{"id":1191421,"date":"2026-07-25T06:34:17","date_gmt":"2026-07-25T06:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1191421\/"},"modified":"2026-07-25T06:34:17","modified_gmt":"2026-07-25T06:34:17","slug":"hat-boris-johnson-ein-friedensabkommen-zwischen-russland-und-der-ukraine-fuer-eine-million-pfund-torpediert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1191421\/","title":{"rendered":"Hat Boris Johnson ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine f\u00fcr eine Million Pfund torpediert?"},"content":{"rendered":"<p>Ein russischer Regierungsvertreter hat eine irref\u00fchrende Erz\u00e4hlung \u00fcber das Scheitern der fr\u00fchen Friedensgespr\u00e4che zwischen Russland und der Ukraine neu aufgew\u00e4rmt. Er behauptet, der fr\u00fchere britische Premierminister Boris Johnson habe einen Entwurf f\u00fcr ein Abkommen nach einer Spende in H\u00f6he von einer Million Pfund (1,17 Millionen Euro) eines Milit\u00e4rdrohnen-Herstellers torpediert.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Der Gesandte des Kreml, Kirill Dimitriev, verbreitete am 21. Juli einen Beitrag auf X. Darin behauptete er, Johnson habe die gescheiterten Friedensgespr\u00e4che zwischen Russland und der Ukraine \u201esabotiert\u201c \u2013 offenbar eine Anspielung auf die im M\u00e4rz 2022 in Istanbul abgebrochenen Verhandlungen.<\/p>\n<p>\u201eNur eine freundliche Erinnerung: Boris Johnson hat das unterschriftsreife Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine sabotiert, nachdem er eine Spende \u00fcber eine Million Pfund von einem Milit\u00e4rdrohnen-Hersteller erhalten hatte\u201c, schrieb er auf X.<\/p>\n<p>Dimitriev ver\u00f6ffentlichte seine Aussage als Reaktion auf einen Beitrag von Johnson. Darin wirft Johnson dem neuen britischen Au\u00dfenminister Ed Miliband vor, mit fr\u00fcheren au\u00dfenpolitischen Entscheidungen in seiner Zeit als Vorsitzender der Mitte-links-Partei Labour den Weg f\u00fcr Russlands Gro\u00dfangriff auf die Ukraine geebnet zu haben.<\/p>\n<p>Bei dem sogenannten \u201eDrohnenhersteller\u201c, auf den sich Dimitriev vermutlich bezieht, handelt es sich um Christopher Harborne. Der britische Gesch\u00e4ftsmann, politische Geldgeber und Investor h\u00e4lt Anteile an einem Unternehmen, das nach Medienberichten milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung an die Ukraine liefert.<\/p>\n<p>Im November 2022, zwei Monate nachdem Johnson sein Amt verlassen hatte, spendete Harborne dem ehemaligen Premierminister eine Million Pfund.<\/p>\n<p>Aus durchgesickerten Unterlagen geht hervor, dass der Investor Johnson sp\u00e4ter bei einer Reise in die Ukraine begleitete und dabei im September 2023 Spitzenvertreter des Landes traf. Das berichtete ein Artikel <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2025\/oct\/10\/the-1m-man-why-did-boris-johnson-take-his-donor-to-ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"><strong>von The Guardian<\/strong><\/a> vom 10. Oktober 2025.<\/p>\n<p>Der Beitrag konzentrierte sich auf Transparenzfragen rund um Harbornes Spende von einer Million Pfund an Johnsons B\u00fcro und die gemeinsame Reise in die Ukraine. Eindeutige Schlussfolgerungen zog der Artikel jedoch nicht.<\/p>\n<p>Am 12. Oktober 2025 ver\u00f6ffentlichte die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS dennoch einen Artikel mit der \u00dcberschrift \u201eBoris Johnson k\u00f6nnte die Verl\u00e4ngerung des Konflikts in der Ukraine aus Geldgr\u00fcnden unterst\u00fctzt haben\u201c und berief sich dabei auf einen Bericht von The Guardian.<\/p>\n<p>Ein weiterer Beitrag des staatlichen russischen Senders Channel One vom 13. Oktober trug die \u00dcberschrift: \u201eThe Guardian behauptet, Boris Johnson habe Geld erhalten, um Gespr\u00e4che zwischen Moskau und Kyjiw zu torpedieren.\u201c<\/p>\n<p>Der Beitrag machte Johnson zudem f\u00fcr das Scheitern der Friedensverhandlungen in Istanbul im Fr\u00fchjahr 2022 verantwortlich. In Wirklichkeit erw\u00e4hnte The Guardian diese gescheiterten Gespr\u00e4che jedoch ebenso wenig wie das Wort \u201eBestechung\u201c, beide kommen nur in dem Artikel von Channel One vor.<\/p>\n<p>Auch der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj hat Behauptungen ausdr\u00fccklich zur\u00fcckgewiesen, Johnson habe die Gespr\u00e4che in Istanbul durch Druck auf ihn zum Abbruch bringen wollen. Er nannte diese Darstellung \u201eunlogisch\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEs gab mehrere Vorst\u00f6\u00dfe mit Ultimaten, und ich habe dem nie zugestimmt\u201c, sagte Selenskyj in einem <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2025\/feb\/12\/zelenskyy-rejects-claim-boris-johnson-talked-him-out-of-2022-peace-deal\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"><strong>Interview mit The Guardian<\/strong> <\/a>im Februar 2025. \u201eDas passt nicht zu irgendeiner Logik, wovon genau h\u00e4tte er [Johnson] uns denn abbringen sollen?\u201c<\/p>\n<p>Johnson selbst hat diese Behauptungen als \u201erussische Propaganda\u201c zur\u00fcckgewiesen. Er reiste mehrmals in die Ukraine, sowohl w\u00e4hrend seiner Amtszeit als Premierminister als auch danach.<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung, der Westen wolle den Krieg in der Ukraine, verbreitet der Kreml seit Langem, um die Verantwortung f\u00fcr den eigenen Angriff abzuw\u00e4lzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein russischer Regierungsvertreter hat eine irref\u00fchrende Erz\u00e4hlung \u00fcber das Scheitern der fr\u00fchen Friedensgespr\u00e4che zwischen Russland und der Ukraine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1191422,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[4012],"tags":[331,332,51137,13,14,15,307,12,317],"class_list":["post-1191421","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-ukraine","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-boris-johnson","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-ukraine"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1191421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1191421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1191421\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1191422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1191421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1191421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1191421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}