{"id":1206462,"date":"2026-07-31T19:50:14","date_gmt":"2026-07-31T19:50:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1206462\/"},"modified":"2026-07-31T19:50:14","modified_gmt":"2026-07-31T19:50:14","slug":"eu-migrationspolitik-krise-in-ceuta-kann-spanien-aus-dem-schengenraum-fliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1206462\/","title":{"rendered":"EU-Migrationspolitik: Krise in Ceuta &#8211; Kann Spanien aus dem Schengenraum fliegen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Zehntausende Menschen dr\u00e4ngen irregul\u00e4r in die spanische Exklave Ceuta auf dem afrikanischen Kontinent und st\u00fcrzen das Land in eine Krise. Aus anderen EU-L\u00e4ndern hagelt es Kritik an <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/spanien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a>. Angebote der Unterst\u00fctzung kommen stattdessen ausgerechnet aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich.\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-07\/gerald-knaus-ceuta-spanien-migration-marokko\" data-ct-label=\"Gerald Knaus: \u00bbEs geht darum, in der EU nicht mehr erpressbar zu sein\u00ab\" data-uuid=\"60d87498-c509-444d-a717-0b293f1edd33\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Gerald Knaus:<br \/>\n                        \u00bbEs geht darum, in der EU nicht mehr erpressbar zu sein\u00ab<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2026-07\/binnengrenzkontrollen-alexander-dobrindt-grenzen-migration\" data-ct-label=\"Binnengrenzkontrollen: Alexander Dobrindt k\u00fcndigt Verl\u00e4ngerung von Grenzkontrollen an\" data-uuid=\"f3e8780b-60ff-4390-b492-d5de5f4faa2f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Binnengrenzkontrollen:<br \/>\n                        Alexander Dobrindt k\u00fcndigt Verl\u00e4ngerung von Grenzkontrollen an<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-07\/ceuta-migranten-spanien-frankreich-grenzkontrollen-laurent-nunez-gxe\" data-ct-label=\"Spanische Exklave Ceuta: Frankreich und Italien verst\u00e4rken ihre Grenzkontrollen \" data-uuid=\"dbeec463-4adb-4a27-97e8-6fa847a79eaa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Spanische Exklave Ceuta:<br \/>\n                        Frankreich und Italien verst\u00e4rken ihre Grenzkontrollen <\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dabei sollte die vor wenigen Wochen in Kraft getretene EU-Asylreform (Geas) eigentlich f\u00fcr mehr Zusammenarbeit und Solidarit\u00e4t zwischen den Mitgliedsl\u00e4ndern sorgen &#8211; stattdessen reagierten manche Regierungen mit Forderungen nach Konsequenzen f\u00fcr Spanien als Teil des kontrollfreien Schengen-Raums. Geht das? Und welche M\u00f6glichkeiten hat Spanien nach den neuen Asylregeln? Die wichtigsten Fragen und Antworten im \u00dcberblick:\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Was ist der Schengen-Raum?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Schengen-Raum ist ein Gebiet in Europa, in dem Menschen grunds\u00e4tzlich ohne Grenzkontrollen reisen k\u00f6nnen. Derzeit geh\u00f6ren 25 der 27 EU-L\u00e4nder dazu, sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Die spanischen Exklaven <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ceuta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ceuta<\/a> und Melilla &#8211; in die ebenfalls Migranten eindrangen &#8211; geh\u00f6ren nicht zum Schengen-Raum.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Kann Spanien aus dem Schengen-Raum ausgeschlossen werden?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Bilder der Menschenmassen in Ceuta haben sich gerade verbreitet, da werden in anderen EU-L\u00e4ndern Forderungen nach harten Konsequenzen laut. Die finnische Innenministerin Mari Rantanen schrieb auf <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/x\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">X<\/a>, Spanien habe dabei versagt, die Au\u00dfengrenze des Schengen-Raums zu sch\u00fctzen. L\u00e4nder, die nicht in der Lage seien, die Grenzen zu sch\u00fctzen, k\u00f6nnten nicht Mitglieder des Schengen-Raums sein.