{"id":1195010,"date":"2026-07-26T21:11:24","date_gmt":"2026-07-26T21:11:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1195010\/"},"modified":"2026-07-26T21:11:24","modified_gmt":"2026-07-26T21:11:24","slug":"waldbraende-in-frankreich-und-spanien-feuer-erreicht-den-grossraum-bordeaux-innenminister-will-alles-tun-um-die-stadt-zu-schuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1195010\/","title":{"rendered":"Waldbr\u00e4nde in Frankreich und Spanien: Feuer erreicht den Gro\u00dfraum Bordeaux \u2013 Innenminister will \u201ealles tun\u201c, um die Stadt zu sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Lage in S\u00fcdwesteuropa spitzt sich dramatisch zu. Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in Frankreich und Spanien evakuiert. Auch in Italien w\u00fcten Br\u00e4nde. Der Zivilschutz in Kalabrien geht von Brandstiftung mit \u201eunmenschlichen Methoden\u201c aus. Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Mehrere Hunderttausend Menschen sind in Frankreich und Spanien vor Waldbr\u00e4nden in Sicherheit gebracht worden. Im S\u00fcdwesten Frankreichs haben die anhaltenden Br\u00e4nde eine der gr\u00f6\u00dften Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgel\u00f6st. Im D\u00e9partement Gironde wurden nach Beh\u00f6rdenangaben weit mehr als 220.000 Menschen evakuiert. Auch in Spanien mussten nach Regierungsangaben inzwischen knapp 60.000 Menschen ihre H\u00e4user verlassen.<\/p>\n<p>So ist die Lage in Frankreich<\/p>\n<p><b>Wo die Feuer w\u00fcten: <\/b>Der Waldbrand im Gro\u00dfraum Bordeaux im S\u00fcdwesten Frankreichs spitzt sich zu. Das Feuer ist nach Angaben von B\u00fcrgermeister Thomas Cazenave inzwischen rund 15 Kilometer von der Metropole entfernt. Er sagte nach Angaben der Regionalzeitung \u201eL&#8217;Ind\u00e9pendant\u201c, die Einwohnerinnen und Einwohner von Bordeaux bereiteten sich derzeit nicht auf eine Evakuierung vor. <\/p>\n<p>Zugleich betonte er, die Stadt sei darauf vorbereitet, auf jede m\u00f6gliche Entwicklung zu reagieren.  Nach Angaben der Beh\u00f6rden wurden seit Mittwoch in der Gironde, dem Verwaltungsbezirk rund um Bordeaux, rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der gr\u00f6\u00dfte Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der Brand bleibt schwer kontrollierbar. In der Nacht sei das Feuer in der Gironde wieder \u201e\u00e4u\u00dferst heftig und unberechenbar\u201c geworden, erkl\u00e4rte Frankreichs Innenminister Laurent Nu\u00f1ez auf der Plattform X. Die Flammen h\u00e4tten eigene Winde erzeugt und sich in Richtung des Gro\u00dfraums Bordeaux bewegt. Zeitweise entwickelte sich ein sogenannter Pyrocumulonimbus &#8211; eine gewaltige Rauchwolke, die das Feuer weiter anfachen und seine Ausbreitung schwer vorhersehbar machen kann.<\/p>\n<p>Wegen der anhaltenden Gefahr ordnete die Pr\u00e4fektur in der Nacht die vorsorgliche Evakuierung von 55.000 weiteren Menschen in mehreren Gemeinden westlich und s\u00fcdwestlich von Bordeaux an. Nach Angaben der Beh\u00f6rden vom Nachmittag wurden rund 240 Wohnh\u00e4user zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Regierung warnte vor Reisen in die Region. Innenminister Nu\u00f1ez betonte, das Land habe noch nie zuvor Br\u00e4nde in diesem Ausma\u00df erlebt, und versprach, \u201ealles zu tun\u201c, um die Stadt Bordeaux zu sch\u00fctzen. Der bei\u00dfende Rauchgeruch ist inzwischen bis in die Stadt vorgedrungen. Da der Wind gedreht hat, breiten sich die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im D\u00e9partement Var und auf der Insel Korsika, k\u00e4mpfen Feuerwehrleute gegen weitere Br\u00e4nde. Laut Nu\u00f1ez waren mehrere Br\u00e4nde nicht unter Kontrolle.