{"id":1203930,"date":"2026-07-30T17:48:36","date_gmt":"2026-07-30T17:48:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1203930\/"},"modified":"2026-07-30T17:48:36","modified_gmt":"2026-07-30T17:48:36","slug":"verkauf-von-tegut-filialen-an-edeka-untersagt-kartellamt-setzt-tausende-arbeitsplaetze-aufs-spiel-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1203930\/","title":{"rendered":"Verkauf von \u201etegut\u201c-Filialen an Edeka untersagt: Kartellamt setzt Tausende Arbeitspl\u00e4tze aufs Spiel | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\"><b>Geht es nach dem Bundeskartellamt, werden wohl mehrere Tausend Arbeitspl\u00e4tze der Handelskette \u201etegut\u201c wegfallen. In dieser Woche haben die Wettbewerbsh\u00fcter mit Sitz in Bonn den Verkauf der Filialen an die Edeka-Gruppe untersagt. Begr\u00fcndung laut \u201evorl\u00e4ufigem Entscheidungsentwurf\u201c: Wettbewerbsverzerrung! Man habe \u201e37 wettbewerblich kritische Marktr\u00e4ume\u201c ausgemacht. Damit steht der Edeka-tegut-Deal komplett auf der Kippe.<\/b><\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Insgesamt besteht das tegut-Filialnetz aus rund 300 M\u00e4rkten, dazu 40 Filialen des Ablegers \u201eteo\u201c. Die meisten Filialen liegen in Hessen, Th\u00fcringen und Bayern.<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Die Vorgeschichte: 2013 kaufte der Schweizer Handelskonzern Migros die tegut-Kette auf, investierte Millionen, fuhr aber nach eigenen Angaben Verluste von 600 Millionen Euro ein. Im M\u00e4rz dieses Jahres gab Migros bekannt, die Kette abzusto\u00dfen. Die Edeka-Gruppe bewarb sich daraufhin f\u00fcr gut 200 Filialen, weitere 40 will die Rewe-Kette \u00fcbernehmen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Auch betroffen: der tegut-Ableger teo. Beide Namen gehen auf den Gr\u00fcnder zur\u00fcck \u2013 Theodor Gutberlet (\u20201994)\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1c4e4fbaa3237ee6c6efebbe89f1cfc2,7cec5aed.jpeg\"   class=\"landscape\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Auch betroffen: der tegut-Ableger \u201eteo\u201c. Beide Namen gehen auf den Gr\u00fcnder zur\u00fcck \u2013 Theodor Gutberlet (\u20201994)<\/p>\n<p>Foto: Hersteller<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Insgesamt geht es im \u00dcbernahme-Paket der Edeka-Gruppe um die Rettung von 4500 Arbeitspl\u00e4tzen. Allein in den 38 Filialen, die konkret beanstandet werden, sind 933 Mitarbeiter betroffen. In Lagern, Logistikzentren und einer tegut-eigenen B\u00e4ckerei m\u00fcssen weitere 250 Angestellte um ihren Job bangen. Die meisten der Filialen liegen in Kleinst\u00e4dten und l\u00e4ndlichen Regionen, wo die Nahversorgung ohnehin l\u00f6chrig ist.<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Seltsam bei der vorl\u00e4ufigen Entscheidung des Kartellamts: Edeka hat bei der Auswahl der tegut-Filialen nach eigenen Angaben nur Regionen beantragt, in denen die Gruppe weniger als 40 Prozent Marktmacht hat \u2013 aus R\u00fccksicht auf die Wettbewerbsh\u00fcter. Dennoch wurden 38 L\u00e4den in 37 Regionen von der Liste genommen \u2013 offenbar mit einer Marktmacht-H\u00f6chstgrenze von rund 35 Prozent. Warum? \u201eDie Marktanteile eines Unternehmens sind stets nur einer von vielen ma\u00dfgeblichen Gesichtspunkten\u201c, so das Kartellamt auf BILD-Anfrage.