{"id":1212795,"date":"2026-08-03T16:11:12","date_gmt":"2026-08-03T16:11:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1212795\/"},"modified":"2026-08-03T16:11:12","modified_gmt":"2026-08-03T16:11:12","slug":"wie-aus-industriestandorten-in-nrw-lebendige-kulturorte-wurden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1212795\/","title":{"rendered":"Wie aus Industriestandorten in NRW lebendige Kulturorte wurden"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was tun mit den Industriestandorten in Nordrhein-Westfalen, deren Produktion eingestellt l\u00e4ngst eingestellt ist? Um den Strukturwandel im <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ruhrgebiet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruhrgebiet<\/a> voranzutreiben, f\u00f6rdert die Landesregierung schon seit Jahren die Umwandlung ehemaliger Industriestandorte zu sogenannten Kreativquartieren. Durch die Umnutzung ehemaliger Zechen, Brachfl\u00e4chen und Werkst\u00e4tten entstehen lebendige Zentren, die \u201eKreativschaffenden, K\u00fcnstlern und innovativen Unternehmen Raum f\u00fcr Produktion, Co-Working und Kultur bieten\u201c, wie es bei der Landesregierung hei\u00dft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Transformation von Industriearealen zu Kreativquartieren war eng mit der Europ\u00e4ischen Kulturhauptstadt \u201eRuhr.2010\u201c verkn\u00fcpft. Man wollte und will den Leerstand nutzen, um g\u00fcnstige Fl\u00e4chen f\u00fcr Kunst und Kultur zu schaffen. Davon erhofft man sich auch einen wirtschaftlicher Effekt, denn durch die Ansiedlung neuer Kreativwirtschaft entstehen im besten Fall Arbeitspl\u00e4tze und ein attraktives Umfeld mit Gastronomie und Handel. Wir stellen einige der bemerkenswertesten Beispiele vor.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/zeche-zollverein\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zeche Zollverein<\/a> ist nicht nur ein beeindruckendes Industriegel\u00e4nde <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/panorama\/das-sind-die-weltkulturerbe-staetten-in-nrw_aid-116947829\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">und seit 25 Jahren Unesco-Welterbe<\/a>, sondern auch ein beliebter Freizeitpark mit Museen. Kulturveranstaltungen wie Musikfestivals oder Klavierkonzerte finden hier regelm\u00e4\u00dfig statt. Zwei Museen, das Ruhrmuseum und das Red Dot Design Museum, haben dort ihren Sitz. Der Zechenpark l\u00e4sst sich jederzeit besuchen. Dort gibt es sch\u00f6ne Spazierwege und Fahrradstrecken, vorbei an pittoresk verwitterten Geb\u00e4uden und Ger\u00e4ten. Kein Wunder, dass pro Jahr 1,5 Millionen Menschen das Gel\u00e4nde besuchen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon allein die Geb\u00e4udeensembles beeindrucken: die ehemaligen F\u00f6rdert\u00fcrme, die Transportb\u00e4nder und -wagen, die Bandbr\u00fccken, die riesigen Stahlr\u00e4der, die ehemaligen Gleise, der etwas rostige Portalkratzer \u2013 alles ist noch erhalten. Im Denkmalpfad Zollverein l\u00e4sst sich der Weg der Kohle in den authentisch erhaltenen Anlagen der Zeche und der Kokerei nachvollziehen. Gigantische Maschinen, Transportb\u00e4nder, F\u00f6rderwagen, Bunker und Trichter stehen f\u00fcr eine Industriegeschichte, die erst in den 1990er Jahren komplett endete. Bis 1986 waren die einst gr\u00f6\u00dfte und leistungsst\u00e4rkste Steinkohlenzeche der Welt und bis 1993 die gr\u00f6\u00dfte Zentralkokerei Europas in Betrieb. Hier wurden einst bis zu 12.000 Tonnen Kohle am Tag gef\u00f6rdert, aufbereitet und schlie\u00dflich zu Koks gebrannt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der 180 Hektar gro\u00dfe Landschaftspark in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/duisburg\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Duisburg<\/a> erstreckt sich rund um das stillgelegte H\u00fcttenwerk in Duisburg-Meiderich. Als das Werk 1985 seinen Betrieb einstellte, wurden die alten Betriebshallen, Hoch\u00f6fen und Gasometer nicht abgerissen, sondern auf kreative und praktische Weise umgenutzt. Seit 1994 ist der nach einem Entwurf von Professor Peter Latz und Partner gestaltete Park \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ehemalige Werkshallen sind f\u00fcr Firmen- und Kulturveranstaltungen hergerichtet, in einem alten Gasometer entstand Europas gr\u00f6\u00dftes k\u00fcnstliches Tauchsportzentrum, fr\u00fchere Erzlagerbunker wandelten sich zu einem alpinen Klettergarten, in einer Gie\u00dfhalle wurde ein Hochseilparcours eingerichtet, und ein erloschener Hochofen wurde zum Aussichtsturm ausgebaut.