{"id":1193171,"date":"2026-07-26T01:10:15","date_gmt":"2026-07-26T01:10:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1193171\/"},"modified":"2026-07-26T01:10:15","modified_gmt":"2026-07-26T01:10:15","slug":"berlin-hunderttausende-feiern-beim-csd-festnahmen-bei-demo-wegen-israelfeindlicher-parole","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1193171\/","title":{"rendered":"Berlin: Hunderttausende feiern beim CSD \u2013 Festnahmen bei Demo wegen israelfeindlicher Parole"},"content":{"rendered":"<p>Hunderttausende Menschen feiern in Berlin den CSD. Am Rande der gro\u00dfen Demonstration greift die Polizei bei einem linken Protestzug ein. Mehrfach seien verbotene Parolen gerufen worden.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Berlin an der diesj\u00e4hrigen Gro\u00dfkundgebung zum Christopher Street Day (CSD) teilgenommen. Mit Regenbogenfahnen, bunten Kost\u00fcmen und viel Glitzer zogen sie durch die Hauptstadt. Insgesamt seien mehrere Hunderttausend Menschen gekommen, sagte ein Polizeisprecher. <\/p>\n<p>Bei einer linken Demonstration am Rande des CSD kam es allerdings zu einem Zwischenfall. Bei dem Protestzug in Gesundbrunnen und Wedding sei es trotz mehrerer Gespr\u00e4che mit der Versammlungsleitung \u201ewiederholt zum Ausruf verbotener Parolen\u201c gekommen, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Ein Sprecher bezog sich auf die israelfeindliche Parole \u201eFrom the river to the sea, Palestine will be free\u201c. Demnach liefen vor allem im vorderen Teil des Aufzugs Hunderte propal\u00e4stinensische Demonstranten mit.<\/p>\n<p>Ein tatverd\u00e4chtiger Teilnehmer sei daraufhin festgenommen worden. Die Beamten h\u00e4tten mehrfach unmittelbaren Zwang wegen gewaltt\u00e4tiger Unterst\u00fctzer anwenden m\u00fcssen, hie\u00df es auf X. Der Sprecher erkl\u00e4rte, zwei Personen, die den Festgenommenen befreien wollten, seien ebenfalls festgenommen worden. Alle drei d\u00fcrften nun nicht mehr mitlaufen. Auch ein Medienvertreter sei aus dem Aufzug heraus angegangen worden, hie\u00df es. Sp\u00e4ter hie\u00df es, dass auf der Demo Festlegetechniken und Pfefferspray eingesetzt werden mussten, weil die Beamten bedr\u00e4ngt worden seien.<\/p>\n<p>Der Aufzug erreichte den Leopoldplatz und wurde nach Angaben der Polizei kurz vor Erreichen des Endplatzes von der Versammlungsleitung beendet. Dort nahmen Einsatzkr\u00e4fte einen ehemaligen Versammlungsteilnehmer fest. Er soll w\u00e4hrend des Aufzugs versucht haben, Einsatzkr\u00e4fte mit einer Fahnenstange zu schlagen. Insgesamt nahm die Polizei im Zusammenhang mit dem Aufzug neun Menschen fest. Sie leitete unter anderem Strafverfahren wegen Gewalt- und Propagandadelikten ein. Rund 7000 Menschen sollen laut Angaben des Sprechers an der Demonstration teilgenommen haben. Unter dem Titel \u201eInternationalist Queer Pride\u201c sollte es gegen Kapitalismus und Kolonialismus gehen.<\/p>\n<p>\u201eQueere Menschen stehen weltweit unter mehr Druck\u201c<\/p>\n<p>Zur gro\u00dfen CSD-Parade mit rund 80 Trucks zeigte sich die Polizei zufrieden. Sechs Personen erhielten nach Abschluss der polizeilichen Ma\u00dfnahmen einen Platzverweis und wurden wieder auf die Stra\u00dfe entlassen. Kurzzeitig blockierten laut Polizei gegen 16.40 Uhr f\u00fcnf bis zehn Personen mutma\u00dflich aus dem linken Spektrum einen Aufzugswagen der CDU. Ordner hatten die Blockade bereits vor Eintreffen der Einsatzkr\u00e4fte aufgel\u00f6st, die Tatverd\u00e4chtigen verschwanden in der Menge.<\/p>\n<p>Mit der CSD-Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen f\u00fcr Demokratie und Vielfalt setzen. \u201eQueere Menschen stehen weltweit unter mehr Druck\u201c, sagte Thomas Hoffmann, Vorstandsmitglied des Berliner CSD. Bestehende Rechte w\u00fcrden teils wieder r\u00fcckabgewickelt und auch die Hasskriminalit\u00e4t steige an.