{"id":1185155,"date":"2026-07-22T15:39:20","date_gmt":"2026-07-22T15:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1185155\/"},"modified":"2026-07-22T15:39:20","modified_gmt":"2026-07-22T15:39:20","slug":"eu-will-chatkontrollen-teilweise-wieder-ermoeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1185155\/","title":{"rendered":"EU will &#8222;Chatkontrollen&#8220; teilweise wieder erm\u00f6glichen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/eu-flagge-174.jpg\" alt=\"Die Flagge der Europ\u00e4ischen Union weht im Atrium des Geb\u00e4udes des Europ\u00e4ischen Rates in Br\u00fcssel.\" title=\"Die Flagge der Europ\u00e4ischen Union weht im Atrium des Geb\u00e4udes des Europ\u00e4ischen Rates in Br\u00fcssel. | AP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 22.07.2026 \u2022 17:25 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>In der EU gibt es seit Jahren Streit \u00fcber den Einsatz von sogenannten Chatkontrollen, um Kindesmissbrauch aufzudecken. Nun wurde eine vor\u00fcbergehende L\u00f6sung gefunden. Verschl\u00fcsselte Nachrichten bleiben davon jedoch ausgenommen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten haben sich geeinigt, Ausnahmen von den europ\u00e4ischen Datenschutzregeln bis April 2028 zu verl\u00e4ngern und die sogenannte Chatkontrolle teilweise wieder zu erm\u00f6glichen. Dies gibt den Tech-Plattformen in Europa die Grundlage, private Chats automatisiert nach Bildern und Videos von Kindesmissbrauch zu durchsuchen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese Kontrollen, etwa von Microsoft bei Outlook, von Google bei Gmail oder von Meta bei Instagram, sind freiwillig und die Tech-Firmen d\u00fcrfen den Beh\u00f6rden ihre durch Software entdeckten Verdachtsf\u00e4lle erst weiterleiten, wenn auch ein Mensch sie als solche verifiziert hat. Das soll ausschlie\u00dfen, dass jemand durch Programmfehler in Verdacht ger\u00e4t.<\/p>\n<p>    Scan-M\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Regelung soll explizit kein Aufbrechen der Ende-zu-Ende-Verschl\u00fcsselung erm\u00f6glichen, die etwa bei Diensten wie WhatsApp oder Signal mittlerweile Standard ist. Das schr\u00e4nkt die Scan-M\u00f6glichkeiten ein &#8211; auch im Vergleich zu der Regelung, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/chatkontrolle-eu-kindesmissbrauch-104.html\" title=\"Freiwillige &quot;Chatkontrolle&quot; vor dem Aus - EU-Einigung gescheitert\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die nach Jahren im April ausgelaufen war<\/a>.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bis April war das &#8222;Client-Side Scanning&#8220; noch m\u00f6glich. Bei dem Verfahren \u00fcberpr\u00fcft eine Software auf dem Smartphone oder Computer den Inhalt von Nachrichten, Fotos und Videos direkt, bevor diese verschl\u00fcsselt und verschickt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Verl\u00e4ngerung der urspr\u00fcnglichen Regelung war zun\u00e4chst am Widerstand des EU-Parlaments gescheitert. Zuletzt folgte ein erneuter Vorsto\u00df der Mitgliedstaaten, diese doch noch zu verl\u00e4ngern. Im Parlament fand sich daraufhin nicht die n\u00f6tige Mehrheit, um diesen zu blockieren. Die Abgeordneten forderten jedoch Einschr\u00e4nkungen bei verschl\u00fcsselten Nachrichten, denen die EU-L\u00e4nder nun zustimmen wollen. Damit w\u00fcrde die \u00dcbergangsregelung bis April 2028 teilweise reaktiviert werden. Der formelle Beschluss der EU-Staaten muss nun noch in einem schriftlichen Verfahren gefasst werden, das am Donnerstagnachmittag abgeschlossen sein soll.<\/p>\n<p>    Arbeit an langfristiger L\u00f6sung dauert an<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zuvor hatte es unter anderem Druck von der Europ\u00e4ischen Volkspartei &#8211; der Fraktion von CDU und CSU im Europaparlament &#8211; sowie Deutschland und anderen Mitgliedsl\u00e4ndern gegeben, die ausgelaufene Ausnahme zum Kinderschutz wieder einzusetzen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und auch das Bundeskriminalamt hatten die fehlende Rechtsgrundlage kritisiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Grunds\u00e4tzlich will die EU eine langfristige L\u00f6sung f\u00fcr die Frage finden, was die Online-Plattformen im Kampf gegen Aufnahmen von Kindesmissbrauch machen d\u00fcrfen oder sogar m\u00fcssen. Allerdings verhandeln der Rat der EU-Staaten und das Europ\u00e4ische Parlament noch \u00fcber den Gesetzestext. Erst wenn beide Institutionen eine Einigung finden, k\u00f6nnen die neuen Regeln in Kraft treten und die \u00dcbergangsl\u00f6sung endg\u00fcltig abl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen von Kathrin Schmid, ARD Br\u00fcssel<\/p>\n<p>Jahrelanger Streit um Schutz von Kindern im Netz<\/p>\n<p>        Seit Jahren ringt die EU um den richtigen Weg, die Verbreitung von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern zu verhindern. Im April lief eine \u00dcbergangsregelung aus, die es Diensten und Unternehmen wie WhatsApp, Instagram, Microsoft und Google erlaubte, Nachrichtenverl\u00e4ufe zu scannen, um verbotene Darstellungen zu finden und zu melden. Eine Verl\u00e4ngerung scheiterte zun\u00e4chst im EU-Parlament.<\/p>\n<p>Bef\u00fcrworter einer solchen Regelung sehen darin eine M\u00f6glichkeit, F\u00e4lle von sexuellem Missbrauch fr\u00fchzeitig zu erkennen, die Opfer zu sch\u00fctzen und mehr T\u00e4ter zur Verantwortung ziehen zu k\u00f6nnen. Sie betonen, dass es sich hier nicht um eine Kontrolle von privaten Chats gehandelt habe, sondern dass nur nach Bildern auf Grundlage bekannter Muster gesucht worden sei. Gro\u00dfe Tech-Unternehmen wie Meta, TikTok und Snapchat hatten das Vorgehen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Gegner von Chatkontrollen wie der Deutsche Kinderschutzbund argumentieren, die Darstellungen sexueller Gewalt w\u00fcrden in der Regel nicht \u00fcber private Messenger, sondern File-Hosting-Dienste ausgetauscht. Dort seien anlasslose Scans wichtig. &#8222;Chatkontrollen&#8220; dagegen griffen tief in die Privatsph\u00e4re auch von Kindern ein.<\/p>\n<p>Statt anlassloser \u00dcberwachung brauche es zielgerichtete Ma\u00dfnahmen wie Pr\u00e4vention und Aufkl\u00e4rung. Anbieter m\u00fcssten zu verbindlichen Sicherheitsauflagen, Risikoanalysen und zum Scan unverschl\u00fcsselter Inhalte verpflichtet werden. Im Rahmen schon bestehender Befugnisse m\u00fcsse es mehr anlassbezogene Ermittlungsarbeit geben.\n    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.07.2026 \u2022 17:25 Uhr In der EU gibt es seit Jahren Streit \u00fcber den Einsatz von sogenannten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1185156,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,75954,548,663,158,3934,3935,13,3887,14,15,12,43389],"class_list":["post-1185155","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-chatkontrolle","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-kindesmissbrauch","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-verschluesselung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116964385961468107","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1185155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1185155"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1185155\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1185156"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1185155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1185155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1185155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}