{"id":1198690,"date":"2026-07-28T12:26:14","date_gmt":"2026-07-28T12:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1198690\/"},"modified":"2026-07-28T12:26:14","modified_gmt":"2026-07-28T12:26:14","slug":"iran-konflikt-netanjahus-riskanter-besuch-bei-trump-und-der-hohe-preis-den-er-womoeglich-dafuer-zahlen-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1198690\/","title":{"rendered":"Iran-Konflikt: Netanjahus riskanter Besuch bei Trump \u2013 und der hohe Preis, den er wom\u00f6glich daf\u00fcr zahlen muss"},"content":{"rendered":"<p>Monatelang hatte der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu auf ein Vieraugengespr\u00e4ch mit Donald Trump gedr\u00e4ngt. Jetzt bekommt er es \u2013 doch es wird die angespannten Beziehungen kaum kitten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu wird an diesem Dienstag im Wei\u00dfen Haus erwartet \u2013 nach monatelangem Warten auf eine Einladung. Das Treffen findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem das Verh\u00e4ltnis zwischen den langj\u00e4hrigen Verb\u00fcndeten \u00e4u\u00dferst angespannt ist. Seit Beginn des Iran-Krieges im Februar ist Netanjahu nicht mehr in Washington gewesen. Dabei hatte er mindestens seit April auf ein Gespr\u00e4ch mit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> gedr\u00e4ngt, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen \u201ePolitico\u201c, das wie WELT zu Axel Springer geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Trauerfeier f\u00fcr Netanjahus engen Vertrauten, den republikanischen Senator Lindsey Graham, bot schlie\u00dflich eine Gelegenheit. Die Modalit\u00e4ten des Besuchs wurden aber erst in letzter Minute festgezurrt. \u201eZun\u00e4chst gab es \u00fcberhaupt kein Treffen. Sie haben es in den vergangenen Tagen auf die Schnelle arrangiert\u201c, sagte am Freitag einer der Insider, denen wegen der Sensibilit\u00e4t der Gespr\u00e4che Anonymit\u00e4t gew\u00e4hrt wurde. Netanjahu wolle sich mit Pr\u00e4sident Trump vor allem \u00fcber die Eskalation im <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/iran-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/iran-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Konflikt mit dem Iran<\/a> und \u00fcber das US-Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien abstimmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlich best\u00e4tigt hatte den Termin am Dienstag zuerst die israelische Seite; Trump erw\u00e4hnte den Besuch am sp\u00e4ten Freitagabend beil\u00e4ufig in einer ausschweifenden Rede beim traditionellen Korrespondenten-Dinner im Wei\u00dfen Haus. Auf Anfragen, warum die Einladung so lange auf sich warten lie\u00df und wor\u00fcber die beiden sprechen w\u00fcrden, reagierte das Wei\u00dfe Haus nicht. Netanjahus B\u00fcro betonte, die beiden Regierungschefs h\u00e4tten sich seit Trumps R\u00fcckkehr ins Amt bereits mehrfach getroffen. \u201eWenige Verb\u00fcndete sind so oft zusammengekommen, und wenige Allianzen haben in so kurzer Zeit so viel erreicht\u201c, hie\u00df es in der Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>\u201ePr\u00e4sident Trump und der Ministerpr\u00e4sident werden die entscheidenden Fragen unserer Zeit er\u00f6rtern und dar\u00fcber sprechen, wie unsere gro\u00dfe Allianz genutzt werden kann, um den Krieg zu gewinnen und einen dauerhaften Frieden zu schmieden.\u201c <\/p>\n<p>Zu Netanjahus Bem\u00fchungen um den Termin und den Gr\u00fcnden f\u00fcr die Verz\u00f6gerung \u00e4u\u00dferte sich sein B\u00fcro nicht. Bemerkenswert sind die Spannungen zwischen den beiden vor allem deshalb, weil die Trump-Regierung derzeit genau jene aggressive Milit\u00e4rkampagne gegen den Iran f\u00fchrt, auf die Netanjahu seit Langem gedr\u00e4ngt hatte.