{"id":1213882,"date":"2026-08-04T03:37:16","date_gmt":"2026-08-04T03:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1213882\/"},"modified":"2026-08-04T03:37:16","modified_gmt":"2026-08-04T03:37:16","slug":"berlin-chimichurri-das-gruene-ass-das-jedes-grillfest-rockt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1213882\/","title":{"rendered":"Berlin | Chimichurri: Das gr\u00fcne Ass, das jedes Grillfest rockt"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa \/tmn) &#8211; Viel Gr\u00fcn, ein bisschen Knoblauch, dazu S\u00e4ure und \u00d6l &#8211; das ergibt jede Menge Aroma. Wenn eine Sauce nach Sommer, Grillabend und gro\u00dfer Lust auf mehr schmeckt, dann ist es Chimichurri. Der Kr\u00e4uterdip mit dem lustigen Namen darf in Argentinien &#8211; oder besser in ganz Lateinamerika &#8211; zu keinem Asado, also Grillfest, fehlen. \u00abF\u00fcr uns ist sie wie Ketchup in den Staaten\u00bb, erkl\u00e4rt Argentinier Diego Cardoso.\u00a0<\/p>\n<p>Auch in unseren Breiten wird Chimichurri (sprich Tschimi-Tschurri) immer popul\u00e4rer und ist l\u00e4ngst nicht nur in argentinischen Steakh\u00e4usern in aller Munde. \u00abAls ich vor 25 Jahren nach Europa kam, kannte die Sauce kaum einer. Wenn G\u00e4ste zu uns zum Essen kamen, waren sie hin und weg von ihr und wollten, dass wir ihnen ein bisschen davon einpacken\u00bb, erinnert sich Cardoso.\u00a0<\/p>\n<p>Heute sei die Sauce kein Geheimtipp mehr. Der Argentinier sieht sie auf vielen Speisekarten. Auch im Hamburger Restaurant \u00abElemente\u00bb wird sie gereicht. Es geh\u00f6rt zur Londoner Rhubarb-Group, f\u00fcr das Cardoso als Corporate Executive Chef zust\u00e4ndig ist. Sie wollen mehr \u00fcber Chimichurri erfahren und wie man sie zubereitet? Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen:<\/p>\n<p>Wo hat die Sauce ihren Ursprung?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs kommt darauf an, wen man fragt. Ein Uruguayer w\u00fcrde sagen, bei uns. Aber ich denke, es war Argentinien\u00bb, sagt Cardoso und lacht dabei.<\/p>\n<p>Wie kam Chimichurri zu seinem Namen?<\/p>\n<p>Der Ursprung des Namens ist nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Es gibt mehrere Legenden. Hier die zwei popul\u00e4rsten:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Laut Gew\u00fcrzlexikon des Bremer Gew\u00fcrzhandels, besagt eine Legende, dass der Name von einem irischen Einwanderer namens Jimmy McCurry abstammt, der die Sauce im 19. Jahrhundert erfunden haben soll. F\u00fcr die Argentinier war sein Name schwer auszusprechen, woraus schlie\u00dflich das Wort \u00abChimichurri\u00bb entstand.\u00a0<\/li>\n<li>Eine andere Version beruht auf einem baskischen Ursprung: Danach vermuten Historiker, dass baskische Einwanderer die Sauce nach S\u00fcdamerika brachten. Und tats\u00e4chlich gibt es das baskische Wort \u00abtximitxurri\u00bb. Es bedeutet grob \u00fcbersetzt \u00abDurcheinander\u00bb oder \u00abMischung aus mehreren Dingen\u00bb.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was macht Chimichurri so besonders?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs besticht durch frische, kr\u00e4utrige Leichtigkeit, mit einer leichten Sch\u00e4rfe und S\u00e4ure, die nat\u00fcrlich nach dem pers\u00f6nlichen Geschmack steuerbar ist\u00bb, sagt Julius Nowak, K\u00fcchenchef im Berliner \u00abMaison Papillon\u00bb. F\u00fcr ihn harmoniert die Sauce so super mit fettigem Fleisch und macht es bek\u00f6mmlicher. \u00abSie kann aber eben auch Fischgerichten das gewisse Etwas verleihen.\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr Diego Cardoso ist Chimichurri vor allem eines: wunderbar universell einsetzbar. Die Sauce passt nicht nur zu gegrilltem Fleisch und Fisch, sondern auch zu Gem\u00fcse oder Halloumi. Selbst Obst, etwa gegrillte Pfirsichh\u00e4lften, lassen sich mit ihr aufwerten.