{"id":1192004,"date":"2026-07-25T12:25:18","date_gmt":"2026-07-25T12:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1192004\/"},"modified":"2026-07-25T12:25:18","modified_gmt":"2026-07-25T12:25:18","slug":"suedwesteuropa-270-000-menschen-in-frankreich-und-spanien-evakuiert-waldbraende-nehmen-dramatische-ausmasse-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1192004\/","title":{"rendered":"S\u00fcdwesteuropa: 270.000 Menschen in Frankreich und Spanien evakuiert \u2013 Waldbr\u00e4nde nehmen dramatische Ausma\u00dfe an"},"content":{"rendered":"<p>Die Lage in S\u00fcdwesteuropa spitzt sich dramatisch zu. 270.000 Menschen wurden evakuiert. In Frankreich w\u00fcten Feuer, wie es sie noch nie gegeben hat. Auch in einer Region Spaniens ist vom \u201eschlimmsten Brand in der Geschichte\u201c die Rede.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Waldbr\u00e4nde in Frankreich und Spanien haben immer gr\u00f6\u00dfere Gebiete erfasst und 270.000 Menschen zur Flucht gezwungen. In S\u00fcdwestfrankreich mussten sich laut Innenminister Nu\u00f1ez 167.000 Menschen im D\u00e9partement Gironde in Sicherheit bringen, au\u00dferdem etwa 30.000 im benachbarten D\u00e9partement Landes. F\u00fcr Spanien gab das zust\u00e4ndige Innenministerium die entsprechende Gesamtzahl am Samstagmittag mit mehr als 70.000 an. Damit waren in beiden L\u00e4ndern insgesamt gut 100.000 Menschen mehr von Evakuierungen betroffen als noch am Freitag.<\/p>\n<p>Aus den Vororten von Bordeaux wurden am Samstag tausende Menschen evakuiert. Die \u2060Gebiete Le Haillan, Eysines und Merignac w\u00fcrden ger\u00e4umt, teilte die Leiterin der Lokalverwaltung von Nouvelle-Aquitaine und Gironde, Sophie Brocas, auf der Kurznachrichtenplattform X mit.<\/p>\n<p>Innenminister Nu\u00f1ez betonte, das Land habe noch nie zuvor Br\u00e4nde in diesem Ausma\u00df erlebt, und versprach, \u201ealles zu tun\u201c, um die Stadt Bordeaux zu sch\u00fctzen. Der bei\u00dfende Rauchgeruch ist inzwischen bis in die Stadt vorgedrungen.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Pr\u00e4fektur Gironde hat der Brand inzwischen rund 19.000 Hektar Fl\u00e4che erfasst \u2013 eine Fl\u00e4che gr\u00f6\u00dfer als Paris. Etwa 100 Geb\u00e4ude wurden demnach zerst\u00f6rt. <\/p>\n<p>Milit\u00e4rische Transportflugzeuge zur L\u00f6schung eingesetzt<\/p>\n<p>Mittlerweile wird zur Bek\u00e4mpfung der Br\u00e4nde ein milit\u00e4risches Transportflugzeug vom Typ A400M eingesetzt. Es sei in der Lage, 20 Tonnen L\u00f6schmittel abzuwerfen. Dies entspricht etwa der Kapazit\u00e4t von zwei L\u00f6schflugzeugen vom Typ Dash.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/emmanuel-macron\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/emmanuel-macron\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emmanuel Macron<\/a> forderte die Streitkr\u00e4fte nach Angaben seines Umfelds auf, sich zu mobilisieren und den Zivilschutz \u201emit maximaler Verst\u00e4rkung\u201c zu unterst\u00fctzen. Regierungschef S\u00e9bastien Lecornu berief f\u00fcr den sp\u00e4ten Abend einen interministeriellen Krisenstab ein. Er erkl\u00e4rte, insgesamt 1000 Milit\u00e4rangeh\u00f6rige w\u00fcrden eingesetzt, um gegen die Flammen zu k\u00e4mpfen. Diese haben in dem Gebiet bereits eine Fl\u00e4che von 22.000 Hektar verw\u00fcstet.