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Italiens rechte Ministerpr\u00e4sidentin <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/giorgia-meloni\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Giorgia Meloni<\/a> pochte am Donnerstagabend in einem Post auf der Plattform X auf au\u00dfergew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahmen, \u00abum die Grenzen und die Sicherheit der B\u00fcrger zu verteidigen, etwa durch die Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein dauerhafter Ausschluss eines Landes aus dem Schengen-Raum gegen dessen Willen ist in den EU-Regeln schlicht nicht vorgesehen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der ehemalige EU-Au\u00dfenbeauftragte und Spanier Josep\u00a0Borrell schreibt zu dem Thema auf X: \u00abNach EU-Recht darf kein Mitgliedstaat die Teilnahme eines anderen Mitgliedstaats am Schengen-Raum einseitig aussetzen.\u00bb\n<\/p>\n<p>            Was ist mit Grenzkontrollen?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Mehrere EU-L\u00e4nder verweisen auf die M\u00f6glichkeit, das kontrollfreie Reisen im Schengen-Raum weiter einzuschr\u00e4nken und mehr Binnengrenzkontrollen einzuf\u00fchren &#8211; wie Deutschland sie bereits praktiziert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) k\u00fcndigt mit Verweis auf Ceuta sogar an, die umstrittenen Kontrollen der Bundesrepublik an den Grenzen zu verl\u00e4ngern. Auch Frankreich hat bereits angek\u00fcndigt, seine seit Jahren bestehenden Kontrollen an der Grenze zu Spanien zu verst\u00e4rken.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Tats\u00e4chlich hat Italiens Regierung in Rom gut einen Tag nach dem aufsehenerregenden Post von Ministerpr\u00e4sidentin Meloni genau dies angeordnet: die vor\u00fcbergehende Aussetzung des Schengen-Abkommens \u00fcber den freien Personenverkehr in der <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> gegen\u00fcber Spanien und die damit einhergehende Wiedereinf\u00fchrung von Grenzkontrollen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Was in den Reaktionen in den Hintergrund tritt: Die Migranten befinden sich weder im Schengen-Raum noch auf europ\u00e4ischem Festland. Sollten sie versuchen, das Mittelmeer zu \u00fcberqueren, w\u00fcrden sie zun\u00e4chst an einer EU-Au\u00dfengrenze ankommen &#8211; in Binnengrenzkontrollen k\u00f6nnen sie also zun\u00e4chst gar nicht geraten.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Laut EU-Kommission gibt es aber bisher ohnehin keine Anzeichen daf\u00fcr, dass die Fl\u00fcchtlinge diesen Versuch unternehmen. \u00abWir haben bislang keinerlei Weiterbewegungen von Ceuta aus auf das spanische Festland oder in andere Mitgliedstaaten gesehen\u00bb, sagte eine hochrangige EU-Beamtin. Die spanischen Beh\u00f6rden kontrollierten die Au\u00dfengrenzen, um sicherzustellen, dass es keine solchen Weiterbewegungen gebe. Dar\u00fcber hinaus deutet derzeit nichts darauf hin, dass die spanischen Beh\u00f6rden die Menschen aufs Festland bringen wollen.\u00a0\n<\/p>\n<p>                                    Was muss Spanien nach EU-Regeln machen?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Spanien soll nach den EU-Asylregeln zun\u00e4chst daf\u00fcr sorgen, dass Asylbewerber nicht weiterziehen und die Schutzersuchen vor Ort pr\u00fcfen. Da die EU Marokko als sicheres Herkunftsland betrachtet, gibt es daf\u00fcr insbesondere die M\u00f6glichkeiten der beschleunigten Grenzverfahren. Diese sind auf zw\u00f6lf Wochen beschr\u00e4nkt und sollen schnellere Abschiebungen erm\u00f6glichen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die europ\u00e4ische Asylreform (Geas) sieht im Falle von Massenmigration zudem einen Krisenmechanismus vor. Der soll explizit auch greifen, wenn ein Drittstaat Migranten zu politischen Zwecken instrumentalisiert. Die spanische Regierung k\u00f6nnte um Hilfe bitten. Dann sollten sich die 27 EU-L\u00e4nder der Idee zufolge solidarisch zeigen, Asylsuchende fair untereinander verteilen und die europ\u00e4ische Grenzregion mit Ressourcen unterst\u00fctzen, um Asylantr\u00e4ge schneller zu bearbeiten.