{"id":1197808,"date":"2026-07-28T02:46:37","date_gmt":"2026-07-28T02:46:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197808\/"},"modified":"2026-07-28T02:46:37","modified_gmt":"2026-07-28T02:46:37","slug":"bunker-in-berlin-werden-kriegsbereit-gemacht-kritik-an-der-bundesregierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197808\/","title":{"rendered":"Bunker in Berlin werden kriegsbereit gemacht: Kritik an der Bundesregierung"},"content":{"rendered":"<p>Wo kommen die Menschen unter?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Dabei bleibt auch die Frage offen, wie Platz f\u00fcr die 83,4 Millionen Menschen in Deutschland geschaffen werden soll. Allein in Berlin scheint die L\u00fccke riesig zu sein. Die Berliner Unterwelten k\u00f6nnen nach eigenen Angaben ungef\u00e4hr 10.000 Pl\u00e4tze in zehn Bunkern bereitstellen. Eine geringe Zahl angesichts der 3,9 Millionen Einwohner der Hauptstadt.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Allerdings geht die Bundesregierung nicht davon aus, dass der gesamten Bev\u00f6lkerung Schutz gew\u00e4hrt werden muss. Im Konzept Zivile Verteidigung von 2016 werden L\u00e4nder angewiesen, bei Katastrophen f\u00fcr ein Prozent der Wohnbev\u00f6lkerung Aufnahmem\u00f6glichkeiten bereitzustellen.<\/p>\n<p><img   loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1785206797_661_image.jpg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"483\" height=\"322\" class=\"h-full w-full max-w-full rounded-8\" decoding=\"async\"\/> (Quelle: Henning Goersch)Zur Person<\/p>\n<p class=\"pt-8 text-14 md:pt-8 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\"><strong class=\"font-bold\">Henning Goersch<\/strong> ist Professor f\u00fcr Gefahrenabwehr und Bev\u00f6lkerungsschutz an der FOM Hochschule f\u00fcr \u00d6konomie und Management in Essen. Dort leitet er auch die Forschungsgruppe Gefahrenabwehr. Zudem ist er unter anderem als Gutachter f\u00fcr das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung und das Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe t\u00e4tig.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">&#8222;Kommt es zu \u00e4hnlichen Angriffen wie in der Ukraine, ben\u00f6tigen wir keine Bunker wie im Kalten Krieg&#8220;, erkl\u00e4rt Experte Goersch. Schutz vor extremen mechanischen Belastungen, Br\u00e4nden, Tr\u00fcmmern sowie die Installation aufwendiger Bel\u00fcftungs- und Filteranlagen seien heute nicht mehr notwendig.<\/p>\n<p>Ein Flur kann ausreichen<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Atomare, biologische oder chemische Waffen gelten im aktuellen Kriegsszenario nicht mehr als wesentliche Bedrohung. Daher reiche in vielen F\u00e4llen bereits ein innenliegender Raum mit zwei Wandschichten zur Au\u00dfenwelt, beispielsweise ein Flur. Dort seien Menschen im eigenen Zuhause relativ sicher.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Werden Menschen unterwegs von einem Angriff \u00fcberrascht, k\u00f6nnten vor allem Tiefgaragen guten Schutz bieten, sagt Heyne von den Unterwelten. Die Berliner U-Bahn-Stationen seien hingegen weniger geeignet: &#8222;Die liegen oftmals zu dicht unter der Erde und haben direkte Verbindungen zur Stra\u00dfe.&#8220; Das d\u00e4mpfe eventuelle Druckwellen nicht genug ab. Auch oberirdische Parkh\u00e4user seien so nicht brauchbar.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Ein vollst\u00e4ndiger Schutz f\u00fcr alle Berliner sei aber auch nicht das Ziel des Vereins. &#8222;Wir wollen, dass wir gesellschaftlich vorankommen und auf das Thema aufmerksam machen&#8220;, betont Heyne. Bisher gebe es zu wenig Aufkl\u00e4rung in der Gesellschaft, findet er.<\/p>\n<p>Denk- und Zivilschutz miteinander vereinbaren<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Auf dem Weg zur\u00fcck zum Eingang l\u00e4uft Heyne durch einen gro\u00dfen Raum, in dem mehrere lange B\u00e4nke stehen, auf denen gerade eine Schulklasse Platz nimmt. Vor ihnen steht ein Kollege von Heyne an einer gro\u00dfen Schautafel und erz\u00e4hlt, wie der Bunker im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde. Um die B\u00e4nke herum sind Vitrinen mit Fundst\u00fccken aus dieser Zeit ausgestellt.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Das alles soll nicht verschwinden, wenn der Bunker tats\u00e4chlich im Krisenfall gebraucht wird. Heyne erkl\u00e4rt: &#8222;Wir wollen Zivilschutz erm\u00f6glichen, aber gleichzeitig auch den Denkmalschutz nicht verlieren.&#8220; Das sei manchmal ein schmaler Grat. Denn bauliche Ver\u00e4nderungen d\u00fcrfe es nicht geben. Schlie\u00dflich liegt der Schwerpunkt des Vereins noch immer auf der Erforschung und Bewahrung der Historie. Das bedeutet aber nicht, die aktuelle Situation zu ignorieren. Daf\u00fcr haben die Unterwelten extra die Vereinssatzung ge\u00e4ndert. Nun ist der Zivilschutz ebenfalls Ziel des Vereins. Und so versucht man weiterhin, beides miteinander zu vereinbaren \u2013 die Vergangenheit und die Gegenwart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wo kommen die Menschen unter? 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