{"id":1186038,"date":"2026-07-23T00:29:18","date_gmt":"2026-07-23T00:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1186038\/"},"modified":"2026-07-23T00:29:18","modified_gmt":"2026-07-23T00:29:18","slug":"europa-duerren-hitze-statt-regenmangel-als-hauptursache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1186038\/","title":{"rendered":"Europa-D\u00fcrren: Hitze statt Regenmangel als Hauptursache"},"content":{"rendered":"<p>Forscherinnen und Forscher sehen in Europa zunehmend die gl\u00fchende Hitze und nicht den fehlenden Regen als Haupttreiber der D\u00fcrren. Die Bodenfeuchte verschwindet demnach \u201eschneller, als es in einer Welt ohne Klimawandel der Fall w\u00e4re\u201c.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Frankreich steuert auf die schlechteste Maisernte seit 50 Jahren zu. Rum\u00e4nien hat mehr als eine Million Hektar Ackerfl\u00e4che verloren. Quer \u00fcber den Kontinent f\u00fchren extrem niedrige Wasserst\u00e4nde der Fl\u00fcsse dazu, dass Schifffahrtswege eingeschr\u00e4nkt sind und die Energieproduktion unter Druck ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Eine neue Studie sieht den Kern des Problems nicht nur in einem Regenmangel, sondern vor allem in der Hitze.<\/p>\n<p>Untersuchungen des Netzwerks World Weather Attribution (WWA), eines internationalen Zusammenschlusses von Klimaforschenden, zeigen: Rekordverd\u00e4chtige Sommerhitze verst\u00e4rkt die D\u00fcrren in Europa massiv. Sie l\u00e4sst Wasser viel schneller aus den B\u00f6den verdunsten, als es nachkommen kann.<\/p>\n<p>Forschende aus zw\u00f6lf europ\u00e4ischen L\u00e4ndern haben Niederschlagstrends, landwirtschaftliche D\u00fcrre (Bodenfeuchte) und die \u201epotenzielle Evapotranspiration\u201c analysiert \u2013 ein Ma\u00df f\u00fcr den \u201eDurst\u201c der Atmosph\u00e4re beziehungsweise ihre F\u00e4higkeit, Feuchtigkeit zu verdunsten. So wollten sie bestimmen, wie stark der Klimawandel zur diesj\u00e4hrigen D\u00fcrre beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ihr Fazit: Die langfristigen Niederschlagstrends unterscheiden sich von Region zu Region. Ausschlaggebend daf\u00fcr, dass aus normalen Trockenperioden schwere D\u00fcrren werden, ist jedoch die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/09\/eu-klimadaten-hitze-rekord-wetter-klimawandel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>extreme Hitze<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Bodenfeuchte verschwindet in alarmierendem Tempo<\/p>\n<p>Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass landwirtschaftliche Bodend\u00fcrre in Westeuropa durch den Klimawandel inzwischen f\u00fcnfmal wahrscheinlicher ist. In Osteuropa, wo die Trockenheit bereits seit sechs Monaten anh\u00e4lt, ist das Risiko sogar elfmal h\u00f6her.<\/p>\n<p>F\u00fcr Westeuropa sehen die Forschenden den Klimawandel nicht als Hauptursache f\u00fcr den Regenmangel selbst. Er sorgt jedoch daf\u00fcr, dass fr\u00fcher seltene <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/25\/extremer-hitzestress-was-dahinter-steckt-und-wie-er-europa-uberzieht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>Hitzewellen<\/strong><\/a> viel h\u00e4ufiger auftreten und die \u201eDurstigkeit\u201c der Atmosph\u00e4re stark zunimmt.<\/p>\n<p>Die gleiche geringe Regenmenge, die fr\u00fcher nur eine milde, gut beherrschbare Trockenperiode ausgel\u00f6st h\u00e4tte, f\u00fchrt heute zu ernsten D\u00fcrren. Grund ist die zus\u00e4tzliche Hitze, die die Feuchtigkeit deutlich schneller aus dem Boden zieht als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>In Westeuropa sind <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/22\/rekordhitze-hauptstadt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>Hitzewellen<\/strong><\/a>, die solche extremen Verdunstungsbedingungen ausl\u00f6sen, inzwischen rund 80-mal wahrscheinlicher als in einer Welt ohne Klimawandel. In Osteuropa liegt die Wahrscheinlichkeit etwa beim 40-fachen.<\/p>\n<p>Extreme Hitze wird zum Haupttreiber von D\u00fcrren in Europa<\/p>\n<p>\u201eEuropas Klima ver\u00e4ndert sich rasant\u201c, sagt Dr. Sarah Kew, Klimawissenschaftlerin beim K\u00f6niglichen Niederl\u00e4ndischen Meteorologischen Institut (KNMI). \u201eDie Niederschlagsmuster bleiben uneinheitlich. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass extreme Hitze zunehmend zum wichtigsten Ausl\u00f6ser von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/18\/durre-energiemangel-hunger-was-el-nino-dieses-jahr-fur-europa-bedeutet\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>D\u00fcrren<\/strong><\/a> auf unserem Kontinent wird.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir beobachten, dass Wasserreserven in B\u00f6den und Fl\u00fcssen schneller verdunsten, als es in einer Welt ohne Klimawandel der Fall w\u00e4re. So werden an sich beherrschbare Trockenphasen zu schweren D\u00fcrren.