{"id":118381,"date":"2025-05-17T18:27:14","date_gmt":"2025-05-17T18:27:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/118381\/"},"modified":"2025-05-17T18:27:14","modified_gmt":"2025-05-17T18:27:14","slug":"warum-sich-vinfast-aus-deutschland-zurueckgezogen-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/118381\/","title":{"rendered":"Warum sich VinFast aus Deutschland zur\u00fcckgezogen hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 17.05.2025 18:51 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der vietnamesische Autobauer VinFast wollte mit eigenen Showrooms Tesla und BYD Konkurrenz machen. Doch die Expansion in ausl\u00e4ndische M\u00e4rkte ist teuer &#8211; und bringt bislang nicht den erhofften Erfolg.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/jennifer-johnston-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jennifer Johnston\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/jennifer-johnston-106.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVinFast ist Vietnams Antwort auf den amerikanische E-Autobauer Tesla und den chinesischen Elektro-Konkurrenten BYD. Von Vietnam aus will das b\u00f6rsennotierte Unternehmen die Welt erobern. Auch in Deutschland gab es bereits sechs schicke Showrooms &#8211; von Berlin bis Oberhausen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch statt E-Auto-Verkauf sind Showrooms geschlossen, 90 Prozent der Belegschaft wurde Anfang des Monats gek\u00fcndigt. Die E-Autos sollen in Europa in Zukunft nur noch \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler verkauft werden. Zu den Gr\u00fcnden teilt das Unternehmen schriftlich mit: &#8222;Die anhaltende Unsicherheit macht es unm\u00f6glich, weiterzumachen &#8211; das Direktvertriebsmodell funktioniert nicht mehr.&#8220; Das Ziel sei nun \u00fcber Zwischenh\u00e4ndler &#8222;den Kundensupport zu verbessern, die Servicekapazit\u00e4ten zu erweitern und das Unternehmen f\u00fcr langfristigen Erfolg auf dem europ\u00e4ischen Markt zu positionieren.&#8220; \u00a0<\/p>\n<p>    Rund drei Milliarden Euro Verlust<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Automobilexpertin Beatrix Keim ist da skeptisch. Sie hat viele Jahre im Automobilbereich in China gearbeitet und ist heute Direktorin des Center Automotive Research. &#8222;Man kann da noch ein bisschen hoffen. Aber ich glaube, hier ist man zu ambitioniert an das Gesch\u00e4ft herangegangen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit gro\u00dfen Investitionen in neue M\u00e4rkte, der Entwicklung neuer Modelle und dem Bau neuer Fabriken scheint sich VinFast \u00fcbernommen zu haben. Die Absatzzahlen und der Umsatz sind 2024 zwar enorm gestiegen. Doch gleichzeitig schrieb das Unternehmen einen Nettoverlust von fast drei Milliarden Euro.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas sei f\u00fcr ein so junges Unternehmen wie Vinfast normal, sagt Automobilexpertin Beatrix Keim: &#8222;Da braucht es eben eine gewisse Zeit, bis man den Break-Even-Point erreicht hat, also Profite machen kann. Allerdings sind das hier Milliarden, das ist schon eine ganze Masse, selbst wenn der Besitzer sehr, sehr tiefe Taschen hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Vinfast-Manager Trinh Van Ngan\n                    <\/p>\n<p>    Autogesch\u00e4ft wird querfinanziert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHinter VinFast steckt Pham Nhat Vuong. Er gilt als reichster Mann Vietnams und besitzt die Vingroup, das gr\u00f6\u00dfte private Unternehmen Vietnams. Der Mischkonzern baut Immobilien, betreibt Schulen, Hotels, Krankenh\u00e4user, Freizeitparks. Die Gewinne aus diesen Gesch\u00e4ften flie\u00dfen in den Aufbau des E-Autobauers.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVinFast wurde 2017 gegr\u00fcndet und setzt seit 2021 ganz auf E-Autos. Immer wieder pumpt der Chef Pham Nhat Vuong Milliarden nach. Der Autobauer gilt als wichtiges Prestige-Projekt. Doch die Frage ist, wie lange kann die Vingroup das Gesch\u00e4ft querfinanzieren. Die finanzielle Lage des Mutterkonzerns wird von Analysten zunehmend kritisch gesehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDarauf antwortet VinFast-Manager Trinh Van Ngan: &#8222;VinFast ist noch klein, hier geht es noch nicht darum Geld zu machen. Es ist eine nationale Marke. Und wir wollen eine globale Marke werden. Nur wenige L\u00e4nder in der Welt k\u00f6nnen ihre eigenen Autos herstellen, wie VinFast es jetzt macht. Das bedeutet Nationalstolz.&#8220;<\/p>\n<p>    US-Z\u00f6lle bereiten Probleme<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDen sp\u00fcrt man auch auf der Stra\u00dfe. Bui Duc Tu f\u00e4hrt ein VinFast Auto, weil E-Autos die Umwelt weniger verschmutzen, aber vor allem aus Patriotismus. &#8222;Weil ich Vietnamese bin, m\u00f6chte ich in Vietnam hergestellte Produkte unterst\u00fctzen.&#8220; Auf dem Heimatmarkt ist VinFast bereits die f\u00fchrende Marke. In die Zukunft geschaut, m\u00f6chte das Unternehmen mal zu den f\u00fcnf Top-Automarken der Welt geh\u00f6ren.