{"id":1201876,"date":"2026-07-29T21:01:21","date_gmt":"2026-07-29T21:01:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1201876\/"},"modified":"2026-07-29T21:01:21","modified_gmt":"2026-07-29T21:01:21","slug":"neuss-mahnwache-nach-anschlag-auf-csd-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1201876\/","title":{"rendered":"Neuss: Mahnwache nach Anschlag auf CSD in Berlin"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> \u201eLove is love\u201c, \u201eIn Gedenken\u201c oder \u201eHass zerst\u00f6rt\u201c, ist auf einigen Plakaten und T-Shirts zu lesen. Einige Menschen haben auch Regenbogenflaggen dabei oder halten bunte F\u00e4cher in den H\u00e4nden, mit denen sie sich Luft zuwedeln. Manche haben Kerzen angez\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Am fr\u00fchen Mittwochabend hat auf dem Markt vor dem Rathaus eine Mahnwache stattgefunden, um gemeinsam der Opfer des mutma\u00dflich islamistischen Anschlags auf den Christopher Street Day (CSD) in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Berlin<\/a> am Wochenende zu gedenken. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/deutschland\/anschlag-csd-berlin-abdul-b-war-salafist-und-schon-in-der-schule-auffaellig_aid-152091147\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Es hatte ein Todesopfer und 29 Verletzte gegeben<\/a>, nachdem ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren wurde. Der mutma\u00dfliche T\u00e4ter ist inzwischen tot.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Verein \u201eQueer in Neuss\u201c organisierte jetzt die Gedenkveranstaltung. \u201eUnsere Hoffnung war eigentlich, dass wir einen CSD oder einen Winter-Pride als erste Aktion organisieren\u201c, sagte der Vorsitzende Martin Stock. Doch nach der Tat sei f\u00fcr ihn klar gewesen, dass es wichtig ist, ein Zeichen zu setzen. \u201eEs ist ein Trauma, das uns alle betrifft.\u201c Was in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/berlin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> geschehen ist, sei ein Angriff auf die queere Community und alle Minderheiten.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon kurz nach dem Aufbau waren etwa 60 Menschen vor Ort, um an der Mahnwache teilzunehmen. \u201eAls Queerbeauftragter der Stadt macht mich die Tat fassungslos\u201c, sagte Niklas Wolfgruber. F\u00fcr viele seien es schwere Tage. Sie m\u00fcssten nun versuchen, ihre Angst und Trauer zu bew\u00e4ltigen. Die Teilnehmer widmeten sich in einer Schweigeminute den Betroffenen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Anschlie\u00dfend gab es ein Open Mic. Hei\u00dft: Jeder durfte sich beteiligen und seine Gedanken den Anwesenden mitteilen. Sofort ging ein Mann nach vorne. \u201eWir d\u00fcrfen uns nicht einsch\u00fcchtern lassen. Wir feiern weiter den CSD\u201c, sagte er. Anschlie\u00dfend nahm Charleen Schnellenbach, Kreissprecherin der Linken und Gr\u00fcndungsmitglied von \u201eQueer in Neuss\u201c, das Mikrofon. \u201eWut, Trauer, Angst und auch Trotz\u201c \u2013 so beschrieb sie ihre Gef\u00fchle. Man d\u00fcrfe nicht in Angst verfallen, nur weil man nicht in das \u201eheteronormative Bild\u201c passe. Als Transfrau wisse sie, was es bedeute, angestarrt zu werden. F\u00fcr die Wortbeitr\u00e4ge erhielten die Vortragenden immer wieder Beifall.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Teilnehmer Christian Hillen sagte, dass <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/neuss\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neuss<\/a> hinsichtlich queerer Angebote \u201eabsolut hinterherhinkt\u201c. Die Tat in Berlin sei ein Angriff auf die Gesellschaft. Das sei Grund genug, an der Mahnwache teilzunehmen. \u201eAls schwuler Mann bin ich w\u00fctend\u201c, sagte er. Von der Politik h\u00e4tte er sich gew\u00fcnscht, dass Probleme der queeren Community klar benannt werden. Stattdessen h\u00f6re er nur Floskeln, erg\u00e4nzte er.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Andrea Kuckert, die k\u00fcrzlich ein queeres Netzwerk in Neuss gegr\u00fcndet hatte, war ebenfalls vor Ort. \u201eEs ist eine Katastrophe, was in Berlin passiert ist\u201c, sagte sie. Einsch\u00fcchtern lasse sie sich davon nicht. \u201eWir lassen uns unsere Vielfalt nicht nehmen\u201c, stand auf einem Schild, das sie in die H\u00f6he hielt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Doch die Veranstaltung verlief nicht nur friedlich. Wie eine Augenzeugin sp\u00e4ter berichtete, gab es einen St\u00f6rer, der bewusst provozieren wollte. Polizeisprecherin Claudia Suthor best\u00e4tigte, dass die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/polizei\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polizei<\/a> vor Ort war und einschreiten musste. Zu Straftaten sei es jedoch nicht gekommen. Die Personalien des Mannes wurden festgestellt. Trotz des Zwischenfalls musste die Veranstaltung nicht unterbrochen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eLove is love\u201c, \u201eIn Gedenken\u201c oder \u201eHass zerst\u00f6rt\u201c, ist auf einigen Plakaten und T-Shirts zu lesen. 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