<\/p>\n<p>Auf der bei Urlaubern beliebten Halbinsel Cap-Ferret ordneten die Beh\u00f6rden eine vollst\u00e4ndige Evakuierung an. Rund 44.000 Einwohner und Urlauber verlie\u00dfen das Gebiet \u00fcber die einzige Stra\u00dfe in Richtung Bordeaux oder mit Booten \u00fcber das Becken von Arcachon. Mehr als 800 Menschen erreichten nach Angaben der Stadtverwaltung auf dem Seeweg Arcachon. Etwa 40 der 1000 Feuerwehrleute, die gegen den Brand bei Cap-Ferret k\u00e4mpften, wurden nach Angaben der Beh\u00f6rden verletzt.<\/p>\n<p>Ermittlungen gegen Raucher <\/p>\n<p>Das Feuer k\u00f6nnte laut Staatsanwaltschaft durch eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzte Freischneidemaschine ausgel\u00f6st worden sein, deren Nutzung zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde zudem gegen zwei M\u00e4nner wegen Gef\u00e4hrdung des Lebens anderer ermittelt, nachdem sie beim Rauchen in Waldgebieten ertappt worden waren. Bei einem von ihnen stellten Gendarmen demnach fest, dass er am Vortag neben seinem Lagerplatz einen Grill angez\u00fcndet hatte.<\/p>\n<p>Nach dem Tod zweier Berufsfeuerwehrleute bei einem Einsatz in M\u00e9rignac nahe Bordeaux hatte die Staatsanwaltschaft ein sch\u00e4rferes Vorgehen gegen den Umgang mit Feuer in Waldgebieten angek\u00fcndigt. Verst\u00f6\u00dfe k\u00f6nnen in den D\u00e9partements Gironde, Landes und Lot-et-Garonne mit bis zu einem Jahr Haft und 15.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.<\/p>\n<p>Etwa hundert Kilometer s\u00fcdlich von Bordeaux breitete sich ein Feuer von Biscarrosse in Richtung Parentis-en-Born aus. Dort lief nach Angaben des Pr\u00e4fekten des D\u00e9partements Landes die Evakuierung von 8000 Einwohnern. Seit Donnerstagabend waren in der Umgebung bereits 23.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. F\u00fcnf Feuerwehrleute erlitten demnach leichte Verletzungen oder Beschwerden.<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00e4mpften die Einsatzkr\u00e4fte in Frankreich laut Innenminister Nu\u00f1ez gegen 32 aktive Waldbr\u00e4nde unterschiedlicher St\u00e4rke. Seit Jahresbeginn seien bereits mehr als 50.000 Hektar Fl\u00e4che verbrannt \u2013 fast dreimal so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.<\/p>\n<p>Feuer im Raum Madrid \u201enicht zu l\u00f6schen\u201c \u2013 70.000 Menschen evakuiert<\/p>\n<p>In Spanien versch\u00e4rfte sich die Lage rund um die Hauptstadt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/madrid\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/madrid\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Madrid<\/a>. Das dortige Gro\u00dffeuer sei \u201eauf seinem H\u00f6hepunkt\u201c und derzeit \u201enicht zu l\u00f6schen\u201c, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes der Regionalregierung, Carlos Novillo. Aufkommender Wind d\u00fcrfte den Kampf erschweren. Mit B\u00f6en von bis zu 60 Kilometern pro Stunde \u2060werde der Einsatz f\u00fcr die Feuerwehr am Samstag schwieriger, warnte das spanische Innenministerium. Etwa 70.000 Menschen mussten inzwischen in Sicherheit gebracht werden.<\/p>\n<p>Regionalpr\u00e4sidentin Isabel D\u00edaz Ayuso sprach vom \u201eschlimmsten Brand in der Geschichte\u201c der Region Madrid und von einer \u201eKatastrophe\u201c.<\/p>\n<p>Zwei der drei Br\u00e4nde westlich der spanischen Hauptstadt waren nach Beh\u00f6rdenangaben bereits zu einem Gro\u00dffeuer verschmolzen. Dieses zog auf die Gemeinde Navas del Rey zu, rund 50 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, und stand \u00f6rtlichen Vertretern zufolge kurz davor, sich mit einem weiteren Waldbrand in der benachbarten Region Kastilien und Le\u00f3n zu verbinden.