{"id":1197781,"date":"2026-07-28T02:30:42","date_gmt":"2026-07-28T02:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197781\/"},"modified":"2026-07-28T02:30:42","modified_gmt":"2026-07-28T02:30:42","slug":"alle-19-minuten-kultur-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197781\/","title":{"rendered":"Alle 19 Minuten Kultur \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Das Lob f\u00fcr die \u00bbenorme Leistungsf\u00e4higkeit der freien Kunst- und Kulturszene\u00ab kommt von Amts wegen und von weit oben. Kulturamtsleiter Tobias Kobe spricht die Worte aus, die nat\u00fcrlich auch als Lob der eigenen Beh\u00f6rde formuliert sind. Das ist nicht ehrenr\u00fchrig, denn wie wichtig und richtig die F\u00f6rderung der Freien Szene ist, hat das Kulturamt gerade selbst mit Zahlenmaterial belegt: \u00bbKultur \u2013 zahlt sich aus\u00ab hei\u00dft die entsprechende Analyse.<\/p>\n<p>\u00bbEs ist keine eigene Studie, sondern das Kulturamt hat die vorhandenen Zahlen aus Verwendungsnachweisen herangezogen und ausgewertet\u00ab, erkl\u00e4rt Sebastian G\u00f6schel dem kreuzer. Der Kulturamts-Sachbearbeiter hat das Zahlenwerk selbst erstellt. \u00bbDaher stellen manche Kennzahlen nur N\u00e4herungswerte dar. Aber wir wollten das selbst ausf\u00fchren. Eine Berliner Agentur f\u00fcr 150.000 Euro daf\u00fcr zu engagieren, wie das sonst oft gemacht wird, ist f\u00fcr uns nicht nur in Zeiten knapper Kassen nicht vermittelbar.\u00ab<\/p>\n<p>Wobei ein Blick von au\u00dfen manchmal hilfreich ist. Derzeit sind \u00f6konomische Faktoren oft wichtiger als \u00e4sthetische bei der Beurteilung von Kultur. F\u00fcr diese Perspektive liefert die Analyse, die auf Daten aus den Jahren 2023 und 2024 beruht, gute Argumente. Nat\u00fcrlich sind die Zeiten prek\u00e4rer f\u00fcr die freien Akteure geworden. Immerhin betrug das Budget 2024 aber noch 11,5 Millionen Euro (nach 11,2 Mio. 2023), f\u00fcr 2026 h\u00e4tten es 12 Millionen Euro sein sollen \u2013 die derzeitige Haushaltslage ist bekannt.<\/p>\n<p>Die Reichweite der Freien Kunst- und Kulturszene ist immens. So besuchten 2024 rund 1,4 Millionen Menschen Angebote der Freien Szene in Leipzig. Im Jahr davor waren es 1,3 Millionen. Das ist bei einer Einwohnerzahl von rund 630.000 schon eine Kennmarke \u2013 auch wenn darunter nat\u00fcrlich auch ausw\u00e4rtige Besucherinnen und Besucher sind und ein Drittel der Leipzigerinnen und Leipziger die Angebote der Freien Szene ausschl\u00e4gt, wie gleich noch zu sehen sein wird.<\/p>\n<p>Bei insgesamt rund 27.500 Veranstaltungen beginnt statistisch gesehen alle 19 Minuten in Leipzig eine st\u00e4dtisch gef\u00f6rderte Veranstaltung der Freien Szene. T\u00e4glich kommen durchschnittlich rund 3.800 Menschen in den Genuss solcher Projekte oder besuchen gef\u00f6rderte Einrichtungen. Die st\u00e4dtisch getragenen Kosten pro Besuch fallen mit 8,20 Euro gering aus im Vergleich zur Kulturf\u00f6rderung insgesamt.<\/p>\n<p>Das ist beachtlich und hebt die Bedeutung der Szene hervor. Erstaunlich ist eine Zahl: 702.867 Besuche, also grob die H\u00e4lfte aller, entfallen auf den Bereich Soziokultur. Der wird manchmal herablassend be\u00e4ugt, gilt als p\u00e4dagogisch. Dabei meint er nichts anderes als Kultur mit Beteiligung. Und in der Bewertung ihres Stellenwerts ist die Analyse deutlich: \u00bbDie Soziokultur ist eine stabile S\u00e4ule in der freien Kulturszene\u00ab, sagt Zahlenauswerter G\u00f6schel. \u00bbDass sie aber so wichtig ist, wie die Zahlen zeigen, hat uns \u00fcberrascht.