{"id":1214092,"date":"2026-08-04T05:53:14","date_gmt":"2026-08-04T05:53:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214092\/"},"modified":"2026-08-04T05:53:14","modified_gmt":"2026-08-04T05:53:14","slug":"berlin-frankfurt-main-krypto-anleger-verharren-im-dauerfrost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214092\/","title":{"rendered":"Berlin\/Frankfurt\/Main | Krypto-Anleger verharren im Dauerfrost"},"content":{"rendered":"<p>Berlin\/Frankfurt\/Main (dpa) &#8211; Anleger, die ihr Geld in Bitcoin und andere Kryptow\u00e4hrungen investiert haben, m\u00fcssen sich derzeit in Geduld \u00fcben. Nach dem Rekordstand vom vergangenen Herbst ist der Kurs des Bitcoins um rund die H\u00e4lfte eingebrochen und bewegt sich seit Monaten im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar.\u00a0<\/p>\n<p>In Deutschland dr\u00fcckt nun auch noch die Politik auf die Stimmung der Anleger. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) plant, eine \u00c4nderung der Steuerregeln vorzunehmen. Derzeit gilt: Wer Bitcoin und Co. l\u00e4nger als ein Jahr im Privatverm\u00f6gen h\u00e4lt, kassiert etwaige Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne komplett steuerfrei; bei k\u00fcrzerer Haltedauer greift der pers\u00f6nliche Einkommensteuersatz. Diese Regelung gilt auch f\u00fcr Gold, Luxusuhren, Oldtimer, Kunstgegenst\u00e4nde und andere Wertsachen.\u00a0<\/p>\n<p>Bitcoin wie Aktien besteuern\u00a0<\/p>\n<p>Nach Klingbeils Pl\u00e4nen soll bei den Digitalw\u00e4hrungen diese einj\u00e4hrige Haltefrist fallen und Krypto-Gewinne sollen k\u00fcnftig wie Aktienerl\u00f6se besteuert werden. In Deutschland unterliegen Gewinne aus Dividendenzahlungen und dem Verkauf von Aktien einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidarit\u00e4tszuschlag und Kirchensteuer.\u00a0<\/p>\n<p>Viele Details der Klingbeil-Pl\u00e4ne sind allerdings noch unklar, etwa die Frage nach \u00dcbergangsregelungen. Offen ist auch noch die Frage, ob der Koalitionspartner CDU\/CSU die Pl\u00e4ne der SPD im Parlament \u00fcberhaupt unterst\u00fctzen wird. Schlie\u00dflich hatten die drei Regierungsparteien gemeinsam im Koalitionsvertrag beschlossen, keine Steuern zu erh\u00f6hen.\u00a0<\/p>\n<p>Knapp 9 Millionen Krypto-Besitzer in Deutschland\u00a0<\/p>\n<p>In der pers\u00f6nlichen Finanzplanung der Bev\u00f6lkerung in Deutschland spielen Kryptow\u00e4hrungen bislang noch eine untergeordnete Rolle. Immerhin 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland besitzen derzeit digitale Coins &#8211; das entspricht umgerechnet knapp 8,9 Millionen Menschen. Das geht aus einer aktuellen repr\u00e4sentativen Bev\u00f6lkerungsumfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor. Weitere 4,9 Prozent haben Bitcoin bereits wieder den R\u00fccken gekehrt, w\u00e4hrend 11,4 Prozent zumindest noch mit einem Einstieg lieb\u00e4ugeln.\u00a0<\/p>\n<p>Die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung kann sich aber derzeit nicht vorstellen, in Kryptow\u00e4hrungen zu investieren. 67,4 Prozent der B\u00fcrger besitzen keine Kryptow\u00e4hrungen und schlie\u00dfen einen Kauf auch f\u00fcr die Zukunft kategorisch aus.\u00a0<\/p>\n<p>Besonders tief verl\u00e4uft der Graben zwischen den Generationen und Geschlechtern. W\u00e4hrend fast jeder f\u00fcnfte Mann digitale Anlagen im Depot h\u00e4lt, ist es bei den Frauen nicht einmal jede dreizehnte. Zudem bleiben Kryptos ein Ph\u00e4nomen der J\u00fcngeren: Bei den 25- bis 34-J\u00e4hrigen liegt die Besitzerquote bei immerhin 28,4 Prozent, wohingegen die Generation der \u00dcber-55-J\u00e4hrigen mit dem Metier fast gar nichts anfangen kann. Wer jedoch Geld im Kryptomarkt angelegt hat, vertraut prim\u00e4r dem Platzhirsch: Drei Viertel der Krypto-Anleger halten Bitcoin, gefolgt von Ethereum mit gut einem Drittel und Solana mit gut einem F\u00fcnftel. Spekulative Memecoins wie Dogecoin spielen im Vergleich dazu nur eine untergeordnete Rolle.