{"id":1204285,"date":"2026-07-30T21:31:16","date_gmt":"2026-07-30T21:31:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1204285\/"},"modified":"2026-07-30T21:31:16","modified_gmt":"2026-07-30T21:31:16","slug":"ceuta-grenze-praktisch-zusammengebrochen-spanische-regierung-entsendet-armee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1204285\/","title":{"rendered":"Ceuta: Grenze \u201epraktisch zusammengebrochen\u201c \u2013 Spanische Regierung entsendet Armee"},"content":{"rendered":"<p>Die spanische Exklave in Nordafrika erlebt binnen Tagen einen Ansturm Tausender Migranten. In der Stadt bricht Chaos aus. Die Regierung in Madrid entsendet die Armee, die Opposition und deutsche Politiker sind alarmiert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Tausende Migranten sind \u00fcber den Grenzzaun hinweg illegal in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gelangt. Die Lage ist so ernst, dass die Regierung am Donnerstagabend einen Milit\u00e4reinsatz ank\u00fcndigte.<\/p>\n<p>Die Soldaten sollten die Guardia Civil dabei unterst\u00fctzen, \u201edie Sicherheit in der Stadt Ceuta aufrechtzuerhalten\u201c, erkl\u00e4rte die spanische Regierung am Donnerstagabend. Regierungschef Pedro S\u00e1nchez und Innenminister Fernando Grande-Marlaska sollten am Freitag nach Ceuta reisen. Zuvor hatte der Regierungschef von Ceuta, Juan Jesus Vivas, nicht nur um Soldaten, sondern auch um die Ausrufung des Notstandes ersucht.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/article6a6bb459dd06dd5ef2e3fe60\/lage-in-ceuta-im-liveticker-meloni-stellt-schengen-raum-mit-spanien-infrage.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/article6a6bb459dd06dd5ef2e3fe60\/lage-in-ceuta-im-liveticker-meloni-stellt-schengen-raum-mit-spanien-infrage.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>++ Alle Entwicklungen und Reaktionen zur Lage in Ceuta im Liveticker ++<\/b><\/a><\/p>\n<p>\u201eDie spanische Regierung ist voll und ganz darauf bedacht, eine sofortige Antwort auf die Situation in Ceuta zu geben\u201c, erkl\u00e4rte S\u00e1nchez <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/x.com\/sanchezcastejon\/status\/2082820481720156659\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/x.com\/sanchezcastejon\/status\/2082820481720156659&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">auf der Plattform X<\/a>. \u201eWir mobilisieren alle notwendigen Ressourcen, arbeiten mit den marokkanischen und internationalen Beh\u00f6rden zusammen und bereiten die erforderlichen Ma\u00dfnahmen vor, um die Normalit\u00e4t so schnell wie m\u00f6glich wiederherzustellen.\u201c<\/p>\n<p>Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Guardia Civil, Rachid Sbihi, bezeichnete die Lage in Ceuta als das reinste Chaos. Die Grenze sei praktisch zusammengebrochen. \u201eEs ist nicht m\u00f6glich, genaue Zahlen zu nennen, aber es \u00fcberqueren Tausende von Migranten die Grenze\u201c, sagte er. Nach Angaben spanischer Beh\u00f6rden starben mindestens neun Migranten bei dem Ansturm.<\/p>\n<p>Sicherheitskr\u00e4fte sollen sich zur\u00fcckgezogen haben<\/p>\n<p>Dem staatlichen Fernsehsender TVE zufolge gelangten zwischen 2000 und 3000 Menschen in die Enklave. Die Polizei sprach von einem massiven \u2060Zustrom, nannte aber \u200bzun\u00e4chst keine genauen Zahlen.