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez wollte am Samstag gemeinsam mit Innenminister Fernando Grande-Marlaska das Einsatzzentrum in Cenicientos bei Madrid besuchen und dort an einer Krisensitzung teilnehmen. S\u00e1nchez hatte von einer \u201edramatischen Situation\u201c in mehreren spanischen Provinzen und in Nachbarl\u00e4ndern gesprochen.<\/p>\n<p>In Zusammenhang mit dem Feuer in \u00c1vila nahm die spanische Gendarmerie nach eigenen Angaben einen Mann fest. Wie die Guardia Civil weiter erkl\u00e4rte, soll er eine landwirtschaftliche Maschine in einem Gebiet eingesetzt haben, in dem dies wegen der Brandgefahr streng verboten war. Die dabei entstandenen Funken h\u00e4tten vermutlich den Brand ausgel\u00f6st. Gegen einen weiteren Mann werde ermittelt.<\/p>\n<p>Die Waldbr\u00e4nde in Spanien zwangen au\u00dferdem die US-Raumfahrtbeh\u00f6rde Nasa zur Evakuierung einer ihrer drei weltweiten Bodenstationen f\u00fcr die Tiefraumkommunikation. Die Flammen seien \u00fcber das Gel\u00e4nde in Robledo, rund 65 Kilometer westlich von Madrid hinweggezogen, m\u00f6gliche Sch\u00e4den w\u00fcrden bewertet, sobald dies gefahrlos m\u00f6glich sei, teilte die US-Beh\u00f6rde mit.<\/p>\n<p>Im nord\u00f6stlich von Madrid gelegenen Guadalajara entwickelte sich die Lage dagegen g\u00fcnstiger. Das Feuer hatte nach Angaben der Einsatzkr\u00e4fte rund 32.000 Hektar erfasst, verlor aber an Intensit\u00e4t. Bewohner von 14 Gemeinden durften zur\u00fcckkehren, die milit\u00e4rische Notfalleinheit zog sich zur\u00fcck. Gel\u00f6scht war der Brand zun\u00e4chst nicht.<\/p>\n<p>Auch in Italien Dutzende Feuer gemeldet<\/p>\n<p>Die EU entsandte nach Angaben der Europ\u00e4ischen Kommission vier L\u00f6schflugzeuge nach <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/spanien\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/spanien\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a> und drei nach Frankreich. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erkl\u00e4rte, Deutschland sei bereit, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/frankreich\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> im Rahmen des europ\u00e4ischen Katastrophenschutzmechanismus zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auch in Italien k\u00e4mpften Einsatzkr\u00e4fte weiter gegen zahlreiche Br\u00e4nde. Besonders betroffen waren Sizilien und Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden am Freitag Dutzende Feuer gemeldet.<\/p>\n<p>Wissenschaftlern zufolge erh\u00f6hen die durch den menschengemachten Klimawandel h\u00e4ufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/waldbraende\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/waldbraende\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Waldbr\u00e4nden<\/a>. D\u00fcrre und au\u00dfergew\u00f6hnliche Hitze hatten die Vegetation in weiten Teilen S\u00fcdeuropas stark ausgetrocknet und erschwerten die L\u00f6scharbeiten.<\/p>\n<p>AFP\/Reuters\/AP\/luwi\/shem<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Lage in S\u00fcdwesteuropa spitzt sich dramatisch zu. 270.000 Menschen wurden evakuiert. 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