{"id":1195658,"date":"2026-07-27T04:37:23","date_gmt":"2026-07-27T04:37:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1195658\/"},"modified":"2026-07-27T04:37:23","modified_gmt":"2026-07-27T04:37:23","slug":"tour-de-france-nach-seinem-husarenritt-bleibt-van-der-poel-minutenlang-liegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1195658\/","title":{"rendered":"Tour de France: Nach seinem Husarenritt bleibt van der Poel minutenlang liegen"},"content":{"rendered":"<p>Auf der Schlussetappe der Tour de France liefern sich die beiden besten Radfahrer der Welt in den Stra\u00dfen von Paris ein unglaubliches Duell. Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar setzen damit das letzte Ausrufezeichen nach drei Wochen Strapazen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Das Kopfsteinpflaster auf den Champs \u00c9lys\u00e9es ist f\u00fcr Radfahrer \u00fcberaus unbequem. F\u00fcr Mathieu van der Poel konnte es jedoch keinen angenehmeren Ort geben. Nach seinem Husarenritt auf der letzten Etappe der Tour de France lag der Niederl\u00e4nder flach auf dem Kopfsteinpflaster des Zielbereichs auf der Pariser Prachtstra\u00dfe \u2013 v\u00f6llig verausgabt und \u00fcbergl\u00fccklich. <\/p>\n<p>\u201eDieser Ausgang ist ein Traum. Es gibt einige Rennen, die ich gern gewinnen wollte. Und das war einer davon\u201c, sagte der Niederl\u00e4nder, nachdem er wieder sprechen konnte: \u201eIch habe das vor einem Jahr am Fernseher verfolgen m\u00fcssen, weil ich krank war.\u201c <\/p>\n<p>Es war ein atemberaubendes Kletter-Spektakel in Montmartre. Zun\u00e4chst hatte van der Poel mit Superstar und Gesamtsieger <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/tadej-pogacar\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/tadej-pogacar\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tadej Pogacar<\/a> sowie dem Zweitplatzierten Remco Evenepoel und Mads Pedersen, dem Gewinner des Gr\u00fcnen Trikots, eine maximal hochkar\u00e4tige Ausrei\u00dfergruppe gebildet. Auf der letzten Runde setzten sich dann die beiden besten Radsportler der Welt ab: Pogacar gegen van der Poel \u2013 ein Duell der Titanen.<\/p>\n<p>\u201eEs war super hart, mit dem besten Radfahrer der Welt da zu fahren\u201c, sagte van der Poel, der den Slowenen 800 Meter vor dem Ziel stehen lie\u00df, am Ende aber nur wenige Meter vor dem heranrauschenden Hauptfeld \u00fcber die Ziellinie fuhr: \u201eIch habe die letzten 500 Meter einfach den Kopf runtergenommen und durchgezogen.\u201c<\/p>\n<p>Weltmeister Tadej Pogacar blieb der Prestigesieg damit verwehrt. Dies jedoch allenfalls ein kleiner Sch\u00f6nheitsfehler vor seiner gro\u00dfen Kr\u00f6nung im Schatten des Arc de Triomphe.<\/p>\n<p>Mit dem f\u00fcnften Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt hat Pogacar Radsport-Geschichte geschrieben. Fortan geh\u00f6rt er dem exquisiten Kreis der F\u00fcnffach-Sieger mit der belgischen Ikone Eddy Merckx, den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie dem Spanier Miguel Indurain an. Dem Amerikaner Lance Armstrong wurden alle sieben Triumphe im Nachhinein wegen Dopings aberkannt.<\/p>\n<p>Der \u201eMenschenfresser\u201c, wie das renommierte Tour-Organ \u201eL&#8217;\u00c9quipe\u201c Pogacar bewundernd beschrieb, hat die Tour auf den 3245 Kilometern von Barcelona nach Paris wieder einmal beherrscht. F\u00fcnf Etappensiege, \u00fcber sechs Minuten Vorsprung im Gesamtklassement auf den zweitplatzierten Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel und famose Kletterrekorde in den Alpen und Pyren\u00e4en. Pogacar fuhr wieder einmal in einer eigenen Liga. Ihm zu folgen sei eine \u201eMission impossible\u201c gewesen, gestand Evenepoel ein.