{"id":1197921,"date":"2026-07-28T04:11:18","date_gmt":"2026-07-28T04:11:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197921\/"},"modified":"2026-07-28T04:11:18","modified_gmt":"2026-07-28T04:11:18","slug":"feuerwerk-der-strompreise-ist-vorbei-stadtwerke-stimmen-leipzig-auf-deutlich-geringere-gewinne-ein-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1197921\/","title":{"rendered":"Feuerwerk der Strompreise ist vorbei: Stadtwerke stimmen Leipzig auf deutlich geringere Gewinne ein \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollten die Stadtwerke Leipzig 2025 einen Gewinn von fast 100 Millionen Euro erwirtschaften. Im Plan standen 98,8 Millionen Euro. Aber geworden sind es am Ende doch weniger, n\u00e4mlich 93,5 Millionen. Als Erkl\u00e4rung f\u00fchrten die Stadtwerke zwar in ihrem Jahresbericht auch die h\u00f6heren (plus 9 Millionen Euro)\u00a0 an. Aber der Hauptgrund f\u00fcr den geringeren Gewinn war vor allem der deutliche R\u00fcckgang der Ums\u00e4tze im Stromhandel. Tats\u00e4chlich hatte man die Gewinnerwartungen f\u00fcr 2025 viel zu optimistisch angesetzt.<\/p>\n<p>Denn hinter den Erwartungen standen die deutlich h\u00f6heren Strompreise des Jahres 2024, die den Stadtwerken Leipzig 2024 tats\u00e4chlich einen Jahres\u00fcberschuss von 102 Millionen Euro bescherten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/30be4bdc94cf441baa3dd178e39a2f75.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2026\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/wirtschaft-leipzig\/2026\/07\/1\"\/>Dass das ein ungew\u00f6hnlicher Ausrei\u00dfer war, formuliert der Jahresbericht f\u00fcr 2025 nun mit den Worten: \u201eDie H\u00f6he der sonstigen betrieblichen Ertr\u00e4ge im vergangenen Jahr war durch Sondereffekte gepr\u00e4gt und spiegelt nunmehr ein normales Niveau wider. Die deutlich unter dem Vorjahr liegenden Umsatzerl\u00f6se resultieren im Wesentlichen aus den preisbedingten Entwicklungen im System- und Endkundenmarkt.\u201c<\/p>\n<p>Wenn die Preise am Strommarkt fallen, sinken zwangsl\u00e4ufig die erzielten Ums\u00e4tze und damit auch die Gewinne.<\/p>\n<p>Warum ist das wichtig?<\/p>\n<p>Als Warnsignal, dass eine Stadt wie Leipzig nicht darauf vertrauen kann, dass das eigene Energieunternehmen immer h\u00f6here Gewinne erzielt, aus denen sich dann \u2013 unter anderem \u2013 auch der \u00d6PNV querfinanzieren l\u00e4sst.<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2026\/02\/der-stadtrat-tagte-stadtrat-genehmigt-965-millionen-euro-finanzierung-lvb-646758\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> F\u00fcr 2026 sind das laut Stadtratsbeschluss immerhin 95,6 Millionen Euro.<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr 2026 erwarten die Stadtwerke ein noch deutlich niedrigeres Ergebnis von 83,5 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Abschied von den Biomassekraftwerken<\/p>\n<p>Aber der Jahresbericht geht auch auf zwei Problemstellen ein, die 2025 noch f\u00fcr Furore sorgten, weil mehrere Umweltschutzorganisationen endlich die Einstellung des Betriebs der beiden Biomasse-Kraftwerke in Piesteritz und Bischofferode forderten. Beide waren eigentlich auf die Verbrennung von Holz ausgelegt. Doch was f\u00fcr einige Leute wie eine Alternative bei der regenerativen Energiegewinnung aussah, entpuppte sich als l\u00e4ngerfristiges Minusgesch\u00e4ft. \u201eDie Biomasse(heiz)kraftwerke in Piesteritz und Bischofferode wurden aufgrund wirtschaftlicher \u00dcberlegungen zu Beginn des Jahres 2026 au\u00dfer Betrieb genommen\u201c, hei\u00dft es im Bericht.