{"id":1192151,"date":"2026-07-25T13:48:18","date_gmt":"2026-07-25T13:48:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1192151\/"},"modified":"2026-07-25T13:48:18","modified_gmt":"2026-07-25T13:48:18","slug":"atomdeal-mit-den-usa-wettruesten-im-nahen-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1192151\/","title":{"rendered":"Atomdeal mit den USA: Wettr\u00fcsten im Nahen Osten?"},"content":{"rendered":"<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"internal-image\" title=\"Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Pr\u00e4sident Donald Trump sitzen nebeneinander und reichen sich die H\u00e4nde.\" alt=\"Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Pr\u00e4sident Donald Trump sitzen nebeneinander und reichen sich die H\u00e4nde.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/donald-trump-bin-salman-100-1920x1080.jpg\" \/><\/p>\n<p>                  Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Pr\u00e4sident Donald Trump schlie\u00dfen einen Atom-Deal. Viele Fragen bleiben noch offen. (Foto vom 18.11.2025) (imago \/ UPI Photo \/ Nathan Howard)<\/p>\n<p>Inmitten des Iran-Kriegs schlie\u00dfen die USA\u00a0ein Atomabkommen mit einem Rivalen Irans:\u00a0Saudi-Arabien. Das Abkommen soll die\u00a0ausschlie\u00dflich\u00a0zivile\u00a0Nutzung der\u00a0Atomenergie\u00a0\u00a0in\u00a0dem Golfstaat\u00a0regeln.\u00a0Damit die Vereinbarung in Kraft treten kann, muss der US-Kongress noch zustimmen.\u00a0<\/p>\n<p>Saudi-Arabien\u00a0will das Abkommen, um\u00a0seine Energiequellen\u00a0zu st\u00e4rken, da das Erd\u00f6l endlich ist. Au\u00dferdem solle\u00a0die Zusammenarbeit mit den USA\u00a0\u00a0ausgebaut\u00a0werden.\u00a0Klingt alles harmlos, dennoch befeuert das Abkommen die Sorge vor einem m\u00f6glichen Wettr\u00fcsten im Nahen Osten.\u00a0<\/p>\n<p>Saudi-Arabien treibt die Nutzung von Kernkraft unter Kronprinz Mohammed bin Salman seit Jahren voran. An Ambitionen habe es schon in der Vergangenheit nicht gemangelt, erkl\u00e4rt Friedensforscher Fabian Unruh. Allerdings fehlte es dem Golfstaat bisher an den ben\u00f6tigten Schl\u00fcsseltechnologien. <\/p>\n<p>Laut Unruh ist die technische Unterst\u00fctzung aus den USA zentral. Details des Abkommens sind derzeit rar und teilweise widerspr\u00fcchlich. Sollte eine Anreicherung au\u00dferhalb Saudi-Arabiens, zum Beispiel in den USA, stattfinden, k\u00f6nnte man dies international gut kontrollieren, sagt Unruh. Die USA w\u00fcrde dann nur Brennstoff und angereichertes Uran liefern, das f\u00fcr die zivile Nutzung und nicht zur Weiterverarbeitung von Kernwaffen verwendet werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Sollte die Anreicherung allerdings innerhalb des Golfstaates stattfinden, w\u00e4ren Kontrollen schwierig, da Saudi-Arabien ein Zusatzabkommen mit der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde nicht unterzeichnet hat. Inspektionen w\u00e4ren dann nicht effektiv.<\/p>\n<p>Saudi-Arabien strebe die Anreicherung auf eigenem Boden an, sagt Politologe Guido Steinberg. Er ist sich sicher, dass die Saudis sich die Option, aus dem zivilen Atomprogramm ein milit\u00e4risches machen zu k\u00f6nnen, bewusst offenhielten. <\/p>\n<p>Der Nahe Osten hat mit Israel schon einen Nuklearwaffenstaat. Ein Zugang Saudi-Arabiens zu sensibler Nukleartechnik k\u00f6nnte den Druck auf andere L\u00e4nder erh\u00f6hen, eigene Programme auszubauen, sorgt sich Friedensforscher Unruh. Er ist sich sicher, dass Iran gro\u00dfes Interesse hat, nicht hinter dem Rivalen Saudi-Arabien zur\u00fcckzufallen. &#8222;Im schlimmsten Fall kann es daf\u00fcr sorgen, dass wir eine Art R\u00fcstungswettlauf im Nahen Osten im Bezug auf Nuklearwaffen erleben k\u00f6nnten.&#8220;<\/p>\n<p>Doch nicht nur Iran sieht sich als Rivale zu Saudi-Arabien. Auch andere Akteure in der Region schauen genau auf das Abkommen. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits ein Atomprogramm. Anders als Saudi-Arabien, haben sie allerdings auf jegliche eigene Anreicherung bisher verzichtet und sind dem Zusatzprotokoll zum Nichtverbreitungsabkommen beigetreten. Das hei\u00dft, dass umfassende internationale Inspektionen stattfinden. <\/p>\n<p>Politikwissenschaftler Steinberg sieht nun die Gefahr, dass sie diese Klauseln nun \u00e4ndern k\u00f6nnten, da Saudi-Arabien ein &#8222;gro\u00dfz\u00fcgigeres Angebot&#8220; bekommen habe. Auch die T\u00fcrkei sieht sich als wichtigen Akteur in der Region \u2013 und k\u00f6nnte mit eigenen Pl\u00e4nen folgen. &#8222;Eine Katastrophe&#8220;, so der Politologe mit Blick auf ein m\u00f6gliches Wettr\u00fcsten. <\/p>\n<p>Das Abkommen f\u00e4llt in eine Zeit extremer Spannungen in der Region und es kann durchaus die Machtverh\u00e4ltnisse und Allianzen verschieben. In den vergangenen Jahren verfolgte Saudi-Arabien eine &#8222;Balance-Politik&#8220; und suchte gezielt die N\u00e4he zu Russland und China. Nun bindet das Abkommen und die geplanten Milliardeninvestitionen amerikanischer Nuklearfirmen Saudi-Arabien wieder st\u00e4rker an die USA und st\u00e4rkt deren Einfluss im Nahen-Osten. <\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00f6nnte Israel geschw\u00e4cht werden. Bisher war ein Atomabkommen mit Saudi-Arabien an die Bedingung gekn\u00fcpft, dass der Golfstaat Israel offiziell anerkennt. Darauf beharrten die USA. Saudi-Arabien lehnt dies allerdings weiterhin ab und die USA verzichteten nun, zugunsten eines Deals, auf diese Forderung \u2013 so hie\u00df es zuerst. Auf &#8222;Truth Social&#8220; schrieb Trump nachtr\u00e4glich, einen Tag nach der Unterzeichnung, das Abkommen h\u00e4nge doch daran, dass Saudi-Arabien seine Beziehung zu Israel &#8222;normalisiere&#8220; und dem Abraham-Abkommen beitr\u00e4te. <\/p>\n<p>Ob die Saudis bei diesem Punkt mitziehen, ist unklar. Bisher blieb Saudi-Arabien in seiner Position zu Israel unverr\u00fcckbar. Das k\u00f6nnte bedeuten, dass am Ende doch kein Deal zustande kommt. <\/p>\n<p>Onlinetext: Nora Bath<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Pr\u00e4sident Donald Trump schlie\u00dfen einen Atom-Deal. 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