{"id":1187510,"date":"2026-07-23T15:15:17","date_gmt":"2026-07-23T15:15:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1187510\/"},"modified":"2026-07-23T15:15:17","modified_gmt":"2026-07-23T15:15:17","slug":"trotz-oelkrise-bundesregierung-belohnt-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1187510\/","title":{"rendered":"Trotz \u00d6lkrise: Bundesregierung belohnt Unternehmen\u2026"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\">Eine neue T&amp;E-Analyse zeigt, dass Deutschland Europas Nachz\u00fcgler bei der Elektrifizierung von Unternehmensflotten bleibt. Unternehmen erhielten hierzulande f\u00fcr fossil betriebene Firmenwagen im Durchschnitt eine Nettof\u00f6rderung von rund 10.000 Euro \u2013 mehr als doppelt so viel wie in jedem anderen EU-Mitgliedstaat. [1] T&amp;E fordert von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene f\u00fcr die geplante europ\u00e4ische Verordnung f\u00fcr saubere Unternehmensflotten einzusetzen und die lang \u00fcberf\u00e4llige Reform der Dienstwagenbesteuerung anzugehen.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Deutschlands Steuerpolitik f\u00fchrt nicht nur zu h\u00f6heren CO2-Emissionen, sondern h\u00e4lt auch die Abh\u00e4ngigkeit von importiertem \u00d6l k\u00fcnstlich hoch. Laut Analyse ist Deutschland das einzige gro\u00dfe EU-Land, das den Kraftstoffverbrauch von gewerblichen Pkw faktisch subventioniert. W\u00e4hrend Frankreich f\u00fcr jeden Liter Benzin, den ein Firmenwagen \u00fcber seine Lebensdauer verbraucht, Steuereinnahmen von umgerechnet 10,30 Euro erzielt, gew\u00e4hrt Deutschland einen steuerlichen Vorteil von 0,50 Euro pro Liter. [2]<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Friederike Sommerfeld, Senior Referentin f\u00fcr E-Mobilit\u00e4t bei T&amp;E Deutschland, sagt: \u201cDeutschland k\u00e4mpft mit den Folgen der \u00d6lkrise und einer angeschlagenen Autoindustrie, f\u00f6rdert aber weiterhin Verbrenner-Firmenwagen mit Milliarden. Das ist weder wirtschaftlich noch klimapolitisch sinnvoll. Die Bundesregierung muss endlich die steuerlichen Anreize f\u00fcr fossile Firmenwagen beenden und damit den Umstieg auf elektrische Firmenwagen beschleunigen.\u201c<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Laut Analyse muss die deutsche Steuerpolitik f\u00fcr Firmenwagen dringend reformiert werden: Hierzulande f\u00e4llt die steuerliche Beg\u00fcnstigung n\u00e4mlich h\u00f6her aus, je gr\u00f6\u00dfer und klimasch\u00e4dlicher ein Verbrenner-Firmenwagen ist. Ein Verbrenner des B-Segments erh\u00e4lt \u00fcber einen Zeitraum von vier Jahren einen Nettovorteil von bis zu 1.800 Euro. Bei einem Verbrenner des E-Segments steigen diese auf bis zu 6.190 Euro. [3]<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Deutschland geh\u00f6rt laut Studie neben Spanien, Italien und Polen zu den gro\u00dfen Autom\u00e4rkten Europas, die Unternehmen weiterhin keine ausreichenden Anreize f\u00fcr den Umstieg auf Elektromobilit\u00e4t bieten. Dabei zeigt der Blick auf mehrere europ\u00e4ische Nachbarl\u00e4nder, dass Steuerpolitik wirkt, wenn sie Anreize f\u00fcr Verbrenner abbaut: Belgien reformierte seine steuerlichen Regeln f\u00fcr Firmenwagen und steigerte den Anteil elektrischer Fahrzeuge in Unternehmensflotten von 8,8 Prozent im Jahr 2021 auf 54,2 Prozent im Jahr 2025. Verbrenner d\u00fcrfen von Unternehmen nicht mehr abgeschrieben werden. Frankreich versch\u00e4rfte die Besteuerung fossiler Firmenwagen \u00fcber eine Neuzulassungssteuer und erreichte dadurch Rekordwerte bei der Elektrifizierung von Flotten.