{"id":1200847,"date":"2026-07-29T10:46:17","date_gmt":"2026-07-29T10:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1200847\/"},"modified":"2026-07-29T10:46:17","modified_gmt":"2026-07-29T10:46:17","slug":"fussball-kumpanei-vergoldet-wie-trump-und-infantino-den-wm-verkauf-einfaedelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1200847\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfball: Kumpanei vergoldet \u2013 Wie Trump und Infantino den WM-Verkauf einf\u00e4delten"},"content":{"rendered":"<p>Die Fifa sorgt mit Pl\u00e4nen f\u00fcr einen Rechteverkauf an ihren Fu\u00dfballturnieren f\u00fcr neuen Wirbel. Hinter den Kulissen mischen zuk\u00fcnftig wohl die Familienmitglieder von Donald Trump mit. F\u00fcr den US-Pr\u00e4sidenten k\u00f6nnte das heikel werden.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit Dienstag herrscht gro\u00dfer \u00c4rger im Weltfu\u00dfball. Die Europ\u00e4ische Fu\u00dfball-Union Uefa hat Fifa-Pr\u00e4sident Gianni Infantino <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/article6a68c5cfc435b807339bd961\/fussball-wm-milliarden-fuer-anteile-infantino-plant-investoren-einstieg-uefa-entsetzt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/article6a68c5cfc435b807339bd961\/fussball-wm-milliarden-fuer-anteile-infantino-plant-investoren-einstieg-uefa-entsetzt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">so scharf angegriffen wie nie zuvor <\/a>und auch andere Verb\u00e4nde dazu aufgerufen, sich gegen die Pl\u00e4ne des Schweizers zu stellen.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser ist der Plan des Weltfu\u00dfball-Verbandspr\u00e4sidenten, das Gesch\u00e4ft der Fifa f\u00fcr private Investoren zu \u00f6ffnen. Eine zentrale Rolle soll dabei ausgerechnet Thrive Capital spielen \u2013 die Investmentgesellschaft von Joshua Kushner, dem Bruder von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trumps<\/a> Schwiegersohn Jared Kushner. Das Unternehmen will nach Informationen von \u201ePolitico\u201c (geh\u00f6rt wie WELT\/\u201eBild\u201c zum Axel Springer Global Reporters Network) vor allem internationale Staatsfonds als Kapitalgeber gewinnen.<\/p>\n<p>\u201eDamit wird eine Grenze \u00fcberschritten, die die f\u00fchrenden Institutionen des Fu\u00dfballs niemals \u00fcberschreiten d\u00fcrfen\u201c, erkl\u00e4rte die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/uefa\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/uefa\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Uefa<\/a>. \u201eDie Seele und die F\u00fchrung des Fu\u00dfballs sind keine Verm\u00f6genswerte, mit denen gehandelt werden darf \u2013 erst recht nicht bei v\u00f6lliger Intransparenz dar\u00fcber, wer finanziell profitiert. Niemand von uns besitzt den Fu\u00dfball. Er geh\u00f6rt nicht der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/fifa\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/fifa\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fifa<\/a>, und sie kann ihn nicht verkaufen.\u201c<\/p>\n<p>Infantino k\u00f6nnte zur Aussage verpflichtet werden<\/p>\n<p>Der Streit trifft Infantino zu einem heiklen Zeitpunkt. Im kommenden M\u00e4rz stellt er sich zur Wiederwahl an der Spitze des Weltverbands. M\u00f6gliche Gegenkandidaten m\u00fcssen ihre Bewerbungen bereits zwei Wochen nach den US-Zwischenwahlen vom 3. November anmelden.<\/p>\n<p>Sollten die Demokraten dabei die Mehrheit im Repr\u00e4sentantenhaus gewinnen, k\u00f6nnten sie ihre Untersuchungen zu Infantinos auff\u00e4llig enger Beziehung zu Trump erheblich ausweiten. Jamie Raskin, der rangh\u00f6chste Demokrat im Justizausschuss, fordert bereits eine Liste der Geschenke an Trump, Kommunikation zu Angelegenheiten des Justizministeriums sowie Besucherlisten der Fifa-Zentrale in Miami und ihres B\u00fcros im Trump Tower.<\/p>\n<p>Mit einer Mehrheit k\u00f6nnten die Demokraten die Herausgabe solcher Unterlagen erzwingen und wom\u00f6glich auch Infantino zu einer Aussage verpflichten.