{"id":121428,"date":"2025-05-18T23:11:08","date_gmt":"2025-05-18T23:11:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121428\/"},"modified":"2025-05-18T23:11:08","modified_gmt":"2025-05-18T23:11:08","slug":"berlin-remscheid-6-typische-gefahren-beim-baden-und-wie-man-sich-schuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/121428\/","title":{"rendered":"Berlin\/Remscheid | 6 typische Gefahren beim Baden &#8211; und wie man sich sch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin\/Remscheid (dpa\/tmn) &#8211; An warmen Tagen drau\u00dfen in der Natur schwimmen, das beruhigende Pl\u00e4tschern des Wassers im Ohr &#8211; leider nicht immer l\u00e4uft es so idyllisch und friedlich ab: Jedes Jahr gibt es Badeunf\u00e4lle. Mindestens 411 Menschen sind im Jahr 2024 in Deutschland ertrunken. Das zeigen Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).\u00a0<\/p>\n<p>Wer nun glaubt, dass es vor allem Kinder trifft, die noch nicht schwimmen gelernt haben, irrt: \u00abWir sehen in der Statistik immer wieder, dass Ertrinken ein junges, m\u00e4nnliches Problem ist\u00bb, sagt Alexander Paffrath, Leiter Einsatz der DLRG.<\/p>\n<p>Warum beim Baden riskante Situationen entstehen\u00a0<\/p>\n<p>Was vielen Betroffenen zum Verh\u00e4ngnis wird: In Freigew\u00e4ssern wie See, Meer, Fluss oder Kanal sind die Bedingungen weniger \u00ablaborartig\u00bb als im Hallenbad, wo viele von uns Schwimmen gelernt haben. Andreas Paatz vom Deutschen Roten Kreuz: \u00abDort herrschen Str\u00f6mungen, es gibt Wellengang und Temperaturunterschiede\u00bb, sagt der Bundesleiter der DRK-Wasserwacht.<\/p>\n<p>Kurz: Bedingungen, die man so nicht kennt &#8211; und die es manchmal ganz sch\u00f6n in sich haben. So k\u00f6nnen ablandige Str\u00f6mungen auch sichere Schwimmerinnen und Schwimmer in Gefahr bringen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Vom sicheren Schwimmern sprechen Fachleute bei allen, die die Anforderungen des Bronze-Schwimmabzeichens erf\u00fcllen. Dazu z\u00e4hlt, mindestens 15 Minuten zu schwimmen und dabei eine Strecke von mindestens 200 Metern zur\u00fcckzulegen.\u00a0<\/p>\n<p>Vor folgenden Szenarien beim Baden warnen die Experten:\u00a0<\/p>\n<p>Gefahr 1: Aufgeheizter K\u00f6rper, k\u00fchles Wasser<\/p>\n<p>Tage, die an Hochsommer erinnern, gibt es oft schon im Mai oder Juni: Die Sonne knallt, der K\u00f6rper \u00e4chzt unter der W\u00e4rme. So ersehnt die Abk\u00fchlung im See dann auch ist &#8211; vor dem Baden sollte man sich einmal kurz abbrausen, etwas Wasser \u00fcber Arme, Beine und Rumpf spritzen oder sehr langsam hineingehen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abGehe ich ohne diese Vorbereitung ins kalte Wasser, ziehen sich die Blutgef\u00e4\u00dfe, die vorher geweitet waren, schlagartig zusammen\u00bb, sagt Alexander Paffrath. Insbesondere bei Menschen, die Herz- oder Gef\u00e4\u00dfkrankheiten haben, kann das schon ausreichen, um eine lebensbedrohliche Situation auszul\u00f6sen &#8211; etwa eine Bewusstlosigkeit.<\/p>\n<p>Laut um Hilfe schreien k\u00f6nnen Betroffene dann nicht mehr. \u00abDer klassische Badeunfall ist ein lautloses Untergehen\u00bb, sagt Andreas Paatz. Daher gilt auch: Nur Baden gehen, wenn man sich auch gut f\u00fchlt.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Gerade zu Beginn der Badesaison m\u00fcssen Schwimmer damit rechnen, dass tiefere Wasserschichten eines See deutlich k\u00e4lter sein k\u00f6nnen als am Ufer. Und in k\u00fchleren Sommern kann die Wassertemperatur von Nord- und Ostsee laut Paatz durchaus bei 16 bis 19 Grad bleiben.