{"id":1214606,"date":"2026-08-04T11:05:22","date_gmt":"2026-08-04T11:05:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214606\/"},"modified":"2026-08-04T11:05:22","modified_gmt":"2026-08-04T11:05:22","slug":"ausstellung-merry-company-was-bedeutet-eigentlich-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214606\/","title":{"rendered":"Ausstellung \u201eMerry Company\u201c: Was bedeutet eigentlich Gemeinschaft?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie entstehen Gemeinschaften? Handelt es sich immer um fr\u00f6hliche Gesellschaften? Diesen Frage widmet sich die derzeitige Ausstellung \u201eMerry Company \u2013 Formen von Gemeinschaft\u201c in der Kunsthalle Barmen. Wie in jeder Woche fand dort auch am vergangenen Sonntag um 15 Uhr eine F\u00fchrung statt. Kunstvermittlerin Eva Rosen f\u00fchrte durch die Ausstellung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kunstausstellung ist in Zusammenarbeit mit mehreren Fakult\u00e4ten der Bergischen Universit\u00e4t entstanden. In f\u00fcnf Zimmern finden sich Arbeiten von k\u00fcnstlerischen Gemeinschaften, aber auch von Einzelpersonen, die gemeinschaftliche Motive darstellen und zum Nachdenken anregen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Thema war ein beliebtes Motiv in der niederl\u00e4ndischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Namensgeber der Ausstellung ist das Gem\u00e4lde \u201eMerry company on a terrace\u201c des niederl\u00e4ndischen K\u00fcnstlers Jan Steen, auf dem bei genauerem Hinsehen deutlich wird, dass Gemeinschaft neben Zugeh\u00f6rigkeit und Teilhabe auch Beobachtung und Inszenierung aufgrund gesellschaftlicher Rollen umfasst. Zwei Leihgaben aus dem Von der Heydt-Museum greifen dieses kunsthistorische Thema auf. Daneben findet sich eine Fotoreihe der t\u00fcrkischst\u00e4mmigen Studentin Meltem Er, die Lebensrealit\u00e4ten von Menschen mit t\u00fcrkischem Hintergrund in Deutschland abbildet. Sie zeigt somit \u201eeinen Blick aus der Community heraus\u201c, sagt Rosen. Einige Besucher w\u00fcrden ihre eigene Lebensrealit\u00e4t in den Darstellungen wiederfinden und sich dar\u00fcber freuen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im gleichen Raum stellen eine Skulptur und Skizzen von Kati Heck Gemeinschaft ohne Ausgelassenheit dar. An eine Wand wird der Kurzfilm \u201eDie Wupper runter bis nach Sizilien\u201c von Valerie Feldhaus projiziert, die das Wuppertaler Kultcaf\u00e9 \u201eMazzino\u201c zeigt. Auditiv wird das Bildmaterial mit Textausschnitten aus Else Lasker-Sch\u00fclers Drama \u201eDie Wupper\u201c begleitet. Einen Raum weiter steht die Metallkiste des Projekts \u201eMoving Art Box\u201c. Von 2012 bis 2026 bef\u00fcllten \u00fcber 20 K\u00fcnstler an verschiedenen Stationen in Europa die Kiste mit ihren Kunstwerken und ver\u00e4nderten vorherige Kunstwerke. Das Projekt habe mit der Zerst\u00f6rung aller Kunstwerke durch den letzten K\u00fcnstler geendet, so Rosen. Dahinter befinden sich die Werke des Studierendenkollektivs \u201eWir sollten eine Gruppe gr\u00fcnden\u201c. Hier sollten Studierende aus Wuppertal, D\u00fcsseldorf und Essen an drei Tagen in gemischten Dreiergruppen gemeinsam malen. Die Herausforderung bestand darin, sich mit zun\u00e4chst fremden Menschen auf eine gemeinsame Gestaltung eines Gem\u00e4ldes zu einigen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vor der Fensterfront im n\u00e4chsten Raum h\u00e4ngt eine kollektive Stickerei des Kollektivs Mackerinnenanstalt, die Workshopteilnehmer an drei Terminen gemeinsam gestalten haben. Hierf\u00fcr fertigten sie zun\u00e4chst h\u00e4ndische Zeichnungen an, diese wurden anschlie\u00dfend digitalisiert und allesamt auf ein gro\u00dfes wei\u00dfes Tuch gestickt. Im anschlie\u00dfenden Zimmer k\u00f6nnen Besucher Werke der Wuppertaler Modek\u00fcnstlerin Babu Noella anprobieren und sich mit einem Polaroid an einer Wand verewigen. Die deutsch-kongolesische Designerin vereint afrikanische und westliche Stile und bem\u00fcht sich um die F\u00f6rderung kultureller Sensibilit\u00e4t. Dar\u00fcber hinaus sind dort Fotos der K\u00fcnstlerin Cornelia Schleime ausgestellt, deren Vorstellungen von Gemeinschaft durch ihr Aufwachsen in der kommunistischen DDR gepr\u00e4gt wurden. Ein weiterer Raum ist durch eine Holzwand zweigeteilt: Auf der einen Seite widmet sich die Ausstellung Forschungsgemeinschaften, denn wissenschaftliche Forschung ist immer eine soziale Praxis, in der mehrere Menschen gemeinsam agieren. Im zweiten Teil bieten ein Sofa und Gesellschaftsspiele Raum f\u00fcr Begegnungen unter den Besuchern, sodass auch sie unter Fremden Gemeinschaft erfahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Ausstellung kann noch bis zum 13. September besucht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie entstehen Gemeinschaften? Handelt es sich immer um fr\u00f6hliche Gesellschaften? 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