<\/p>\n<p>\u00dcber weite Strecken der vergangenen zwei Wochen starteten die USA t\u00e4glich Angriffe gegen iranische Ziele. \u00dcber das Wochenende, so die Regierung, seien die Schl\u00e4ge zwar ausgesetzt worden. Doch die USA bereiten un\u00fcberh\u00f6rbar eine massive Eskalation gegen den Iran vor. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/flugzeugtraeger\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/flugzeugtraeger\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Flugzeugtr\u00e4gerverb\u00e4nde<\/a> werden in die Region verlegt und Amerikaner in mehr als einem Dutzend L\u00e4ndern der Region zur Ausreise aufgerufen. Auch eine Wiederaufnahme gro\u00dfangelegter gemeinsamer Kampfoperationen mit Israel wird gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Die Regierung Trump scheint ihre Angriffe nach wie vor als Hebel zu betrachten, um Teheran an den Verhandlungstisch zur\u00fcckzuzwingen. \u201eWir werden ihnen s\u00e4mtliche Br\u00fccken sprengen, wenn sie nicht an den Tisch kommen und verhandeln\u201c, sagte Trump Anfang des Monats dem US-Sender Fox News. <\/p>\n<p>Es war Netanjahu, der im Februar mit dazu beitrug, Trump zu den ersten Schl\u00e4gen gegen den Iran zu bewegen. Sollte diese j\u00fcngste Kampagne Teheran weder an den Verhandlungstisch zur\u00fcckbringen noch die freie Schifffahrt durch die Stra\u00dfe von Hormus wiederherstellen, k\u00f6nnte bei der Suche nach Schuldigen der Blick auf Netanjahu fallen.<\/p>\n<p>Je l\u00e4nger sich der Krieg zieht, desto h\u00e4rter fallen Trumps Worte \u00fcber Netanjahu aus. Beim G-7-Gipfel im Juni in Frankreich nannte Trump den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/israel-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/israel-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">israelischen Regierungschef<\/a> \u201everr\u00fcckt\u201c und benutzte einen Kraftausdruck, um dessen Urteilsverm\u00f6gen zu beschreiben \u2013 nur um im n\u00e4chsten Atemzug zu erkl\u00e4ren: \u201eOhne mich g\u00e4be es kein Israel.\u201c Netanjahus letztes pers\u00f6nliches Treffen mit Trump fand im Februar statt, im Vorfeld eines Krieges, dessen Dauer Trump damals auf vier bis f\u00fcnf Wochen eingesch\u00e4tzt hatte. Das ist nun fast f\u00fcnf Monate her. <\/p>\n<p>Trumps Ziele im Iran-Krieg haben sich ge\u00e4ndert <\/p>\n<p>Seither haben sich Trumps Kriegsziele mehrfach verschoben. Zun\u00e4chst wollte er nicht nur das iranische Atomprogramm stoppen, sondern gleich das Regime st\u00fcrzen. Nachdem der Streit um die Kontrolle der Stra\u00dfe von Hormus die K\u00e4mpfe neu entfacht hatte, verengte sich der Fokus auf die Wieder\u00f6ffnung der lebenswichtigen Wasserstra\u00dfe. Eine im Juni zwischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/teheran\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/teheran\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Washington und Teheran<\/a> ausgehandelte Absichtserkl\u00e4rung, die eine Waffenruhe und Verhandlungen f\u00fcr ein Ende des Krieges vorsah, platzte bereits einen Monat sp\u00e4ter. <\/p>\n<p>Angesichts der unerreichten Ziele hat sich in Trumps Maga-Basis die Stimmung gegen\u00fcber dem Krieg verschlechtert \u2013 zumal die Zahl der gefallenen US-Soldaten gestiegen ist. Nachdem Anfang des Monats zwei Soldaten bei einem iranischen Angriff <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/jordanien-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/jordanien-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">in Jordanien<\/a> get\u00f6tet worden waren, lie\u00df Marjorie Taylor Greene \u2013 die fr\u00fchere Kongressabgeordnete und Trump-Loyalistin, die zur Kritikerin des Pr\u00e4sidenten geworden ist \u2013 auf X ihrer Wut freien Lauf: \u201eIhr Tod n\u00e4hrt eure Blutlust in einem sinnlosen Krieg\u201c, schrieb sie.