sagte Aliyev.<\/p>\n<p>Die Entscheidung Berlins, sich nach dem russischen Gro\u00dfangriff auf die Ukraine Anfang 2022 von russischer Energie zu l\u00f6sen, hat den strategischen Wert des S\u00fcdlichen Gaskorridors f\u00fcr EU-Staaten deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Auch der Mittlere Korridor, der China \u00fcber Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die T\u00fcrkei mit Europa verbindet, spielte eine zentrale Rolle. Aliyev betonte, Aserbaidschan habe massiv in den Ausbau des Hafens Alat am Kaspischen Meer investiert. Das Frachtaufkommen auf dieser Route sei deutlich gestiegen.<\/p>\n<p>Deutschland als eine der wichtigsten Industrienationen Europas und gro\u00dfer Importeur asiatischer Waren hat ein direktes Interesse daran, die Abh\u00e4ngigkeit von Transitstrecken \u00fcber Russland zu verringern.<\/p>\n<p>Aliyev ging zudem auf den anhaltenden Krieg zwischen Iran und den USA ein. Der Konflikt st\u00f6rt regionale Energie- und Handelsstr\u00f6me und erh\u00f6ht den Stellenwert von Landrouten und Verbindungen \u00fcber das Kaspische Meer als Alternative zur Stra\u00dfe von Hormus.<\/p>\n<p>Er sagte, Aserbaidschan habe w\u00e4hrend des Krieges eine ausgewogene Position bewahrt und sei bereit, jede diplomatische Initiative zur Wiederherstellung der Stabilit\u00e4t zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Merz w\u00fcrdigte im Gegenzug den Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan. Er sprach sich f\u00fcr eine dauerhafte L\u00f6sung aus und rief beide Seiten auf, das Friedensabkommen zu finalisieren.<\/p>\n<p>Aserbaidschan: verl\u00e4sslicher Partner f\u00fcr Europa<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Orkhan Yolchuyev, Direktor und Mitgr\u00fcnder des Analysezentrums CASPIA in Baku, liegt die Bedeutung des Besuchs in der breiten Palette an Bereichen, die die neue strategische Agenda umfasst.<\/p>\n<p>\u201eErstmals werden auf so hoher Ebene auch Themen wie Gr\u00fcne Energie, kohlenstoffarmer Wasserstoff, digitale Transformation, industrielle Modernisierung, Verkehrsanbindungen und Innovation in die bilaterale Zusammenarbeit einbezogen\u201c, sagte Yolchuyev.<\/p>\n<p>\u201eDeutschland sieht Aserbaidschan zunehmend nicht nur als Energie-Lieferant, sondern auch als Partner f\u00fcr neue Industrie- und Logistikprojekte, die Europa, den S\u00fcdkaukasus und Zentralasien verbinden.\u201c<\/p>\n<p>Yolchuyev zufolge kann der neu geschaffene Wirtschaftsrat helfen, politische Vereinbarungen in konkrete Projekte zu \u00fcberf\u00fchren. Die Einbindung von Bildung, Wissenschaft und kulturellem Austausch gebe der Partnerschaft zudem ein breiteres Fundament.<\/p>\n<p>Shahin Ismayilov, Mitglied des aserbaidschanischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses f\u00fcr Jugend und Sport, betonte, die in Berlin erzielten Vereinbarungen k\u00f6nnten die Kooperation in den Bereichen Energie, Handel, Verkehr und Investitionen vertiefen.<\/p>\n<p>\u201eDer Besuch von Pr\u00e4sident Ilham Aliyev in Deutschland markiert einen wichtigen Schritt zur weiteren St\u00e4rkung der strategischen Partnerschaft zwischen Aserbaidschan und Deutschland\u201c, sagte er gegen\u00fcber Euronews.<\/p>\n<p>\u201eAserbaidschan bleibt ein verl\u00e4sslicher Partner f\u00fcr Europa, insbesondere bei der Sicherung stabiler Energieversorgung und beim Ausbau der Initiative Mittlerer Korridor.\u201c<\/p>\n<p>Aliyev sprach die bilaterale Zusammenarbeit beider L\u00e4nder sp\u00e4ter am Dienstag auch in einem Vier-Augen-Gespr\u00e4ch mit Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier an.<\/p>\n<p>Steinmeier, fr\u00fcherer Au\u00dfenminister Deutschlands, bezeichnete Aserbaidschan und Deutschland als \u201eInseln der Stabilit\u00e4t\u201c inmitten anhaltender globaler Konflikte und weiterer Herausforderungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aserbaidschans Pr\u00e4sident Ilham Aliyev ist am Dienstag zu seinem ersten Staatsbesuch in Deutschland in Berlin eingetroffen. 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