{"id":1197766,"date":"2026-07-28T02:21:00","date_gmt":"2026-07-28T02:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197766\/"},"modified":"2026-07-28T02:21:00","modified_gmt":"2026-07-28T02:21:00","slug":"dresdner-bauen-schutzschild-gegen-grossen-bruder-im-6g-funk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197766\/","title":{"rendered":"Dresdner bauen Schutzschild gegen Gro\u00dfen Bruder im 6G-Funk"},"content":{"rendered":"<p>\t<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rapsfeld-Mobilfunkmast.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-192541\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rapsfeld-Mobilfunkmast.jpg\" alt=\"Rapsfeld mit Mobilfunk-Mast im Hintergrund. Der Anbau von Lebensmittel-Pflanzen f\u00fcr Biosprit ist umstritten. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"1000\" height=\"750\"  \/><\/a>Foto: Heiko Weckbrodt<br \/>\nBarkhausen-Institut will \u201eIsac\u201c-Ortungsradar im kommenden Mobilfunk z\u00e4hmen<\/p>\n<p><strong>Dresden<\/strong>, 25. Juli 2026. Hei\u00dft der \u201eGro\u00dfe Bruder\u201c, der jeden unserer Schritte sieht, demn\u00e4chst \u201eIsac\u201c? Nicht nur eingefleischte Datensch\u00fctzer f\u00fcrchten dies, wenn sie auf die Pl\u00e4ne f\u00fcr den Mobilfunk der 6. Generation (6G) schauen. Der n\u00e4mlich soll nicht nur schneller sein als 5G &amp; Co., sondern eine ganz neue Funktion haben: Statt nur Daten zu \u00fcbertragen, sollen Mobilfunksender k\u00fcnftig mithilfe von \u201eIntegrated Sensing and Communication\u201c (Isac) \u00e4hnlich wie Radarstationen ihre Umgebung abtasten und dabei Menschen, Autos und Hindernisse orten und erkennen k\u00f6nnen. Damit 6G nicht zur feuchten Alles\u00fcberwachungs-Phantasie \u00e0 la Stasi ausartet, entwickelt das <a href=\"https:\/\/www.barkhauseninstitut.org\/pressemitteilung-wenn-6g-zum-sensor-wird\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Barkhausen-Institut Dresden<\/a> nun an fest verankerten Kontrollmechanismen, die \u201eIsac\u201c z\u00e4hmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Datenschutzexperte sieht Vorteile \u2013 aber auch Risiken<\/p>\n<p>\u201eIsac bietet enormes Potenzial \u2013 von der intelligenten Mobilit\u00e4t bis zur industriellen Automatisierung\u201c, erl\u00e4utert Barkhausen-Datenschutzexperte Dr. Stefan K\u00f6psell die Idee hinter diesen Forschungen. \u201eUnser Ziel ist es, diese neue Technologie so zu gestalten, dass ihre Vorteile genutzt werden k\u00f6nnen, ohne neue Risiken f\u00fcr Datenschutz und Privatsph\u00e4re zu schaffen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Stefan-K\u00f6psell-003.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-24242\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Stefan-K\u00f6psell-003.jpg\" alt=\"Informatiker Stefan K\u00f6psell von der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt\" width=\"360\" height=\"481\"  \/><\/a>Stefan K\u00f6psell. Foto: Heiko Weckbrodt<br \/>\nIsac nutzt Daten-Funkwellen wie ein Radarsystem<\/p>\n<p>Hintergrund: Isac soll \u00e4hnlich funktionieren wie Radar \u2013 indem er Funkwellen nicht nur zur Daten\u00fcbertragung aussendet, sondern damit gezielt die Umgebung abtastet und aus den zur\u00fcckgeworfenen Wellen Objekte ortet. Die Idee dahinter ist auch durchaus sinnvoll: 6G-vernetzte Autos oder Roboter beispielsweise k\u00f6nnten mit diesem \u201e6. Sinn\u201c Zusammenst\u00f6\u00dfe vermeiden, intelligente Ampeln \u201eGr\u00fcn\u201c-Phasen je nach Verkehrsdichte verteilen und Kraftwerke, Flugh\u00e4fen, Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und andere \u201ekritische Infrastrukturen\u201c unbefugte Drohnen schneller erkennen.