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Was bedeutet die Krise f\u00fcr die EU-Asylreform?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch statt Angeboten der Unterst\u00fctzung hagelt aus anderen Mitgliedsl\u00e4ndern bisher vor allem Kritik. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte die spanische Regierung auf, die Situation schnellstm\u00f6glich wieder in den Griff zu bekommen. \u00abDer Schutz der Au\u00dfengrenzen der Europ\u00e4ischen Union ist entscheidend f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung illegaler Migration\u00bb, betonte der CDU-Politiker. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferten sich die Regierungsspitzen anderer Mitgliedsl\u00e4nder.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das neue EU-Asylsystem steht damit nur sieben Wochen nach seinem Start unter Druck. Eigentlich sollte es einen jahrelangen Streit zwischen den Mitgliedsl\u00e4ndern beenden. Staaten mit besonders vielen Ank\u00fcnften von Fl\u00fcchtlingen &#8211; also Spanien, Zypern, Italien und Griechenland &#8211; sollten ihre Au\u00dfengrenzen besser sch\u00fctzen und Asylantr\u00e4ge m\u00f6glichst an den Grenzen abwickeln. Da sie damit verhindern, dass Fl\u00fcchtlinge etwa nach Deutschland, \u00d6sterreich oder Frankreich weiterziehen, haben sie Anspruch auf Unterst\u00fctzung der anderen EU-L\u00e4nder. Doch der Fall Spanien zeigt, dass diese gegenseitige Solidarit\u00e4t auf wackligen Beinen stehen k\u00f6nnte.\u00a0\n<\/p>\n<p>            Wieso steht Spaniens Migrationspolitik ohnehin in der Kritik?            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Schon vor der Krise in Ceuta war die spanische Migrationspolitik manchen Regierungen in der EU ein Dorn im Auge. Vor einigen Monaten leitete Spanien als Ma\u00dfnahme gegen den Arbeitskr\u00e4ftemangel die Legalisierung von rund 500.000 irregul\u00e4ren Migranten ein. Profitieren sollen davon Asylbewerber, die ihren Antrag vor Ende 2025 gestellt haben &#8211; keine Neuank\u00f6mmlinge.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die deutsche Bundesregierung hatte dazu mitgeteilt, dass sie das Modell nicht als Vorbild sehe. Angesichts der Bem\u00fchungen auf EU-Ebene, unerw\u00fcnschte irregul\u00e4re Migration einzud\u00e4mmen, sorgte die Ma\u00dfnahme auch in Br\u00fcssel f\u00fcr Stirnrunzeln.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260731-930-468477\/3<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehntausende Menschen dr\u00e4ngen irregul\u00e4r in die spanische Exklave Ceuta auf dem afrikanischen Kontinent und st\u00fcrzen das Land in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1206463,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,3025,250953,548,251418,663,158,3934,3935,9236,13,12937,6169,118378,14,15,913,12,293,4026],"class_list":["post-1206462","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-alice-weidel","tag-ceuta","tag-eu","tag-eu-migrationspolitik","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-giorgia-meloni","tag-headlines","tag-island","tag-liechtenstein","tag-mari-rantanen","tag-nachrichten","tag-news","tag-norwegen","tag-schlagzeilen","tag-schweiz","tag-spanien"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1206462"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206462\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1206463"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1206462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1206462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1206462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}