{"id":1212715,"date":"2026-08-03T15:24:22","date_gmt":"2026-08-03T15:24:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1212715\/"},"modified":"2026-08-03T15:24:22","modified_gmt":"2026-08-03T15:24:22","slug":"reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-befindet-sich-in-einer-dramatischen-situation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1212715\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front: &#8222;Die Ukraine befindet sich in einer dramatischen Situation&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Reisners Blick auf die Front&#8220;Die Ukraine befindet sich in einer dramatischen Situation&#8220; 03.08.2026, 15:08 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Sebastian-Huld-article20312245.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/a6d1097d-155c-4edc-b000-7806375dfbdb~1.webp.webp\" alt=\"a6d1097d-155c-4edc-b000-7806375dfbdb~1\"\/>Interview: Sebastian Huld<\/a><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Rettungskraefte-versuchen-einen-Brand-in-einem-Wohnhaus-zu-loeschen-das-nach-einem-russischen-Luftan.webp\" alt=\"Rettungskraefte-versuchen-einen-Brand-in-einem-Wohnhaus-zu-loeschen-das-nach-einem-russischen-Luftangriff-mit-einer-luftgelenkten-Bombe-in-Flammen-steht\"\/>Immer wieder schlagen russische Gleitbomben mit ihrer gewaltigen Sprengkraft in Wohnh\u00e4user der Gro\u00dfstadt Saporischschja ein und t\u00f6ten und verletzen Zivilisten. (Foto: picture alliance\/dpa\/AP)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Russland steigert Zahl und Intensit\u00e4t seiner Luftangriffe. Der Ukraine gehen die Abwehrraketen aus. Im Interview mit ntv.de zeichnet Oberst Reisner ein drastisches Bild der Lage &#8211; und ordnet Kiews Angaben zu den eigenen Verlusten an der Front ein.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">ntv.de: Russland griff im Juli verst\u00e4rkt die Ukraine aus der Luft an. In der Nacht zu Samstag konnte laut Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj nur eine von 27 ballistischen Raketen abgewehrt werden. Ist der ukrainische Vorrat an Abwehrraketen aufgebraucht?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Markus Reisner: Die Ukraine befindet sich in einer dramatischen Situation. Selenskyj hat deshalb w\u00e4hrend seines Besuchs beim US-Pr\u00e4sidenten versucht, Donald Trump von der Lieferung von 300 Patriot-Abwehrraketen zu \u00fcberzeugen. Damit k\u00f6nnte die Ukraine\u00a0den Zeitraum\u00a0der n\u00e4chsten Monate\u00a0und des Winters\u00a0\u00fcberbr\u00fccken, bis das Land selbst\u00a0Patriotraketen\u00a0produziert.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Wie verh\u00e4lt es sich mit den von europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gelieferten Abwehrsystemen?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Man kann davon ausgehen, dass f\u00fcr diese Systeme \u00fcberhaupt keine\u00a0oder kaum\u00a0Raketen mehr verf\u00fcgbar sind. Deshalb hat Selenskyj nicht\u00a0nur\u00a0die USA, sondern auch die Europ\u00e4er scharf kritisiert. F\u00fcr das europ\u00e4ische System SAMP\/T sind die Produktionszahlen auch im f\u00fcnften Kriegsjahr nicht signifikant erh\u00f6ht worden. Die USA stellen 650\u00a0Patriotraketen\u00a0im Jahr her und haben Auftr\u00e4ge verteilt, um die Produktion in den kommenden Jahren zu verdreifachen.\u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Reisner\"\/>Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er u.a. zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Halten die USA\u00a0denn\u00a0eine signifikante Zahl an Patriots zur\u00fcck?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Im Milit\u00e4r spricht man von einem Sperrbestand. Das sind Arsenale, die man nicht an andere abgibt, um im Falle eines Angriffs auf das eigene Land oder\u00a0auf enge Verb\u00fcndete auch mehrere Angriffe abwehren\u00a0zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr wird\u00a0zumindest\u00a0eine dreistellige Anzahl an Raketen zur\u00fcckgehalten, auf die Selenskyj vermutlich\u00a0angespielt hat.