{"id":1196361,"date":"2026-07-27T12:08:17","date_gmt":"2026-07-27T12:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1196361\/"},"modified":"2026-07-27T12:08:17","modified_gmt":"2026-07-27T12:08:17","slug":"everytime-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1196361\/","title":{"rendered":"Everytime | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p><b>Inhalt \/ Kritik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Jahr ist es her, dass Jessie (<strong>Carla H\u00fcttermann<\/strong>) auf ungl\u00fcckliche Weise in den Tod gest\u00fcrzt ist. Doch f\u00fcr ihre Mutter Ella (<strong>Birgit Minichmayr<\/strong>) und die j\u00fcngere Schwester Melli (<strong>Lotte Shirin Keiling<\/strong>) ist seither die Zeit stehen geblieben. Regelm\u00e4\u00dfig gehen die beiden zum Friedhof, um der Toten zu gedenken, Melli hat ihren eigenen Weg gefunden, um ihre Schwester bei sich zu behalten. Jessies damaliger Freund Lux (<strong>Trist\u00e1n L\u00f3pez<\/strong>), der mit ihr auf dem Dach stand, als es passierte, versucht seinerseits, mit dem Leben weiterzukommen, was ihm mal besser, mal schlechter gelingt. Gemeinsam beschlie\u00dfen die drei nach Teneriffa zu fahren, ein Urlaub, den sie eigentlich mit Jessie hatten machen wollen. Doch auch dort sp\u00fcren sie die Anwesenheit der Toten \u2026<\/p>\n<p>Die surreale Seite des Todes<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie geht man damit um, einen geliebten Menschen verloren zu haben? Das ist eine Frage, mit der sich die meisten von uns irgendwann einmal auseinandersetzen m\u00fcssen. Doch so universell diese Erfahrung ist, so wenig l\u00e4sst sich darauf eine allgemeing\u00fcltige Antwort finden. Das macht das Thema so dankbar f\u00fcr Filmschaffende, es kommen andauernd Titel heraus, in denen eine oder mehrere Hauptfiguren in eben einer solchen Situation stecken. <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2026\/07\/see-you-when-i-see-you\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">See You When I See You<\/a> etwa folgt einer Familie, die an dem Suizid der Tochter zu zerbrechen droht. <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2026\/07\/die-karte-der-sehnsuechte-el-mapa-de-los-anhelos-the-map-of-longing-netflix\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Karte der Sehns\u00fcchte<\/a> handelt von einer jungen Frau, die durch Aufgaben ihrer toten Schwester ins Leben zur\u00fcckfindet. <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2026\/07\/so-klingt-das-leben-rondallas\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">So klingt das Leben<\/a> spielt in einem galizischen Fischerdorf und zeigt, wie gemeinsames Musizieren ein gemeinsames Trauma \u00fcberwinden kann. Insofern hat Everytime\u00a0viel Konkurrenz, wenn es darum geht, wie auch hier um jemanden getrauert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Blick lohnt sich, da die deutsch-\u00f6sterreichische Produktion einen ganz eigenen Weg gefunden hat, dieses Thema zu bearbeiten. Das verwundert nicht wirklich, handelt es sich doch um das neueste Werk von <strong>Sandra Wollner<\/strong>. Schon bei ihrem mysteri\u00f6sen Nachkriegsdrama Das unm\u00f6gliche Bild\u00a0und <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2021\/09\/the-trouble-with-being-born\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">The Trouble with Being Born<\/a> um ein kleines Roboterm\u00e4dchen bewies die Regisseurin und Drehbuchautorin, dass sie bekannte Szenarien ganz anders zeigen und erz\u00e4hlen kann. Bei Everytime wird das fr\u00fch deutlich, wenn sie den Schl\u00fcsselmoment um Jessies Tod zeigt. Ganz beil\u00e4ufig geschieht das, zugleich so unvermittelt, dass der Film surreal wirkt. Letzteres wird sich sp\u00e4ter noch deutlich versch\u00e4rfen. Ohne viel vorwegnehmen zu wollen, wird die Geschichte eine unerwartete Richtung einschlagen, als das Trio auf Teneriffa ankommt und dort eine seltsame Erfahrung macht.<\/p>\n<p>Mehr Geist als Gef\u00fchl<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Everytime ist dann auch eher ein geistig veranlagter Film, weniger ein emotionaler. Das bedeutet nicht, dass hier gar nichts gef\u00fchlt werden kann. So gibt es eine Szene, in der es dann doch einmal aus Ella herausbricht. Birgit Minichmayr (<a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2026\/02\/die-blutgraefin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Blutgr\u00e4fin<\/a>) zeigt hier, dass sie sowohl die leisen wie auch die aufbrausenden Momente beherrscht. Im Vergleich zu den obigen Beitr\u00e4gen, die doch sehr deutlich auf die Herzen abgezielt haben, ist das hier aber spr\u00f6der und distanzierter. Wollner nutzt das Medium Film, um sich von dem Alltag fortzubewegen und mit teils sehr simplen Mitteln eine besondere Atmosph\u00e4re zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch ist das Drama, das 2026 in der Sektion <a href=\"https:\/\/www.festival-cannes.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Un Certain Regard in Cannes<\/a> Weltpremiere feierte, keine rein verk\u00fcnstelte Kopfgeburt. Vielmehr gelingt es hier, eine Gef\u00fchlswelt, die kaum verbalisiert werden kann, in Bilder zu packen. Einen Menschen zu verlieren, der anschlie\u00dfend gleichzeitig da ist und abwesend ist, wird ebenso untergebracht wie die subjektive Wahrnehmung von Zeit. Momente werden gedehnt oder stark gek\u00fcrzt, Vergangenheit und Gegenwart sind kaum voneinander zu trennen. Am Ende l\u00e4sst einen Everytime sprachlos zur\u00fcck und ist doch eine Einladung, \u00fcber ganz viele Themen zu sprechen. Das wird sicherlich nicht allen gefallen. Aber es ist doch ein ganz besonderes Werk, das in Erinnerung bleibt und neugierig macht, was sich Wollner f\u00fcr das n\u00e4chste Mal einfallen lassen wird.<\/p>\n<p><b>Credits<\/b><\/p>\n<p><strong>OT:<\/strong>\u00a0\u201eEverytime\u201c<br \/><strong>Land:<\/strong>\u00a0Deutschland, \u00d6sterreich<br \/><strong>Jahr:<\/strong>\u00a02026<br \/><strong>Regie:<\/strong>\u00a0Sandra Wollner<br \/><strong>Drehbuch:<\/strong> Sandra Wollner<br \/><strong>Musik:<\/strong> Francesco Lo Giudice<br \/><strong>Kamera:<\/strong> Gregory Oke<br \/><strong>Besetzung:<\/strong> Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling, Trist\u00e1n L\u00f3pez, Carla H\u00fcttermann, Naomi Elia Richard<\/p>\n<p><b>Kaufen \/ Streamen<\/b><\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf \u00fcber diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass f\u00fcr euch Mehrkosten entstehen. 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