{"id":1202276,"date":"2026-07-30T01:18:16","date_gmt":"2026-07-30T01:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1202276\/"},"modified":"2026-07-30T01:18:16","modified_gmt":"2026-07-30T01:18:16","slug":"mit-hightech-abnehmen-und-den-blutzucker-verbessern-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1202276\/","title":{"rendered":"Mit Hightech abnehmen und den Blutzucker verbessern \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am UKL wird ein neuartiges endoskopisches Verfahren gegen Typ-2-Diabetes und Adipositas getestet. F\u00fcr die Zulassungsstudie werden Probanden gesucht. Im Rahmen einer internationalen Zulassungsstudie untersucht das Universit\u00e4tsklinikum Leipzig (UKL) als eine von nur acht Kliniken deutschlandweit ein neu entwickeltes Implantat. Das Besondere: Obwohl das Implantat die positiven Effekte eines Magenbypasses nachahmt, m\u00fcssen die Patient:innen daf\u00fcr nicht operiert werden. Dieser neue Therapieansatz k\u00f6nnte Menschen mit Typ-2-Diabetes und starkem \u00dcbergewicht k\u00fcnftig das Leben erleichtern. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eViele Patientinnen und Patienten schaffen es trotz moderner Verfahren nicht, ausreichend Gewicht zu verlieren\u201c, sagt Prof. Matthias Bl\u00fcher, Leiter der Adipositasambulanz f\u00fcr Erwachsene am UKL und Direktor des Helmholtz-Instituts f\u00fcr Metabolismus-, Adipositas- und Gef\u00e4\u00dfforschung. \u201eF\u00fcr sie k\u00f6nnte dieses Verfahren eine interessante zus\u00e4tzliche Behandlungsoption sein.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Hightech-Implantat macht viele Operationen \u00fcberfl\u00fcssig<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kern der Studie ist der sogenannte Trans-Duodenal Barrier. Dieser nur wenige Millimeter d\u00fcnne, rund 60 Zentimeter lange Schlauch wird im Magenausgang verankert und reicht bis in den oberen D\u00fcnndarm. Die Nahrung flie\u00dft dann aus dem Magen zun\u00e4chst durch den Schlauch. Sie kommt also erst 60 Zentimeter \u201esp\u00e4ter\u201c mit der D\u00fcnndarmschleimhaut und den Verdauungss\u00e4ften in Kontakt. Dadurch ver\u00e4ndern sich wichtige Stoffwechselprozesse und Hormonsignale, die den Blutzucker regulieren und das S\u00e4ttigungsgef\u00fchl beeinflussen. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMan hat quasi die Wirkung einer Bypass-Operation, ohne operieren zu m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Bl\u00fcher. \u201eUnd das Besondere ist: Das Implantat kann jederzeit wieder entfernt werden. Danach ist die Anatomie wieder genauso wie zuvor.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Schonende Fixierung am Magenausgang<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits ein Vorg\u00e4ngermodell nutzte das Prinzip, den Nahrungsbrei im oberen D\u00fcnndarm durch einen Schlauch zu leiten und so die Stoffwechseleffekte einer Magenbypass-Operation nachzuahmen. Die Idee ist also nicht neu. Allerdings wurde das alte Implantat mit kleinen Metallankern fixiert, die bei einigen Patientinnen und Patienten zu Beschwerden, Blutungen oder Infektionen gef\u00fchrt haben. Das neue Implantat setzt stattdessen auf ein eigens entwickeltes System zur Verankerung. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Schlauch wird am Magenausgang durch zwei luftgef\u00fcllte Ballons fixiert. Der gr\u00f6\u00dfere verhindert, dass das Implantat in den Darm hinunterrutscht. Und der kleinere Ballon sorgt daf\u00fcr, dass der Schlauch wieder in den Magen zur\u00fcck gelangt\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Albrecht Hoffmeister, Leiter der Gastroenterologieabteilung am UKL. Er wird das neue Implantat bei Patient:innen einsetzen. \u201eDer Eingriff erfolgt endoskopisch \u00fcber den Mund und dauert lediglich etwa 20 Minuten. Die Patientinnen und Patienten schlafen w\u00e4hrend der Behandlung.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Testpersonen gesucht<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das neue Verfahren soll nun gezielt an Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas getestet werden. Ziel der Studie ist es, sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit des Trans-Duodenal Barriers zu untersuchen. Erwartet werden eine deutliche Gewichtsabnahme und eine bessere Blutzuckereinstellung. Begleitend erhalten alle Teilnehmenden eine intensive Ern\u00e4hrungsberatung. F\u00fcr die Studie werden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und Adipositas (BMI \u00fcber 30) gesucht, deren Langzeitblutzucker trotz Behandlung nicht optimal eingestellt ist. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Teilnahme ist kostenlos. S\u00e4mtliche Untersuchungen, die Behandlung sowie die Fahrtkosten werden \u00fcbernommen. \u201eDie Zahl der Studienpl\u00e4tze ist begrenzt\u201c, sagen Professor Bl\u00fcher und Professor Hoffmeister. \u201eWer Interesse hat, sollte sich deshalb m\u00f6glichst zeitnah bei uns melden.\u201c Interessierte k\u00f6nnen sich an die Adipositas-Ambulanz des UKL unter adipositas@medizin.uni-leipzig.de wenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am UKL wird ein neuartiges endoskopisches Verfahren gegen Typ-2-Diabetes und Adipositas getestet. 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