{"id":1196275,"date":"2026-07-27T11:13:28","date_gmt":"2026-07-27T11:13:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1196275\/"},"modified":"2026-07-27T11:13:28","modified_gmt":"2026-07-27T11:13:28","slug":"fdp-chef-kubicki-zum-anschlag-auf-berliner-csd-gegner-heisst-islamismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1196275\/","title":{"rendered":"FDP-Chef Kubicki zum Anschlag auf Berliner CSD: &#8222;Gegner hei\u00dft Islamismus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbsp<b>Wolfgang Kubicki, Rechtsanwalt und Vorsitzender der &#8222;Freie Demokratische Partei&#8220; (FDP). Er war Mitglied des Deutschen Bundestages und Bundestagsvizepr\u00e4sident.<\/b>\n<\/p>\n<p>\n                    Zuerst ver\u00f6ffentlicht am                 26\/07\/2026 &#8211; 18:45 MESZ\u2022Zuletzt aktualisiert<br \/>\n                                     18:48\n                                        <\/p>\n<p>\n        Die in diesem Artikel ge\u00e4u\u00dferten Meinungen sind die der Autoren und stellen in keiner Weise die redaktionelle Position von Euronews dar.\n            <\/p>\n<p>Vor fast genau zehn Jahren, am 12. Juni 2016, ereignete sich in Orlando, Florida, der verheerendste und t\u00f6dlichste terroristische Anschlag in den USA seit dem 11. September 2001. Im Nachtclub \u201ePulse\u201c erschoss der Attent\u00e4ter 49 Menschen, 58 weitere wurden verwundet. Vor fast sechs Jahren, am 4 Oktober 2020, attackierte ein Terrorist in <a href=\"https:\/\/cms.euronews.tech\/article\/5682652\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Dresden<\/a> zwei M\u00e4nner mit einem Messer; einer starb, der andere wurde lebensgef\u00e4hrlich verletzt. Gestern ereignete sich ebenfalls ein Terroranschlag in Berlin, bei dem ein Mensch get\u00f6tet wurde und weitere lebensgef\u00e4hrlich verletzt wurden.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Islamistischer Terror gegen homosexuelle Menschen<\/p>\n<p>Diese drei Taten verbindet sowohl die Motivation als auch die Wahl des Anschlagsziels: Die Opfer in <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2016\/06\/12\/obama-werden-unsere-werte-niemals-wegen-eines-terroranschlags-aendern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Orlando<\/a> waren Besucher eines schwulen Nachtclubs, die attackierten M\u00e4nner in Dresden waren miteinander verheiratet und die Opfer in Berlin waren Besucher des Christopher Street Day. Alle drei Taten waren nach allem, was wir wissen, islamistisch motiviert und richteten sich gegen homosexuelle Menschen.<\/p>\n<p>Dazu passt, dass sich das Sicherheitsgef\u00fchl sexueller Minderheiten in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert hat. Das liegt nicht allein an den eingangs genannten Attentaten, sondern auch an einer insgesamt gestiegenen Zahl entsprechender Gewalttaten. Im vergangenen Jahr z\u00e4hlte das Bundeskriminalamt (BKA) 284 Gewalttaten aufgrund der sexuellen Orientierung. Dieses Niveau bleibt seit Jahren \u00e4hnlich hoch, nachdem die Zahlen zuvor sprunghaft angestiegen waren. 2015 waren es gerade einmal 54 Taten.<\/p>\n<p>Gleichstellung homosexueller Paare war ein Sieg der Vernunft<\/p>\n<p>Es gibt in Deutschland keinerlei Grund f\u00fcr moralische \u00dcberlegenheitsgef\u00fchle, was den Umgang mit sexuellen Minderheiten angeht. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden homosexuelle M\u00e4nner \u2013 mit h\u00f6chstrichterlichem Segen aus Karlsruhe \u2013 strafrechtlich verfolgt. W\u00e4hrend des Nationalsozialismus erreichte diese Verfolgung ihren traurigen H\u00f6hepunkt. F\u00fcr Tausende war sie nur der Ausgangspunkt f\u00fcr die Verschleppung in Konzentrationslager, wo viele einen qualvollen Tod fanden. <\/p>\n<p>Diejenigen, die zur\u00fcckkehrten, waren zum schamvollen Schweigen verurteilt, denn der Grund ihres Martyriums war weiterhin kriminalisiert und gesellschaftlich ge\u00e4chtet. Diesen Zustand haben wir \u00fcberwunden, auch wenn es ein langer und steiniger Weg war. Die Entkriminalisierung und schlie\u00dflich die Gleichstellung homosexueller Paare waren der Sieg der humanistischen Vernunft \u00fcber das tumbe Ressentiment in der Gesetzgebung.<\/p>\n<p>Juden, Frauen, Weihnachtsm\u00e4rkte &#8211; die Freiheit stirbt<\/p>\n<p>Heute, im Jahr 2026, geht die Gefahr f\u00fcr homo- und bisexuelle Menschen nicht mehr vom Staat aus. Und trotzdem stirbt die Freiheit derzeit meterweise in unserem Land. Nicht nur f\u00fcr diese Gruppe, sondern insbesondere auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/28\/judisches-leben-europa-erfahrungen-meinung\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Juden<\/a>, deren Schulen und Kinderg\u00e4rten immer weiter gesichert werden m\u00fcssen, um Kinder zu sch\u00fctzen, und die immer h\u00e4ufiger Zielgewaltt\u00e4tiger Angriffe werden. Aber auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/04\/20\/bka-dunkelfeldstudie-deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frauen<\/a>, f\u00fcr die der n\u00e4chtliche Nachhauseweg immer mehr zu einer realen Gefahr wird. Und f\u00fcr jeden Einzelnen von uns, der sich vor dem Besuch eines <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2016\/12\/20\/terrormiliz-islamischer-staat-is-hat-sich-zu-angriff-auf-weihnachtsmarkt-in-berlin-bekannt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Weihnachtsmarktes<\/a>, Volksfestes oder einer anderen Gro\u00dfveranstaltung schon einmal bei dem mulmigen Gef\u00fchl ertappt hat, ob es wirklich klug ist, dorthin zu gehen.<\/p>\n<p>Linke Kreise pflegen krudes Weltbild<\/p>\n<p>Es gibt derzeit leider eine bedenkliche Tendenz, die Ursachen f\u00fcr diese Entwicklung nicht nur zu leugnen, sondern aktiv gegen diese Erkenntnis anzuk\u00e4mpfen. Insbesondere in linken Kreisen wird ein krudes Weltbild gepflegt, mit dem man ganze Gruppen vereinnahmen will. So wurde \u00fcber den diesj\u00e4hrigen CSD in Kiel berichtet, dass die linksextreme Organisation \u201eTurboKlimaKampfGruppe Kiel\u201c (TKKG) gegen den Willen der Organisatoren mit polizeifeindlichen Ausf\u00e4llen st\u00f6rte. Die \u201ePolizei als Institution\u201c trage \u201egerade die autorit\u00e4ren und rechten Entwicklungen dieses Staates\u201c mit und treibe sie voran, \u201edamit die vor allem rassistische Gewalt weiterf\u00fchrt und ausweitet\u201c, begr\u00fcndete die Organisation ihre St\u00f6raktion, bei der die ganze Klaviatur linksextremer Parolen gegen die Polizei bedient wurde (\u201eNo Cops\u201c, \u201eAll Cops Are Bastards\u201c).<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr liberales, weltoffenes Leben: Islamismus<\/p>\n<p>Aber auch in gem\u00e4\u00dfigteren linken Kreisen gibt es diese Tendenzen und die Weigerung, die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr das liberale und weltoffene Leben dort zu benennen, wo sie liegt: im Islamismus. Es ist eine falsch verstandene Toleranz, die dorthin f\u00fchrt. Doch es ist keine Weltoffenheit, anschlussf\u00e4hig f\u00fcr diejenigen zu sein, die jede Form von Offenheit aus tiefstem Herzen hassen und bek\u00e4mpfen. Die Islamisten w\u00e4ren kulturell weit anschlussf\u00e4higer an die dunkelsten Stunden