<\/p>\n<p>Mit ihrem zweit\u00e4gigen CSD wollten sie ein ganz klares Zeichen dagegensetzen und sagen: \u201eWir werden nicht kleiner, sondern gr\u00f6\u00dfer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter\u201c, so Hoffmann. \u201eUnd zwar so lange, bis alle Menschen in Deutschland frei, sicher und selbstbestimmt leben k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Rapperin Ikkimel: \u201eEs ist mir eine Ehre\u201c<\/p>\n<p>Die Demonstration wurde zur gro\u00dfen Party. Einige Menschen waren mit Glitzerkost\u00fcmen und Fetischkleidung wie Hundemasken unterwegs, es lief Musik von Queen (\u201eDon\u2018t stop me now\u201c) bis zu Elektrobeats. Die Polizei wies die Feiernden angesichts des warmen Wetters darauf hin, ausreichend Wasser zu trinken.<\/p>\n<p>Zum Auftakt des Wochenendes war Rapperin Ikkimel (\u201eFu\u00dfballm\u00e4nner\u201c) am Brandenburger Tor aufgetreten. \u201eSch\u00f6n, dass ich heute hier spielen darf, Leute, es ist mir eine Ehre\u201c, sagte sie am Freitagabend. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6a4b919db5527c10fadb5379\/zdf-morgenmagazin-fussballmaenner-alles-penner-droehnt-es-durchs-studio.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6a4b919db5527c10fadb5379\/zdf-morgenmagazin-fussballmaenner-alles-penner-droehnt-es-durchs-studio.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die 29-J\u00e4hrige hatte neulich mit einem Auftritt im ZDF-\u201eMorgenmagazin\u201c Schlagzeilen gemacht<\/a>.<\/p>\n<p>In vielen L\u00e4ndern w\u00fcrden homosexuelle Menschen und die queere Community nicht akzeptiert, sagte Ikkimel. Es werde immer gesagt, in Deutschland sei das eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Leider merke sie aber immer wieder in Berlin, dass dem leider nicht so sei. Deswegen sei sie stolz, dort spielen zu d\u00fcrfen. Am Samstagabend soll unter anderem Sarah Connor auftreten.<\/p>\n<p>Mit dem Christopher Street Day (CSD) wird in vielen St\u00e4dten an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten hatten damals die Bar \u201eStonewall Inn\u201c in der Christopher Street gest\u00fcrmt und einen mehrt\u00e4gigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Der Berliner CSD ist eine der gr\u00f6\u00dften Veranstaltungen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren Community in Europa. Die Demonstration mit rund 80 Trucks sollte bis zur Siegess\u00e4ule f\u00fchren und mit einer Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor enden.<\/p>\n<p>Das Motto lautet diesmal \u201eHaltung ist hot\u201c. Die Organisatoren fordern zum Beispiel, Hasskriminalit\u00e4t wirksam zu bek\u00e4mpfen und queere R\u00e4ume zu sichern. Hoffmann \u00e4u\u00dferte sich auch besorgt \u00fcber die Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt, wo Anfang September ein neuer Landtag gew\u00e4hlt wird. \u201eDie Positionen dieser Partei sind eindeutig und die queere Community hat Angst.\u201c<\/p>\n<p>Die Berliner Polizei hatte m\u00f6gliche St\u00f6rer aus dem rechtsextremen Spektrum im Blick. An einer Gegendemonstration h\u00e4tten etwa 15 Menschen teilgenommen, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Eine Person sei wegen Beleidigung festgenommen worden. Zuvor hatte die Polizei die Gruppe bereits am Potsdamer Platz kontrolliert. Dort sei eine Frau festgenommen worden, weil sie einen Elektroschocker dabeigehabt habe.<\/p>\n<p>\u201eS\u00fc\u00dfm\u00e4use gehen w\u00e4hlen\u201c<\/p>\n<p>Im Sommer feiern queere Menschen und ihre Verb\u00fcndeten an vielen Orten unter dem Schlagwort \u201ePride\u201c. Die Berliner Veranstalter des CSD machten auch auf die anstehende Wahl zum Abgeordnetenhaus aufmerksam. Auch hier wird im September gew\u00e4hlt. Einer der CSD-Slogans lautet \u201eS\u00fc\u00dfm\u00e4use gehen w\u00e4hlen\u201c.<\/p>\n<p>Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Kai Wegner (CDU) wird dann nicht mehr antreten. Er war k\u00fcrzlich als Spitzenkandidat seiner Partei zur\u00fcckgetreten, weil er nach dem gro\u00dfen Stromausfall im Januar wegen eines Tennisspiels und seiner Angaben zum Krisenmanagement in die Kritik geraten war.<\/p>\n<p>Beim CSD war Wegner noch einmal dabei, erstmals hatte der Senat auch einen eigenen Wagen. \u201eGerade in diesen Zeiten, wo es auch um Hass und Hetze, Ausgrenzung, Spaltung der Gesellschaft geht, setzt der CSD immer ein klares Signal\u201c, sagte Wegner. Deswegen sei der CSD wichtig f\u00fcr Berlin.<\/p>\n<p>dpa\/nw<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hunderttausende Menschen feiern in Berlin den CSD. 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