{"id":1199026,"date":"2026-07-28T15:50:31","date_gmt":"2026-07-28T15:50:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1199026\/"},"modified":"2026-07-28T15:50:31","modified_gmt":"2026-07-28T15:50:31","slug":"around-europe-mit-deichmann-und-rutkowski-rentiere-gegenwind-und-lange-tage-noerdlich-des-polarkreises","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1199026\/","title":{"rendered":"\u201eAround Europe\u201c mit Deichmann und Rutkowski: Rentiere, Gegenwind und lange Tage n\u00f6rdlich des Polarkreises"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Drei Viertel der Tour sind geschafft: Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski haben Finnland durchquert und den hohen Norden verlassen. Zwischen W\u00e4ldern, einsamen Gravelstra\u00dfen und unz\u00e4hligen Rentieren sammelten sie Kilometer \u2013 und fuhren ihrem Zeitplan davon.<\/strong><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/deichmann-1-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-385838\"  \/>Endlose Stra\u00dfen und kaum Verkehr: In Finnland waren Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski h\u00e4ufig nahezu allein unterwegs.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der hohe Norden liegt hinter ihnen. Nach mehr als vier Wochen in Norwegen und Finnland haben Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski Helsinki erreicht. Von dort setzen sie mit der F\u00e4hre nach Tallinn \u00fcber. Ein weiterer Meilenstein bei ihrem Projekt \u201eAround Europe\u201c \u2013 und gleichzeitig der Beginn eines neuen Abschnitts. Statt durch Skandinavien f\u00fchrt die Route nun durch Osteuropa und sp\u00e4ter \u00fcber den Balkan zur\u00fcck nach M\u00fcnchen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rund drei Viertel der insgesamt etwa 24.000 Kilometer haben beide absolviert. \u201eDie letzten 6.000 Kilometer liegen vor uns\u201c, sagt Deichmann. Rund einen Monat wollen sie daf\u00fcr ben\u00f6tigen. Und sie k\u00f6nnen den kommenden Etappen vergleichsweise entspannt entgegenblicken: Aktuell liegen sie ungef\u00e4hr eine Woche vor ihrem urspr\u00fcnglichen Zeitplan.<\/p>\n<p>Wo die Wohnmobile verschwinden<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vom Nordkap aus fuhren Deichmann und Rutkowski zun\u00e4chst \u00fcber die Nordkapinsel zur\u00fcck. Nach etwa 150 Kilometern bogen sie auf eine kleine Stra\u00dfe entlang der nordnorwegischen K\u00fcste ab. W\u00e4hrend die meisten Reisenden \u00fcber Norwegen oder Schweden nach S\u00fcden fahren, w\u00e4hlten die beiden eine Route in Richtung Nordostfinnland.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ver\u00e4nderung war sofort sp\u00fcrbar. Wohnmobile, Campervans und der \u00fcbrige Reiseverkehr verschwanden nahezu vollst\u00e4ndig. \u201eDa ist wirklich nichts mehr\u201c, berichtet Deichmann. Die kleine Stra\u00dfe f\u00fchrt lediglich zu einigen Fischerorten, nach Finnland oder weiter in Richtung der russischen Grenze. \u201eWir hatten eine spektakul\u00e4re Stra\u00dfe vor uns, komplett ohne Verkehr.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Grenz\u00fcbertritt erreichten die beiden Finnisch-Lappland. Die Landschaft wurde weiter, die Abst\u00e4nde zwischen den Ortschaften gr\u00f6\u00dfer. Teilweise passierten sie auf 100 Kilometern lediglich ein oder zwei H\u00e4user.<\/p>\n<p>Intervalltraining ohne richtigen Anstieg<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Flach war die Route trotz der scheinbar endlosen Geraden nicht. Die Stra\u00dfen f\u00fchren \u00fcber unz\u00e4hlige kleine H\u00fcgel und Wellen. Ein langer Pass ist zwar nicht dabei, dennoch summieren sich die H\u00f6henmeter. \u201eMan hat am Ende des Tages auch 1.500 H\u00f6henmeter, obwohl kein richtiger Anstieg dabei war\u201c, sagt Deichmann. \u201eEs geht immer runter, eine kurze knackige Welle hoch und wieder runter. Das ist teilweise ein bisschen Intervalltraining.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst blieben beide auf der einzigen gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfe. Der Grund: die Verpflegung. Im Norden Lapplands liegen teilweise rund 100 Kilometer zwischen zwei Einkaufsm\u00f6glichkeiten. Wer von der Hauptstra\u00dfe abbiegt, findet mitunter \u00fcber lange Zeit \u00fcberhaupt keinen Lebensmittelgesch\u00e4ft mehr.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst bei Inari, n\u00f6rdlich des Polarkreises, wechselten Deichmann und Rutkowski auf kleine Gravelstra\u00dfen. Diese f\u00fchrten sie durch den Nordosten und anschlie\u00dfend durch Zentralfinnland. Wald, Seen und Wildnis bestimmten das Bild. Die Route hatten sie so geplant, dass sie m\u00f6glichst ein- bis zweimal t\u00e4glich eine Ortschaft mit einem Supermarkt erreichten.