{"id":1214743,"date":"2026-08-04T12:22:25","date_gmt":"2026-08-04T12:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214743\/"},"modified":"2026-08-04T12:22:25","modified_gmt":"2026-08-04T12:22:25","slug":"erbschaftsteuer-verfassungswidrig-wann-karlsruhe-darueber-verhandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1214743\/","title":{"rendered":"Erbschaftsteuer verfassungswidrig? Wann Karlsruhe dar\u00fcber verhandelt"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-introduction\"><strong>Beim Bundesverfassungsgericht sind mehrere Verfahren zur m\u00f6glichen Rechtswidrigkeit des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes anh\u00e4ngig. Die m\u00fcndlichen Verhandlungen von zwei f\u00fcr Erben und Beschenkte wichtigen Prozessen sind nun terminiert worden.<\/strong><\/p>\n<p>                                Die konkreten Verhandlungs-Termine <\/p>\n<p>Die m\u00fcndliche Verhandlung in Sachen &#8222;Erbschaftsteuer \u2013 Gesetzgebungskompetenzen&#8220; (Az. 1 BvF 1\/23) ist f\u00fcr\u00a0 <strong>Montag, den 12. Oktober 2026, 14.00 Uhr<\/strong>\u00a0 terminiert.<\/p>\n<p>Die m\u00fcndliche Verhandlung in Sachen &#8222;Erbschaftsteuer \u2013 Verschonung von Betriebsverm\u00f6gen&#8220; (Az. 1 BvR 804\/22) ist f\u00fcr <strong>Dienstag , den 13. Oktober 2026 , 10.00 Uh<\/strong><strong>r<\/strong> festgesetzt.<\/p>\n<p>Zu beachten: Die Bundesverfassungsrichter werden ihre Entscheidungen nicht direkt im Anschluss an die Verhandlungen verk\u00fcnden, sondern erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Darum geht es in den beiden Musterprozessen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"width: auto;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/vgzm.1003603-32ac0442-5821-4bfe-85b1-f28de7a576f0.gif\" height=\"1\" width=\"1\" border=\"0\" alt=\"\"\/><br \/>\n                                Abstrakte Normenkontrolle<\/p>\n<p><strong>Der Hintergrund<\/strong><br \/>Die Erbschaft- und Schnekungsteuerfreibetr\u00e4ge f\u00fcr Beg\u00fcnstigte sind trotz der Wertver\u00e4nderungen bei Immobilien seit 2008 unver\u00e4ndert geblieben und sollten nach Meinung vieler Experten\u00a0dringend vom Gesetzgeber angepasst werden.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Das Verfahren<\/strong><\/p>\n<p>Das Land Bayern sieht Freibetr\u00e4ge, die Erben oder Beschenkten zustehen, als zu gering an. Die Bayerischen Staatsregierung hat deshalb beim Bundesverfassungsgericht ein Verfahren zur Abstrakte Normenkontrolle zu Freibetr\u00e4gen (Pararagraf 16 Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz)\u00a0 und zur Bewertung von Grundbesitz Dabei geht es auch um die bundeseinheitlichen Freibetr\u00e4ge f\u00fcr Schenkungen und Erbschaften. (Az. 1 BvF 1\/23).<\/p>\n<p><strong>Die Prognose<\/strong><\/p>\n<p>M\u00f6gliche Ergebnisse reichen von Best\u00e4tigung des Status quo \u00fcber Unvereinbarkeit mit Fortgeltungsfrist bis zur Nichtigkeitserkl\u00e4rung der Steuervorschrift . Erfahrungem\u00e4\u00df gew\u00e4hren Verfassungsgrichter der Finanzverwaltung oft \u00dcbergangsfristen, um Planungssicherheit zu wahren, was Nachfolgeplanungen beeinflusst. Bis zur Entscheidung r\u00e4t man, Steuerbescheide offen zu halten.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>                                Verfassungsbeschwerde<\/p>\n<p><strong>Der Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Durch Firmenerben, die Unternehmen fortf\u00fchren und Lohnsummen erhalten, waren die tats\u00e4chlichen Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer mit 9,9 Milliarden Euro zuletzt deutlich geringer als die festgesetzten. Diese sind auch im Verh\u00e4ltnis zum steuerlich erfassten Verm\u00f6gen bei der Verm\u00f6gensnachfolge (113,2 Milliarden Euro 2024) vergleichsweise niedrig. Kritisiert wird, dass besonders gro\u00dfe Verm\u00f6gen da dadurch privilegiert werden. 2024 wurden allein f\u00fcr 45 sehr gro\u00dfe Erbschaften Steuererlasse in H\u00f6he von 3,4 Milliarden Euro gew\u00e4hrt \u2014 teils mit einem effektiven Steuersatz von nur 1,5 Prozent.\u00a0<br \/><strong><br \/>Das Verfahren<\/strong><\/p>\n<p>Im Januar 2022 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Erbschaftsteuer auf Privatverm\u00f6gen nicht deshalb verfassungswidrig ist, weil parallel eine \u201e\u00dcberbeg\u00fcnstigung von Betriebsverm\u00f6gen\u201c zu verzeichnen w\u00e4re (Az. II B 49\/21). Der beim BFH unterlegene Erbschaftsteuerpflichtige hat gegen den Beschluss des obersten Finanzgerichts Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingelegt (Az. 1 BvR 804\/22).\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong><br \/>Die Argumentation des Beschwerdef\u00fchrers:\u00a0<\/strong><br \/>Erben von Betrieben mit bis zu f\u00fcnf Besch\u00e4ftigten zahlen grunds\u00e4tzlich keine Erbschaftsteuer. Bei gr\u00f6\u00dferen Firmen bleibt Betriebsverm\u00f6gen zu 85 Prozent von Erbschaft- oder Schenkungsteuer verschont, wenn sie mindestens f\u00fcnf Jahre weitergef\u00fchrt werden und die Summe der L\u00f6hne und Geh\u00e4lter in dieser Zeit mindestens 400 Prozent der bisherigen Lohnsumme erreicht. Erhalten Unternehmensnachfolger ihre Firma mindestens sieben Jahre, k\u00f6nnen sie das Betriebsverm\u00f6gen sogar vollst\u00e4ndig erbschaftsteuerfrei stellen lassen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Die Prognose:\u00a0<\/strong><br \/>Der Ausgang des Verfahrens ist offen. Beg\u00fcnstigen von privatem Verm\u00f6gen, die Erbschaft- und Schenkungsteuer entrichten m\u00fcssen, k\u00f6nnen sich auf das Verfahren berufen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beim Bundesverfassungsgericht sind mehrere Verfahren zur m\u00f6glichen Rechtswidrigkeit des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes anh\u00e4ngig. Die m\u00fcndlichen Verhandlungen von zwei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":885905,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1844],"tags":[1634,3364,29,110704,30,8903,252738,18559],"class_list":["post-1214743","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-karlsruhe","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-erbschaftsteuer","tag-germany","tag-karlsruhe","tag-karlsuhe","tag-verfassungswidrig"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/117037221628437818","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1214743","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1214743"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1214743\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/885905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1214743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1214743"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1214743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}