{"id":1203288,"date":"2026-07-30T11:43:15","date_gmt":"2026-07-30T11:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1203288\/"},"modified":"2026-07-30T11:43:15","modified_gmt":"2026-07-30T11:43:15","slug":"duesseldorf-zweite-meinung-rettet-amanullahs-bein-vor-amputation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1203288\/","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf: Zweite Meinung rettet Amanullahs Bein vor Amputation"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ohne Graviel Zulueta La Rosa w\u00fcrde Amanullah wahrscheinlich nur noch mit einem Bein nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/afghanistan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Afghanistan<\/a> zur\u00fcckkehren. Im Fr\u00fchjahr brachte die Initiative Friedensdorf International den Zehnj\u00e4hrigen mit weiteren Kindern aus L\u00e4ndern mit schwieriger medizinischer Versorgung nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/oberhausen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oberhausen<\/a>. Seit 1967 hilft die Organisation verletzten und kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten durch medizinische Behandlungen in Europa.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Amanullah hatte eine schwere Knochenentz\u00fcndung im Oberschenkel. \u201eIm ersten Krankenhaus, das wir anfragten, hie\u00df es, dass es wohl besser sei, das Bein zu amputieren\u201c, berichtet Friedensdorf-Mitarbeiterin Saskia Kosi. Bevor allerdings solch ein nicht mehr umzukehrender Eingriff erfolgt, holt das Friedensdorf-Team eine zweite Meinung ein. Und diese kam von Graviel Zulueta La Rosa, Facharzt f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie sowie Sektionsleiter f\u00fcr septische Chirurgie in den Sana-Kliniken in Benrath, der in der Vergangenheit schon einige Friedensdorf-Kinder mit seinem Team operiert hatte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Krankenhaus im D\u00fcsseldorfer S\u00fcden kooperiert seit gut zehn Jahren mit Friedensdorf International. Das schickt seitdem immer wieder Kinder zur Behandlung vorbei. La Rosa nahm den Jungen in Augenschein und war anderer Meinung als sein Kollege. Er wollte alles daf\u00fcr tun, damit Amanullah seine Familie auf zwei Beinen laufend wiedersehen kann. \u201eWir haben in all den Jahren, in denen wir in Benrath Friedensdorf-Kinder behandeln, noch kein Gliedma\u00df amputiert\u201c, sagt La Rosa. Hubert Parys, \u00e4rztlicher Direktor des Benrather Krankenhauses, erg\u00e4nzt: \u201eEine Amputation scheint manchem Arzt dann erst mal der medizinisch einfachere Eingriff zu sein.\u201c Die Devise der Benrather \u00c4rzte: Dann doch lieber eine beinerhaltende OP, auch wenn sie schwierig ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Siebeneinhalb Stunden dauerte der Eingriff bei Amanullah. Unterst\u00fctzung bekam das Sana-Team von den plastischen Chirurgen Heinz Homann und Frauke Deneken von der Uni-Klinik. Der Erfolg gibt dem \u00c4rzteteam recht: Das Bein des Zehnj\u00e4hrigen ist gut verheilt. Das sieht La Rosa bei einem Nachsorgetermin am Mittwoch best\u00e4tigt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Auch mit Marias Wundheilung ist der Mediziner zufrieden. Die 13-J\u00e4hrige musste jetzt ein zweites Mal in Deutschland operiert werden. Sie war 2023 aus ihrem Heimatland <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/angola\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angola<\/a> mit Friedensdorf International nach Oberhausen gekommen. Doch nach der ersten OP, die in einem anderen Krankenhaus vorgenommen wurde, kehrte die Entz\u00fcndung zur\u00fcck. Diesmal bekam das junge M\u00e4dchen den befallenen Knochen entfernt. Stattdessen wurden ihr ein St\u00fcck ihres eigenen Knochens aus dem anderen Bein und ein St\u00fcck Spenderknochen implantiert. Mit Erfolg. \u201eDie Entz\u00fcndung ist komplett weg\u201c, sagt der Unfallchirurg.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Seit der Corona-Pandemie sind Maria und Amanullah die ersten Kinder, die in Kooperation mit Friedensdorf International in Benrath wieder gesund gemacht wurden. \u00dcbrigens auf Kosten der Klinik. Diese stellt nicht nur die Arbeitsleistung des medizinischen Personals zur Verf\u00fcgung. Die beiden Patienten wurden station\u00e4r aufgenommen und versorgt. Und das, obwohl das Sana in Benrath gar keine Kinderklinik hat. Parys: \u201eDarauf stellen wir uns hier alle ein.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Pflegekraft Jessica Schmidt und ihre Kollegen und Kolleginnen wissen trotzdem, wie man mit ihnen umgeht. Und wahrscheinlich wurden beide auch noch ein bisschen aufmerksamer umsorgt als der eine oder andere erwachsene Patient. Sind doch die Kinder, die \u00fcber das Friedensdorf nach Deutschland kommen, ohne ihre Familie hier.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr den D\u00fcsseldorfer Sana-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Weckmann ist es trotz der finanziellen Probleme, in denen alle deutschen Krankenh\u00e4user stecken, eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass sein Team den Kindern durch einen medizinischen Eingriff ein gesundes Leben in ihrer Heimat erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Amanullah kann wahrscheinlich im November zu seiner Familie in Afghanistan zur\u00fcckkehren, bei Maria k\u00f6nnte es bis Januar dauern, bis der Flieger nach Angola geht. Die R\u00fcckf\u00fchrung der Kinder kann inzwischen ein bisschen l\u00e4nger dauern, weil man auch im Friedensdorf merkt, dass die Menschen weniger Geld haben, um zu spenden. Bis zu ihren R\u00fcckfl\u00fcgen bleiben auch die beiden in Oberhausen im Friedensdorf, das wie Saskia Kosi sagt, \u201eein bisschen wie eine Jugendherberge ist\u201c. Beide Kinder h\u00e4tten dort schon Freunde gefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ohne Graviel Zulueta La Rosa w\u00fcrde Amanullah wahrscheinlich nur noch mit einem Bein nach Afghanistan zur\u00fcckkehren. 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