{"id":1183555,"date":"2026-07-21T23:32:22","date_gmt":"2026-07-21T23:32:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1183555\/"},"modified":"2026-07-21T23:32:22","modified_gmt":"2026-07-21T23:32:22","slug":"frankreich-die-not-der-weinbauern-nach-den-waldbraenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1183555\/","title":{"rendered":"Frankreich: Die Not der Weinbauern nach den Waldbr\u00e4nden"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/waldbrand-frankreich-140.jpg\" alt=\"Ein Waldbrand w\u00fctet auf einem H\u00fcgel im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Departement H\u00e9raul\" title=\"Ein Waldbrand w\u00fctet auf einem H\u00fcgel im s\u00fcdfranz\u00f6sischen Departement H\u00e9raul | Gabriel Bouys\/AFP\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 22.07.2026 \u2022 00:38 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Seit Wochen w\u00fcten in S\u00fcdfrankreich massive Waldbr\u00e4nde. Eine Region, die es hart getroffen hat, sind die Pyr\u00e9n\u00e9es-Orientales &#8211; dort fielen den Flammen auch zahlreiche Weinh\u00e4nge zum Opfer. Die Winzer stehen vor dem Nichts.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinter der Bergkuppe ist pl\u00f6tzlich alles braun und schwarz. Auch der Boden. Das Feuer hat buchst\u00e4blich verbrannte Erde hinterlassen. 5.000 Hektar Wald und Weinst\u00f6cke sind dahin. Die Heimat und die Lebensgrundlage von Menschen wie Jean-Louis Salies.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 78-j\u00e4hrige Weinbauer steht vor seinem Haus ganz oben im 50 Einwohner z\u00e4hlenden D\u00f6rfchen Tarerach &#8211; ein warmer, fester H\u00e4ndedruck, ein freundlicher, aber rief trauriger Blick. Salies geht voraus in die dunkle K\u00fcche. Hier h\u00e4ngt der Kummer schwer in der Luft. &#8222;Als ich nach der Evakuierung zur\u00fcckgekommen bin, habe ich geweint. Und heute Morgen, als ich mich endlich \u00fcberwunden habe, meine Weinh\u00e4nge abzufahren, da haben es die Tr\u00e4nen auch wieder leicht gehabt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von 45 Hektar sind ihm nur acht geblieben. Seit dreihundert Jahren ist seine Familie hier verwurzelt. Salies ringt um die Worte, schluckt schwer. &#8222;Wir haben den Weinanbau in unserem Herzen, im Bauch, im Kopf. Das ist unsere Leidenschaft. Man muss diesen Beruf schon sehr lieben, um jetzt nicht alles hinzuschmei\u00dfen.&#8220;<\/p>\n<p>    Leichtes Spiel f\u00fcr Waldbr\u00e4nde<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Feuer hatte hier Mitte Juli leichtes Spiel. Eine Luftfeuchtigkeit von nur 8 Prozent, Temperaturen von 43 Grad und starker Wind. Die Pflanzen waren wie Benzin f\u00fcr das Feuer, so trocken waren sie. Und was auff\u00e4llt, sind diese Schneisen, wo die Flammen nicht hingekommen sind. Wo es jetzt nicht schwarz verbrannt ist, sondern braun. Da hat einfach die enorme Hitze des Brandes alle Feuchtigkeit in den Pflanzen verdampfen lassen. Als h\u00e4tte man einen riesigen Haartrockner \u00fcber die Weinh\u00e4nge gest\u00fclpt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Salies hat nicht die Kraft, noch einmal mit in die Weinh\u00e4nge zu fahren, daf\u00fcr ist Alain Fabre zur Stelle. Der 55-j\u00e4hrige Winzer &#8211; rundes Gesicht, wettergegerbte Haut &#8211; ist gleichzeitig auch B\u00fcrgermeister des kleinen Ortes. Total verbannt, sagt Fabre und zerbr\u00f6selt die braunen Weinbl\u00e4tter zwischen den kr\u00e4ftigen Fingern. &#8222;Da kommt nichts mehr.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Rebe daneben schafft es vielleicht nochmal. Vielleicht. Wenn 50 Prozent eines Weinbergs kaputt sind, helfe nur noch rausrei\u00dfen und neu pflanzen. Doch bis zu einer neuen Ente dauert es dann mindestens f\u00fcnf Jahre. Wie k\u00f6nnte man diese Region besser vor Feuern sch\u00fctzen?<\/p>\n<p>    R\u00fcckgang des Weinanbaus<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Fr\u00fcher haben wir immer im Winter das Unkraut zwischen den Rebzeilen abgefackelt, jetzt d\u00fcrfen wir das nicht mehr. Vorschrift. Die Gr\u00fcnen wollen die Libellen, die Eidechsen und wei\u00df ich nicht alles sch\u00fctzen&#8220;, sagt er. Wo mehr Unkraut stehen bleibt, hat das Feuer auch mehr Z\u00fcndholz. Hinzukommt, dass der massive Einbruch des Weinkonsums zu einem R\u00fcckgang des Weinanbaus gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei ist ein Weinberg eigentlich ein guter Feuerwall. &#8222;Wenn wir mehr Bauern hier h\u00e4tten, w\u00e4re der Schaden nicht so gro\u00df. Alles w\u00fcrde besser in Schuss gehalten, es g\u00e4be weniger Gestr\u00fcpp, das die Flammen 10 Meter hochschlagen l\u00e4sst. Das Feuer w\u00e4re einfacher zu stoppen&#8220;, sagt Fabre.<\/p>\n<p>    EU zahlt Pr\u00e4mien gegen Wein\u00fcberschuss<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch in der Region haben viele Bauern ihre Weinh\u00e4nge vernichtet, die EU zahlt daf\u00fcr Pr\u00e4mien, um den Wein\u00fcberschuss zu reduzieren. Fabre w\u00fcnscht sich Wasserr\u00fcckhaltebecken: Im Winter Regen auffangen, im Sommer die Pflanzen w\u00e4ssern, damit sie die Hitze und m\u00f6gliche Feuer besser \u00fcberstehen. Doch auch um die Becken gibt es politischen Streit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alain Fabre l\u00e4sst den Blick zum Dorf schweifen. Tarerach wurde verschont. Hier wurde er geboren, hier will er bleiben. &#8222;Mein Sohn will das Weingut eigentlich \u00fcbernehmen. Aber jetzt fragen wir uns, was wir machen. Ist das \u00fcberhaupt rentabel? Ich bin zwar versichert, aber wenn das nicht alles abdeckt, wir keine Hilfen von der Regierung oder von der EU bekommen?&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hilflos f\u00fchlen sie sich in Tarerach. Die Winzer wissen nicht, wie es weitergeht. Nur eines scheint gewiss: Auch der n\u00e4chste Sommer wird hei\u00df und trocken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.07.2026 \u2022 00:38 Uhr Seit Wochen w\u00fcten in S\u00fcdfrankreich massive Waldbr\u00e4nde. 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