\u00ab<\/p>\n<p><strong><br \/>Folgeeffekte der Kulturf\u00f6rderung sind messbar<\/strong><\/p>\n<p>Messbar sind auch Folgeeffekte der Kulturf\u00f6rderung: F\u00fcr jeden Euro amtlicher Kulturf\u00f6rderung werden zus\u00e4tzlich 3,20 Euro weitere Mittel generiert. Das k\u00f6nnen Eigenmittel sein oder eine andere F\u00f6rderung, etwa von Land oder Bund, aber auch Sponsoring. Allein die institutionell gef\u00f6rderten Einrichtungen warben demzufolge rund 30 Millionen Euro ein. Das untermauert den Stellenwert der Kulturamtsarbeit, so Leiter Kobe zum kreuzer: \u00bbDie Ergebnisse zeigen, welche Wirkung eine kontinuierliche und verl\u00e4ssliche Kulturf\u00f6rderung entfalten kann, und erbringen den oft geforderten Nachweis der Effekte der \u00f6ffentlichen F\u00f6rderung von Vereinen und Verb\u00e4nden. F\u00fcr das Kulturamt ist die Auswertung deshalb zugleich Best\u00e4tigung und Auftrag, die kulturelle Infrastruktur der Stadt weiterhin strategisch zu st\u00e4rken und sichtbar zu machen.\u00ab <\/p>\n<p>Die Ergebnisse w\u00fcrden in der politischen Debatte helfen, warum Kulturf\u00f6rderung wichtig ist, so Sachbearbeiter Sebastian G\u00f6schel: \u00bbIn diesen Zeiten muss man ja seine Bedeutung oft \u00f6konomisch begr\u00fcnden. Dar\u00fcber hinaus ist unsere Auswertung eine Selbstvergewisserung f\u00fcr die Freie Kulturszene \u2013 aber auch f\u00fcr die Arbeit des Kulturamtes. Sie zeigt, wie essenziell ihre Arbeiten und Projekte f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t, ja: sogar die Identit\u00e4t der Stadt sind.\u00ab<\/p>\n<p> Letzteres belegt tats\u00e4chlich die kommunale B\u00fcrgerumfrage 2025: F\u00fcr 70 Prozent der Leipzigerinnen und Leipziger ist die Freie Szene wichtig f\u00fcr das kulturelle Leben, ganze 75 Prozent halten sie f\u00fcr einen \u00bbwichtigen Teil der kulturellen Identit\u00e4t\u00ab Leipzigs. Zwei Drittel aller Leipzigerinnen nehmen das Angebot regelm\u00e4\u00dfig wahr \u2013 34 Prozent (\u00bbBesuche ich nicht.\u00ab) sind noch zu \u00fcberzeugen.    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Lob f\u00fcr die \u00bbenorme Leistungsf\u00e4higkeit der freien Kunst- und Kulturszene\u00ab kommt von Amts wegen und von weit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1197782,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1832],"tags":[3364,29,6586,60279,30,80,8345,46485,2075,71,859,13205,4649,1491],"class_list":["post-1197781","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-leipzig","tag-de","tag-deutschland","tag-forderung","tag-freie","tag-germany","tag-kultur","tag-kulturfoerderung","tag-kulturszene","tag-kunst","tag-leipzig","tag-sachsen","tag-szene","tag-umfrage","tag-zahlen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116995255569352755","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1197781","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1197781"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1197781\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1197782"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1197781"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1197781"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1197781"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}