\u00a0Das Institut CSIS geht davon aus, dass der <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.csis.org\/analysis\/renewed-iran-war-would-test-diminished-interceptor-inventories\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">US-Bestand an\u00a0Patriotraketen\u00a0seit Februar von rund 2300 auf\u00a0etwa\u00a0800 geschrumpft<\/a> ist. Das ist\u00a0die Folge des Krieges zwischen\u00a0den\u00a0USA und dem Iran, der seit Monaten immer wieder die US-Basen in der Golfregion\u00a0attackiert.\u00a0Trotzdem k\u00f6nnten\u00a0die USA noch Raketen an die Ukraine abgeben. Politisch ist das aber nicht gewollt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Weil?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Trump will offenbar Selenskyj unter Druck setzen, indem er die Lieferung verweigert. Zugleich soll Moskau zu Verhandlungen bewegt werden, indem die USA weiter Ziel- und Aufkl\u00e4rungsdaten\u00a0f\u00fcr die ukrainischen Angriffe auf Russland\u00a0zur Verf\u00fcgung\u00a0stellen.\u00a0Bemerkenswert ist\u00a0ja auch, dass Selenskyj in den USA nicht Elon Musk treffen durfte, um mit ihm \u00fcber eine Ausweitung der Nutzung der Starlink-Satelliten zu sprechen. Aus meiner Sicht will der US-Pr\u00e4sident beide Kriegsparteien zu einem Waffenstillstand bewegen, m\u00f6glichst noch vor den\u00a0Midterms, den\u00a0Kongress-Zwischenwahlen\u00a0am 3. November.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">K\u00f6nnte das gelingen?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Grunds\u00e4tzlich ja, weil der Druck auf beide Seiten steigt. Russland kann die st\u00e4ndigen Angriffe der Ukraine auf lange Sicht nicht aushalten. Aber erst\u00a0einmal kommt der Winter, und der wird f\u00fcr die Ukraine noch h\u00e4rter als\u00a0der\u00a0vorangegangene: Infolge der russischen Angriffe auf die Infrastruktur des Landes\u00a0kann die Ukraine\u00a0jetzt schon\u00a0nicht mehr ausreichend Strom f\u00fcr die kalte Jahreszeit produzieren. Die ukrainische Seite ist auch\u00a0deshalb\u00a0l\u00e4ngst von allen Maximalforderungen abger\u00fcckt.\u00a0Um R\u00fcckeroberungen geht es gar nicht mehr.\u00a0Selenskyj fordert nur noch einen Waffenstillstand, der durch\u00a0belastbare\u00a0Sicherheitsgarantien\u00a0abgesichert wird. Doch auch darauf geht der russische Pr\u00e4sident Wladimir\u00a0Putin bislang nicht ein.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Dabei wird in Russland \u00fcber die n\u00e4chste Mobilisierungswelle\u00a0spekuliert. Steht\u00a0auch\u00a0Putin unter Druck?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Russland mobilisiert permanent. Aber ja, auch die Ukraine bef\u00fcrchtet, dass Moskau nach der\u00a0Dumawahl\u00a0bis zu 300.000 M\u00e4nner zus\u00e4tzlich\u00a0zum Kriegsdienst\u00a0einberufen\u00a0k\u00f6nnte.\u00a0Die m\u00fcsste die russische Armee zwar erst einmal ausbilden und ausstatten, andererseits legt man dort bekanntlich keinen allzu gro\u00dfen\u00a0Wert auf das\u00a0\u00dcberleben der eigenen Leute an der Front.\u00a0Zugleich wird Russland auch mit signifikant mehr Soldaten den ukrainischen Drohnenwall nicht \u00fcberwinden k\u00f6nnen. F\u00fcr die Ukraine bleibt es dennoch ein riesiges\u00a0Problem, dass sie selbst nicht gen\u00fcgend Soldaten an die Front bringen kann.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Selenskyj hat\u00a0j\u00fcngst\u00a0Zahlen genannt: 50.000 get\u00f6tete ukrainische Soldaten, 700.000 get\u00f6tete Russen. Ist das glaubhaft?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nein, ich halte diese\u00a0Zahlen nicht f\u00fcr realistisch. Das Entscheidende ist: Auf der ukrainischen Seite gibt es viele Zehntausend Vermisste. Dar\u00fcber wird in der Ukraine auch berichtet und es gibt\u00a0sogar\u00a0Proteste.\u00a0Angeh\u00f6rige von Vermissten bekommen\u00a0n\u00e4mlich\u00a0nicht die gleiche Versorgung wie Soldaten-Hinterbliebene mit einem offiziellen Totenschein. Die Zahl der get\u00f6teten\u00a0und vermissten\u00a0ukrainischen Soldaten\u00a0geht in Wahrheit in die Hunderttausende, auch wenn die Zahl get\u00f6teter Russen\u00a0nochmals deutlich\u00a0h\u00f6her ist.