<\/p>\n<p><b>Armee hilft beim Kampf gegen die Flammen: <\/b>Frankreich verst\u00e4rkt angesichts der dramatischen Lage die Unterst\u00fctzung der Feuerwehr. Innenminister Nu\u00f1ez warnte vor einem langwierigen Einsatz. \u201eDas Feuer wird lange zu bek\u00e4mpfen sein\u201c, sagte er in einem Interview mit \u201eLa Tribune Dimanche\u201c. Rund 2500 Feuerwehrleute, unterst\u00fctzt von etwa 1500 Soldaten, k\u00e4mpfen gegen die Flammen. Zus\u00e4tzlich kommen L\u00f6schflugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz. Landwirte unterst\u00fctzen die Einsatzkr\u00e4fte mit Wasseranh\u00e4ngern und Verpflegung.<\/p>\n<p><b>Auch Deutschland bietet Hilfe an:<\/b> Baden-W\u00fcrttembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) schrieb einen entsprechenden Brief an den Pr\u00e4fekten der benachbarten Region Grand Est, Amaury de Saint-Quentin. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin erkl\u00e4rt Hagel, Baden-W\u00fcrttemberg k\u00f6nne etwa die Entsendung zweier Polizeihubschrauber in die akut betroffenen Gebiete anbieten, die mit Au\u00dfenlastbeh\u00e4ltern von jeweils 900 Litern Volumen zur Waldbrandbek\u00e4mpfung ausger\u00fcstet seien. Sollte in der Region Grand Est selbst ein Unterst\u00fctzungsbedarf entstehen, stehe das Land Baden-W\u00fcrttemberg mit allen verf\u00fcgbaren Ressourcen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><b>Die Ausl\u00f6ser der Br\u00e4nde: <\/b>Das Feuer rund um das Bassin d&#8217;Arcachon k\u00f6nnte laut Staatsanwaltschaft durch eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzte Freischneidemaschine ausgel\u00f6st worden sein, deren Nutzung zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde zudem gegen zwei M\u00e4nner wegen Gef\u00e4hrdung des Lebens anderer ermittelt, nachdem sie beim Rauchen in Waldgebieten ertappt worden waren. Bei einem von ihnen stellten Gendarmen demnach fest, dass er am Vortag neben seinem Lagerplatz einen Grill angez\u00fcndet hatte.<\/p>\n<p>So ist die Lage in Spanien<\/p>\n<p><b>Das Ausma\u00df der Br\u00e4nde: <\/b>Spanien k\u00e4mpft ebenfalls gegen zahlreiche Waldbr\u00e4nde. Wegen der schweren Feuer rief die Regierung f\u00fcr die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie f\u00fcr die Region \u00c1vila den Notstand aus. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Provinz Toledo s\u00fcdwestlich der Hauptstadt Madrid gab es neue Evakuierungsaufrufe. \u201eDie Lage ist komplex\u201c, sagte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska vor Journalisten. \u201eHeute sind wir etwas pessimistischer als gestern\u201c, f\u00fcgte er hinzu. Die Wetterbedingungen h\u00e4tten \u201e\u00fcberhaupt nicht geholfen\u201c. Die kommende Nacht werde \u201enicht einfach\u201c werden, sagte Grande-Marlaska.<\/p>\n<p><b>Neuer Brand bei Valencia: <\/b>Wegen eines neuen Waldbrandes in der N\u00e4he der ostspanischen Gro\u00dfstadt Valencia sind nach Beh\u00f6rdenangaben 15.000 Menschen von einem Evakuierungsaufruf betroffen. \u201eDas Feuer \u00fcbersteigt unsere L\u00f6schkapazit\u00e4ten; es hat einen Umfang von etwa 21 Kilometern\u201c, erkl\u00e4rte Regionalpr\u00e4sident Juanfran P\u00e9rez Llorca am Samstagabend.<\/p>\n<p>Wie das spanische Innenministerium am Samstag auf der Plattform X mitteilte, mussten inzwischen 59.488 Menschen ihre H\u00e4user verlassen. Weitere 28.262 Menschen waren demnach von den Br\u00e4nden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder H\u00e4user aber wegen der Lage nicht verlassen. Regionalpr\u00e4sidentin Isabel D\u00edaz Ayuso sprach vom \u201eschlimmsten Brand in der Geschichte\u201c der Region Madrid und von einer \u201eKatastrophe\u201c.