{"id":1187757,"date":"2026-07-23T17:29:21","date_gmt":"2026-07-23T17:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1187757\/"},"modified":"2026-07-23T17:29:21","modified_gmt":"2026-07-23T17:29:21","slug":"windenergie-waechst-weiter-doch-die-branche-sorgt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1187757\/","title":{"rendered":"Windenergie w\u00e4chst weiter &#8211; doch die Branche sorgt sich"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/windkraftanlagen-128.jpg\" alt=\"Windkraftanlagen sind bei Emden zu sehen.\" title=\"Windkraftanlagen sind bei Emden zu sehen. | Sina Schuldt\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 23.07.2026 \u2022 18:55 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>L\u00e4ngst geh\u00f6rt die Windkraft zu den wichtigsten Energiequellen Deutschlands. Im ersten Halbjahr gab es ein Wachstum von sieben Prozent. Doch die Branche bef\u00fcrchtet ein Ende des Booms. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/ole-hilgert-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Ole Hilgert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/hilgert-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Erfolgsgeschichte der Windenergie in Deutschland geht weiter. Das verk\u00fcnden die Branchenverb\u00e4nde in ihrer Halbjahresbilanz 2026. Demnach wurden bis Mitte des Jahres 423 Windenergieanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 2,36 Gigawatt in Betrieb genommen. Das sei ein Wachstum von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trotz dieser Zuw\u00e4chse bleibt der Ausbau hinter den Erwartungen der Branche zur\u00fcck. Um die Energiewende voranzubringen, sind eigentlich zehn Gigawatt zus\u00e4tzliche Windkraftleistung das politische Ziel. Das werde 2026 jedoch verfehlt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dennoch ist die Halbjahresbilanz der beteiligten Fachverb\u00e4nde grunds\u00e4tzlich positiv. &#8222;Die Windindustrie liefert &#8211; sie verf\u00fcgt \u00fcber die erforderlichen Produktionskapazit\u00e4ten, um flexibel auf eine steigende Nachfrage zu reagieren und baut diese bedarfsgerecht weiter aus&#8220;, erkl\u00e4rt Dennis Rendschmidt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes f\u00fcr Energieanlagenbau VDMA Power Systems.<\/p>\n<p>    Fast ein Viertel des Strommixes aus Windkraft<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit einer Gesamtleistung von fast 70 Gigawatt erzeugt die Onshore-Windkraft fast ein Viertel des deutschen Strommixes. Bemerkenswert ist laut Industrie auch der Zuwachs an neu genehmigter Leistung von 9,1 Megawatt. Noch nie in der Geschichte sei in einem ersten Halbjahr so viel Windenergieleistung zugelassen worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Branche besch\u00e4ftigt nach eigener Aussage 130.000 Menschen und schreibt sich zugute, die klimafreundliche Energiewende zu erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem stehe die Windkraft f\u00fcr ein bezahlbares, wettbewerbsf\u00e4higes und von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen unabh\u00e4ngiges Energiesystem. Best\u00e4rkt sieht sich die Industrie durch die Energiepreiskrisen in Folge von Konflikte wie dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine oder dem Iran-Krieg.<\/p>\n<p>    Pl\u00e4ne des Wirtschaftsministeriums bereiten Sorgen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch der Blick in die Zukunft f\u00e4llt skeptischer aus. Mit Sorge sehe man, dass die aktuellen Gesetzesentw\u00fcrfe der Bundesregierung nicht f\u00fcr Investitionssicherheit sorgten. Die Pl\u00e4ne des Bundeswirtschaftsministeriums drohten, den Ausbau der Windenergie auszubremsen und Deutschlands fossile Abh\u00e4ngigkeit zu zementieren, so B\u00e4rbel Heidebroek, Pr\u00e4sidentin des Bundesverbandes WindEnergie.