<\/p>\n<p>Migranten h\u00e4tten \u2060die Sperranlagen vor der Stadt \u00fcberwunden, die zu \u200cdiesem Zeitpunkt nicht \u200bvon der Polizei bewacht \u200cworden seien, meldete die spanische Nachrichtenagentur \u200bEFE am Donnerstag. Darunter seien Hunderte Jugendliche gewesen. Die spanische Polizei \u200bbest\u00e4tigte einen Massenansturm an Migranten, ohne Zahlen zu nennen. \u200cAufnahmen zeigten Migranten, die beim Betreten des Gebiets \u201eEs lebe Spanien\u201c riefen. <\/p>\n<p>Die marokkanischen \u200bSicherheitskr\u00e4fte vor Ort h\u00e4tten sich beim Eintreffen der Migranten zur\u00fcckgezogen, berichtete EFE weiter. \u201eDie Grenze bei Tarajal wurde heute Morgen unter ungew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden ge\u00f6ffnet, und Menschen haben sie \u00fcberquert\u201c, sagte Achraf Maimouni, ein marokkanischer Aktivist f\u00fcr die Rechte der Migranten der Nachrichtenagentur AP. Die marokkanischen Beh\u00f6rden haben sich zu den Grenz\u00fcbertritten nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Viele versuchten auch, Ceuta \u00fcber das Wasser zu erreichen. Die Beh\u00f6rden in Ceuta haben den Anstieg mit einer Entscheidung des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli in Verbindung gebracht, wonach Migranten, die \u00fcber das Meer eintreffen, nicht ohne ein ordnungsgem\u00e4\u00dfes Verfahren sofort \u00fcber die Grenze zur\u00fcckgeschickt werden d\u00fcrfen \u2013 im Gegensatz zu denen, die auf dem Landweg nach Spanien einreisen, beispielsweise indem sie \u00fcber den Grenzzaun klettern.<\/p>\n<p>Erst in der vergangenen Woche waren den Beh\u00f6rden zufolge mehr als 1500 Migranten schwimmend in die \u2060Stadt an der nordafrikanischen K\u00fcste nahe der Stra\u00dfe von Gibraltar gelangt.<\/p>\n<p>Die Lage \u200cin der Stadt mit ihren rund 85.000 Einwohnern ist angespannt, viele Gesch\u00e4fte bleiben geschlossen. Ladenbesitzer organisierten sich nach eigenen Angaben, um ihr Eigentum zu sch\u00fctzen, da sie die Polizeikr\u00e4fte f\u00fcr unzureichend hielten.<\/p>\n<p>Doch laut dem staatlichen TV-Sender RTVE schlie\u00dft das Innenministerium die Ausrufung des Notstandes aus. Nach den geltenden Zivilschutzvorschriften z\u00e4hlen Migrationsbewegungen demnach nicht zu den Risiken, f\u00fcr die das nationale Zivilschutzsystem vorgesehen sei. Spanien und Marokko h\u00e4tten vereinbart, ihre Zusammenarbeit zur Bew\u00e4ltigung der Migrationsbewegungen zu verst\u00e4rken. Zudem sollten m\u00f6glichst rasch alle Menschen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, die illegal nach Ceuta eingereist seien, hie\u00df es unter Berufung auf das Ministerium.<\/p>\n<p>Innenpolitisch steht der Sozialist S\u00e1nchez wegen des Ansturms unter Druck. Oppositionsf\u00fchrer Alberto Nu\u00f1ez Feij\u00f3o von der konservativen Volkspartei PP sprach von einer \u201everzweifelten Situation\u201c. Auf X kritisierte er den sozialistischen Politiker S\u00e1nchez mit scharfen Worten: Die Regierung d\u00fcrfe \u201enicht wegsehen, denn wir befinden uns in einer Krise der nationalen Sicherheit\u201c.<\/p>\n<p>Das Ziel der Migranten \u201ed\u00fcrfte mutma\u00dflich Deutschland sein\u201c, prognostizierte die AfD-Bundessprecherin Alice Weidel. \u201eGrenzen m\u00fcssen jetzt geschlossen und Abweisungen rigoros durchgesetzt werden.\u201c Ihr fr\u00fcherer Parteikollege Georg Pazderski sprach von be\u00e4ngstigenden Bildern. \u201eDer Kommunist Sanchez \u00f6ffnet ihnen T\u00fcr und Tor nach Europa.\u201c <\/p>\n<p>Ceuta bildet zusammen mit der nahegelegenen spanischen \u200cExklave Melilla die einzige \u200bLandgrenze der Europ\u00e4ischen Union zu Afrika. In beiden St\u00e4dten kommt es \u200bimmer \u200bwieder zu Versuchen von Migranten, auf diesem Weg die EU zu \u2060erreichen.<\/p>\n<p>doli\/sebe mit RTR\/dpa\/AP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die spanische Exklave in Nordafrika erlebt binnen Tagen einen Ansturm Tausender Migranten. 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