{"id":1204037,"date":"2026-07-30T18:57:14","date_gmt":"2026-07-30T18:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1204037\/"},"modified":"2026-07-30T18:57:14","modified_gmt":"2026-07-30T18:57:14","slug":"fernkaelte-statt-klimaanlagen-muenchens-antwort-auf-die-hitze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1204037\/","title":{"rendered":"Fernk\u00e4lte statt Klimaanlagen &#8211; M\u00fcnchens Antwort auf die Hitze"},"content":{"rendered":"<p>Tief unten im 3. Untergeschoss des M\u00fcnchner Karlsplatz-Stachus liegt sie, die K\u00e4ltekammer der Innenstadt. Stefan Birle von den M\u00fcnchner Stadtwerken \u00f6ffnet die T\u00fcr zum gr\u00f6\u00dften Fernk\u00e4ltenetz Deutschlands: &#8222;Hier befinden wir uns in der K\u00e4ltezentrale des Stachus und von hier aus k\u00fchlen wir die Innenstadt von M\u00fcnchen.&#8220;<\/p>\n<p>Hunderte H\u00e4user sind angeschlossen<\/p>\n<p>Dicke schwarze Rohre schl\u00e4ngeln sich kreuz und quer durch den Raum. Birle zeigt auf eine Wasserleitung, die kaltes Wasser in die Anlage f\u00fchrt. Darauf steht &#8222;Einlauf Stadtbach&#8220;. Das M\u00fcnchner Fernk\u00e4ltenetz ist ein 25 Kilometer langes unterirdisches Wasserleitungssystem, mit dem die Stadtwerke M\u00fcnchen hunderte H\u00e4user in der Innenstadt mit nat\u00fcrlicher K\u00e4lte versorgen, sagt Birle: &#8222;Hotels, Rechenzentren, Kaufh\u00e4user, B\u00fcrogeb\u00e4ude, aber auch Wohngeb\u00e4ude, die aufgrund der klimatischen Au\u00dfenverh\u00e4ltnisse K\u00fchlung ben\u00f6tigen, sind angeschlossen.\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrliche K\u00e4lte der Isar und des unterirdischen Stadtbachs<\/p>\n<p>Das Prinzip ist einfach: Kaltes Wasser aus der Isar und dem unterirdischen Stadtbach wird in die K\u00e4ltezentrale geleitet. Dort wird die K\u00e4lte \u00fcber W\u00e4rmetauscher bis zu den L\u00fcftungsanlagen der Endverbraucher weitergegeben. Das Wasser des Baches wird durch den W\u00e4rmetauscher um etwa f\u00fcnf Grad w\u00e4rmer und flie\u00dft von der K\u00e4ltezentrale wieder in den Bach zur\u00fcck. Seit 2011 wurde das Fernk\u00e4ltenetz in M\u00fcnchen stetig erweitert und erfasst mittlerweile von der Kaufinger-Einkaufsstra\u00dfe \u00fcber den Odeonsplatz, Marienplatz und Hauptbahnhof bis zum M\u00fcnchner Sitz von Google zahlreiche Geb\u00e4ude. <\/p>\n<p>Unterirdisch werden zus\u00e4tzlich 170.000 Kilo Eis gespeichert<\/p>\n<p>Birle bezeichnet das umweltfreundliche K\u00fchlen als Alternative zu lokalen Klimaanlagen. &#8222;Wir brauchen ungef\u00e4hr nur ein Drittel des Strombedarfs, wie wenn es die Kunden dezentral erzeugen, weil wir eben gr\u00f6\u00dfere Anlagen haben.&#8220;<\/p>\n<p>Zwei weitere Etagen tiefer wird zus\u00e4tzlich noch Eis produziert: 170.000 Kilo Eis. Nicht zum Schlecken, sondern f\u00fcr weitere K\u00e4lte. Diese wird in Form von Eis in mehreren gro\u00dfen wei\u00dfen Containern gespeichert, um die K\u00e4lte dem Wasserkreislauf zus\u00e4tzlich zuzuf\u00fchren. Das sei besonders bei den derzeitigen hohen Temperaturen n\u00f6tig. &#8222;Hier ist die Riesen-Tiefk\u00fchltruhe, und da nutzen wir den Phasen\u00fcbergang von Wasser auf Eis, um die K\u00e4lte einspeichern zu k\u00f6nnen&#8220;, so der SWM-Abteilungsleiter.<\/p>\n<p>Bis 2030 soll Fernk\u00e4ltenetz bis nach M\u00fcnchen-Schwabing reichen<\/p>\n<p>Im kommenden Jahr soll in M\u00fcnchen-Thalkirchen eine weitere gro\u00dfe Fernk\u00e4ltezentrale die Arbeit aufnehmen. Und: Bis 2030 soll die Fernk\u00e4lte bis zum Stadtteil Schwabing reichen. Ein nachhaltiges System, f\u00fcr das immer mal wieder Stra\u00dfen in M\u00fcnchen aufgerissen werden, um die n\u00f6tigen Leitungen zu verlegen. Doch der Aufwand scheint sich zu lohnen: Die Nachfrage nach neuen Anschl\u00fcssen nehme laut Stadtwerken stetig zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tief unten im 3. Untergeschoss des M\u00fcnchner Karlsplatz-Stachus liegt sie, die K\u00e4ltekammer der Innenstadt. 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