<\/p>\n<p>\u201eDas w\u00e4re in der Fifa-Welt das Szenario eines perfekten Sturms\u201c, sagt eine Person, die auf h\u00f6chster Ebene in den Weltfu\u00dfball eingebunden ist und wegen der sensiblen internen Machtk\u00e4mpfe anonym bleiben m\u00f6chte. \u201eIch glaube, dass sie jemanden finden werden, der gegen ihn antritt \u2013 vor allem, wenn sich bei den Zwischenwahlen die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse \u00e4ndern und immer mehr Dinge ans Licht kommen. Aber in den kommenden vier bis f\u00fcnf Monaten m\u00fcsste daf\u00fcr noch einiges geschehen.\u201c<\/p>\n<p>In der Folge trat Infantino regelm\u00e4\u00dfig an Trumps Seite auf. Die Fifa mietete B\u00fcror\u00e4ume im Trump Tower und verlieh ihren erstmals vergebenen \u201eFriedenspreis\u201c an Trump.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Weltmeisterschaft begann die Beziehung zwischen Infantino und Trump sich auf nahezu alle Bereiche des Turniers auszuwirken. Als Trump den Fifa-Pr\u00e4sidenten bat, die nach einer Roten Karte verh\u00e4ngte Sperre f\u00fcr den besten Torsch\u00fctzen der US-Mannschaft zu \u00fcberpr\u00fcfen, h\u00f6rte sich Infantino dessen Beschwerden an. Sp\u00e4ter hob die Fifa die Sperre gegen Folarin Balogun auf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Finales blickte Trump zudem an den neben ihm stehenden nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs vorbei und widmete Infantino demonstrativ seine Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Das Fifa-Modell ist an die Formel 1 angelehnt<\/p>\n<p>Nun steht der Fifa-Pr\u00e4sident offenbar davor, auch seine finanziellen Verbindungen zur Trump-Familie zu vertiefen. Der Vorschlag, Beteiligungen am WM-Gesch\u00e4ft zu verkaufen, w\u00fcrde sich ma\u00dfgeblich auf Thrive Capital st\u00fctzen, die von Joshua Kushner gegr\u00fcndete Risikokapitalgesellschaft. Am Dienstag k\u00fcndigte die Fifa an, ihre kommerziellen Aktivit\u00e4ten von der eigentlichen Verbandsorganisation trennen zu wollen. Das Modell ist teilweise an die Formel 1 angelehnt.<\/p>\n<p>Thrive Eternal, das auf langfristige Anlagen ausgerichtete Investmentvehikel von Thrive Capital, hat zugesagt, die Suche der Fifa nach Investoren finanziell abzusichern. Diese soll voraussichtlich von JP Morgan geleitet werden.<\/p>\n<p>\u201eUnsere n\u00e4chste Wachstumsphase braucht eine Struktur, die eigens daf\u00fcr geschaffen ist \u2013 eine Struktur, in der die kommerzielle Seite des Spiels als fokussiertes, eigenst\u00e4ndiges Unternehmen arbeitet und ihr Wert weltweit breiter und besser verteilt wird\u201c, erkl\u00e4rte Infantino. Joshua Kushner investiert \u00fcber Thrive Eternal. Das Unternehmen setzt darauf, dass Live-Sportveranstaltungen in einer zunehmend von K\u00fcnstlicher Intelligenz gepr\u00e4gten Welt noch begehrter werden.<\/p>\n<p>Nach Angaben einer Person, die unmittelbare Kenntnis von den \u00dcberlegungen des Unternehmens hat, will Thrive Eternal seine eigene Investition ausbauen, indem es weltweit langfristig orientierte institutionelle Anleger umwirbt. Dabei soll sich das Unternehmen vor allem auf Staatsfonds st\u00fctzen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/jared-kushner\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/jared-kushner\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jared Kushner<\/a>s Investmentgesellschaft Affinity Partners ist bereits wegen der Beschaffung von Milliarden Dollar bei ausl\u00e4ndischen Staatsfonds ins Visier des Kongresses geraten. Dazu geh\u00f6ren Fonds, die von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar kontrolliert werden \u2013 w\u00e4hrend Jared Kushner zugleich diplomatische Verhandlungen der USA mit diesen Regierungen f\u00fchrt. Die Kushner-Br\u00fcder betreiben voneinander getrennte Unternehmen.