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Firmenwagen spielen eine entscheidende Rolle bei der Bek\u00e4mpfung der Umweltbelastung durch den Stra\u00dfenverkehr. Auf sie entfallen 59 Prozent der Neuzulassungen und 78 Prozent der von Neuwagen verbrauchten \u00d6limporte. [4] T&amp;E unterst\u00fctzt deshalb die geplante europ\u00e4ische Verordnung f\u00fcr saubere Unternehmensflotten (\u201eClean Corporate Vehicles Regulation\u201c). Sie w\u00fcrde Mitgliedstaaten verpflichten, den Anteil emissionsfreier Fahrzeuge in gro\u00dfen Unternehmensflotten deutlich zu erh\u00f6hen und Subventionen nur noch f\u00fcr E-Autos gew\u00e4hren, die in Europa hergestellt werden. Erg\u00e4nzend braucht es in Deutschland eine Reform der Dienstwagenbesteuerung, die die Beg\u00fcnstigungen von Verbrennern und Plug-in-Hybriden f\u00fcr Dienstwagennutzende abbaut.  <\/p>\n<p dir=\"ltr\"><strong>Anmerkungen f\u00fcr die Redaktion:<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">[1] T&amp;E untersuchte Kaufzusch\u00fcsse, Neuzulassungssteuer, Kfz-Steuer sowie die drei wichtigsten unternehmensspezifischen Steuern: Sachbez\u00fcge, Abschreibungen und Vorsteuerabz\u00fcge. Die Ergebnisse zeigen die Steuerbelastung f\u00fcr ein Fahrzeug des C-Segments bei einer typischen Nutzungsdauer von vier Jahren. Die Untersuchung wurde im Rahmen der vierten j\u00e4hrlichen Ausgabe des \u201e<a href=\"https:\/\/www.transportenvironment.org\/topics\/cars\/good-tax-guide\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Good Tax Guide<\/a>\u201c durchgef\u00fchrt, dem wichtigsten Instrument von T&amp;E zum Thema Kfz-Steuern.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">[2] Um zu ermitteln, wo klare Anreize bestehen, untersuchte T&amp;E, ob die Steuerl\u00fccke den Preisaufschlag f\u00fcr Elektrofahrzeuge \u00fcberstieg und ging dabei davon aus, dass in F\u00e4llen, in denen Steuern den Anschaffungsaufschlag ausgleichen, die niedrigeren Betriebskosten von Elektrofahrzeugen die Wirtschaftlichkeit der Elektrifizierung begr\u00fcnden k\u00f6nnen. Die Studie kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Steuerl\u00fccke zwischen Elektro- und fossilbetriebenen Firmenwagen nur in neun L\u00e4ndern den Preisaufschlag f\u00fcr Elektrofahrzeuge \u00fcbersteigt. Die durchschnittliche Preisdifferenz zwischen einem Elektroauto und einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor betrug im vergangenen Jahr 10.650 Euro; diese Zahl wurde als gewichteter Durchschnitt der in der EU verkauften Modelle auf der Grundlage von Daten von Autovista und Dataforce ermittelt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">[3] Die Daten basieren auf Fahrzeugen des Segments D, die j\u00e4hrlich 30.000 Kilometer zur\u00fccklegen und 2.349 Liter Benzin pro Jahr verbrauchen (9.396 Liter \u00fcber eine typische Nutzungsdauer von 4 Jahren). Die zur Ermittlung der \u00c4quivalenz ber\u00fccksichtigten Steuern umfassen sowohl die vom Unternehmen als auch die vom Arbeitnehmer gezahlten Steuern, darunter: Anschaffungssteuer, Kfz-Steuer, Sachbez\u00fcge (Bik) f\u00fcr Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Mehrwertsteuerabz\u00fcge und Abschreibungen. <\/p>\n<p dir=\"ltr\">[4] Die Berechnung ber\u00fccksichtigt die Anzahl der Unternehmens- und Privatzulassungen im Jahr 2025, deren jeweilige durchschnittliche j\u00e4hrliche Fahrleistung sowie den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch der nach Eigentumsart zugelassenen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine neue T&amp;E-Analyse zeigt, dass Deutschland Europas Nachz\u00fcgler bei der Elektrifizierung von Unternehmensflotten bleibt. 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