\u00a0<\/p>\n<p>Gefahr 2: \u00abAch, das ist doch nicht weit\u00bb<\/p>\n<p>Ein Muster, das Expertinnen und Experten in vielen Badeunf\u00e4llen wiedererkennen: Menschen \u00fcbersch\u00e4tzen ihre eigenen F\u00e4higkeiten und Kr\u00e4fte &#8211; und schwimmen zum Beispiel zu weit raus. Immer dann, wenn es zu einem \u00abMissverh\u00e4ltnis zwischen der eigenen Kondition und der Schwimmstrecke, die bew\u00e4ltigt werden muss\u00bb, kommt, kann es Andreas Paatz zufolge kritisch werden.\u00a0<\/p>\n<p>Alexander Paffrath erkl\u00e4rt das am Beispiel einer Talsperre. \u00abDa denkt man schnell &#8222;Ach, das andere Ufer erreiche ich locker&#8220; &#8211; und hat dann doch eine Schwimmstrecke von 1.000 oder sogar 2.000 Metern vor sich, weil alles so nah aussieht.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Eine Entfernung, die Untrainierte an ihre Grenzen bringen kann. Kommt dann aufgrund von K\u00e4lte noch ein Krampf dazu, wird es schnell gef\u00e4hrlich. Eine gute Portion Vorsicht kann vor solchen Notlagen bewahren.<\/p>\n<p>Noch ein Tipp: parallel zum Ufer schwimmen. \u00abDort kann man auch sehr viel Strecke machen und sich herausfordern, ohne per se weit rauszuschwimmen\u00bb, sagt DRK-Mann Andreas Paatz. \u00abIm Zweifel hat man schneller wieder die M\u00f6glichkeit, ans Ufer zu gelangen.\u00bb<\/p>\n<p>Gefahr 3: Alkohol und Drogen\u00a0<\/p>\n<p>Rausch enthemmt &#8211; und l\u00e4sst einen auf Ideen kommen, die n\u00fcchtern betrachtet alles andere als vern\u00fcnftig sind. Alkohol und Drogen vertragen sich daher mit dem Baden nicht, warnt Andreas Paatz. Zumal Rauschmittel oft Gruppendynamiken verst\u00e4rken, die auf gegenseitiges Aufstacheln und riskante Mutproben hinauslaufen.\u00a0<\/p>\n<p>Gefahr 4: Str\u00f6mungen und Schiffsverkehr untersch\u00e4tzen<\/p>\n<p>Auch in Fl\u00fcssen wird im Sommer gern gebadet. Davon r\u00e4t Alexander Paffrath allerdings ab &#8211; zumindest au\u00dferhalb gesicherter Flussb\u00e4der: \u00abFl\u00fcsse k\u00f6nnen von heute auf morgen total unterschiedlich sein, was etwa Str\u00f6mungsgeschwindigkeit oder Uferbeschaffenheit angeht.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Bei gro\u00dfen Fl\u00fcssen wie Rhein, Elbe oder Mosel kommt der Schiffsverkehr als weitere Gefahr dazu. Die Schiffe verdr\u00e4ngen das Wasser, ein Sog kann entstehen. Wer dann nicht fest mit den F\u00fc\u00dfen auf dem Boden steht, kann in die Mitte des Flusses gezogen werden. Gerade Kinder sind gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Wer in Not ger\u00e4t, sollte auf sich aufmerksam machen &#8211; etwa mit den Armen winken und rufen. Dagegen ist es aussichtslos, gegen die Str\u00f6mung ankommen zu wollen. \u00abDas ist zum Scheitern verurteilt, wenn man sich mal \u00fcberlegt, was f\u00fcr Str\u00f6mungsgeschwindigkeiten ein Fluss hat\u00bb, sagt Alexander Paffrath &#8211; selbst bei einem Kanal, der mit drei Kilometern pro Stunde in eine Richtung flie\u00dfe. Hinzu komme m\u00f6glicherweise noch die Panik.\u00a0<\/p>\n<p>Was also tun? Andreas Paatz r\u00e4t: \u00abAuf den R\u00fccken legen, den Blick in Richtung Land und dann versuchen, sich mit der Str\u00f6mung mittragen zu lassen.\u00bb Weil die zum Teil auch parallel zum Land gehe, lasse sich vielleicht eine g\u00fcnstige Austrittsm\u00f6glichkeit finden.<\/p>\n<p>Gefahr 5: Kopfspr\u00fcnge ins Wasser\u00a0<\/p>\n<p>Kopf\u00fcber ins k\u00fchle Nass: So f\u00fchlt sich f\u00fcr viele der Sommer an. Wer in ein Gew\u00e4sser springen m\u00f6chte, sollte das aber nur tun, wenn das auch erlaubt ist &#8211; und vor allem: wenn das Wasser tief genug ist. Bei etwas tr\u00fcben Seen l\u00e4sst sich das allerdings oft nicht so gut erkennen.