<\/p>\n<p>Merckx glaubt an weitere Siege<\/p>\n<p>Laut Merckx ist ein Ende der Regentschaft Pogacars noch lange nicht in Sicht. \u201eIch glaube nicht, dass er sich damit begn\u00fcgen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen\u201c, sagte der 81 Jahre alte Belgier der \u201eGazzetta dello Sport\u201c.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rungen f\u00fcr seine Dominanz hat Pogacar kaum. \u201eIch habe nicht das Gef\u00fchl, dass ich seit 2024 wesentlich st\u00e4rker geworden bin. Aber ich habe mehr Erfahrung; kleine Dinge verbessern sich nach wie vor. Es kommt auf die Details an\u201c, sagte der slowenische Ausnahmek\u00f6nner.<\/p>\n<p>Seine Kr\u00f6nungsfahrt am Sonntag musste kurzfristig umgestaltet werden. Wegen der heftigen Waldbr\u00e4nde bei Bordeaux wurde die letzte Etappe verk\u00fcrzt und komplett in Paris ausgetragen. Das Innenministerium hatte einen Teil der f\u00fcr die letzte Etappe eingeteilten Sicherheitskr\u00e4fte abgezogen, um die Einsatzkr\u00e4fte in den betroffenen Gebieten zu verst\u00e4rken. So wurde der Startort Thoiry gestrichen, stattdessen gab es in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/paris\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/paris\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paris<\/a> 88,7 statt 133 Kilometer.<\/p>\n<p><b>Ein Podcast, ein Champion, ein R\u00e4tsel \u2013 wer ist der Gast? 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Max Kanter sorgte mit dem vierten Platz noch f\u00fcr einen Achtungserfolg. Trotzdem endete wieder eine Tour ohne deutschen Etappensieg. Der letzte Erfolg liegt bereits f\u00fcnf Jahre zur\u00fcck, als Pogacar-Helfer Nils Politt in Nimes triumphierte.<\/p>\n<p>Lipowitz auf dem Weg der Besserung<\/p>\n<p>Dazu kam der verh\u00e4ngnisvolle Sturz des Vorjahresdritten Florian Lipowitz, der im Einzelzeitfahren einen Schl\u00fcsselbeinbruch erlitt. Der Bergspezialist musste sich das Tour-Finale daheim anschauen. \u201eMir geht es den Umst\u00e4nden entsprechend ganz gut. Die OP ist gut verlaufen. Ich bin jetzt schon wieder daheim und fokussiere mich auf die Erholung\u201c, sagte Lipowitz, der w\u00e4hrend der Schlussetappe am Sonntag in der ARD telefonisch zugeschaltet wurde.<\/p>\n<p>Zu seinen Comeback-Pl\u00e4nen \u00e4u\u00dferte sich der 25-J\u00e4hrige noch vage. \u201eIch freue mich, wenn ich wieder ganz schmerzfrei bin. Ich habe noch mit den Rippen und dem Atmen zu k\u00e4mpfen\u201c, sagte Lipowitz. Bundestrainer Jens Zemke hofft, dass der 25-J\u00e4hrige f\u00fcr die WM wieder bereitsteht. \u201eIch sehe es schon als realistisch an. Ein Schl\u00fcsselbeinbruch ist nicht das Ende der Welt\u201c, sagte Zemke der dpa.<\/p>\n<p>Vermutlich h\u00e4tte es f\u00fcr Lipowitz auch ohne Sturz nicht f\u00fcr das Podium gereicht. Sein Teamkollege Evenepoel hinterlie\u00df den st\u00e4rkeren Eindruck. Eine spannende Konstellation, was die Kapit\u00e4nsrolle zuk\u00fcnftig im Red-Bull-Team betrifft. Auch der drittplatzierte Mexikaner Isaac del Toro war in den Bergen Lipowitz voraus, zumal er mitunter auch Kapit\u00e4n Pogacar als Edelhelfer an seiner Seite hatte.