<\/p>\n<p>Rentiere im Kreisverkehr<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den H\u00f6hepunkten der Fahrt durch Lappland geh\u00f6rten die tierischen Begegnungen. \u201eEs gibt brutal viele Rentiere\u201c, erz\u00e4hlt Deichmann. Teilweise liefen alle zehn Minuten ein oder zwei Tiere \u00fcber die Stra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Rentier hatte es sich sogar am Strand eines Sees bequem gemacht. \u201eDas war wie ein Tourist, der sein Handtuch ausgelegt hat und dort chillt\u201c, sagt Deichmann. Das Tier lag am Ufer und blickte \u00fcber das Wasser. Andere Rentiere zeigten sich von Menschen und Verkehr ebenfalls wenig beeindruckt. In einer kleinen Ortschaft liefen zwei von ihnen durch den Kreisverkehr, weitere standen vor dem Supermarkt. \u201eSie waren relativ zahm. Das war schon cool.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/deichmann-2-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-385839\"  \/>Ungew\u00f6hnliche Begegnungen: In Lappland liefen regelm\u00e4\u00dfig Rentiere \u00fcber die Stra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je weiter Deichmann und Rutkowski nach S\u00fcden kamen, desto st\u00e4rker ver\u00e4nderte sich die Umgebung. Rund 300 bis 400 Kilometer n\u00f6rdlich von Helsinki wurden die Ortschaften gr\u00f6\u00dfer. Zwischen den W\u00e4ldern tauchten h\u00e4ufiger Felder auf, auf den Stra\u00dfen nahm der Verkehr langsam wieder zu. Zuvor hatten die beiden allerdings nicht nur mit Moskitos, sondern vor allem mit Gegenwind zu k\u00e4mpfen. Daf\u00fcr wurde es auf dem Weg nach S\u00fcden allm\u00e4hlich w\u00e4rmer.<\/p>\n<p>300 Kilometer durch den Regen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Windverh\u00e4ltnisse sammelten die beiden Extremsportler zahlreiche Kilometer. An den meisten Tagen legten sie mehr als 200 Kilometer zur\u00fcck, teilweise waren es 240. Einmal standen am Ende des Tages sogar 300 Kilometer auf dem Radcomputer. M\u00f6glich machten das auch die langen Tage. N\u00f6rdlich des Polarkreises wurde es zeitweise \u00fcberhaupt nicht dunkel. Weiter s\u00fcdlich ging die Sonne zwar wieder unter, allerdings erst gegen 22:30 Uhr \u2013 und bereits gegen drei Uhr morgens wieder auf.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das schlechte Wetter sorgte paradoxerweise f\u00fcr l\u00e4ngere Tagesetappen. Caf\u00e9s oder andere Orte f\u00fcr ausgedehnte Pausen gab es in den einsamen Regionen kaum. Und bei Regen wollten Deichmann und Rutkowski auch nicht lange an einem See verweilen. \u201eDann f\u00e4hrt man halt\u201c, sagt Deichmann. So entstanden viele lange Tage im Sattel \u2013 und der Vorsprung im Zeitplan.<\/p>\n<p>Frische Reifen f\u00fcr die letzten 6.000 Kilometer<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Helsinki \u00fcbernachteten Deichmann und Rutkowski bei einem Freund von Deichmann. Dieser hatte bereits die Dokumentation \u00fcber dessen Cape-to-Cape-Abenteuer produziert und betreibt in der finnischen Hauptstadt einen Fahrradladen. Dort erhielten die R\u00e4der einen ausf\u00fchrlichen Service. Reifen und Ketten wurden noch einmal erneuert. Es soll die letzte gr\u00f6\u00dfere Wartung vor M\u00fcnchen sein. Vom \u201eSchlussspurt\u201c m\u00f6chte Deichmann angesichts der verbleibenden 6.000 Kilometer allerdings noch nicht sprechen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Tallinn aus f\u00fchrt die Route nun durch Estland, Lettland und Litauen, weiter \u00fcber Polen, die Slowakei, Ungarn, Rum\u00e4nien und Bulgarien bis nach Griechenland. Anschlie\u00dfend geht es \u00fcber den Balkan zur\u00fcck nach Deutschland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-worthy-pixel-img skip-lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1d2742aa0faf4918b85705be0b34137b.gif\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\" height=\"1\" width=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drei Viertel der Tour sind geschafft: Jonas Deichmann und Josefine Rutkowski haben Finnland durchquert und den hohen Norden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1199027,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,186027,548,663,158,3934,3935,13,108556,186028,14,15,12],"class_list":["post-1199026","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-around-europe","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-jonas-deichmann","tag-josefine-rutkowski","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116998403942557179","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1199026","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1199026"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1199026\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1199027"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1199026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1199026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1199026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}