{"id":1214624,"date":"2026-08-04T11:15:22","date_gmt":"2026-08-04T11:15:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214624\/"},"modified":"2026-08-04T11:15:22","modified_gmt":"2026-08-04T11:15:22","slug":"europas-wasserkraft-faellt-auf-rekordtief-reicht-gas-als-einzige-reserve","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214624\/","title":{"rendered":"Europas Wasserkraft f\u00e4llt auf Rekordtief: Reicht Gas als einzige Reserve?"},"content":{"rendered":"<p>Der Zufluss f\u00fcr Wasserkraftwerke in der Alpenregion liegt \u201enahe einem Allzeittief\u201c. Europa erlebt zugleich eine immer heftigere Sommerd\u00fcrre.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Aufeinanderfolgende Hitzewellen \u2013 angeheizt durch den <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/31\/europa-megafeuer-frankreich-spanien-klimawandel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">menschenverursachten Klimawandel<\/a> \u2013 und kaum Regen haben gro\u00dfe Teile des Kontinents ausged\u00f6rrt. Dadurch steigt die Gefahr t\u00f6dlicher Waldbr\u00e4nde, die L\u00e4nder wie Frankreich, Spanien, Griechenland und die T\u00fcrkei verw\u00fcsten und Hunderttausende zur Flucht zwingen. <\/p>\n<p>Hinzu kommt die Sorge vor Lebensmittelknappheit. B\u00e4uerinnen und Bauern warnen, dass die extreme Hitze Feldfr\u00fcchte im Wert von Milliarden Euro vernichtet hat.<\/p>\n<p>Dem Combined Drought Indicator (CDI) zufolge herrschten Mitte Juli weiterhin Alarmstufe D\u00fcrre in Teilen der Ukraine, von Belarus und Polen. Neue Alarmgebiete entstanden im Nordosten der Iberischen Halbinsel. Die Lage verschlechterte sich zudem im S\u00fcden des Vereinigten K\u00f6nigreichs, in Norditalien und in der Mitte Europas: von Frankreich und S\u00fcddeutschland bis Ungarn und Rum\u00e4nien. Betroffen waren auch die Schweiz, \u00d6sterreich, Tschechien, die Slowakei und Serbien.<\/p>\n<p>Auch der Energiemix Europas leidet. Rekordniedrige Pegel der <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/30\/historischer-fund-donau-ungarn-katapultgeschoss\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donau<\/a> zwingen Ungarn, das Atomkraftwerk Paks herunterzufahren \u2013 zum ersten Mal seit fast einem halben Jahrhundert. Die Anlage liefert fast die H\u00e4lfte des ungarischen Stroms. <\/p>\n<p>D\u00fcrre in Europa: Folgen f\u00fcr die Wasserkraft<\/p>\n<p>Nach Angaben des Energieinformationsdienstes <a href=\"https:\/\/montelnews.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Montel (Quelle auf Englisch)<\/a> lagen die Zufl\u00fcsse in Speicherseen und Laufwasserkraftwerke in \u00d6sterreich und der Schweiz im Juli fast 50 Prozent unter dem Durchschnitt.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich erreichte die gesamte Wasserkrafterzeugung im Juli laut Montel nur 51 Prozent des \u00fcblichen Niveaus; Vergleichsbasis sind die vergangenen 15 Jahre. In der Schweiz waren es 48 Prozent. Auch Deutschland mit 63 Prozent und Frankreich mit 68 Prozent bekamen die Trockenheit deutlich zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Wasserkraft ist in der EU die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle. Im ersten Quartal 2026 deckte sie 28 Prozent des Strombedarfs. Das ist mehr als Solarenergie mit 17,3 Prozent, erneuerbare Brennstoffe mit 9,4 Prozent sowie Geothermie und andere Quellen mit 0,4 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eUns fehlt schlicht ein Drittel des Wasservolumens, das unsere Wasserkraftwerke normalerweise verarbeiten w\u00fcrden\u201c, sagt Michael Strugl, Chef des f\u00fchrenden \u00f6sterreichischen Energiekonzerns Verbund.