der deutschen Geschichte. <\/p>\n<p>Gerade weil wir diese \u00fcberwunden haben, hassen sie uns. Man sollte daher nicht dem Trugschluss erliegen, die Terrortat von Berlin gelte nur einer bestimmten Gruppe. Nein, sie gilt uns allen. Sie richtet sich gegen die Errungenschaften unserer liberalen Demokratie und unserer Lebensweise, egal wen wir lieben oder mit wem wir feiern. Sie ertragen die Leichtigkeit des westlichen Lebens nicht und wollen sie deshalb zerst\u00f6ren. L\u00e4ngst vergessene Attentate wie das von Dresden, das auf das Musikfestival in Ansbach, der Anschlag am <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/02\/22\/messerangriff-am-holocaust-mahnmal-tater-wollte-juden-toten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Holocaust-Mahnmal 2025<\/a> oder der Anschlag auf das NS-Dokumentationszentrum in M\u00fcnchen reihen sich hier ein.<\/p>\n<p>Islamismus ist nicht nur eingewandert, er w\u00e4chst in der Nachbarschaft heran<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass nach diesem schrecklichen Ereignis mehr Menschen den inneren Mut finden, sich einigen Erkenntnissen zu stellen, die sie als unangenehm empfinden m\u00f6gen. Dazu geh\u00f6rt die Identifizierung des <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/05\/11\/hamburg-17-jahriger-islamistischer-anschlag\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Islamismus <\/a>als der Gefahr, die er ist. Dazu geh\u00f6rt auch die Erkenntnis, dass es unerl\u00e4sslich ist, zu kontrollieren und zu entscheiden, wer zu uns zuwandert und wer nicht. Aber auch die bittere Wahrheit, dass der Islamismus l\u00e4ngst nicht mehr nur zu uns einwandert, sondern \u2013 wie in Berlin \u2013 bei uns, in unserer eigenen Nachbarschaft, heranw\u00e4chst. Einerseits, weil wir integrationspolitisch die Augen verschlossen haben und das Heranwachsen von Parallelgesellschaften geduldet haben, ohne mit den bestehenden rechtlichen Instrumenten entschieden dagegen vorzugehen. <\/p>\n<p>Vorbild D\u00e4nemark: Politische Mitte muss Probleme l\u00f6sen<\/p>\n<p>Andererseits, weil wir die Wegbereiter des Terrors, die islamistischen Hassprediger samt den hinter ihnen stehenden Organisationen, zu lange haben gew\u00e4hren lassen. Und weil wir zugelassen haben, dass die Einschr\u00e4nkung der allt\u00e4glichen Freiheit im \u00f6ffentlichen Debattenraum keinen Platz fand und alle, die dieses Thema angesprochen haben, unter den pauschalen Verdacht gestellt wurden, \u201edas Gesch\u00e4ft der Rechtsextremisten\u201c zu besorgen. Dabei betreibt nichts das Gesch\u00e4ft der Rechtsextremisten so sehr wie die Unf\u00e4higkeit der politischen Mitte, Probleme zu benennen und zu l\u00f6sen. Man kann diesen Zustand \u00fcberwinden. D\u00e4nemark hat es vorgemacht.<\/p>\n<p>Der Anschlag auf den Christopher Street Day macht mich betroffen. Aber das war kein Angriff nur auf den Christopher Street Day. Berlin war ein Angriff auf die Freiheit. Auf die Freiheit, den eigenen Glauben zu w\u00e4hlen oder keinen zu haben. Auf die Freiheit, den Menschen zu lieben, den man liebt. Auf die Freiheit, ohne Angst ein Konzert, ein Volksfest oder einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Die Zukunft unseres Landes entscheidet sich nicht daran, wie betroffen wir nach jedem Anschlag sind, sondern daran, ob wir den Mut finden, Probleme ehrlich zu benennen und sie entschlossen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspWolfgang Kubicki, Rechtsanwalt und Vorsitzender der &#8222;Freie Demokratische Partei&#8220; (FDP). 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