{"id":119219,"date":"2025-05-18T02:26:08","date_gmt":"2025-05-18T02:26:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/119219\/"},"modified":"2025-05-18T02:26:08","modified_gmt":"2025-05-18T02:26:08","slug":"berlin-brandenburg-pflegebeduerftige-warten-teils-monatelang-auf-sozialhilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/119219\/","title":{"rendered":"Berlin &#038; Brandenburg: Pflegebed\u00fcrftige warten teils monatelang auf Sozialhilfe"},"content":{"rendered":"<p>                    Berlin &amp; Brandenburg<br \/>\n                Pflegebed\u00fcrftige warten teils monatelang auf Sozialhilfe<\/p>\n<p>\t\t\t\t              18.05.2025, 03:18 Uhr<\/p>\n<p><strong>Menschen, die sich die Kosten f\u00fcr Pflegeheim oder ambulante Pflege nicht leisten k\u00f6nnen, haben Recht auf die Sozialleistung Hilfe zur Pflege. Doch in vielen Berliner \u00c4mtern stauen sich die Antr\u00e4ge.<\/strong><\/p>\n<p>Berlin (dpa\/bb) &#8211; Pflegebed\u00fcrftige mit wenig Geld m\u00fcssen oft Monate auf staatliche Hilfe warten. Manche Sozial\u00e4mter in Berlin brauchen sogar bis zu einem Jahr oder l\u00e4nger f\u00fcr die Bewilligung der sogenannten Hilfe zur Pflege, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter acht Bezirks\u00e4mtern ergeben hat. Zuvor hatte das ARD-Magazin &#8222;Report Mainz&#8220; \u00fcber den Antragsstau berichtet.\u00a0<\/p>\n<p>In Pankow ist die Wartezeit mit Abstand am l\u00e4ngsten. &#8222;Tats\u00e4chlich gibt es Vorg\u00e4nge, die seit mehr als 2 Jahren nicht bearbeitet werden konnten&#8220;, teilte eine Sprecherin des Bezirksamts mit. Die Anzahl unbearbeiteter Postst\u00fccke liege im beginnenden f\u00fcnfstelligen Bereich. Dringende F\u00e4lle w\u00fcrden bevorzugt behandelt, etwa wenn der Wohnungsverlust drohe. Das teilten auch andere Bezirks\u00e4mter mit.<\/p>\n<p>In Deutschland deckt die Pflegeversicherung nur einen Teil der anfallenden Kosten, den Rest m\u00fcssen die Betroffenen oder ihre Angeh\u00f6rigen in der Regel selbst zahlen. Wenn das Geld daf\u00fcr nicht reicht, gibt es die M\u00f6glichkeit die Sozialleistung Hilfe zur Pflege zu beantragen.<\/p>\n<p>Bezirke beklagen Personalmangel<\/p>\n<p>In Steglitz-Zehlendorf liegt die Bearbeitungszeit im Schnitt bei zwischen f\u00fcnf und zehn Monaten, in Marzahn-Hellersdorf bei etwa sechs und in Spandau bei vier bis f\u00fcnf Monaten. In Friedrichshain-Kreuzberg geht es deutlich schneller: &#8222;Sofern alle notwendigen Unterlagen vorliegen, dauert die Bearbeitung bei ambulanten Antr\u00e4gen in der Regel nicht l\u00e4nger als sechs Wochen&#8220;, sagte eine Sprecherin. Im Bezirk g\u00e4be es derzeit 150 offenen Antr\u00e4ge. Das sind deutlich weniger als in anderen Bezirk. In Pankow sind es zum Beispiel rund 850, in Charlottenburg-Wilmersdorf rund 580.<\/p>\n<p>Viele Bezirks\u00e4mter begr\u00fcnden die langen Wartezeiten mit einem Anstieg der Antr\u00e4ge bei gleichzeitigem Personalmangel. Die Berliner \u00c4mter f\u00fcr Soziales seien systematisch unterausgestattet, erkl\u00e4rte Hannes Rehfeldt, Bezirksstadtrat in Neuk\u00f6lln. &#8222;Es ist nicht ungew\u00f6hnlich, wenn ein Sachbearbeiter zeitweise oder (mehr oder weniger) dauerhaft bis zu 500 Fallakten betreuen muss.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Unterlagen sind h\u00e4ufig unvollst\u00e4ndig<\/p>\n<p>In Steglitz-Zehlendorf sind von knapp 16 Vollzeitstellen f\u00fcr die Hilfe zur Pflege derzeit in etwa 12 Stellen besetzt (Stand 14. Mai), wie Stadtrat Tim Richter mitteilte. Durch Neuanstellungen, K\u00fcndigungen, Antr\u00e4ge auf Teilzeit oder Elternzeit \u00e4ndere sich die Zahl laufend.\u00a0<\/p>\n<p>Eines der Hauptprobleme sei die fehlende Mitwirkung der Antragsteller, wie es in zahlreichen Antworten hei\u00dft. In vielen F\u00e4llen l\u00e4gen die erforderlichen Unterlagen nicht vollst\u00e4ndig oder in nicht verwertbarer Qualit\u00e4t vor, sagte Richter.\u00a0<\/p>\n<p>Auch andere Bundesl\u00e4nder sind betroffen<\/p>\n<p>Um Antr\u00e4ge schneller zu bearbeiten, will das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf Stellen z\u00fcgig nachbesetzen und zus\u00e4tzlich etwa auch Quereinsteiger oder Praktikanten anstellen. Im Bezirksamt Pankow l\u00e4uft nach Angaben der Sprecherin seit einem Jahr ein Projekt, das unter anderem dabei helfen soll, R\u00fcckstande abzubauen und zus\u00e4tzliches Personal zu finden.<\/p>\n<p>Der Senatsverwaltung f\u00fcr Pflege ist bekannt, dass es in den Bezirken seit l\u00e4ngerem Probleme mit der Bearbeitung der Antr\u00e4ge gibt, wie Sprecherin D\u00f6rthe Arnold sagte. &#8222;Die Berliner Bezirke stehen mit dem Problem nicht allein da, auch andere Bundesl\u00e4nder sind betroffen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>2023 erhielten rund 22.000 Berliner Hilfe zur Pflege<\/p>\n<p>Problematisch sei, dass die Leistungen der Hilfe zur Pflege nicht deckungsgleich mit denen der Pflegeversicherung seien. Das habe zur Folge, dass die Bezirke in jedem Fall zwingend eine Bedarfspr\u00fcfung vornehmen m\u00fcssten. &#8222;Das kostet zus\u00e4tzliche Zeit.&#8220; Die Verwaltung fordere daher vom Bund eine Reformierung des Systems.<\/p>\n<p>Im Jahr 2023 haben in Berlin nach Angaben des Statistischen Bundesamts 22.010 Menschen Hilfe zur Pflege erhalten. Neuere Zahlen legte die Berliner Pflegeverwaltung zun\u00e4chst nicht vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin &amp; Brandenburg Pflegebed\u00fcrftige warten teils monatelang auf Sozialhilfe 18.05.2025, 03:18 Uhr Menschen, die sich die Kosten f\u00fcr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":119220,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,1890,29,30,45515,7449],"class_list":{"0":"post-119219","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-brandenburg","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-pflegebeduerftige","13":"tag-sozialhilfe"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114526472333870071","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119219","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119219"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119219\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/119220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119219"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=119219"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=119219"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}