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nicht nur in den Abendstunden, wenn die Geb\u00e4ude bunt beleuchtet sind, besitzt der Landschaftspark einen ganz eigenen \u00e4sthetischen Reiz, der Fotografen und Influencer genauso anzieht wie Film- und Fernsehmacher. Die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ruhrtriennale\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ruhrtriennale<\/a> nutzt die Gebl\u00e4sehalle, die einst der Luftversorgung der Hoch\u00f6fen diente, regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr hochkar\u00e4tige Musik-, Tanz- oder Theaterauff\u00fchrungen. Ihre massiven Stahltr\u00e4ger und hohen Decken schaffen eine eindrucksvolle Atmosph\u00e4re, die das industrielle Erbe eindrucksvoll vor Augen f\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Halle wurde 1902 vom Bochumer Verein, einem Bochumer Montankonzern, f\u00fcr die D\u00fcsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung gebaut und anschlie\u00dfend als Gebl\u00e4semaschinenhalle f\u00fcr die Hoch\u00f6fen des Bochumer Vereins verwendet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die ehemalige, denkmalgesch\u00fctzte Gaskraftzentrale besteht aus mehreren Geb\u00e4uden, etwa der Turbinenhalle. Das Dampfgebl\u00e4sehaus wurde durch eine moderne Glasfassade erg\u00e4nzt. Daneben gibt es noch ein Pumpenhaus und eine gro\u00dfe Wiese, die ebenfalls f\u00fcr Veranstaltungen genutzt werden kann.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Halle 1, die gr\u00f6\u00dfte des Areals, ist l\u00e4nger als ein Fu\u00dfballfeld, n\u00e4mlich 130 Meter, und fasst bis zu 3700 Menschen. Sie \u00fcberw\u00e4ltigt nicht nur mit ihrer Gr\u00f6\u00dfe, sondern auch mit der freiliegenden Stahlkonstruktion, die das Dach tr\u00e4gt und trotz der rauen Industriekulisse etwas Filigranes besitzt. Die Jahrhunderthalle war ebenfalls einer der Hauptaustragungsorte der Kulturhauptstadt \u201eRuhr.2010\u201c und liegt an der Route der Industriekultur.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Schon von Ferne sieht man das gro\u00dfe, beleuchtete U auf dem Gel\u00e4nde der ehemaligen Dortmunder Union-Brauerei. Das Dortmunder U, auch U-Turm genannt, wurde 1926\/27 errichtet und diente als G\u00e4r- und Lagerkeller. Das neun Meter hohe, goldene U war Wahrzeichen der Brauerei, es wurde allerdings erst 1968 auf dem Dach des siebenst\u00f6ckigen Geb\u00e4udes installiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als die Brauerei 1994 ihren Firmensitz verlagerte, kaufte die Stadt Dortmund 2007 das Areal und lie\u00df es ebenfalls f\u00fcr die Kulturhauptstadt \u201eRuhr.2010\u201c zum Zentrum f\u00fcr Kunst und Kreativit\u00e4t umbauen. Es beherbergt unter anderem das Museum Ostwall und den Hartware Medienkunstverein. Im Keller befindet sich ein Kino.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Dortmunder U versteht sich als Haus der Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft und k\u00fcnstlerischen Forschung, denn auch die Fachhochschule wie auch die Technische Universit\u00e4t haben sich dort angesiedelt. Es versteht sich als Ausstellungsort, aber auch als Treffpunkt f\u00fcr die Stadtgesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was tun mit den Industriestandorten in Nordrhein-Westfalen, deren Produktion eingestellt l\u00e4ngst eingestellt ist? 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