{"id":120108,"date":"2025-05-18T11:08:11","date_gmt":"2025-05-18T11:08:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/120108\/"},"modified":"2025-05-18T11:08:11","modified_gmt":"2025-05-18T11:08:11","slug":"ukraine-russische-besatzer-quaelen-ukrainer-in-berdjansk-und-melitopol-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/120108\/","title":{"rendered":"Ukraine: Russische Besatzer qu\u00e4len Ukrainer in Berdjansk und Melitopol | Politik"},"content":{"rendered":"<p><b>Vergewaltigt, verpr\u00fcgelt, verschleppt, erschossen \u2013 das ist die grausame Realit\u00e4t f\u00fcr viele Menschen in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine.<\/b><\/p>\n<p>Tausende Ukrainer in Berdjansk und Melitopol (Region Saporischschja) k\u00e4mpfen t\u00e4glich ums \u00dcberleben \u2013 unter Hunger, Folter und Todesangst. Sie werden von den Besatzern wie Menschen zweiter Klasse behandelt. <\/p>\n<p>Das berichten Bewohner in den besetzten Gebieten, mit denen BILD sprechen konnte. Die Redaktion hat sich entschieden, aus Sicherheitsgr\u00fcnden ihre Namen zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p><b>\u201eDas Leben hier ist wie in der H\u00f6lle\u201c, sagt ein Einwohner verzweifelt. \u201eDie Besatzer machen mit uns, was sie wollen.\u201c<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"661\" alt=\"Ein russischer Soldat inspiziert ein Fahrzeug an einem Kontrollpunkt am Eingang zu Melitopol, Ukraine\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/0e90995cf6a093eec3b1506ba306549f,fdfe5d45\"   class=\"dynamic\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Ein russischer Soldat inspiziert ein Fahrzeug an einem Kontrollpunkt am Eingang zu Melitopol<\/p>\n<p>Foto: SNA\/IMAGO<\/p>\n<p>Anwalt Konstantin (50): \u201eIch musste nackt die Sowjet-Hymne singen\u201c<\/p>\n<p>Konstantin Schneider, ein ehemaliger Anwalt aus dem besetzten Berdjansk, ist seit dem russischen Einmarsch arbeitslos, verdient seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und dem Sammeln von Altmetall.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz verdiente er umgerechnet 373 Euro. Seine kranke Mutter brauchte Medikamente, die es nur noch \u00fcber russisch kontrollierte humanit\u00e4re Hilfe gibt. Als er seinen deutschen Namen nannte, verspottete ihn ein russischer Soldat als \u201eFaschist\u201c. Danach folgten wiederholte Schikanen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Alexandr Schmidt, ein ehemaliger Anwalt aus dem russisch besetzten Berdjansk, wurde von den russischen Besatzern entf\u00fchrt, gedem\u00fctigt, gefoltert \u2013 und als \u201aFaschist\u2018 beschimpft\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/6b9aaae7e0eccf0ac8c9a59f62f98d40,63124a78\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Konstantin Schneider, ein ehemaliger Anwalt aus dem russisch besetzten Berdjansk, wurde von den russischen Besatzern entf\u00fchrt, gedem\u00fctigt, gefoltert \u2013 und als \u201aFaschist\u2018 beschimpft<\/p>\n<p>Foto: Privat<\/p>\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter zerren ihn russische Soldaten in ein Auto und verschleppen ihn auf ein Feld. Dort begann der Albtraum. \u201eSie zogen mir einen Sack \u00fcber den Kopf, fuhren mich weit raus, zwangen mich zu entkleiden und schlugen mich dort mit Gewehrkolben\u201c, erz\u00e4hlt Konstantin. \u201eIch sollte die Sowjet-Hymne singen. Einer hielt mir ein Maschinengewehr an die Stirn \u2026 Ich lag nackt auf gefrorenem Boden, sang unter Tr\u00e4nen ein paar Worte \u2013 sicher, dass ich gleich sterbe.\u201c<\/p>\n<p>Konstantin \u00fcberlebte. \u201eAls ich wieder zu mir kam, floss Blut aus Nase und Mund, mein K\u00f6rper war \u00fcbers\u00e4t mit blauen Flecken. Ich schleppte mich mehrere Kilometer nach Hause.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Menschen gehen an einem Transparent mit der Aufschrift \u201eMit Russland ist es warm!\u201c vorbei. Die Region Saporischschja ist von Russland besetzt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/cb7f584767b0abee93df51d85c3cc472,34235456\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Menschen gehen an einem Transparent mit der Aufschrift \u201eMit Russland ist es warm!