{"id":1189709,"date":"2026-07-24T13:28:16","date_gmt":"2026-07-24T13:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1189709\/"},"modified":"2026-07-24T13:28:16","modified_gmt":"2026-07-24T13:28:16","slug":"einmal-melanchthon-immer-melanchthon-schule-praegt-familien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1189709\/","title":{"rendered":"&#8222;Einmal Melanchthon, immer Melanchthon&#8220;: Schule pr\u00e4gt Familien"},"content":{"rendered":"<p>Familie Neukam aus N\u00fcrnberg ist eine der Familien, die dem Melanchthon-Gymnasium seit Jahrzehnten verbunden ist. Der heute 81-j\u00e4hrige Fritz Neukam war hier schon als Sch\u00fcler und sp\u00e4ter als Lehrer. Im September wechselt seine 10-j\u00e4hrige Enkelin Lisa auf die traditionsreiche Schule, die in diesem Jahr ihren 500. Geburtstag feiert. Gegr\u00fcndet wurde sie 1526 von Philipp Melanchthon als eine protestantische Schule der Fr\u00fchen Neuzeit, die bis heute ununterbrochen Sch\u00fcler in humanistischer Bildung unterrichtet.<\/p>\n<p>Drei Generationen auf einer Schule<\/p>\n<p>F\u00fcr manche Familien gilt dabei bis heute &#8222;einmal Melanchthon, immer Melanchthon&#8220; \u2013 so auch f\u00fcr die Familie Neukam. Mit Enkelin Lisa kommt das sechste Familienmitglied auf die Schule. 1954 machte ihr Opa Fritz den Anfang und berichtet von den Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre: &#8222;So viele Gymnasien gab es nicht, es war \u00fcberall eng, das Willst\u00e4tter-Gymnasium war zum Teil zerst\u00f6rt, so dass wir 56 Sch\u00fcler waren, die haben in kein Klassenzimmer gepasst, also wurden wir im Physiksaal unterrichtet.&#8220; <\/p>\n<p>Gro\u00dfeltern lernten sich in der Schule kennen<\/p>\n<p>Fritz Neukam \u2013 dessen Bruder ebenfalls auf der Schule war \u2013 hatte anfangs zu k\u00e4mpfen mit den klassischen Sprachen, Griechisch und Latein, die hier bis heute alle Sch\u00fcler verpflichtend lernen m\u00fcssen. Um diese besser zu unterrichten, entschloss er sich, selbst Lehrer zu werden \u2013 und lernte in den 60er Jahren, als er im Studium an die Schule zur\u00fcckkehrte, seine Ehefrau Katja kennen: &#8222;Er hat Praktikum bei uns in der Klasse gemacht, und er war dann mit im Schullandheim und im Skilager, und so ist das dann entstanden.&#8220; <\/p>\n<p>Schule hatte auch schwierige Zeiten<\/p>\n<p>Gegr\u00fcndet wurde die Schule 1526 im damaligen Egidienkloster und war deshalb lange als Egidiengymnasium bekannt. Seit 1933 tr\u00e4gt sie den Namen ihres Gr\u00fcnders Philipp Melanchthon, einem Zeitgenossen Albrecht D\u00fcrers, der Melanchthon auch malte. Dieses Portr\u00e4t h\u00e4ngt bis heute im B\u00fcro des Schulleiters, Christoph Reichardt. <\/p>\n<p>Weil es im 16. Jahrhundert noch kein Abitur als Zugangsvoraussetzung f\u00fcr die Universit\u00e4ten gab, hatte es die neue Schule am Anfang nicht leicht, erkl\u00e4rt Reichardt: &#8222;Es war so, dass es anfangs stark schwankende Sch\u00fclerzahlen gab. Und eine Zeitlang wurde die Schule auch nach Altdorf verlagert, weil man gedacht hat, in der Stadt N\u00fcrnberg hat man zu viele Ablenkungen und das Gro\u00dfstadtleben ist f\u00fcr die Sch\u00fcler nicht unbedingt zutr\u00e4glich.&#8220;<\/p>\n<p>Humanistische Bildung bis heute <\/p>\n<p>Seit 1911 ist die Schule in einem Jugendstilbau an der Sulzbacher Stra\u00dfe untergebracht. Johannes Neukam musste damals zusammen mit seiner Schwester auf die Schule, an der sein Vater inzwischen Lehrer war. Aber er hat es nicht bereut, denn die Schule sei eher klein und famili\u00e4r: &#8222;Und wenn ich in die heutige Zeit schaue, ist es aus meiner Sicht immer noch wichtig, dass man sich mit Philosophie, Demokratie, Bildung, Denken besch\u00e4ftigt.&#8220; Denn die Schule legt mit ihrer humanistische Bildung viel Wert auf europ\u00e4ische Kulturgeschichte, Philosophie und die klassischen Sprachen. <\/p>\n<p>Latein, um Harry Potter zu \u00fcbersetzen<\/p>\n<p>Anders als ihr Vater Johannes, hat sich seine Tochter Lisa ganz freiwillig f\u00fcr den Besuch dieser Schule entschlossen. Denn Lisa ist fasziniert von den alten Kulturtechniken und den klassischen Sprachen: &#8222;Ich lese sehr gerne Harry Potter, da sind die Zauberspr\u00fcche auch auf Latein, und das ist witzig, dass ich das dann \u00fcbersetzen kann.&#8220; <\/p>\n<p>Der Geist fr\u00fcherer Jahrhunderte weht an allen Ecken und Enden durch das Schulhaus. Alle in der Familie Neukam freuen sich, dass die Enkelin die Familientradition fortsetzt, denn die Schule ist bis heute etwas Besonderes sagt ihr Opa Fritz: &#8222;Man sprach da immer sp\u00f6ttisch vom &#8218;Geist des Melanchthon&#8216;: Gesehen habe ich ihn nie, aber gesp\u00fcrt hat man den schon.&#8220; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Familie Neukam aus N\u00fcrnberg ist eine der Familien, die dem Melanchthon-Gymnasium seit Jahrzehnten verbunden ist. 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