<\/p>\n<p>Infantino hat fast ein Jahrzehnt darauf verwendet, seine Unterst\u00fctzung unter den 211 Fifa-Mitgliedsverb\u00e4nden zu festigen. Daf\u00fcr weitete er Entwicklungshilfen aus und erh\u00f6hte die finanziellen Aussch\u00fcttungen.<\/p>\n<p>Nach den j\u00fcngsten Pl\u00e4nen, \u00fcber die die \u201eTimes\u201c berichtete, w\u00fcrde jeder Verband im Rahmen der vorgeschlagenen Investitionsstruktur eine Beteiligung erhalten. Diese k\u00f6nnte einen Wert von rund 20 Millionen Dollar haben \u2013 und damit einen weiteren finanziellen Anreiz f\u00fcr die Mitglieder schaffen, den Plan zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u201eDie Weltmeisterschaft geh\u00f6rt nicht den Investmentfonds\u201c<\/p>\n<p>Joshua Kushners \u00dcberzeugung, dass globale Sportrechte und -wettbewerbe in einer zunehmend von KI gepr\u00e4gten Wirtschaft best\u00e4ndige Verm\u00f6genswerte seien, hat nach Angaben der mit den \u00dcberlegungen vertrauten Person die Gespr\u00e4che mit Infantino mitgepr\u00e4gt. Kushner kennt den Fifa-Pr\u00e4sidenten demnach seit Jahren.<\/p>\n<p>Der Vorschlag sieht vor, die Medienrechte, Sponsoringaktivit\u00e4ten, das Ticketgesch\u00e4ft, Hospitality-Angebote, Lizenzen und andere kommerzielle Aktivit\u00e4ten der Fifa in einer neuen Tochtergesellschaft mit dem Namen Fifa Forward Enterprise zu b\u00fcndeln.<\/p>\n<p>Die gemeinn\u00fctzige Verbandsstruktur der Fifa soll dagegen unver\u00e4ndert bleiben. Der Weltverband will zun\u00e4chst eine kommissarische F\u00fchrung f\u00fcr Fifa Forward Enterprise benennen. Die Tochtergesellschaft soll von einem Verwaltungsrat beaufsichtigt werden.<\/p>\n<p>Infantinos ungew\u00f6hnliche Instagram-Botschaft<\/p>\n<p>Infantino hatte eine Videobotschaft aufgenommen, in der er den Vorschlag erl\u00e4utert und f\u00fcr die neue kommerzielle Struktur wirbt. Das Video soll an die 211 nationalen Mitgliedsverb\u00e4nde geschickt werden, die \u00fcber das Vorhaben abstimmen werden.<\/p>\n<p>Am Wochenende hatte Infantino einen f\u00fcr seine Verh\u00e4ltnisse ungew\u00f6hnlich konfrontativen Instagram-Beitrag mit 15 Slides ver\u00f6ffentlicht. Darin warf er Kritikern vor, \u201eHass und falsche Ger\u00fcchte zu verbreiten\u201c, w\u00e4hrend die Fifa \u201edie beste Show der Welt\u201c liefere.<\/p>\n<p>Infantino st\u00f6\u00dft bereits auf Widerstand bei Abgeordneten des Europ\u00e4ischen Parlaments. Sie werfen ihm vor, durch seine Beziehung zu Trump gegen die eigenen Regeln des Fu\u00dfballverbands zur politischen Neutralit\u00e4t versto\u00dfen zu haben.<\/p>\n<p>\u201eDie Weltmeisterschaft geh\u00f6rt den Verb\u00e4nden, den Fans, den Sportlern und den Gemeinschaften, die den Fu\u00dfball als soziales und kulturelles Erbe begreifen \u2013 nicht den Investmentfonds\u201c, sagte Carolina Morace, eine ehemalige italienische Fu\u00dfballspielerin, die heute dem Europ\u00e4ischen Parlament angeh\u00f6rt: \u201eDer Sport darf nicht nach der Logik der Finanzm\u00e4rkte gef\u00fchrt werden. Die sportliche Leistung und nicht das Gesch\u00e4ft muss im Mittelpunkt des Sports stehen.\u201c<\/p>\n<p>Sophia Cai ist Global Reporterin bei Axel Springer. Das Axel Springer Global Reporters Network ist eine marken\u00fcbergreifende Initiative, die Scoops, investigative Recherchen, Interviews, Meinungsst\u00fccke und Analysen globaler Relevanz ver\u00f6ffentlicht. Journalisten aller Axel-Springer-Marken \u2013 darunter POLITICO, Business Insider, WELT, BILD, Onet und Fakt \u2013 kooperieren bei gro\u00dfen Geschichten f\u00fcr ein internationales Publikum. Die Berichterstattung erstreckt sich \u00fcber alle Plattformen von Axel Springer: online, print, TV und Audio. Zusammen erreichen diese Ver\u00f6ffentlichungen Hunderte Millionen Menschen weltweit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Fifa sorgt mit Pl\u00e4nen f\u00fcr einen Rechteverkauf an ihren Fu\u00dfballturnieren f\u00fcr neuen Wirbel. 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