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Kleiner Themenwechsel: Am Wochenende hat es einen Anschlag in Moskau gegeben. Was steckt dahinter?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch wenn sein Tod nicht offiziell best\u00e4tigt ist, galt das Attentat offenbar dem Chef der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkr\u00e4fte, Alexander Chaiko. In der Vergangenheit haben die Spezialkr\u00e4fte und Geheimdienste der Ukraine\u00a0wiederholt Personen in Russland get\u00f6tet. Schl\u00fcsselfiguren der russischen Streitkr\u00e4fte auszuschalten, soll die F\u00fchrungsf\u00e4higkeiten des Milit\u00e4rs einschr\u00e4nken. Zudem bef\u00f6rdern solche Anschl\u00e4ge Misstrauen und Angst unter den F\u00fchrungskadern.\u00a0Und es\u00a0handelt\u00a0sich um einen\u00a0Anschlag, der sich erneut mitten in Moskau ereignet hat. Das macht etwas mit der russischen Seite.\u00a0Misstrauen und Angst steigen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Zur\u00fcck zur Front: In Saporischschja hat eine russische Gleitbombe ein Wohnhaus getroffen, mindestens eine Bewohnerin get\u00f6tet und mehr als 30 verletzt.\u00a0R\u00fcckt die Gro\u00dfstadt\u00a0mit Hunderttausenden Einwohnern\u00a0in die\u00a0sogenannte\u00a0Todeszone und wird zur\u00a0Frontstadt?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die dramatischen Auswirkungen der von russischen Flugzeugen abgefeuerten Gleitbomben werden zu meinem Erstaunen immer\u00a0wieder\u00a0in der allgemeinen Berichterstattung\u00a0\u00fcbersehen. Die Russen feuern die\u00a0Gleitbomben\u00a0aus einer sicheren Distanz von bis zu 170 Kilometern ab, auch wenn die Masse dieser Angriffe aus etwa 60\u00a0Kilometern Entfernung passiert. Die Ukraine findet\u00a0dazu\u00a0einfach kein\u00a0Gegenmittel\u00a0und spricht deswegen auch ungern dar\u00fcber.\u00a0Auch hier br\u00e4uchte es Patriots um die russischen Su-34 und Su-35 Kampfflugzeuge abzuschie\u00dfen.\u00a0Russland setzt die Gleitbomben sowohl ein, um in St\u00e4dten wie Saporischschja, Sumy\u00a0und Cherson die Zivilbev\u00f6lkerung zu terrorisieren, als auch um\u00a0Stellungen\u00a0der ukrainischen Streitkr\u00e4fte zu zerst\u00f6ren.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Wo ist das derzeit vor allem zu beobachten?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Schwergewicht der russischen Angriffe richtet sich weiter gegen den Mittelabschnitt der Front. Es geht darum, den\u00a0ukrainischen\u00a0Festungsg\u00fcrtel\u00a0im Donbas zu \u00fcberwinden\u00a0&#8211; \u00fcber Kostjantyniwka im Norden und\u00a0\u00fcber\u00a0Lyman im S\u00fcden.\u00a0Im S\u00fcdabschnitt versucht sich Russland vor allem am Dnepr entlang Saporischschja zu n\u00e4hern, damit die Stadt n\u00e4her in Reichweite der russischen Gleitbomben, Artillerie und Drohnen r\u00fcckt.\u00a0Das konnten die Ukrainer bislang verhindern.\u00a0Im Norden stehen Sumy und Charkiw unter Dauerbeschuss.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Auch die Ukraine greift weiter Russland an. Von mehreren\u00a0Hundert Drohnen konnten die Russen am Wochenende offenbar die meisten abfangen. Sehen wir die Angriffe auf die\u00a0Logistikzentren des russischen Interneth\u00e4ndlers\u00a0Wildberries\u00a0auch deshalb, weil diese Lagerhallen\u00a0das schlechter gesch\u00fctzte Ziel\u00a0sind?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Ukraine greift auch weiter erfolgreich russische Raffinerien an, am vergangenen Wochenende etwa in Saratow. Weil Russland infolge des Irankriegs aber auf dem\u00a0Weltmarkt\u00a0mehr Geld pro Barrel \u00d6l\u00a0bekommt, federt das die Einbr\u00fcche bei den Deviseneinnahmen durch die geringere Produktion ab.\u00a0Hinzu kommt eine Dezentralisierung der Produktion.\u00a0Die Angriffe auf\u00a0Wildberries\u00a0treffen zahlreiche mittelst\u00e4ndische Unternehmen Russlands, die dort ihre Produkte sowie die Produkte von Zulieferern gelagert\u00a0haben. Da werden Verm\u00f6genswerte vernichtet. So versucht Kiew, den wirtschaftlichen und politischen Druck auf Moskau zu steigern.