<\/p>\n<p>Selbst in Trumps eigenem Stab w\u00e4chst die Ern\u00fcchterung dar\u00fcber, wie gering die Aussichten auf ein Ende der K\u00e4mpfe sind. Zugleich driften die amerikanischen und israelischen Kriegsziele immer weiter auseinander. W\u00e4hrend Israel weiterk\u00e4mpfen wollte, hatte Trump bis vor Kurzem eher auf die Diplomatie gesetzt. <\/p>\n<p>\u201eViele der j\u00fcngsten Entscheidungen der Regierung Trump liegen nicht unbedingt im Interesse Israels\u201c, sagte Dana Stroul vom Washington Institute for Near East Policy, die unter der Regierung Biden rangh\u00f6chste zivile Nahost-Verantwortliche im Pentagon war, \u201ePolitico\u201c.<\/p>\n<p>Sie verwies auf eine Reihe von Schritten in Washington, die man in Israel mit Unbehagen zur Kenntnis nahm: Etwa die Zustimmung zum Verkauf von F-35-Kampfjets an die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/tuerkei-politik\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/tuerkei-politik\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a> oder ein ziviles Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien, dem bestimmte Kontrollmechanismen fehlen.<\/p>\n<p>Weiterhin nannte Stroul den Druck auf Israel, sich aus dem Libanon zur\u00fcckzuziehen, ohne dass die Zerschlagung der Hisbollah gesichert w\u00e4re, und schlie\u00dflich eine Syrien-Politik, die Israel angesichts der Ausrichtung der neuen Regierung in Damaskus mit wachsendem Argwohn beobachtet.<\/p>\n<p>Netanjahu br\u00e4uchte das Treffen mit Trump, um die Beziehungen zu seinem wichtigsten Verb\u00fcndeten zu stabilisieren. Doch f\u00fcr den angeschlagenen Regierungschef, der im Oktober zur Wiederwahl steht, k\u00f6nnte der Termin einen hohen Preis haben. Wahrscheinlich werde Trump Zustimmung zu einer amerikanischen Linie verlangen, gegen die Israel sich bislang gesperrt habe \u2013 im Libanon, in Gaza und andernorts in der Region, sagte Elisa Ewers \u201ePolitico\u201c. <\/p>\n<p>Die Nahostexpertin hat in verschiedenen Ressorts der US-Regierung sowie im Kongress hochrangige Positionen bekleidet und ist heute Fellow am Council on Foreign Relations. \u201eBibi (Netanjahu, Anm. d. Red.) geht ein Risiko ein, wenn er ins Wei\u00dfe Haus kommt. Es k\u00f6nnte sein, dass Pr\u00e4sident Trump ihn mit einer Forderung unter Druck setzt \u2013 und nicht umgekehrt\u201c, erkl\u00e4rte Ewers weiter. \u201eAber der Besuch im Wei\u00dfen Haus an sich ist schon ein Gewinn f\u00fcr ihn.\u201c<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.politico.com\/news\/2026\/07\/27\/netanyahu-white-house-visit-trump-iran-war-01012362\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.politico.com\/news\/2026\/07\/27\/netanyahu-white-house-visit-trump-iran-war-01012362&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Dieser Text<\/b><\/a><b> erschien zuerst in der WELT-Partnerpublikation \u201ePolitico\u201c unter Mitarbeit von Alex Gangitano. \u00dcbersetzt und redaktionell bearbeitet von Lara J\u00e4kel.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Monatelang hatte der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu auf ein Vieraugengespr\u00e4ch mit Donald Trump gedr\u00e4ngt. 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