<\/p>\n<p>\u201eSehens jenseits des Sichtbaren\u201c<\/p>\n<p>Und die Chinesen denken schon weiter: \u201eF\u00fcr Anwendungen in Smart Homes, Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und automatisierten Fabriken ben\u00f6tigen Objekte und Bauteile pr\u00e4zise Lokalisierungsinformationen wie Regalebene, Sitzplatz- und Tischnummer\u201c, h<a href=\"https:\/\/www.huawei.com\/en\/huaweitech\/future-technologies\/integrated-sensing-communication-concept-practice\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ei\u00dft es in einer Analyse des chinesischen Konzerns \u201eHuawei\u201c<\/a>. \u201eIn Restaurants k\u00f6nnen Roboter-Kellner mit semantischer Lokalisierung Speisen pr\u00e4zise servieren und je nach Aufgabe unterschiedliche Schutzstufen festlegen.\u201c Auch m\u00f6chten die Ingenieure mit \u201eIsac\u201c die menschlichen Sinne augmentieren, Motto: ein neues \u201eSehens jenseits des Sichtbaren\u201c.<\/p>\n<p>\u201eNeue Dimension des Netzwerkbewusstseins\u201c soll 2030 erwachen<\/p>\n<p>Der Mobilfunk-Konzern <a href=\"https:\/\/www.ericsson.com\/en\/6g\/isac\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eEricsson\u201c rechnet damit<\/a>, dass Isac parallel zum kommerziellen Start des 6G-Funks um das Jahr 2030 herum scharf geschaltet wird \u2013 wom\u00f6glich sogar fr\u00fcher, n\u00e4mlich testweise in 5G-Netzen. Die Schweden sprechen dabei von einer \u201eneuen Dimension des Netzwerkbewusstseins\u201c.<\/p>\n<p>Die Kehrseite: Mit Isac lassen sich wom\u00f6glich Bewegungsprofile erstellen und auch Menschen in den 6G-Netzen orten, die nicht geortet werden wollen \u2013 selbst wenn sie weder Handy noch GPS selbst nutzen. Von daher m\u00fcssten Datenschutz und B\u00fcrgerrechte gleich von vornherein im \u201e6G\u201c-Funk \u201efest verdrahtet\u201c werden, fordern Kritiker.<\/p>\n<p>Isac-Aussschalter im Smartphone<\/p>\n<p>Erste Erfolge k\u00f6nnen die Dresdner Wissenschaftler vorweisen. Dazu geh\u00f6re ein An-\/Ausschalter, den Smartphone-Hersteller in ihre Ger\u00e4te integrieren k\u00f6nnten. \u201eDamit l\u00e4sst sich die Sensorfunktion des Smartphones vollst\u00e4ndig deaktivieren, w\u00e4hrend die Kommunikation weiter m\u00f6glich bleibt\u201c, hei\u00dft es aus dem Institut. Au\u00dferdem haben die Forscher eine prototypische App programmiert, mit der Nutzer \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen, ob Isac ihre Umgebung gerade \u00fcberwacht. Au\u00dferdem wollen sie ihre Schutzkonzepte in die Standards einarbeiten, die das <a href=\"https:\/\/www.etsi.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">European Telecommunications Standards Institute (Etsi)<\/a> und weitere internationale Akteure f\u00fcr den 6G-Funk schreiben. In diesem Zuge hat das Institut f\u00fcr den September 2026 internationale Expertinnen und Experten nach Dresden eingeladen, um Datenschutz, Sicherheit und Vertrauensw\u00fcrdigkeit f\u00fcr Isac weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Autor: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Quellen: Barkhausen-Institut, Ericsson, Huawei<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Heiko Weckbrodt Barkhausen-Institut will \u201eIsac\u201c-Ortungsradar im kommenden Mobilfunk z\u00e4hmen Dresden, 25. Juli 2026. 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