\u00a0<\/p>\n<p>Hohes Risikobewusstsein\u00a0<\/p>\n<p>Nur eine kleine Minderheit von rund 5 Prozent sieht in Kryptow\u00e4hrungen einen verl\u00e4sslichen Wertspeicher in Krisenzeiten. Stattdessen dominiert das Bewusstsein f\u00fcr das hohe Risiko: F\u00fcr fast ein Drittel der Gesamtbev\u00f6lkerung (32,7 Prozent) sind Kryptow\u00e4hrungen in erster Linie ein hochspekulatives Produkt. Selbst unter den aktiven Krypto-Anlegern ordnen rund 38 Prozent ihr Engagement prim\u00e4r als reine Spekulation ein.\u00a0<\/p>\n<p>Angesichts der schwankenden Kurse wird sich auch Finanzminister Klingbeil nicht auf einen soliden Einnahmestrom verlassen k\u00f6nnen, wenn er die steuerliche Behandlung von Kryptow\u00e4hrungen \u00e4ndert und die Haltefrist abschafft. Ohnehin st\u00f6\u00dft das Vorhaben des Vizekanzlers in Teilen der Bev\u00f6lkerung auf Kritik: Mehr als 40 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung und \u00fcber 70 Prozent der aktiven Krypto-Investoren sind \u00fcberzeugt, dass eine Abschaffung der Haltefrist den Krypto-Anlagen drastisch an Attraktivit\u00e4t nehmen w\u00fcrde.\u00a0<\/p>\n<p>Zudem sprechen sich 37,6 Prozent der Bev\u00f6lkerung daf\u00fcr aus, Anleger mit langem Atem steuerlich g\u00fcnstiger zu behandeln als Spekulanten, die kurzfristig hin- und herhandeln &#8211; bei nur 24,2 Prozent Ablehnung. Unter den aktiven Krypto-Besitzern f\u00e4llt dieses Votum mit 80,8 Prozent Zustimmung sogar \u00fcberw\u00e4ltigend aus. Gleichwohl herrscht in der Bev\u00f6lkerung gro\u00dfe Orientierungslosigkeit: Gut 39 Prozent der Befragten trauen sich mangels Fachwissens kein Urteil \u00fcber das beste Steuermodell zu.\u00a0<\/p>\n<p>Kritik an Abschaffung der steuerfreien Haltefrist\u00a0<\/p>\n<p>Branchenexperten warnen den Gesetzgeber eindringlich davor, die steuerlichen Daumenschrauben voreilig anzuziehen. Robert Bosch, globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint, betont, dass die steuerliche Behandlung weit \u00fcber eine blo\u00dfe Detailfrage hinausgehe. Sie entscheide ma\u00dfgeblich dar\u00fcber, wie verl\u00e4sslich der Markt f\u00fcr Anleger bleibe und wie attraktiv Deutschland im internationalen Wettbewerb um digitale Finanzinnovationen abschneide. \u00abKryptow\u00e4hrungen haben die Nische verlassen, sind in der Breite der Gesellschaft aber noch nicht angekommen.\u00bb F\u00fcr Wirtschaft und Politik sei das ein wichtiges Signal: \u00abDamit digitale Verm\u00f6genswerte dauerhaft Akzeptanz finden, braucht es Vertrauen, Verst\u00e4ndlichkeit und einen verl\u00e4sslichen institutionellen Rahmen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Frankfurt\/Main (dpa) &#8211; Anleger, die ihr Geld in Bitcoin und andere Kryptow\u00e4hrungen investiert haben, m\u00fcssen sich derzeit in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1214093,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1829],"tags":[790,29,1721,2050,2051,30,2052,59472,984,198,792,1484],"class_list":["post-1214092","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-frankfurt-am-main","tag-bitcoin","tag-deutschland","tag-finanzen","tag-frankfurt","tag-frankfurt-am-main","tag-germany","tag-hessen","tag-informationstechnologie","tag-international","tag-internet","tag-kryptowaehrung","tag-waehrung"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1214092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1214092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1214092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1214093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1214092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1214092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1214092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}