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kritik entz\u00fcndet sich unter anderem am Netzpaket-Entwurf. Das von Katherina Reiche (CDU) gef\u00fchrte Bundeswirtschaftsministerium will damit die Kosten f\u00fcr die Energiewende senken und den Netzausbau besser mit dem Zuwachs an \u00d6kostrom koordinieren. Doch die Fachverb\u00e4nde protestieren dagegen. Denn aus ihrer Sicht k\u00f6nnte das Gesetz den Ausbau der Windkraft massiv ausbremsen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Problem: Wenn zu viel Strom im Netz ist, m\u00fcssen Windr\u00e4der oft abgeschaltet werden. Bisher bekamen die Betreiber daf\u00fcr eine Entsch\u00e4digung. Die Bundesregierung will diese Zahlungen nun stark k\u00fcrzen und Netzbetreibern mehr Macht geben, den Bau neuer Anlagen zu stoppen. Die Windbranche warnt, dass dadurch wichtige Investitionen unbezahlbar werden, weil das finanzielle Risiko auf die Betreiber abgew\u00e4lzt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>    Warnung vor Ausbau-Stopp<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein weiteres Problem sieht die Windkraftlobby in der geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Nach einer Vorgabe der EU muss es bis zum 1. Januar 2027 reformiert werden. Doch einiges deutet darauf hin, dass sich der parlamentarische Prozess verz\u00f6gert. Sollte bis Jahresende keine Reform beschlossen werden, droht laut Fachverb\u00e4nden ein abrupter Ausbaustopp.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn ohne das neue Gesetz k\u00f6nnten keine Ausschreibungen mehr durchgef\u00fchrt werden, um Windkraftprojekte zu finanzieren. Die Verb\u00e4nde sehen darin eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Zukunft der Windenergie in Deutschland.<\/p>\n<p>    Mega-Windrad in der Lausitz<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie diese Zukunft aussehen k\u00f6nnte, zeigt sich derzeit im S\u00fcden Brandenburgs. In der Gemeinde Schipkau entsteht die gr\u00f6\u00dfte Windanlage der Welt. 365 Meter hoch soll sie werden &#8211; und damit nur etwas kleiner als das h\u00f6chste Bauwerk Deutschlands, der Berliner Fernsehturm.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Umgesetzt wird der Bau vom Dresdner Ingenieurb\u00fcro GICON. Laut Unternehmen gilt der H\u00f6henwindturm als &#8222;technologische Pionierleistung im Bereich der Onshore-Windenerige&#8220;. Durch die Nabenh\u00f6he von 300 Metern sollen Winde erschlossen werden, die st\u00e4rker und stetiger sind. Dadurch sei der Energieertrag h\u00f6her und konstanter als bei konventionellen Anlagen. Diese erreichen bisher Gesamth\u00f6hen von etwa 200 bis 250 Metern. Die Nabenh\u00f6he ist der Abstand zwischen der Erdoberfl\u00e4che und dem Mittelpunkt des Rotors eines Windrads.<\/p>\n<p>    Ob Serienfertigung, muss sich erst zeigen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor kurzem wurde der 167 Meter hohe Stahl-Rohbau f\u00fcr den Au\u00dfenturm fertiggestellt. Er erinnert an den Pariser Eiffelturm. Weil kein Kran gro\u00df genug daf\u00fcr ist, werden Turbine und Rotorbl\u00e4tter sp\u00e4ter an einem teleskopartigen Innenturm in die H\u00f6he geschoben. Finanziert wird das Mega-Windrad durch Forschungsgelder des Bundes. Noch in diesem Jahr soll es fertig werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ob das Konzept die hohen Investitionskosten von rund 25 Millionen Euro rechtfertigt und sp\u00e4ter in Serie gebaut werden kann, d\u00fcrfte sich erst langfristig zeigen. Die Windenergieverb\u00e4nde jedenfalls sind zur\u00fcckhaltend. Man beobachte das Projekt zun\u00e4chst vor allem aus Sicht von Innovation und Entwicklung, hei\u00dft es. F\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre aber spiele diese Gr\u00f6\u00dfenordnung keine Rolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 23.07.2026 \u2022 18:55 Uhr L\u00e4ngst geh\u00f6rt die Windkraft zu den wichtigsten Energiequellen Deutschlands. 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