\u00a0<\/p>\n<p>Was muss ins Chimichurri und was kann alles hinein?<\/p>\n<p>Diego Cardoso betont, dass es das eine \u00abrichtige\u00bb Rezept nicht gibt und jede Familie es ein bisschen anders macht. Manchen ist es so heilig, dass sie es auch nie verraten w\u00fcrden. \u00abDie Basis besteht immer aus reichlich Petersilie, Knoblauch, Salz und \u00d6l\u00bb, z\u00e4hlt Cardoso auf. Er pers\u00f6nlich macht aber noch mehr hinein: Oregano, Paprika, Zwiebel und Tomaten.<\/p>\n<p>Der Argentinier verr\u00e4t das Geheimnis, wie die Sauce im \u00abElemente\u00bb zusammengesetzt wird. Dort besteht sie aus zwei Teilen, dem frischen und dem trockenen.\u00a0<\/p>\n<p>Der Trocken-Teil wird etwa aus getrocknetem Oregano, getrockneter Petersilie, getrocknetem Knoblauch und Zwiebelpulver zusammen mit einem Tomaten-Confit p\u00fcriert. Das Confit entsteht, wenn man im Ofen Tomaten in Oliven\u00f6l backt bis sie quasi getrocknet sind. Wer mag, gibt noch Paprika hinzu. \u00abDas kann man auf Vorrat zubereiten\u00bb, so Cardoso.\u00a0<\/p>\n<p>Der Trocken-Teil werde dann mit dem Frische-Teil aus frisch gehackten Kr\u00e4utern, \u00d6l, Essig und Knoblauch aufgef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Manche kochen nur nach Rezept. Wie sieht ein Beispiel-Rezept aus?<\/p>\n<p>Julius Nowak vom \u00abMaison Papillon\u00bb verr\u00e4t sein Rezept:<\/p>\n<p>Zutaten:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>1 Bd. Petersilie glatt<\/li>\n<li>1 Bd. Koriander<\/li>\n<li>1 rote Peperoni<\/li>\n<li>1 gr\u00fcne Peperoni<\/li>\n<li>1 Zehe Knoblauch<\/li>\n<li>1 Bio Limette<\/li>\n<li>400 ml gutes natives Oliven\u00f6l<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zubereitung:\u00a0<\/p>\n<ol>\n<li>Die Petersilie und den Koriander kleinschneiden. \u00abDie Bl\u00e4tter ruhig etwas grober, die Stiele sch\u00f6n fein\u00bb, so Nowaks Rat.<\/li>\n<li>Die Peperoni in kleine W\u00fcrfel schneiden.<\/li>\n<li>Die Schale der Limette mit einer feinen Reibe abreiben, dann auch die Knoblauchzehe.<\/li>\n<li>Die Limette auspressen.<\/li>\n<li>Alles mit dem Oliven\u00f6l vermengen und mit Pfeffer und Salz abschmecken.<\/li>\n<li>Limettensaft oder Wei\u00dfweinessig nach Bedarf hinzugeben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine weitere Variante mit Minze und Oregano, die sich auch wunderbar als Marinade nutzen l\u00e4sst, stellen die Rezeptentwickler von der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gem\u00fcse (BVEO) vor:<\/p>\n<p>Zutaten:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>1 Bund Petersilie<\/li>\n<li>4 Zweige Minze<\/li>\n<li>2 Knoblauchzehen<\/li>\n<li>1 Limette<\/li>\n<li>1,5 TL Chiliflocken<\/li>\n<li>1 TL Oregano<\/li>\n<li>1 Prise grobes Meersalz<\/li>\n<li>100 ml Oliven\u00f6l<\/li>\n<li>2 EL Wei\u00dfweinessig<\/li>\n<li>1 Prise schwarzer Pfeffer<\/li>\n<li>1 Prise Rohrzucker<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zubereitung:<\/p>\n<ol>\n<li>Petersilie und Minze waschen, trocken sch\u00fctteln und grob hacken. Knoblauch sch\u00e4len und w\u00fcrfeln. Limette waschen, trocknen, Schale abreiben und Saft auspressen.<\/li>\n<li>Knoblauch, Limettenabrieb und Limettensaft, Chili, Oregano und Salz in einem M\u00f6rser zersto\u00dfen.<\/li>\n<li>Petersilie und Minze in den M\u00f6rser dazu geben. Oliven\u00f6l und Essig dazugeben und gut zerkleinern. Anschlie\u00dfend mit gemahlenem Pfeffer und Rohrzucker abschmecken.<\/li>\n<li>In ein Glas abf\u00fcllen und verschlie\u00dfen. Chimichurri mindestens eine Stunde, besser \u00fcber Nacht, ziehen lassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie l\u00e4sst sich Chimichurri abwandeln?