{"id":1190706,"date":"2026-07-24T23:08:24","date_gmt":"2026-07-24T23:08:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1190706\/"},"modified":"2026-07-24T23:08:24","modified_gmt":"2026-07-24T23:08:24","slug":"ukraine-selenskyj-ernennt-neuen-oberbefehlshaber-inmitten-intensivierten-drohnenkriegs-gegen-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1190706\/","title":{"rendered":"Ukraine: Selenskyj ernennt neuen Oberbefehlshaber inmitten intensivierten Drohnenkriegs gegen Russland"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/fddec108-aea4-4928-8023-91ac6dc7089e.jpeg\" style=\"max-height:100%\"\/>Dieses Foto wurde von der Pressestelle des ukrainischen Pr\u00e4sidenten gestellt. Von links: der amtierende Verteidigungsminister Generalmajor Jewhen Chmara, der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkr\u00e4fte Oleksandr Syrskyj, der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj und der neue Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkr\u00e4fte, Mychailo Drapatyj. Aufgenommen bei ihrem Treffen in Kiew am 22. Juli 2026 [AP Photo\/Ukrainian Presidential Press Office]<\/p>\n<p>Nachdem die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow tagelange Proteste ausgel\u00f6st hatte, entlie\u00df Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj am Dienstag auch Fedorows gr\u00f6\u00dften Rivalen, Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj. Als Nachfolger ernannte er Mychailo Drapatyj, der als Verb\u00fcndeter Fedorows gilt. Fedorow begr\u00fc\u00dfte Drapatyjs Ernennung als \u201efrischen Wind\u201c, der \u201eneue Hoffnung\u201c bringe.<\/p>\n<p>Mit Drapatyj hat Selenskyj bereits zum zweiten Mal in etwas mehr als zwei Jahren einen neuen Oberbefehlshaber ernannt. Anfang 2024 hatte er <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2024\/02\/11\/orvx-f11.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Walerij Saluschnyj entlassen<\/a>, einen Bewunderer des ukrainischen Faschisten Stepan Bandera, der sowohl in der rechtsextremen Szene des Landes als auch in Washington, Berlin und London hervorragend vernetzt war. Saluschnyj ist mittlerweile ukrainischer Botschafter im Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Saluschnyjs Nachfolger Syrskyj wurde von Selenskyj nach tagelangen Protesten in Kiew und anderen gro\u00dfen St\u00e4dten der Ukraine entlassen, die von Pro-Kriegs-Veteranen und Teilen des Kleinb\u00fcrgertums dominiert waren. Syrskyjs Absetzung war eine der Hauptforderungen der Demonstranten. Zudem ist so gut wie sicher, dass f\u00fchrende NATO-Vertreter diese Forderung hinter verschlossenen T\u00fcren erhoben haben. Der Guardian schrieb, Fedorows Entlassung habe europ\u00e4ische Regierungsvertreter \u201eaufgeschreckt\u201c. Sie stie\u00df zudem auf Kritik einflussreicher ukrainischer Politiker wie Witali Klitschko, der eine wichtige Rolle bei dem vom Westen unterst\u00fctzten Putsch in Kiew 2014 gespielt hatte. Laut der Financial Times hatte Selenskyj versucht, Fedorow zu \u00fcberzeugen, seinem Kabinett in anderer Funktion erneut beizutreten. Bislang hat Fedorow diese Vorschl\u00e4ge jedoch abgelehnt und beharrt darauf, nur als Verteidigungsminister zur\u00fcckzukehren. <\/p>\n<p>Im Konflikt zwischen Fedorow und Syrskyj stellten sich die westlichen Medien eindeutig auf Fedorows Seite. Der Guardian, die Financial Times und andere stellten Syrskyj als Vertreter der \u201ealten Garde\u201c innerhalb des ukrainischen Milit\u00e4rs dar, dessen Methoden und Vorstellungen von Kriegsf\u00fchrung noch aus Sowjetzeiten stammen. Der 35-j\u00e4hrige Fedorow hingegen wurde von der New York Times als \u201eMastermind der ukrainischen Drohnenkriegsf\u00fchrung\u201c gefeiert. Die New York Times deutete an, der Konflikt zwischen Syrskyj und Fedorow sei eskaliert, nachdem Letzterer den Kauf von Artilleriemunition zugunsten von Drohnen unterband.