<\/p>\n<p>Der leitende Hydrologie-Analyst Eylert von Montel warnt, die Alpenl\u00e4nder m\u00fcssten bis September auf erste Entspannung warten. Die Wetterprognosen deuten auf weitere Wochen mit Hitze und Trockenheit hin.<\/p>\n<p>Ausf\u00e4lle bei Wasserkraft: Kann Europa das verkraften?<\/p>\n<p>Viele L\u00e4nder, etwa Portugal und \u00d6sterreich, h\u00e4ngen stark von Wasserkraft ab. Bricht die Produktion deutlich ein, m\u00fcssen sie wieder verst\u00e4rkt auf <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/30\/saubere-energie-spart-der-eu-2025-51-milliarden-euro-solarenergie-fuhrt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">klimasch\u00e4dliche fossile Brennstoffe<\/a> setzen.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr stieg die Stromerzeugung aus Gas in der EU im Vergleich zu 2024 um acht Prozent. Der Thinktank Ember f\u00fchrt das vor allem auf geringere Wasserkraft zur\u00fcck: Das Wetter sorgte f\u00fcr einen R\u00fcckgang der Jahresproduktion um zw\u00f6lf Prozent.<\/p>\n<p>Dieselben Wetterlagen bremsten zwar auch die Windkraft \u2013 sie ging um zwei Prozent zur\u00fcck \u2013, befl\u00fcgelten aber die Solarenergie.<\/p>\n<p>Damit erzeugten Solaranlagen 2025 in der EU so viel Strom wie noch nie; die Produktion legte um mehr als 20 Prozent zu. Der Trend zeigt, wie wichtig ein breiter aufgestellter Mix erneuerbarer Energien ist, um Extremwetter in Zeiten des Klimawandels zu \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Wasserkraft erg\u00e4nzt zudem weniger flexible erneuerbare Quellen wie Wind und Sonne. Sie funktioniert gewisserma\u00dfen wie eine Batterie auf Abruf: Betreiber k\u00f6nnen die Leistung erh\u00f6hen, wenn der Stromverbrauch steigt, und sie in verbrauchsschwachen Zeiten drosseln.<\/p>\n<p>Anstatt Strom aus Sonne und Wind wegen Engp\u00e4ssen im Netz ungenutzt zu lassen, k\u00f6nnte Europa nach Ansicht von Fachleuten auf \u201a<a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/21\/wind-und-solarstrom-hangen-im-alten-stromnetz-europas-fest-hilft-hybridisierung-sofort\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hybridisierung<\/a>\u2018 setzen. Dabei werden Technologien wie Windkraft, Photovoltaik und Speicher hinter einem einzigen Netzanschluss geb\u00fcndelt. Man kann sich das so vorstellen, als w\u00fcrden drei Quellen denselben \u201aStecker\u2018 ins Stromnetz nutzen.<\/p>\n<p>\u201eWenn Wind- oder Solaranlagen an denselben Anschluss wie ein Wasserkraftwerk kommen, k\u00f6nnen Projektentwickler schneller ans Netz gehen\u201c, sagt Elisabeth Cremona, Leiterin f\u00fcr Energieinfrastrukturen bei Ember. \u201eDie Betreiber nutzen die Netzinfrastruktur zudem deutlich effizienter \u2013 im Schnitt verdoppelt sich die Auslastung \u2013, ohne die Exportgrenzen zu \u00fcberschreiten.\u201c<\/p>\n<p>Ein aktueller Ember-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass in \u00d6sterreich, Bulgarien, Frankreich, Italien, Portugal, Rum\u00e4nien und Spanien \u2013 den gro\u00dfen Wasserkraftm\u00e4rkten der EU \u2013 dank Hybridisierung 18 Prozent der bis 2030 erwarteten neuen Erneuerbaren ins Netz integriert werden k\u00f6nnten, ohne zus\u00e4tzliche Netzkapazit\u00e4ten zu bauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Zufluss f\u00fcr Wasserkraftwerke in der Alpenregion liegt \u201enahe einem Allzeittief\u201c. 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