\u201c<\/p>\n<p>Dr. Dominik Schumacher vom Institut f\u00fcr Atmosph\u00e4re und Klima der ETH Z\u00fcrich sieht darin ein deutliches Signal f\u00fcr einen Wandel bei der Entstehung von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/30\/hitzewelle-europaische-lander-wasser-knappheit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>europ\u00e4ischen D\u00fcrren<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>\u201eObwohl es in weiten Teilen Europas im Winter mehr regnet, stellen wir inzwischen schon im Fr\u00fchjahr eine deutlich st\u00e4rkere Austrocknung der B\u00f6den fest \u2013 noch bevor der Sommer beginnt\u201c, sagt er. \u201eDas ist menschengemacht: Steigen die Temperaturen, nimmt der Durst der Atmosph\u00e4re schnell zu. Sie saugt Feuchtigkeit aus Fl\u00fcssen, Seen, Stauseen und B\u00f6den.<\/p>\n<p>Damit ver\u00e4ndert sich die Entstehung von D\u00fcrren in Europa grundlegend: Sie entstehen immer weniger durch ausbleibenden Regen und immer st\u00e4rker durch warme Luft, die verhindert, dass der Regen im Boden bleibt.\u201c<\/p>\n<p>Steigende Lebensmittelpreise treffen besonders verletzliche Haushalte<\/p>\n<p>Die Folgen sp\u00fcren l\u00e4ngst nicht nur die Landwirtschaft. Ernteausf\u00e4lle, niedrige Flusspegel und belastete Energiesysteme treiben die Preise f\u00fcr lebensnotwendige G\u00fcter in die H\u00f6he. Am st\u00e4rksten trifft das einkommensschwache Haushalte.<\/p>\n<p>\u201eDas ist nicht nur eine Krise f\u00fcr B\u00e4uerinnen und Bauern, sondern eine Krise, die auf Europas verletzlichste Menschen durchschl\u00e4gt\u201c, sagt Merel Laauwen von der Wageningen University &amp; Research in den Niederlanden. \u201eErnteverluste, niedrige Flusspegel und Einschr\u00e4nkungen beim Wasserverbrauch treiben die Preise f\u00fcr Grundbed\u00fcrfnisse wie Nahrung und Energie nach oben \u2013 und treffen Haushalte mit geringem Einkommen am h\u00e4rtesten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Wissenschaft zeigt klar, dass D\u00fcrren k\u00fcnftig h\u00e4ufiger und intensiver auftreten werden. Dennoch schreibt die EU noch keine einheitlichen D\u00fcrremanagement-Pl\u00e4ne vor. Die Vorbereitung der einzelnen Staaten ist entsprechend uneinheitlich.\u201c<\/p>\n<p>D\u00fcrre k\u00f6nnte mit steigenden Temperaturen zur neuen Normalit\u00e4t werden<\/p>\n<p>Wenn die Emissionen, die die Erderhitzung antreiben, nicht rasch sinken, werden die Temperaturen weiter steigen. Dann k\u00f6nnten sich die D\u00fcrrebedingungen in Europa schnell versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>\u201eBesonders alarmierend ist, dass wir diese Bedingungen bereits bei einer Erw\u00e4rmung von 1,4 Grad beobachten\u201c, sagt Dr. Mariam Zachariah vom Centre for Environmental Policy am Imperial College London. \u201eSteigen die Temperaturen \u2013 wie prognostiziert \u2013 auf 2,8 Grad, k\u00f6nnten solche extremen Verdunstungsbedingungen doppelt so wahrscheinlich werden. D\u00fcrren wie die aktuelle w\u00fcrden dann zur Regel.\u201c<\/p>\n<p>Sie warnt, ohne rasches Handeln w\u00fcrden \u201egl\u00fchend hei\u00dfe, trockene Sommer\u201c in Europa zur j\u00e4hrlichen Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Simon Stiell, Exekutivsekret\u00e4r des UN-Klimasekretariats, bezeichnet die sich versch\u00e4rfenden D\u00fcrren in Europa als \u201eun\u00fcbersehbare rote Warnlampe daf\u00fcr, dass unser Planet \u00fcberhitzt und sich die Klimakrise rasant zuspitzt\u201c.<\/p>\n<p>\u201eSolange die Menschheit weiterhin enorme Mengen an <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/16\/un-klimachef-fossile-gefahrden-sicherheit-erneuerbare-starken-staaten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>Kohle, \u00d6l und Gas<\/strong><\/a> verbrennt, werden diese brutalen, klimabedingten D\u00fcrren noch heftiger und teurer \u2013 f\u00fcr Privathaushalte ebenso wie f\u00fcr ganze Volkswirtschaften\u201c, warnt er.<\/p>\n<p>\u201eDie L\u00f6sungen liegen ebenso klar auf der Hand: deutlich schneller auf <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/30\/saubere-energie-spart-der-eu-2025-51-milliarden-euro-solarenergie-fuhrt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><strong>erneuerbare Energien<\/strong><\/a> umsteigen \u2013 sie sind inzwischen g\u00fcnstiger als klimasch\u00e4dliche fossile Brennstoffe \u2013, die Volkswirtschaften elektrifizieren und in Widerstandskraft investieren, damit Gemeinden, Unternehmen und ganze \u00d6konomien besser gesch\u00fctzt sind.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscherinnen und Forscher sehen in Europa zunehmend die gl\u00fchende Hitze und nicht den fehlenden Regen als Haupttreiber der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1186039,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,18113,137318,14366,14,15,12,6404,17271,18114],"class_list":["post-1186038","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-hitzewelle","tag-landbau","tag-lebenshaltungskosten","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-trockenheit","tag-wasservorraete","tag-wetterextreme"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116966468523221054","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1186038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1186038"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1186038\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1186039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1186038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1186038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1186038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}