{"id":1209902,"date":"2026-08-02T09:02:14","date_gmt":"2026-08-02T09:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1209902\/"},"modified":"2026-08-02T09:02:14","modified_gmt":"2026-08-02T09:02:14","slug":"in-god-we-trust-wie-trumps-kulturkampf-das-us-motto-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1209902\/","title":{"rendered":"&#8222;In God We Trust&#8220;: Wie Trumps Kulturkampf das US-Motto ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Das offizielle Motto der Vereinigten Staaten lautet &#8222;Auf Gott vertrauen wir&#8220;. Das hat der US-Kongress vor 70 Jahren beschlossen: Am 30. Juli 1956 unterzeichnete der republikanische Pr\u00e4sident Dwight Eisenhower das &#8222;In God we Trust&#8220;-Gesetz. Ein weiteres Gesetz regelte, dass der Satz auf die Geldscheine gedruckt werden sollte. Das ist bis heute so. Doch in Zeiten von US-Pr\u00e4sident Trump ist die Aussage \u00fcber Gottvertrauen Teil eines Kulturkampfes geworden, in dem manche Politiker so tun, als st\u00fcnde Gott aufseiten konservativer Politik.<\/p>\n<p>1956, das war gut ein Jahrzehnt nach Ende des Zweiten Weltkriegs, mit Eisenhower als Oberbefehlshaber der alliierten Streitkr\u00e4fte in Europa, und wenige Jahre nach dem Waffenstillstand in Korea. Die Wirtschaft boomte.<\/p>\n<p>Historiker: Motto sollte die Bev\u00f6lkerung einen<\/p>\n<p>Geschichtswissenschaftler Kevin Kruse von der Princeton University in New Jersey hat sich in seinem Werk &#8222;One Nation Under God&#8220; (Eine Nation unter Gott, 2015) mit dem religi\u00f6sen Charakter der USA befasst. Dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte Kruse, Eisenhower habe mit dem Motto die Bev\u00f6lkerung zusammenbringen wollen. W\u00e4hrend des amerikanischen B\u00fcrgerkriegs war &#8222;In God we trust&#8220; schon auf manche M\u00fcnzen gepr\u00e4gt worden, und es ist Teil der &#8211; nur selten gesungenen &#8211; vierten Strophe der US-Nationalhymne.<\/p>\n<p>In den 1950ern waren nach Angaben des Umfrageinstituts Gallup rund 70 Prozent der US-Amerikaner Mitglieder einer Kirche. Der junge Baptistenprediger Billy Graham, der h\u00e4ufig mit Pr\u00e4sident Eisenhower zusammentraf, versammelte viele tausend Menschen medienwirksam zu riesigen Evangelisierungskampagnen. Eisenhower selbst lie\u00df sich wenige Tage nach Amtsantritt im Januar 1953 in der Nationalen Presbyterianerkirche in Washington taufen.<\/p>\n<p>Gemeinsamer Glaube im Kalten Krieg<\/p>\n<p>Der Glaube sei &#8222;die gr\u00f6\u00dfte Ressource&#8220; der Nation, sagte Eisenhower in einer Rundfunkansprache. Und w\u00e4hrend Graham von Jesus Christus sprach, formulierte der Pr\u00e4sident den Glaubensbegriff offener: &#8222;Was auch immer unsere individuelle Kirche ist, unser pers\u00f6nliches Glaubensbekenntnis, uns verbindet unser gemeinsamer Glaube an Gott&#8220;, der Geist sei ein und derselbe.<\/p>\n<p>Es herrschte damals Kalter Krieg. Das Narrativ lautete: das christliche Amerika gegen die angeblich &#8222;gottlose&#8220; Sowjetunion. Zu einer Zeit, in der &#8222;materialistischer Kommunismus&#8220; die Freiheit zerst\u00f6ren wolle, sollten Amerikaner &#8222;best\u00e4ndig nach Wegen suchen, die Grundfeste unserer Freiheit zu st\u00e4rken&#8220;, sagte der demokratische Kongressabgeordnete Charles Bennett. &#8222;In God we Trust&#8220; sei &#8222;in den USA heimisch&#8220;.<\/p>\n<p>Trump reklamiert Satz zu seinen Gunsten<\/p>\n<p>Anfangs habe das Motto wohl Eisenhowers Hoffnungen erf\u00fcllt, sagte Historiker Kruse. Viele Menschen in USA waren &#8211; und sind &#8211; \u00fcberzeugt, ihr Land sei eine &#8222;auserw\u00e4hlte Nation&#8220;. Es blieb jedoch nicht bei der \u00dcberparteilichkeit des nationalen Leitspruchs. Der 1968 gew\u00e4hlte republikanische Pr\u00e4sident Richard Nixon habe das Konzept umgebaut, erl\u00e4uterte Kruse. Aus &#8222;Gott steht aufseiten Amerikas&#8220; sei geworden: Gott steht politisch gesehen aufseiten der konservativen Republikaner. Auch die aufkeimende rechts-christliche Bewegung habe diese Auffassung vertreten.<\/p>\n<p>Aktuell interpretiert Pr\u00e4sident Trump &#8222;In God We Trust&#8220; zu seinen Gunsten, im Sinne von: Nicht nur Amerika ist auserw\u00e4hlt, sondern auch er selbst. In einer Rede zur rechts-christlichen &#8222;Faith and Freedom Coalition&#8220; Ende Juni betonte der Pr\u00e4sident, er werde immer an den &#8222;wundersch\u00f6nen Worten &#8218;In God We Trust'&#8220; festhalten.<\/p>\n<p>In seiner Ansprache im Wei\u00dfen Haus zu Ostern 2026 hatte Trump das Motto bekr\u00e4ftigt. Seine Glaubensberaterin Paula White verk\u00fcndete, Trump werde &#8222;wegen Jesu Auferstehung&#8220; als Pr\u00e4sident in allen Dingen &#8222;siegreich sein&#8220;.<\/p>\n<p>Bekenntnis k\u00fcnftig in allen Regierungsgeb\u00e4uden?<\/p>\n<p>Im Kongress liegen gegenw\u00e4rtig Gesetzesentw\u00fcrfe vor, &#8222;In God we Trust&#8220; in allen Regierungsgeb\u00e4uden anzubringen. Das Motto leite die USA seit beinahe 70 Jahren, sagte die republikanische Abgeordnete Mary Miller. &#8222;Wir werden uns nie daf\u00fcr entschuldigen, dass wir eine Nation sind, die auf den allm\u00e4chtigen Gott vertraut.&#8220;<\/p>\n<p>Die religi\u00f6se Landschaft hat sich freilich ver\u00e4ndert in den vergangenen 70 Jahren. Laut einer Umfrage des Pew Research Center geh\u00f6ren derzeit nur noch 37 Prozent der US-Amerikaner der Gemeinde einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das offizielle Motto der Vereinigten Staaten lautet &#8222;Auf Gott vertrauen wir&#8220;. 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