<\/p>\n<p>So lie\u00df Pogacar noch weitere Etappensiege liegen. Bei 26 Tour-Tageserfolgen steht der Slowene inzwischen. Nur noch Ex-Sprintstar Mark Cavendish (35), Merckx (34) und Hinault (28) stehen vor ihm. Geht der 27-J\u00e4hrige in dem Tempo weiter zur Sache, k\u00f6nnte der Rekord schon in zwei Jahren fallen.<\/p>\n<p>Pantani-Rekord geknackt<\/p>\n<p>Sein Meisterst\u00fcck hatte Pogacar auf den 21 ber\u00fchmtesten Serpentinen der Welt ins Radsport-Mekka Alpe d&#8217;Huez hinauf abgelegt, als er dreieinhalb Minuten auf eine starke Ausrei\u00dfergruppe aufholte. Damit pulverisierte er auch den 31 Jahre w\u00e4hrenden Rekord von Marco Pantani.<\/p>\n<p>35:26 Minuten f\u00fcr den 13,8 Kilometer langen Schlussanstieg, ein Schnitt von mehr als 23 km\/h, 1:24 Minuten schneller als 1995 die italienische Legende &#8211; f\u00fcr viele Experten eine unmenschliche Leistung.<\/p>\n<p>Schon am Col du Tourmalet in den Pyren\u00e4en hatte Pogacar eine neue Bestleistung aufgestellt. \u201eRekorde interessieren mich nicht, es geht mir um den Sieg\u201c, sagt Pogacar in seiner bescheidenen Art.<\/p>\n<p>Teamchef: \u201eHat Aura wie Federer\u201c<\/p>\n<p>Pogacar setzt im <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/radsport\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/radsport\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Radsport<\/a> neue Ma\u00dfst\u00e4be. Er gewinnt Rennen mit langen Solofahrten oder zur Not auch im Sprint. \u201ePogi ist inzwischen zu einer weltweiten Pers\u00f6nlichkeit geworden\u201c, schw\u00e4rmte sein Teamchef Mauro Gianetti: \u201eEr hat die Aura, das Charisma, die Anziehungskraft eines Roger Federer. Er ist eine Ikone.\u201c<\/p>\n<p>Die Dominanz von Pogacar gef\u00e4llt jedenfalls nicht jedem. Auch am Stra\u00dfenrand gab es bisweilen Buhrufe f\u00fcr den Uners\u00e4ttlichen. \u201eDas macht uns nur st\u00e4rker\u201c, entgegnete Pogacar: \u201eWenn mich jemand ausbuht, denke ich an <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/novak-djokovic\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/novak-djokovic\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Novak Djokovic<\/a> und lasse mich von ihm inspirieren.\u201c Auch der serbische Tennisstar hat nicht nur Anh\u00e4nger. 99 Prozent der Leute seien ihm aber positiv gestimmt, merkte Pogacar an.<\/p>\n<p>lw\u00f6<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf der Schlussetappe der Tour de France liefern sich die beiden besten Radfahrer der Welt in den Stra\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1195659,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[136],"tags":[29,30,29869,9408,96695,265,76461,45,34902],"class_list":["post-1195658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-sport","tag-deutschland","tag-germany","tag-pogacar","tag-radsport","tag-radsport-ks","tag-sport","tag-tadej","tag-texttospeech","tag-tour-de-france"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116990092777587881","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1195658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1195658"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1195658\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1195659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1195658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1195658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1195658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}