{"id":1184722,"date":"2026-07-22T11:30:22","date_gmt":"2026-07-22T11:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1184722\/"},"modified":"2026-07-22T11:30:22","modified_gmt":"2026-07-22T11:30:22","slug":"verdacht-auf-cum-cum-geschaefte-ermittler-durchsuchen-deutsche-bank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1184722\/","title":{"rendered":"Verdacht auf Cum-Cum-Gesch\u00e4fte: Ermittler durchsuchen Deutsche Bank"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/deutsche-bank-frankfurt-100.jpg\" alt=\"Das Logo der Deutschen Bank ist auf dem Geb\u00e4ude am Hauptsitz der Bank in Frankfurt am Main zu sehen\" title=\"Das Logo der Deutschen Bank ist auf dem Geb\u00e4ude am Hauptsitz der Bank in Frankfurt am Main zu sehen | Boris Roessler\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 22.07.2026 \u2022 11:55 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Ermittler durchsuchen seit dem Morgen B\u00fcros der Deutschen Bank in Frankfurt: Es geht um m\u00f6glicherweise rechtswidrige Steuergesch\u00e4fte der Postbank. Der Schaden f\u00fcr den Fiskus soll sich auf Hunderte Millionen Euro belaufen, so der Verdacht.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Petra Blum, WDR und Verena von Ondarza, NDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mehrere Dutzend Staatsanw\u00e4lte und Finanzermittler aus D\u00fcsseldorf durchsuchen derzeit die Zentrale von Deutschlands gr\u00f6\u00dftem Kreditinstitut in Frankfurt. Hintergrund sind nach Informationen von WDR, NDR und S\u00fcddeutscher Zeitung (SZ) Ermittlungen zu m\u00f6glicherweise rechtswidrigen Cum-Cum-Gesch\u00e4ften der Postbank. Es geht dabei um Vorg\u00e4nge aus den Jahren 2008 bis 2010.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Postbank in diesem Zeitraum mehr als 350 Millionen Euro Steuern zu wenig durch solche Gesch\u00e4fte gezahlt haben k\u00f6nnte. Zehn ehemalige Verantwortliche des Instituts f\u00fchrt die Staatsanwaltschaft als Beschuldigte. Die Deutsche Bank steht nicht selbst im Mittelpunkt der Aff\u00e4re. Sie hatte die Postbank schrittweise ab 2009 \u00fcbernommen. Der vollst\u00e4ndige Kauf und die anschlie\u00dfende rechtliche Verschmelzung erfolgten im Jahr 2018.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Deutsche Bank gilt als rechtm\u00e4\u00dfige Nachfolgeorganisation. Deshalb wird heute bei der Deutschen Bank durchsucht. Die Deutsche Bank best\u00e4tige auf Anfrage die Ma\u00dfnahme der Staatsanwaltschaft D\u00fcsseldorf. Sie werde als Drittpartei durchsucht und arbeite vollumf\u00e4nglich mit den Beh\u00f6rden zusammen, so ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft D\u00fcsseldorf hat auf eine kurzfristige Anfrage nicht geantwortet.<\/p>\n<p>    Eine Art Scheingesch\u00e4ft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Cum-Cum bedeutet, dass Aktien rund um den Dividendenstichtag gehandelt wurden und der Fiskus im Anschluss eine Steuer nicht einnehmen konnte oder zu viel erstattet hatte. Bei Cum-Cum nutzten die Aktienh\u00e4ndler aus, dass die Besteuerung f\u00fcr Steuerinl\u00e4nder bis 2013 niedriger war als f\u00fcr Steuerausl\u00e4nder. Grob gesagt haben die Akteure bei solchen Gesch\u00e4ften Steuererstattungen erwirkt, die ihnen eigentlich gar nicht zustehen, wenn sie aus einer Art Scheingesch\u00e4ft stammen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Obwohl der Bundesfinanzhof bereits 2015 entschieden hatte, dass Cum-Cum-Gesch\u00e4fte in bestimmter Form nicht rechtens waren, haben die Finanzbeh\u00f6rden bisher nur einen kleinen Teil der Gelder wieder eingetrieben. Die Aufarbeitung der Cum-Cum-Vorg\u00e4nge kommt erst langsam in Gang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">W\u00e4hrend es bei Cum-Ex-Gesch\u00e4ften schon diverse letztinstanzliche Urteile und auch Freiheitsstrafen gegen T\u00e4ter gibt, stehen die Ermittler bei Cum-Cum-Gesch\u00e4ften noch am Anfang. Nicht jede Cum-Cum-Gestaltung ist per se strafbar. In jedem einzelnen Fall muss ermittelt werden, wie genau etwa Absprachen und Vertr\u00e4ge zwischen den beteiligten Banken und Finanzfirmen aussahen. Dabei sollen viele Akteure bei Cum-Cum-Gesch\u00e4ften aktiv gewesen sein. Banken, Versicherungen und sogar Sparkassen und Genossenschaftsbanken sollen daran mitgewirkt haben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der bundesweit gesch\u00e4tzte Schaden aus Cum-Cum-Gesch\u00e4ften insgesamt bel\u00e4uft sich nach Angaben der Bundesregierung auf 7,3 Milliarden Euro. Experten gehen teilweise von deutlich mehr aus. Der Mannheimer Professor f\u00fcr Steuerlehre Christoph Spengel sch\u00e4tzt den m\u00f6glichen Schaden insgesamt sogar auf rund 28 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>    Welche Rolle spielt die Deutsche Bank?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Deutsche Bank selbst galt lange als Randfigur in diesem Skandal. Recherchen von SZ und WDR zeigten aber schon im M\u00e4rz 2026, dass auch die Deutsche Bank selbst wom\u00f6glich im gro\u00dfen Stil bei Cum-Cum-Gesch\u00e4ften mitgewirkt haben k\u00f6nnte. Den Recherchen zufolge geht die Staatsanwaltschaft K\u00f6ln schon seit mehreren Jahren dem Verdacht nach, dass das Geldinstitut mit Deals von 2009 bis 2015 mehr als 600 Millionen Euro kassiert haben k\u00f6nnte, die eigentlich in die Staatskasse geh\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Sprecher der Bank wollte sich auf Anfrage im M\u00e4rz zu Details nicht \u00e4u\u00dfern. Die Bank betonte, dass sie mit den Beh\u00f6rden umfassend kooperiere. Die Staatsanwaltschaft hatte sich auf Anfrage dazu nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.07.2026 \u2022 11:55 Uhr Ermittler durchsuchen seit dem Morgen B\u00fcros der Deutschen Bank in Frankfurt: Es geht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1184723,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[331,332,194582,3364,3307,29,30,13,14,15,45046,12],"class_list":["post-1184722","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-cum-cum","tag-de","tag-deutsche-bank","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-postbank","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116963406811562904","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1184722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1184722"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1184722\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1184723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1184722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1184722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1184722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}