<\/p>\n<p>Wichtig f\u00fcr den Argentinier Diego Cardoso ist es, dass man den \u00abGeschmack versteht\u00bb. Dann k\u00f6nne man Chimichurri auch abwandeln, etwa mit ger\u00e4uchertem Paprikapulver und Honig f\u00fcr eine smoky BBQ-Version oder eine spicy Variante mit verschiedenen Chilis, etwa einem Mix aus ger\u00e4uchertem Chilipulver und frischen Chilis.\u00a0<\/p>\n<p>Aber das Experimentieren hat auch Grenzen: \u00abIch habe mal versucht, ein Chimichurri mit viel Ingwer f\u00fcr Sushi zu kreieren. Das Ergebnis war nicht \u00fcberzeugend\u00bb, so Cardoso.<\/p>\n<p>Besser mit glatter oder gekr\u00e4uselter Petersilie zubereiten?<\/p>\n<p>\u00abBesser glatte Petersilie\u00bb, r\u00e4t Nowak. Zwar hat krause Petersilie mehr Geschmack, da die Petersilie aber recht grob geschnitten werde, ist das Mundgef\u00fchl der glatten Petersilie angenehmer.<\/p>\n<p>Warum schmeckt Chimichurri im Restaurant oft besser als daheim?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDie Kr\u00e4uter und Peperoni m\u00fcssen unbedingt mit einem scharfen Messer geschnitten werden. So blieben die \u00e4therischen \u00d6le und die Textur erhalten\u00bb, verr\u00e4t Julius Nowak einen Trick.\u00a0<\/p>\n<p>Hat er noch mehr davon? Er w\u00fcrde die Kr\u00e4uter auch nie in den Mixer packen. \u00abDas w\u00fcrde die Struktur zerst\u00f6ren und man hat einen breiigeren Mix, so gehen Frische und Konsistenz verloren\u00bb, sagt der K\u00fcchenchef.\u00a0<\/p>\n<p>Aus seiner Sicht schadet es auch nicht, alles einen Tag im \u00d6l ziehen zu lassen, damit der Geschmack ins \u00d6l \u00fcbergehen kann. \u00dcberhaupt sei die Auswahl der Zutaten das A und O: \u00abAlles sollte frisch sein, unbedingt ein gutes Oliven\u00f6l verwenden und eben die Kr\u00e4uter auf keinen Fall mixen. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen.\u00bb<\/p>\n<p>Kann man Chimichurri auch ausschlie\u00dflich mit getrockneten Gew\u00fcrzen machen?<\/p>\n<p>Das ginge vielleicht, so Nowak. Aber er w\u00fcrde das wegen der fehlenden Frische nicht empfehlen: \u00abDie ist f\u00fcr mich essenziell.\u00bb<\/p>\n<p>Wie lange ist die Sauce haltbar und wie bewahrt man sie auf?<\/p>\n<p>\u00abWichtig ist, dass die Kr\u00e4uter mit Oliven\u00f6l bedeckt sind, dann h\u00e4lt sich die Sauce im K\u00fchlschrank locker eine Woche\u00bb, sagt Julius Nowak.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa \/tmn) &#8211; Viel Gr\u00fcn, ein bisschen Knoblauch, dazu S\u00e4ure und \u00d6l &#8211; das ergibt jede Menge&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1213883,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1841],"tags":[1605,2632,188782,3364,29,215955,5763,4974,30,169508,28209,252603,1209,1457,119235,41182,5723,64562],"class_list":["post-1213882","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bielefeld","tag-bielefeld","tag-brcmj","tag-chimichurri","tag-de","tag-deutschland","tag-dip","tag-ernaehrung","tag-essen-und-trinken","tag-germany","tag-inspire-me","tag-kraeuter","tag-kraeutersauce","tag-nordrhein-westfalen","tag-rezepte","tag-sauce","tag-selber-machen","tag-sosse","tag-tmn0051"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117035155185246212","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1213882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1213882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1213882\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1213883"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1213882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1213882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1213882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}