{"id":1206898,"date":"2026-08-01T00:19:18","date_gmt":"2026-08-01T00:19:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1206898\/"},"modified":"2026-08-01T00:19:18","modified_gmt":"2026-08-01T00:19:18","slug":"migration-in-europa-ceuta-als-pruefstein-fuer-eu-grenzpolitik-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1206898\/","title":{"rendered":"Migration in Europa: Ceuta als Pr\u00fcfstein f\u00fcr EU-Grenzpolitik &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als am Freitagmorgen die Bilder Zehntausender Hilfesuchender aus <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Marokko\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokko<\/a>, die in der spanischen Exklave Ceuta Zuflucht suchten, um die Welt gingen, dauerte es nicht lange, bis in Europa eine neue Debatte \u00fcber das Thema Migration entbrannte. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums gelangten in den vergangenen Tagen etwa 50 000 Menschen auf irregul\u00e4rem Weg nach Ceuta, \u00f6rtliche Beh\u00f6rden sprechen gar von 60 000. Zwar soll mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/migration-spanien-marokko-ceuta-abzug-li.3524173\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nahezu alle von ihnen bereits nach Marokko zur\u00fcckgekehrt sein<\/a>, doch die \u00f6ffentliche Diskussion h\u00e4lt unvermindert an \u2013 und sie reicht l\u00e4ngst \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Spanien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a> hinaus.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Migrationskommissar der Europ\u00e4ischen Union, Magnus Brunner, <a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2082874956648484922\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">schrieb auf\u00a0X<\/a>, er habe \u201edie Bereitschaft der EU zum Ausdruck gebracht, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Spanien zu verst\u00e4rken, einschlie\u00dflich durch Frontex, um die Lage unter Kontrolle zu bringen\u201c. EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ursula_von_der_Leyen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ursula von der Leyen<\/a> <a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2083142872870588460\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">bezeichnete die Bilder aus Ceuta auf X<\/a> als \u201einakzeptabel\u201c. Man k\u00f6nne nicht zulassen, dass Menschen in die EU kommen, \u201eohne sich an unsere Regeln zu halten\u201c. Sie betonte, dass gef\u00e4hrliche \u00dcberfahrten sofort gestoppt und Schleusernetzwerke aufgedeckt werden m\u00fcssten. R\u00fcckf\u00fchrungen m\u00fcssten schnell erfolgen, \u201esoweit unsere Regeln das zulassen\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/meinung\/spanien-ceuta-marokko-migranten-kommentar-li.3524519\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;in_ceuta_bekommt_europa_eine_ahnung_was_ihm_bevorstehen_koennte&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;szplus,opinion&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;spanien&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3524519&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;paid&quot;,&quot;section&quot;:&quot;meinung&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemeinungspanien-ceuta-marokko-migranten-kommentar-li3524519\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/d507c0bc-6e80-44bc-92d3-ec25b4fe0b02.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>MeinungMigration<\/p>\n<p>:In Ceuta bekommt Europa eine Ahnung, was ihm bevorstehen k\u00f6nnteSZ PlusKommentar von Patrick Illinger<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/027dc732-3c73-43dd-8411-17476610e3f4.png\"  alt=\"Portrait undefined Patrick Illinger\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Spaniens Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez zumindest wehrt sich in den sozialen Medien gegen den Eindruck, sein Land trage die Hauptlast der irregul\u00e4ren Migration in die EU. Zwischen 2021 und 2026 seien laut Frontex 234 760 Menschen \u00fcber sein Land, 340 600 \u00fcber die Westbalkanroute und 478 600 \u00fcber Italien irregul\u00e4r nach Europa eingereist. \u201eJetzt ist nicht die Zeit f\u00fcr Spaltung. Jetzt ist die Zeit, den Aufbau einer starken und geeinten EU fortzusetzen\u201c, schreibt er in den Sozialen Medien.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Denn auch aus den Hauptst\u00e4dten der Nachbarl\u00e4nder kommen scharfe T\u00f6ne. Die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Bilder aus Spanien als \u201eschockierend\u201c. Sie k\u00fcndigte an, dass ihr Land \u201enicht tatenlos\u201c zusehen werde. Illegale Einwanderung stelle eine \u201ekonkrete Bedrohung f\u00fcr die Sicherheit der europ\u00e4ischen Grenzen\u201c dar. Zwar teilt sich Italien keine Grenze mit Spanien, hat nun aber das Schengen-Abkommen mit Spanien ausgesetzt. Grenzkontrollen f\u00fcr den Luft- und Seeverkehr w\u00fcrden wieder eingef\u00fchrt, hie\u00df es aus dem Innenministerium. Angeblich sollen sie aber nur f\u00fcr Nicht-EU-B\u00fcrger gelten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Frankreich m\u00f6chte unterdessen die Grenzkontrollen zu seinem Nachbarland versch\u00e4rfen. Pr\u00e4sident Emmanuel Macron betonte, Ceuta geh\u00f6re nicht zum Raum der Freiz\u00fcgigkeit: Personen von dort profitierten nicht von der Reisefreiheit in den \u00fcbrigen Schengen-Raum.<\/p>\n<p>Wie viel Verantwortung tragen Staaten an den Au\u00dfengrenzen, und wie viel Solidarit\u00e4t schulden ihnen die \u00fcbrigen Mitgliedstaaten?