<\/p>\n<p>Drapatyj gilt allgemein als Bef\u00fcrworter von Fedorows Art der Kriegsf\u00fchrung, die auf den zunehmenden Einsatz von Langstreckendrohnen setzt, um Infrastruktur und zivile Ziele tief im russischen Staatsgebiet anzugreifen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ai.wsws.org\/?utm_source=wsws&amp;utm_medium=in-article-ad&amp;utm_campaign=socialism-ai-launch&amp;utm_content=de-top-third-banner\" class=\"db avenir f6 lh-title pa1 br2 tc mw6 mw-75rem-m bg-black-05 mt3 center\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><img decoding=\"async\" class=\"dn db-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/25ec0a66-6196-494a-b37c-21128d5af4ea.png\"\/><img decoding=\"async\" class=\"db dn-m\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/757eb3bc-3c41-4c7f-a951-5eff14906863.png\"\/><\/a><\/p>\n<p>Laut Kiew hat die Zahl dieser Angriffe mit Langstreckendrohnen in den letzten Monaten drastisch auf durchschnittlich 300 bis 350 pro Tag zugenommen. Sie wurden erm\u00f6glicht durch KI-gest\u00fctzte Angriffsdrohnen des Typs Hornet. Mit einem Preis von 5.000 Dollar pro St\u00fcck sind sie deutlich billiger als konventionelle Raketen, k\u00f6nnen aber f\u00fcnf Kilogramm Sprengstoff etwa 200 Kilometer weit bef\u00f6rdern. Das Hornet-System wurde von dem US-R\u00fcstungskonzern Swift Beat entwickelt und von diesem vermarktet. Besitzer des Unternehmens ist der ehemalige Google-Vorstandschef Eric Schmidt, der seit langem enge Beziehungen zu US-Geheimdiensten, der Demokratischen Partei und dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex unterh\u00e4lt. Laut einem Bericht von Defense News war Schmidt pers\u00f6nlich an der Entwicklung des Hornet-Systems beteiligt. <\/p>\n<p>Dass die USA Drapatyj favorisierten, verdeutlichte die Aussage von Rob Lee, einem Senior Fellow der Denkfabrik Foreign Policy Research Institute aus Washington, D.C., vor der Ernennung: \u201eAngesichts seiner Erfahrung, seines Rufs und seines Eintretens f\u00fcr Reformen w\u00e4re Drapatyj eine exzellente Wahl als Oberbefehlshaber der Streitkr\u00e4fte.\u201c Auf der Instagram-Seite des Rechten Sektors, einer der einflussreichsten Neonazi-Organisationen der Ukraine, die auch im Milit\u00e4r eine gro\u00dfe Anh\u00e4ngerschaft hat, wurde Drapatyjs Ernennung ebenfalls unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Drapatyjs Aufstieg innerhalb des ukrainischen Milit\u00e4rs ist untrennbar mit dem von der NATO unterst\u00fctzten Krieg gegen Russland verbunden. Sein erster gro\u00dfer Einsatz war im Jahr 2014, nachdem der Putsch in Kiew und die Annektierung der Krim einen B\u00fcrgerkrieg in der Ostukraine ausgel\u00f6st hatten. Im Rahmen der so genannten \u201eAntiterror-Operation\u201c war Drapatyj in den Donbass geschickt worden, um die Unterdr\u00fcckung pro-russischer Separatisten zu leiten. Nach Abschluss seines Studiums an der Nationalen Verteidigungsuniversit\u00e4t der Ukraine im Jahr 2021 wurde er als bester Absolvent mit dem \u201e\u00dcbergangsschwert der K\u00f6nigin von Gro\u00dfbritannien\u201c ausgezeichnet. <\/p>\n<p>In den darauf folgenden Jahren stieg Drapatyj im Milit\u00e4r weiter auf. Er war stellvertretender Generalstabschef und Befehlshaber der ukrainischen Bodentruppen. In dieser Funktion spielte er eine zentrale Rolle bei der ukrainischen Invasion der russischen Region Kursk. Diese endete in einem milit\u00e4rischen Debakel, und Drapatyj musste als Befehlshaber der Infanterie zur\u00fccktreten. Dieser Teil seiner Biografie wurde in der westlichen Berichterstattung geflissentlich \u00fcbergangen. Dennoch verdeutlicht sein Engagement seine Verbundenheit mit den Teilen des ukrainischen Milit\u00e4rs und Staatsapparats, die f\u00fcr eine aggressive Ausweitung der Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen zivile Infrastruktur und Energieanlagen der Russischen F\u00f6deration eintritt, sei es durch Drohnen oder Bodentruppen. <\/p>\n<p>Die Angriffe richteten sich vor allem gegen \u00d6lraffinerien, was in Russland, einem der gr\u00f6\u00dften \u00d6lf\u00f6rderer der Welt, eine schwere Treibstoffknappheit ausl\u00f6ste. Anfang dieser Woche begann die russische Regierung offiziell mit \u00d6limporten, um dem Kraftstoffmangel zu begegnen, der Tausende von Menschen dazu gezwungen hatte, stunden- oder gar tagelang Schlange zu stehen. Fedorow spielte au\u00dferdem eine wichtige Rolle bei den j\u00fcngsten Angriffen auf die Infrastruktur der Krim, die zu massiven Stromausf\u00e4llen und Treibstoffknappheit gef\u00fchrt haben. Diese Angriffe richten sich zunehmend auch ganz offen gegen zivile und allgemeine wirtschaftliche Infrastruktur. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Am Wochenende wurden bei Drohnenangriffen auf Lagerh\u00e4user des russischen Onlineh\u00e4ndlers Wildberries mindestens sieben Arbeiter get\u00f6tet und Dutzende verletzt. Viele der Arbeiter sa\u00dfen in dem Lagerhaus fest, als es von Drohnen getroffen wurde und in Brand geriet. Wildberries liefert, \u00e4hnlich wie Amazon, Haushaltswaren, Kleidung und andere Waren an Millionen von Haushalten, aber auch an russische Soldaten an der Front.<\/p>\n<p>In den zwei Tagen seit Drapatyjs Ernennung hat die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele innerhalb Russlands fortgesetzt. <\/p>\n<p>Am Mittwoch traf eine Drohne ein weiteres Lagerhaus von Wildberries. Laut dem pro-westlichen russischen Medium Medusa wurden bisher zehn Prozent der Lagerkapazit\u00e4ten von Wildberries \u2013 einschlie\u00dflich der dort gelagerten Waren \u2013 durch ukrainische Drohnen zerst\u00f6rt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gab, was selten vorkommt, das Ausma\u00df der ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Wirtschaft zu: \u201eDie Situation ist tats\u00e4chlich schwierig aufgrund der Verluste, die sowohl das Unternehmen [Wildberries] selbst, als auch Vertreter kleiner und mittelst\u00e4ndischer Unternehmen\u201c, deren Waren zerst\u00f6rt wurden, \u201eerlitten haben.\u201c<\/p>\n<p>Der Kreml hat keine Zahlen \u00fcber die steigende Zahl der Toten dieser Angriffe ver\u00f6ffentlicht. Doch russischen Berichten zufolge ist davon auszugehen, dass in diesem Jahr Hunderte von Zivilisten ums Leben gekommen sind, wenn nicht sogar mehr. Alleine in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli wurden achtzehn Regionen in Russland durch Drohnenangriffe getroffen. Mindestens zwei Menschen starben bei Drohnenangriffen auf die Krim, in der Region Woronesch wurde ein dreij\u00e4hriges Kind get\u00f6tet und in der Region Belgorod ein Mann. Ebenfalls am Mittwoch, dem 22. Juli, starben in einem Krankenhaus in der Region Krasnodar zwei Personen an Verletzungen durch Drohnenangriffe, darunter ein junges M\u00e4dchen. <\/p>\n<p>Neben der wachsenden Zahl ziviler Todesopfer auf russischer Seite sind ukrainische Drohnen mittlerweile auch f\u00fcr den mit Abstand gr\u00f6\u00dften Teil der russischen Opfer auf dem Schlachtfeld verantwortlich. Russland reagierte darauf mit einer Verst\u00e4rkung der Raketen- und Drohnenangriffe auf die Ukraine. Am Donnerstag attackierte Russland die Hafeninfrastruktur und Drohnenfabriken in Odessa. Laut dem Menschenrechtsb\u00fcro der Vereinten Nationen wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 in der Ukraine 1.396 Zivilisten get\u00f6tet, 37 Prozent mehr als in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2025. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dieses Foto wurde von der Pressestelle des ukrainischen Pr\u00e4sidenten gestellt. 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