\u00a0<\/p>\n<p>Wer es doch riskiert und zu schnell den Grund erreicht, kommt im besten Fall mit dem Schrecken davon. Im schlimmsten Fall drohen schwere Verletzungen. Durch die Wucht des Aufpralls kann die Halswirbels\u00e4ule gestaucht oder verrenkt werden, warnt die Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie (DGOU). Sch\u00e4den am R\u00fcckenmark k\u00f6nnen zu einer Querschnittsl\u00e4hmung f\u00fchren. Und: Trifft man mit dem Kopf auf, droht Bewusstlosigkeit, die dann zum Ertrinken f\u00fchren kann, warnt Paatz.\u00a0<\/p>\n<p>Gefahr 6: Gewitter und Starkregen\u00a0<\/p>\n<p>In der Ferne grummelt es? Nun ist es an der Zeit, das Gew\u00e4sser zu verlassen &#8211; auch wenn das Gewitter noch entfernt scheint.\u00a0<\/p>\n<p>Denn schl\u00e4gt ein Blitz in Wasser ein, verteilt sich sein Strom \u00fcber eine gro\u00dfe Fl\u00e4che, wie der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) warnt. Sogar mehr als 100 Meter vom Einschlagsort k\u00f6nnen noch Str\u00f6me flie\u00dfen, die bei Schwimmerinnen und Schwimmer einen Schock ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Dann besteht das Risiko des Ertrinkens.\u00a0<\/p>\n<p>Auch vom Baden bei starkem Regen r\u00e4t Andreas Paatz ab. Der Grund: Treffen die Tropfen auf die Wasseroberfl\u00e4che, bildet sich dort ein Wasser-Luft-Gemisch. Das erschwert die Atmung, kann zum Verschlucken und damit zu gef\u00e4hrlichen Situationen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Ich bin Zeuge oder Zeugin eines Notfalls. Und nun?\u00a0<\/p>\n<p>Darauf kommt es an:\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>Hilfe holen &#8211; falls vorhanden, bei Rettungsschwimmern vor Ort. Ansonsten: Notruf 112 w\u00e4hlen und den Ungl\u00fccksort m\u00f6glichst genau beschreiben.<\/li>\n<li>Hilfsmittel finden. Wom\u00f6glich gibt es einen Rettungsring oder eine Rettungsstange in der N\u00e4he.<\/li>\n<li>Eigene Rettungsversuche gut abw\u00e4gen: \u00abIch w\u00fcrde niemals dazu raten, in den Rhein hinterherzuspringen\u00bb, sagt Alexander Paffrath. \u00abIm Endeffekt haben wir dann zwei Menschen, die gerettet werden m\u00fcssen.\u00bb In einem See dagegen kann ein sicherer Schwimmer versuchen, die Person in Not anzuschwimmen und ihr etwa einen Rettungsring zuzuwerfen. Wichtig: vorher Schuhe und st\u00f6rende Kleidung ausziehen. Und: Andere an der Badestelle unbedingt darauf aufmerksam machen, dass ein Rettungsversuch l\u00e4uft. \u00abSo eine Situation im Wasser kann von au\u00dfen auch schnell anders interpretiert werden, etwa als Spiel im Wasser.\u00bb<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Remscheid (dpa\/tmn) &#8211; An warmen Tagen drau\u00dfen in der Natur schwimmen, das beruhigende Pl\u00e4tschern des Wassers im Ohr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":121429,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[20373,5587,45988,2632,3364,29,19183,2507,30,141,1209,4338,624,23510,4418],"class_list":{"0":"post-121428","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-schwimmen","9":"tag-baden","10":"tag-badeunfalle","11":"tag-brcmj","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-ertrinken","15":"tag-freizeit","16":"tag-germany","17":"tag-gesundheit","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-notfall","20":"tag-ratgeber","21":"tag-tmn8200","22":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114531367852917567","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=121428"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/121428\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/121429"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=121428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=121428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=121428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}