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Will sich beim Edeka-tegut-Deal heraushalten: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU)\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/0dda62c2fe52c70c54665d68b2fbe039,207cd216.jpeg\"   class=\"landscape\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Will sich beim Edeka-tegut-Deal heraushalten: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (53, CDU)<\/p>\n<p>Foto: Fabian Sommer\/dpa<\/p>\n<p>Vorg\u00e4nger Gabriel fordert Ministerentscheid von Reiche<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Und was tut CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53), um den Verlust von Tausenden Arbeitspl\u00e4tzen zu verhindern? Reiche l\u00e4sst auf BILD-Anfrage mitteilen, das Kartellamt sei \u201eweisungsfrei\u201c und \u201eunabh\u00e4ngig\u201c. Zudem wolle sie in ein \u201elaufendes Verfahren\u201c nicht eingreifen.<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Sollte sie aber, sagt einer ihrer Vorg\u00e4nger! Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (66, SPD) fordert die CDU-Ministerin auf, \u201edie Analysen des Kartellamts sehr kritisch zu pr\u00fcfen und dann eine Entscheidung zugunsten des Allgemeinwohls zu treffen\u201c. Hei\u00dft: Reiche soll \u201eeine Ministerinnen-Entscheidung gegen das Kartellamt herbeif\u00fchren. Das Wettbewerbsgesetz sieht diese M\u00f6glichkeit ausdr\u00fccklich vor\u201c, so Gabriel zu BILD.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Fordert die Bundesregierung auf, den Erhalt der tegut-Arbeitspl\u00e4tze zum Allgemeinwohl zu erkl\u00e4ren: Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (66, SPD)\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/e49d4a7003b8b94f893959e8c7e4c17d,958f4db2.jpeg\"   class=\"landscape\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Fordert die Bundesregierung auf, den Erhalt der tegut-Arbeitspl\u00e4tze zum Allgemeinwohl zu erkl\u00e4ren: Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (66, SPD)<\/p>\n<p>Foto: BrauerPhotos\/J.Harrell<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">Gabriel hatte als Wirtschaftsminister 2016 selbst einen solchen Ministerentscheid erlassen, um 16.000 Arbeitspl\u00e4tze bei der Tengelmann-Kette zu retten, die unter anderem von Edeka \u00fcbernommen wurde. \u201eIn unserer damaligen Entscheidung haben wir erstmals den Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen und die Qualit\u00e4t von Arbeitspl\u00e4tzen zum Gegenstand des Allgemeinwohls erkl\u00e4rt und damit eine Ministerentscheidung begr\u00fcndet\u201c, so Gabriel weiter. \u201eDie Ministerin kann diese Abw\u00e4gung nicht delegieren, sondern muss im Zweifel pers\u00f6nlich eine Ministerentscheidung zugunsten der \u00dcbernahme treffen, wenn die Gr\u00fcnde des Allgemeinwohls die wettbewerbsrechtlichen Bedenken \u00fcbertreffen. Dazu braucht es Mut.\u201c<\/p>\n<p data-83f060b9=\"0-3735\">\u00dcbrigens: Der bef\u00fcrchtete Preisschock in den von Edeka \u00fcbernommenen Tengelmann-Filialen blieb damals aus, hei\u00dft es in einer Studie des D\u00fcsseldorfer DICE-Instituts unter Leitung des Wettbewerbsexperten Prof. Justus Haucap. Die Preise in den \u00fcbernommenen Filialen h\u00e4tten sich im Vergleich zu anderen M\u00e4rkten \u201enicht systematisch anders entwickelt\u201c. Die Furcht vor steigenden Verbraucherpreisen infolge des Deals war folglich unbegr\u00fcndet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Geht es nach dem Bundeskartellamt, werden wohl mehrere Tausend Arbeitspl\u00e4tze der Handelskette \u201etegut\u201c wegfallen. 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