\u201c vorbei. Die Region Saporischschja ist von Russland besetzt<\/p>\n<p>Foto: TASS\/picture alliance\/dpa<\/p>\n<p>Lehrerin Tamara (42): \u201eWir haben unser Sofa verkauft, um Brot zu kaufen\u201c<\/p>\n<p>In Melitopol berichtet Lehrerin Tamara von einem Leben am Rande der Existenz. Lebensmittelpreise explodieren: \u201eEin Liter \u00d6l kostet 5,33 Euro, ein kleines Brot 4,26 Euro. Milchprodukte kann ich mir nie leisten.\u201c<\/p>\n<p><b>Wer sich den Besatzern nicht andient, lebt in bitterer Armut, sagt die Ukrainerin. Die Wohnungseinrichtung wurde verkauft, um zu \u00fcberleben. \u201eWir haben ein Sofa, drei St\u00fchle und einen Herd f\u00fcr 181 Euro verkauft.\u201c<\/b><\/p>\n<p>Doch das ist nicht alles: Russische Propaganda dominiert die Stra\u00dfen. Wer widerspricht, riskiert sein Leben. Tamara erlebte, wie ein Mann auf offener Stra\u00dfe erschossen wurde \u2013 weil er sagte, der Westen werde die Ukraine nicht im Stich lassen. Ihre ehemalige Sch\u00fclerin (27) wurde tot in einer Grube gefunden \u2013 weil sie sich gegen die Besatzer \u00e4u\u00dferte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"REGION SAPORISCHJA, UKRAINE \u2013 4. M\u00c4RZ 2022: In Melitopol, im S\u00fcden der Ukraine, nehmen Zivilisten russische Hilfsg\u00fcter entgegen \u2013 geliefert von der Krim. Laut russischen Angaben wurden \u00fcber 110 Tonnen Lebensmittel bereitgestellt: darunter Getreide, Salz, Zucker, Milchprodukte sowie Fleisch- und Fischkonserven. Gesichert wird der Konvoi vom russischen Milit\u00e4r.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/b89d803279c87a1379d90acfc613a0e7,c9c1f921\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">4. M\u00e4rz 2022, kurz nach der Invasion: In Melitopol, im S\u00fcden der Ukraine, nehmen Zivilisten russische Hilfsg\u00fcter entgegen \u2013 geliefert von der Krim. Laut russischen Angaben wurden \u00fcber 110 Tonnen Lebensmittel bereitgestellt: darunter Getreide, Salz, Zucker, Milchprodukte sowie Fleisch- und Fischkonserven. Gesichert wird der Konvoi vom russischen Milit\u00e4r<\/p>\n<p>Foto: picture alliance\/dpa\/Russian Defence Ministry<\/p>\n<p>Tierarzt Jan (28): \u201eSie nahmen meinen Roller, meinen Fernseher \u2013 alles!\u201c<\/p>\n<p>Jan aus Melitopol versucht verzweifelt, das Leben seiner Mutter zu retten. Sie ist Diabetikerin \u2013 Insulin gibt es nicht mehr. Er kauft es auf dem Schwarzmarkt: 3.870 Rubel (41 Euro) pro Packung. F\u00fcr den Ukrainer fast unbezahlbar.<\/p>\n<p>\u201eRussische Soldaten k\u00f6nnen alles mitnehmen \u2013 dein Auto, dein Haus, deinen Roller.\u201c Seinen Roller haben sie ihm bereits weggenommen. \u201eWenn du dich wehrst, landest du tot in der Grube.\u201c Er berichtet, dass die Besatzer die Menschen zwingen, russische P\u00e4sse zu beantragen. \u201eWenn du ablehnst, drohen sie, dich totzuschlagen oder verschwinden zu lassen.\u201c<\/p>\n<p><b>Jan glaubt nicht mehr an Befreiung. \u201eIch denke, wir kehren nie zur\u00fcck in die Ukraine.\u201c<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Im besetzten Berdjansk werden den Bewohnern russische P\u00e4sse und Schuldenerlass versprochen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/f01c1b05837f6f8d8d11994b422998ed,d640bd21\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Im besetzten Berdjansk werden den Bewohnern russische P\u00e4sse und Schuldenerlass versprochen<\/p>\n<p>Foto: Privat<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vergewaltigt, verpr\u00fcgelt, verschleppt, erschossen \u2013 das ist die grausame Realit\u00e4t f\u00fcr viele Menschen in den von Russland besetzten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":120109,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,3083,14,15,3082,307,12,45,317,3081],"class_list":{"0":"post-120108","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-krim","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-putin-wladimir","15":"tag-russland","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-texttospeech","18":"tag-ukraine","19":"tag-ukraine-konflikt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114528525237261381","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=120108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120108\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/120109"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=120108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=120108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=120108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}