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">In den vergangenen Wochen schien Russland vor allem durch\u00a0die Angriffe auf die \u00d6lversorgung und die \u00fcbrige Logistik f\u00fcr die Krim und die besetzten Gebiete im S\u00fcden unter Druck zu geraten. Wird die Ukraine in Cherson eine Offensive wagen, um andernorts Entlastung zu besorgen?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Ich kann mir das momentan nicht vorstellen. Daf\u00fcr m\u00fcsste die Ukraine Soldaten\u00a0aus anderen Einheiten abziehen, die aber selbst unterversorgt sind.\u00a0Der neue\u00a0ukrainische\u00a0Chef der Streitkr\u00e4fte,\u00a0Mychajlo\u00a0Drapartyi, m\u00f6chte genau dies verhindern.\u00a0\u00a0Die Ukraine hat in den vergangenen Jahren zwar immer wieder\u00a0mit Offensiven an unerwarteter Stelle \u00fcberrascht. Sie hat daf\u00fcr aber auch oft mit hohen Verlusten bezahlt.\u00a0Es bleibt absehbar bei einem Abnutzungskrieg, in dem beide Seiten\u00a0darauf setzen, l\u00e4nger durchhalten zu k\u00f6nnen als der Gegner.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Was folgt daraus?<\/b>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Russen werden sich auf den n\u00e4chsten Winter vorbereiten und wieder versuchen, die\u00a0Ukrainer\u00a0in ein Leben ohne Strom und Heizung zu bomben. Und das kann ihnen auch gelingen, wenn die Ukraine dann weiter keine ausreichend gro\u00dfe Zahl an Luftabwehrsystemen mit ausreichend Munition hat.\u00a0Doch schon\u00a0die jetzige Situation, in der die Ukraine mit leeren H\u00e4nden\u00a0dasteht,\u00a0war\u00a0genauso absehbar. Dennoch ist nichts oder zu wenig geschehen. Ebenso wenig \u00fcberraschend\u00a0ist \u00fcbrigens\u00a0der\u00a0Umstand, dass Russland eine Antwort darauf gefunden hat, dass es an der Front nicht mehr auf\u00a0Elon\u00a0Musks Starlink-Satelliten zur\u00fcckgreifen kann.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\"><b class=\"bold\">Was macht Russland stattdessen?<\/b><\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Russen haben ein eigenes Satellitenkommunikationssystem\u00a0namens\u00a0Rassvet\u00a0gestartet,\u00a0das\u00a0die Ukrainer nur sehr schwer st\u00f6ren k\u00f6nnen. Alle drei bis sechs Monate passt sich eine Seite technologisch an die F\u00e4higkeiten der anderen\u00a0Seite an &#8211; und Russland\u00a0greift\u00a0in diesem Wettlauf\u00a0immer wieder\u00a0auf\u00a0die\u00a0F\u00e4higkeiten und\u00a0das\u00a0Wissen der Chinesen zur\u00fcck.\u00a0Mit diesen findet alle drei Monate ein reger Austausch statt. Man hat einen gemeinsamen Feind, die USA und den\u00a0Westen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit Markus Reisner sprach Sebastian Huld<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front&#8220;Die Ukraine befindet sich in einer dramatischen Situation&#8220; 03.08.2026, 15:08 Uhr Interview: Sebastian HuldImmer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1212716,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[661,106,13,20536,24619,14,15,12584,16,12,8876,10,8,9,11,317,306,107],"class_list":["post-1212715","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-angriff-auf-die-ukraine","tag-donald-trump","tag-headlines","tag-luftabwehrsysteme","tag-luftangriffe","tag-nachrichten","tag-news","tag-patriot-flugabwehrsystem","tag-politik","tag-schlagzeilen","tag-starlink","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-ukraine","tag-wladimir-putin","tag-wolodymyr-selenskyj"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117032275202140279","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1212715","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1212715"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1212715\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1212716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1212715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1212715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1212715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}