<\/p>\n<p>So schwammig kann man sich auch ausdr\u00fccken, wenn sich eine glorreiche Idee als nicht tragf\u00e4hig erweist. Schon gar nicht in Zeiten brennender W\u00e4lder. Die beiden Biomassekraftwerke haben nicht nur Fernw\u00e4rme erzeugt, sondern gleichzeitig auch Strom. Und eigentlich hatten die Stadtwerke Leipzig geplant, 2025 deutlich mehr Strom zu erzeugen \u2013 nach 961 Gigawattstunden im Jahr 2024 sollten es gleich mal stolze 1.354 GWh werden.<\/p>\n<p>Wurden es aber nicht, weil die \u201eungeplante Nichtverf\u00fcgbarkeit der Biomasseheizkraftwerke Piesteritz und Bischofferode\u201c zu einem \u201eMindereinsatz eigener Erzeugungsanlagen f\u00fchrte\u201c. Im Klartext: Beide Kraftwerke erzeugten weder Fernw\u00e4rme noch Strom. Die erzeugte Strommenge stieg dann zwar trotzdem auf 1Gwh,087 GWh, aber da mussten dann die anderen Erzeugeranlagen mehr beisteuern.<\/p>\n<p>Kaum prognostizierbare Unsicherheiten<\/p>\n<p>Und die Unsicherheit h\u00f6rt nicht auf. Auch darauf geht der Jahresbericht ein. Die get\u00e4tigten Prognosen haben deutliche Unsch\u00e4rfen \u2013 etwa was die Entwicklung der Rohstoffpreise wie beim Erdgas bzw. LNG betrifft. Der von Donald Trump ausgel\u00f6ste Konflikt im Nahen Osten sorgt f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2026 f\u00fcr eine hohe Unsicherheit.<\/p>\n<p>Und gleichzeitig sto\u00dfen die Stadtwerke auf der anderen Seite an eine Grenze, denn die gestiegenen Energiepreise lassen sich in Leipzig nicht mehr problemlos durchsetzen. Der Bericht formuliert das Problem so: \u201eIm Handel, im produzierenden Gewerbe und in der Gastronomie lassen sich die gestiegenen Erzeugerpreise weiterhin nur schwer durchsetzen. Es besteht die Gefahr, dass Kunden ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen unter Umst\u00e4nden nicht oder nicht fristgem\u00e4\u00df nachkommen.\u201c<\/p>\n<p>Da geht es dem Leipziger Gewerbe also<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2026\/04\/3600-stromsperren-in-leipzig-2025-653410\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"> nicht viel anders als vielen Leipziger Haushalten mit niedrigem Einkommen.<\/a><\/p>\n<p>Raus aus den klimasch\u00e4dlichen Brennstoffen<\/p>\n<p>Aus der extremen Abh\u00e4ngigkeit von den stark volatilen Preisen f\u00fcr fossile Brennstoffe kommen auch die Stadtwerke Leipzig nur heraus, wenn sie ihre Erzeugung weiter diversifizieren. Was sie auch tun, indem sie Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen bauen. Sie haben auch 2025 kr\u00e4ftig investiert: 131,8 Millionen Euro. Was dann auch den Wert der eigenen Anlagen weiter gesteigert hat \u2013 von 935 Millionen Euro auf fast 985 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Aber der Bericht spart nicht an Warnsignalen. Denn gerade die mittlerweile zickzacklaufende Energiepolitik im Bund stellt alle Stadtwerke vor Probleme bei ihren Zukunftsplanungen. Denn die blanken Zahlen sagen, dass alle am Umbau ihrer Energierzeugung hin zu einer klimaneutralen Energierzeugung arbeiten m\u00fcssen. Die Volten im Bund und die daraus folgenden ver\u00e4nderten rechtlichen Rahmenbedingungen sorgen, wie es der Bericht formuliert, f\u00fcr \u201eleistungswirtschaftliche Risiken\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich wollten die Stadtwerke Leipzig 2025 einen Gewinn von fast 100 Millionen Euro erwirtschaften. 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