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch nicht nur der europ\u00e4ische Markt scheint f\u00fcr VinFast nicht einfach zu sein. Auch die US-Z\u00f6lle k\u00f6nnten dem E-Autobauer zu schaffen machen. Daher k\u00f6nnten sie den Bau einer Fabrik in North Carolina beschleunigen, der derzeit hinterm Zeitplan h\u00e4ngt. So k\u00f6nnten sie die Z\u00f6lle umgehen. Doch noch verkauft VinFast nur einige tausend Autos im Jahr in den USA. R\u00fcckblickend verlief die Markteinf\u00fchrung in Nordamerika im Jahr 2023 alles andere als reibungslos. Sie war von R\u00fcckrufaktionen und negativen Kritiken gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch der B\u00f6rsengang im Jahr 2023 lief nicht wie geplant. Zuerst schoss die Aktie extrem in die H\u00f6he, von rund 20 auf zeitweise etwa 70 Euro. Damit hatte die Aktie eine h\u00f6here Bewertung als zum Beispiel Autoriesen wie Ford, Porsche oder Mercedes-Benz. Dann ging es jedoch stark bergab. Derzeit steht die Aktie bei etwa drei Euro.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n\u00a0<\/p>\n<p>    55 verkaufte Autos in Deutschland<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie US-Z\u00f6lle sind noch ein Grund mehr f\u00fcr den eh schon gehegten Plan, sich erstmal auf die M\u00e4rkte in der Umgebung zu konzentrieren. Besonders auf Indien und Indonesien, sagt VinFast-Manager Trinh Van Ngan. Derzeit laufen die Werke noch nicht bei voller Auslastung, auch wenn die Zahlen steigen. Im vergangenen Jahr hat VinFast knapp 100.000 Autos ausgeliefert, 90 Prozent davon im Heimatmarkt Vietnam.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUm auch international Bekanntheit zu erlangen, m\u00fcsste VinFast mehr in Marketing stecken, sagt Automobilexpertin Keim. Besonders der etablierte deutsche Markt sei nicht einfach f\u00fcr unbekannte Neueinsteiger. In Deutschland hat VinFast in den ersten drei Monaten dieses Jahres gerade mal 55 Autos verkauft. Wenig, aber mehr als im vergangenen Jahr. Erschwerend kommt hinzu, dass Kundinnen und Kunden gerade wegen der wirtschaftlich angespannten Lage generell zur\u00fcckhaltend sind beim Kauf von Neuwagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Gerade wenn die Menschen nicht so viel Geld haben, um sich ein Neufahrzeug zu leisten, werden sie es dann auch nicht tun bei einer Marke, die sie nicht kennen&#8220;, so Keim. VinFast sage vielen Kundinnen und Kunden erstmal nichts, im besten Fall habe es ein neutrales Image, anders als vielleicht Tesla von Elon Musk oder BYD aus China. &#8222;Teilweise besteht da eine gewisse Aversion aufgrund von geopolitischen Auseinandersetzungen, sodass dann vielleicht doch Autos aus Vietnam eher angenommen werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Blick in eine Werkshalle von Vinfast\n                    <\/p>\n<p>    Rund 40.000 Euro f\u00fcr einen VinFast<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPreislich liegt VinFast mit seinen Autos in Deutschland um die 40.000 Euro. G\u00fcnstiger als ein BMW oder Tesla, teurer als die chinesischen Modelle. &#8222;VinFast liegt so im Mittelfeld.\u00a0Aber du musst ja ein\u00a0ziemliches Delta haben zum normalen Preis, dass du dann VinFast nimmst und nicht den kleinsten Volkswagen oder \u00e4hnliches&#8220;, sagt Peter Buerstedde, B\u00fcroleiter von Germany Trade and Invest in Hanoi.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDabei steckt auch in einigen der futuristischen VinFast Autos deutsche Ingenieurskunst, unter anderem von BMW, Siemens und Bosch. In der Produktionshalle zeigt der technische Manager Matthew Lynch auf Kr\u00e4ne und Ger\u00e4te von deutschen Herstellern, wie Schuler oder Demag. Deutsche und europ\u00e4ische Ingenieure wie er waren stark in der ersten Phase von VinFast aktiv. &#8222;Ich denke, weil es in Vietnam weder eine Automobilindustrie noch ein Presswerk mit diesem Standard gab, war es sehr schwierig lokal Personal mit dem Wissen und der Erfahrung zu finden. Mit Hilfe von Leuten aus anderen L\u00e4ndern, die diese Erfahrung mitgebracht haben, hat VinFast stark gelernt seit seinem Start.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit 2022 nutzt das Unternehmen nicht mehr BMW-Plattformen als Basis, sondern hat eigene Designs entwickelt. Mittlerweile w\u00fcrden nur noch er und ein weiterer leitender ausl\u00e4ndischer Kollege in diesem Teil der Produktion arbeiten. Und auch er, so sagt er, k\u00f6nnte bald durch einen vietnamesischen Kollegen ausgetauscht werden. F\u00fcr ihn ein Zeichen, dass sie gute Arbeit geleistet h\u00e4tten. Das aggressive Expansionsprogramm mit neuen Werken in Asien geht jedoch offenbar zulasten der Pr\u00e4senz in Europa.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.05.2025 18:51 Uhr Der vietnamesische Autobauer VinFast wollte mit eigenen Showrooms Tesla und BYD Konkurrenz machen. 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