<\/p>\n<p>Zwei von drei Br\u00e4nden westlich von Madrid waren nach Beh\u00f6rdenangaben zuvor zu einem Gro\u00dffeuer verschmolzen, das sich mit einem weiteren Waldbrand in der benachbarten Region Kastilien und Le\u00f3n verbinden k\u00f6nnte. Der gr\u00f6\u00dfte Brand in Spanien in der Provinz Guadalajara nord\u00f6stlich von Madrid loderte am Samstag weiter. Dort vernichteten die Flammen bislang etwa 32.000 Hektar Land.<\/p>\n<p><b>Der mutma\u00dfliche Ausl\u00f6ser des Feuers: <\/b>Im Zusammenhang mit dem Feuer in \u00c1vila nahm die spanische Gendarmerie nach eigenen Angaben einen Mann fest. Wie die Guardia Civil weiter erkl\u00e4rte, soll er eine landwirtschaftliche Maschine in einem Gebiet eingesetzt haben, in dem dies wegen der Brandgefahr streng verboten war. Die dabei entstandenen Funken h\u00e4tten vermutlich den Brand ausgel\u00f6st. Gegen einen weiteren Mann werde ermittelt.<\/p>\n<p>So ist die Lage in Italien<\/p>\n<p><b>Wo es brennt: <\/b>Auch in Italien gibt es zahlreiche Waldbr\u00e4nde. Besonders betroffen sind die Mittelmeerinsel Sizilien und die Region Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden mehrere Dutzend Feuer gemeldet. Die Beh\u00f6rden bef\u00fcrchten eine Versch\u00e4rfung der Lage durch eine neue Hitzewelle. Immer wieder werden die Flammen durch den aus Afrika kommenden Scirocco-Wind angefacht.<\/p>\n<p><b>Der mutma\u00dfliche Ausl\u00f6ser der Br\u00e4nde:<\/b> In der s\u00fcditalienischen Region Kalabrien sollen Brandstifter nach Angaben des regionalen Zivilschutzes Katzen als mobile Brands\u00e4tze missbraucht haben. Den Tieren seien mit brennbarer Fl\u00fcssigkeit getr\u00e4nkte Stofffetzen an die Schw\u00e4nze gebunden und angez\u00fcndet worden, bevor sie auf Felder getrieben worden seien, berichtet die Zeitung \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.repubblica.it\/cronaca\/2026\/07\/22\/news\/incendi_calabria_gatti_usati_come_inneschi-425486817\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.repubblica.it\/cronaca\/2026\/07\/22\/news\/incendi_calabria_gatti_usati_come_inneschi-425486817\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">La Repubblica<\/a>\u201c. Zivilschutzchef Domenico Costarella sprach von \u201eunmenschlichen\u201c Methoden und Brandvorrichtungen als Werk eines \u201egest\u00f6rten und kriminellen Geistes\u201c. Ob es sich um Einzelf\u00e4lle handelt, ist dem Bericht zufolge unklar.<\/p>\n<p>In Kalabrien wurden innerhalb von 24 Stunden 164 Br\u00e4nde registriert, 26 weitere waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht gel\u00f6scht. Neben Brands\u00e4tzen mit verz\u00f6gerter Z\u00fcndung und Molotowcocktails entdeckten Einsatzkr\u00e4fte demnach auch die \u00dcberreste der misshandelten Tiere. Die italienische Tierschutz- und Umweltvereinigung Aidaa k\u00fcndigte Anzeigen bei s\u00e4mtlichen Staatsanwaltschaften der Region sowie eine Belohnung von 1000 Euro f\u00fcr Hinweise an, die zur rechtskr\u00e4ftigen Verurteilung der T\u00e4ter f\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Hinweis: Der Artikel wird laufend aktualisiert.<\/b><\/p>\n<p>AFP\/Reuters\/AP\/luwi\/shem\/ll\/lay<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Lage in S\u00fcdwesteuropa spitzt sich dramatisch zu. Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in Frankreich und Spanien evakuiert. 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