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ceuta gilt als der erste Stresstest <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/geas-reform-asyl-auswirkungen-deutschland-li.3492916\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr das gemeinsame Migrations- und Asylpaket der EU, das nach jahrelangen Verhandlungen Mitte Juni in Kraft getreten ist<\/a>. Das Paket soll unter anderem die Registrierung an den Au\u00dfengrenzen vereinheitlichen und die Verantwortung f\u00fcr Asylverfahren fairer zwischen den Mitgliedstaaten verteilen. Dahinter steckt ein Grundkonflikt, der die EU-Migrationspolitik seit Jahren begleitet: Wie viel Verantwortung tragen Staaten wie Spanien an den Au\u00dfengrenzen, und wie viel Solidarit\u00e4t schulden ihnen die \u00fcbrigen Mitgliedstaaten wie etwa Deutschland?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag zumindest darauf geeinigt, h\u00e4rter gegen irregul\u00e4re Migration vorzugehen. Die Bilder aus Ceuta erreichen das Land zudem mitten im Landtagswahlkampf. Im September wird in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gew\u00e4hlt.\u00a0Die in Teilen rechtsextreme AfD k\u00f6nnte st\u00e4rkste Kraft werden. Deren Vorsitzende, Alice Weidel, fordert die direkte Abschiebung der Migranten nach dem Grenz\u00fcbertritt in Ceuta: Es m\u00fcsse schnellstm\u00f6glich daf\u00fcr gesorgt werden, \u201edass jene, die illegal in Ceuta eingefallen sind, direkt abgeschoben werden. Sie d\u00fcrfen nie den europ\u00e4ischen Kontinent betreten\u201c, sagte sie.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Bundeskanzler <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Friedrich_Merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/CDU\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CDU<\/a>) hat indessen die spanische Regierung aufgefordert, die Situation m\u00f6glichst schnell wieder in den Griff zu bekommen. \u201eDer Schutz der Au\u00dfengrenzen der Europ\u00e4ischen Union ist entscheidend f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung illegaler Migration\u201c, sagte er. Au\u00dferdem forderte er Marokko auf, die illegalen Migranten unverz\u00fcglich wieder zur\u00fcckzunehmen. Immerhin steht das Land im Verdacht, seine Grenzkontrollen zur spanischen Exklave gezielt gelockert zu haben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), einer der strengsten Verfechter gegen irregul\u00e4re Migration, zog bereits Konsequenzen f\u00fcr die deutschen Landesgrenzen. Er k\u00fcndigte an, die Binnengrenzkontrollen \u00fcber den September hinaus zu verl\u00e4ngern. \u201eUnsere Erfolge beim Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der illegalen Migration m\u00fcssen erhalten und weiter ausgebaut werden\u201c, so Dobrindt. Eigentlich sollten die Grenze innerhalb der EU durch das sogenannte Schengen-Abkommen offen sein, doch 2024 hat die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) angeordnet, an allen deutschen Au\u00dfengrenzen zu kontrollieren, um die Zahl der unerlaubten Einreisen einzud\u00e4mmen. Wie hart dieser Kurs im Einzelnen ausf\u00e4llt, ist zwischen den Koalitionspartnern allerdings nicht unumstritten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, warnt vielmehr vor der \u201eSignalwirkung\u201c f\u00fcr Schlepperrouten als vor einer direkten Zuwanderungsgefahr nach Deutschland. Adis Ahmetovi\u0107, au\u00dfenpolitischer Sprecher der SPD, warnt unterdessen vor einer anderen Lesart der Ereignisse in Nordafrika: Die pl\u00f6tzliche Fluchtbewegung sei kein Zufall. \u201eMigration wird von Staaten, staatlichen und nicht staatlichen Akteuren als Waffe benutzt\u201c, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DbeCTP5Dg2g\/?img_index=1&amp;igsh=Nm41cHhuZmdpNnZx\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">schreibt er auf Instagram<\/a>. Der ukrainische Au\u00dfenminister Andrij Sybiha geht noch weiter und <a href=\"https:\/\/x.com\/i\/status\/2083193448400593313\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">spricht auf X von einer gezielten russischen Propagandakampagne<\/a>, die Bilder aus Ceuta nutze, um Europa zu destabilisieren, mehr als 1 500 Ver\u00f6ffentlichungen seien bereits einem prorussischen Netzwerk zugeordnet worden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Linke fordert unterdessen, Deutschland solle Migranten aus Ceuta aufnehmen. \u201eWer glaubt, mit noch mehr Abschottung sei das Problem gel\u00f6st, irrt\u201c, sagte die innen- und fluchtpolitische Sprecherin Clara B\u00fcnger. \u201eSolange es keine sicheren, legalen Wege gibt, werden Menschen weiter in Lebensgefahr getrieben.\u201c<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als am Freitagmorgen die Bilder Zehntausender Hilfesuchender aus Marokko, die in der spanischen Exklave Ceuta Zuflucht suchten, um&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1206899,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[16302,331,332,147,31,548,663,158,3934,3935,8058,775,13,148,3876,14,15,16,12,4026,149,1493],"class_list":["post-1206898","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-afrika","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-ausland","tag-cdu","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-flucht-und-migration","tag-friedrich-merz","tag-headlines","tag-leserdiskussion","tag-marokko","tag-nachrichten","tag-news","tag-politik","tag-schlagzeilen","tag-spanien","tag-sueddeutsche-zeitung","tag-ursula-von-der-leyen"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1206898"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206898\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1206899"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1206898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1206898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1206898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}